Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Neujahr 2018



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Rohatsu

Unser neunter Rohatsu-Sesshin ging diese Woche zu Ende. 
Wie immer, webte Musanji einen feinen Mantel über die neun tapfereren Berge des Nordens.
Wie immer, wurde unser Tagesablauf von Gongs und Glocken bestimmt. Wie immer, hatten wir Glück mit dem Wetter und konnten unsere Gelenke vormittags etwas im Garten bewegen. Wie immer, rückte Musanji uns alle in eine andere Zeit.
Und wie immer, war es irgendwie traurig und freudig zugleich, als wir einander wieder anblickten und die Worte erneut purzelten.

Vielen Dank an alle, die uns dabei unterstützt haben!

Gassho,
Juen und Nanzan


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Wissen, wie viel genug ist

Im Rahmen der Wochen unserer herbstlichen Ango haben wir uns mit Dogens "Hachi Dai Nin Gaku“, den "Acht Elementen des Erwachens edler Menschen“ beschäftigt.
Hierin lautet es:

Das zweite Erwachen ist zu wissen, wie viel genug ist. Selbst wenn Du bereits etwas besitzt, legst Du Dir eine Beschränkung auf. Wisse, wie viel genug ist.
Der Buddha sprach: "Mönche, wenn ihr frei sein wollt von Leiden, solltet ihr darüber nachdenken, zu wissen, wie viel genug ist. Indem ihr dies wisst, befindet ihr Euch an einem Ort des Friedens und der Freude."
Wenn Du weißt, wie viel genug ist, bist zu zufrieden, selbst wenn Du auf dem Boden schläfst. Wenn Du es nicht weißt, bist Du unzufrieden, selbst wenn Du im Himmel bist. Du kannst Dich reich fühlen, selbst wenn Du arm bist. Du kannst Dich arm fühlen, selbst wenn Du Reichtümer besitzt. Du magst andauernd durch Deine fünf Sinne genötigt werden und bedauert werden von jenen, die darum wissen, wie viel genug ist. Dies nennt man "wissen, wieviel genug ist".

Das hat nichts mit Askese, mit Entsagung generell zu tun. Der Buddha war diesen Weg gegangen und hatte ihn als nicht tragfähig für sich empfunden.

Es hat wohl aber zu tun mit einer Art liebevoller Beschränkung und deren dosiertem Einsatz. Wie eine gute Medizin. Wir nehmen sie donnerstags zu uns, wenn wir uns zum Zazen treffen. Wir nehmen sie täglich zu uns, wenn wir zum Atem zurückkehren. Heute scheint diese Bewegung fast noch anachronistischer zu wirken, noch mehr „gegen die Bürstung des Getreides“, als vor 2500 Jahren. Stille ist ein kostbares Gut geworden. Und gerade deswegen tun wir gut daran, sie zu hüten, zu bewahren und niemals zu vergessen, dass es hierin ist, woher wir stetig kommen und gehen und dass es von dort ist, woraus sich unser aller Leben fortwährend webt.

Gassho,
Juen



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