Wind & Wolken Sangha
eine Zen-Gemeinschaft in Schleswig-Holstein
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Feb 2018

über die Kiefer im Garten ...

Die US-Amerikanische Zen-Lehrerin Zenkei Blanche Hartman (1926-2016) lebte jahrzehntelang im ersten Stock des San Francisco Zen Centers in der Page Street.
In ihrem Flur hing folgendes Schild: „Du musst sein, was Du in der Welt sehen möchtest“.
 
Wie wir unsere Welt sehen und wahrnehmen, hängt unmittelbar von unserem Fokus bzw. unserer Aufmerksamkeit ab. Wir sind wie wir sehen.
 
Meistens erwarten wir es andersherum. „Die Welt“ soll uns lieben, sie soll geduldig und wohlgesonnen uns gegenüber sein. Das ist eine Art, unser Leben zu betrachten. Sie wird uns überwiegend nicht anhaltend glücklich machen.
 
Im Zen geht es darum, diese Pole zu hinterfragen und zwar auch dadurch, dass wir versuchen, die Eigenschaften, Gefühle, Sinneswahrnehmungen, Bewusstseinslagen, die wir „von dort“ erwarten, in uns selbst hervorzubringen. Freundlichkeit ist nichts, was nur einem Buddha vorbehalten ist. Wir alle können freundlich sein, so wie wir alle die Fähigkeiten besitzen, ein Bodhisattva zu sein.
Wir können den Lauf „der Welt“ nur geringfügig beeinflussen. Wir können aber sehr wohl den Lauf unserer Tage und unseres Miteinanders gestalten.
In einer Zeit, in der wir uns zunehmend der alleinigen Selbstverantwortlichkeit beugen, könnten wir auf dem Kissen erfahren:
Harmonie, Gemeinschaft und Glück entstehen nur in Beziehung. Und die fundamentalste hierbei ist jene, die sich zwischen unserem „draußen und drinnen“, unserer Innen- und Außenwelt abspielt. Sie wirkt am gesündesten und ist von großer Nachhaltigkeit, wenn wir sie möglichst fortwährend an beiden Enden bespielen.

Gassho,
Juen


6292-P400-07





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