March 2026

Vom Herzen der Fürsorge tief in den Bergen

Ende Februar fand am Felsentor Juens gut besuchter Sesshin mit dem Thema „das fürsorgende Herz“ statt.

Bei schönstem Frühlingswetter, sternklaren, stillen Nächten, sich stetig verändernden Bergansichten, teilweise schneebedeckt, schien die Fürsorge auf dieser Seite bereits so umfassend, dass es, im Einklang mit dem unübertroffenen Essen fast etwas schwer fiel, sich vernachlässigt zu fühlen.

In unserer Praxis sind wir immer Fürsorgende. Wir sorgen für unser Zazen, unser Kissen, unsere Zazen-Nachbarn. Wir sorgen für den Gong, indem wir ihn vernehmen, für den Löffel beim Essen, indem wir uns der zahllosen fühlenden Wesen bewusst werden, welche diese Speisen zu uns gebracht haben. Wir sorgen für unseren Atem, für unsere Knie, unsere Zehen, unsere Gedanken, für unser Herz.

Wie wir dies tun, sagt viel über unsere Praxis insgesamt aus. Ob wir dies gewillt sind zu tun, entscheidet darüber, ob wir in dieser Übung ein dauerhaftes und nährendes Zuhause finden werden.

Eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Praxis und in unserem Menschsein insgesamt besteht darin, uns verfügbar zu machen für die Anfragen, welche der jeweilige Tag an uns stellt. Wir üben ein sanftes Hinwenden, kein forciertes Zwingen, kein Betrachten mit furchtgeweiteten Augen, sondern ein zartes Blickwenden, vorsichtig, aber entschieden. Dies allein stellt einen Großteil der guten Medizin dar, die wir einander verabreichen können. Dieses Quentchen „Widerstandsaufgabe“ ist heilsam. In beide Richtungen. Es kann, immer wieder praktiziert, zu mehr Zufriedenheit und Freude, zu mehr Glück und Liebe in unseren komplizierten, komplexen Leben führen – alle Wirrungen und Fehltritte miteingeschlossen.

Es zeichnet uns als Menschen aus, diese Hinwendung zum anderen, gepaart mit dem in der Folge eintretenden, ansteigenden Wissen ob unseres eigenen Leidens, des eigenen Schmerzes und dem der anderen.

Und dennoch ist es eines der wenigen Dinge, die wir für uns und andere tun können, in dem immerwährenden, komplexen Versuch, unseren immer noch wunderbaren Planeten zu kultivieren und etwas von seiner Großzügigkeit zurückzugeben.

Denn es ist ein gutes und es ist ein kurzes Leben. Und: es ist unser einziges.

Gassho, Juen


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