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<title>My RSS Feed</title><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/home.html</link><description>Hot News&#x21;</description><dc:language>en</dc:language><language>en</language><dc:date>2026-04-06T14:32:30+02:00</dc:date><admin:generatorAgent rdf:resource="http://www.realmacsoftware.com/" />
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<lastBuildDate>Mon, 6 Apr 2026 14:36:54 +0200</lastBuildDate><item><title>Osterkurs Benediktushof</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2026-04-06T14:32:30+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1028499d4c77c297aa943f3489c6bcf6-155.html#unique-entry-id-155</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1028499d4c77c297aa943f3489c6bcf6-155.html#unique-entry-id-155</guid><content:encoded><![CDATA[Inmitten erbl&uuml;hender japanischer Kirschen fand zum wiederholten Mal unser Ostersesshin am Benediktushof in Holzkirchen statt.<br />Wir hatten uns Passagen aus Dogens &bdquo;leuchtender Perle&ldquo; vorgenommen und haben ihr im Kreise einiger Mitglieder unserer Sangha nachgesp&uuml;rt, ihren Schattierungen, ihrem immerw&auml;hrenden Rund, selbst wenn wir sie f&uuml;r kantig halten, ihrer Strahlkraft im Dunkeln.<br />Danke an alle, die teilgenommen haben, Danke Benediktushof!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="ostern26" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ostern26.jpg" width="670" height="861" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Herzen der F&#xfc;rsorge tief in den Bergen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2026-03-13T13:14:41+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/03fae3304150788c669ab5bb5f808d7b-154.html#unique-entry-id-154</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/03fae3304150788c669ab5bb5f808d7b-154.html#unique-entry-id-154</guid><content:encoded><![CDATA[Ende Februar fand am <a href="https://www.felsentor.ch" target="_blank">Felsentor</a> Juens gut besuchter Sesshin mit dem Thema &bdquo;das f&uuml;rsorgende Herz&ldquo; statt.<br /><br />Bei sch&ouml;nstem Fr&uuml;hlingswetter, sternklaren, stillen N&auml;chten, sich stetig ver&auml;ndernden Bergansichten, teilweise schneebedeckt, schien die F&uuml;rsorge auf dieser Seite bereits so umfassend, dass es, im Einklang mit dem un&uuml;bertroffenen Essen fast etwas schwer fiel, sich vernachl&auml;ssigt zu f&uuml;hlen.<br /><br />In unserer Praxis sind wir immer F&uuml;rsorgende. Wir sorgen f&uuml;r unser Zazen, unser Kissen, unsere Zazen-Nachbarn. Wir sorgen f&uuml;r den Gong, indem wir ihn vernehmen, f&uuml;r den L&ouml;ffel beim Essen, indem wir uns der zahllosen f&uuml;hlenden Wesen bewusst werden, welche diese Speisen zu uns gebracht haben. Wir sorgen f&uuml;r unseren Atem, f&uuml;r unsere Knie, unsere Zehen, unsere Gedanken, f&uuml;r unser Herz.<br /><br />Wie wir dies tun, sagt viel &uuml;ber unsere Praxis insgesamt aus. Ob wir dies gewillt sind zu tun, entscheidet dar&uuml;ber, ob wir in dieser &Uuml;bung ein dauerhaftes und n&auml;hrendes Zuhause finden werden. <br /><br />Eine der wichtigsten Aufgaben in unserer Praxis und in unserem Menschsein insgesamt besteht darin, uns verf&uuml;gbar zu machen f&uuml;r die Anfragen, welche der jeweilige Tag an uns stellt. Wir &uuml;ben ein sanftes Hinwenden, kein forciertes Zwingen, kein Betrachten mit furchtgeweiteten Augen, sondern ein zartes Blickwenden, vorsichtig, aber entschieden. Dies allein stellt einen Gro&szlig;teil der guten Medizin dar, die wir einander verabreichen k&ouml;nnen. Dieses Quentchen &bdquo;Widerstandsaufgabe&ldquo; ist heilsam. In beide Richtungen. Es kann, immer wieder praktiziert, zu mehr Zufriedenheit und Freude, zu mehr Gl&uuml;ck und Liebe in unseren komplizierten, komplexen Leben f&uuml;hren &ndash; alle Wirrungen und Fehltritte miteingeschlossen.<br /><br />Es zeichnet uns als Menschen aus, diese Hinwendung zum anderen, gepaart mit dem in der Folge eintretenden, ansteigenden Wissen ob unseres eigenen Leidens, des eigenen Schmerzes und dem der anderen.<br /><br />Und dennoch ist es eines der wenigen Dinge, die wir f&uuml;r uns und andere tun k&ouml;nnen, in dem immerw&auml;hrenden, komplexen Versuch, unseren immer noch wunderbaren Planeten zu kultivieren und etwas von seiner Gro&szlig;z&uuml;gigkeit zur&uuml;ckzugeben.<br /><br />Denn es ist ein gutes und es ist ein kurzes Leben. Und: es ist unser einziges.<br /><br />Gassho, Juen<br /><p style="text-align:center;"><br /></p><p><img class="imageStyle" alt="P3040200" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p3040200.jpg" width="820" height="820" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Jukai</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2026-02-12T22:14:49+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2cc42c7697044219ce960327b181e7bd-153.html#unique-entry-id-153</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2cc42c7697044219ce960327b181e7bd-153.html#unique-entry-id-153</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende fand im winterlichen Musanji eine Jukai-Zeremonie f&uuml;r unsere Sanghamitglieder Avani, Damir und Jetske statt. Es waren freudige gemeinsame Stunden, die ihren Abschluss in einem geselligen Zusammensein fanden, bei dem auch unser Teeraum zu wachsen schien, denn wir hatten alle darin Platz.<br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3080" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3080.jpg" width="285" height="285" /><br /></p><p style="text-align:left;">Herzlichen Dank an die Sangha, denn ohne ein regelm&auml;ssiges Zazen w&auml;re dies nicht m&ouml;glich gewesen. Herzlichen Dank an unsere G&auml;ste, die uns alle unterst&uuml;tzt haben. Und vielen Dank an unsere drei Bodhisattvas, deren gute &Uuml;bung sich in all dem widerspiegeln und fortan ausbreiten kann in alle Richtungen!<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3109 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3109-002810029.jpg" width="285" height="373" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P2080186-3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p2080186-3.jpg" width="1005" height="677" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Spiegelungen </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2026-01-15T13:15:28+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fc855c3949582ef72722ddd421cfef11-152.html#unique-entry-id-152</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fc855c3949582ef72722ddd421cfef11-152.html#unique-entry-id-152</guid><content:encoded><![CDATA[Das Neue Jahr ist noch nicht alt, unsere guten Vors&auml;tze haben vielleicht dennoch bereits M&uuml;he, den St&uuml;rmen dieser Tage entgegenzuhalten. Global zeigt sich unser Menschsein in vieler Hinsicht auf unheilsame Weise. Es scheint, als ob nach kurzem festt&auml;glichen Innehalten vom &bdquo;Vergessen des Selbst mit dem Ergebnis des Hervorkommens der 10 000 Dinge&ldquo; keine Rede sein kann.<br /><br />Der vietnamesische Zen Meister Thich Nhat Hanh lehrte unter seinen zahlreichen &Uuml;bungen der Praxis im Alltag auch eine Spiegelmeditation. <br /><br />Spiegel sind gute Lehrer, sie k&ouml;nnen tiefere psychologische Muster an die Oberfl&auml;che bef&ouml;rdern. Unsere Wahrnehmung k&ouml;nnte sein: negativ, positiv oder neutral. Minderwertigkeit, Arroganz, augenscheinlicher Gleichmut. Verachtung, &Uuml;bersteigerung, Ignoranz meines Ich. Alle drei f&uuml;hren direkt zu mehr Leiden.<br /><br />Kann es mir gelingen, beim Blick in den Spiegel zu lesen, wie es mir gerade geht, um meine Handlungen und Auswirkungen dementsprechend auszurichten? So, wie ich an einem Kalligrafiestrich oder dem Klang meiner Schritte erkenne, in welcher k&ouml;rperlichen oder seelischen Verfassung ich mich gerade befinde?<br /><br />Es w&auml;re doch eine praktische Alltagshilfe. Wir handeln so oft in Unkenntnis unseres aktuellen Zustandes einfach darauf los und teilen reflexartig aus. Zudem: Spiegel gibt es &uuml;berall. Was lehne ich beim Blick in den Spiegel ab? Was m&ouml;chte ich gerne sehen und was glaube ich, nicht zu sehen? Was ist so h&auml;sslich an meiner Neurose, meiner Biografie? Kenne ich mich? Erkenne ich mich in diesem Bild wieder und was sehe ich? Wieso kann ich mich nicht spontan freuen, wenn ich in einen Spiegel schaue? Schlie&szlig;lich bedeutet das: ich bin noch hier! Was muss best&auml;ndig gepudert oder retuschiert werden? Warum?<br /><br />Nun werden die Shunyata-Strebenden bestimmt fragen, wieso wir im Zen, heute bildlich, nat&uuml;rlich auch im &uuml;bertragenen Sinn, unser Spiegelbild ansehen sollen, wenn es darum geht, mein Selbst zu vergessen.<br /><br />Weil wir ohne unsere Bereitschaft, eine verwandtschaftliche Verbindung zu jenem Gesicht einzugehen, das uns morgens entgegenblickt, es niemals schaffen werden, es zu vergessen.<br /><br />&bdquo;Gatha f&uuml;r den Blick in den Spiegel: Achtsamkeit ist ein Spiegel, der die vier Elemente reflektiert. Sch&ouml;nheit ist ein Herz, das Liebe schenkt, und ein Geist, der weit offen ist.&ldquo;<br />Thich Nhat Hanh<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="PC300171" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/pc300171.jpg" width="770" height="1019" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neujahrsgru&#xdf;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2026-01-01T00:43:48+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/90ad9c82958b2dbebffad3ddca7bb64e-151.html#unique-entry-id-151</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/90ad9c82958b2dbebffad3ddca7bb64e-151.html#unique-entry-id-151</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><br /><br /><img class="imageStyle" alt="WWS Jahreskarte 2026" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/wws-jahreskarte-2026.jpg" width="1770" height="2502" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>zur Jahresneige</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-12-28T23:31:17+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/dbc8939e38a22e691186978a04369c5f-150.html#unique-entry-id-150</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/dbc8939e38a22e691186978a04369c5f-150.html#unique-entry-id-150</guid><content:encoded><![CDATA[...m&ouml;chten wir uns bei allen bedanken, die in diesem Jahr in Musanji, online oder bei den Kursen teilgenommen und so unser Miteinander in der &Uuml;bung best&auml;rkt haben!<br /><br />Ferner m&ouml;chten wir auf ein Kursangebot im sch&ouml;nen Felsentor hinweisen, das wie kein anderes unsere Praxis zusammenfassen wird: <a href="https://www.felsentor.ch/seminare/das-fuersorgende-herz-2026" target="_blank">https://www.felsentor.ch/seminare/das-fuersorgende-herz-2026</a><br /><br />Und letztlich m&ouml;chten wir einen Artikel teilen, der unsere Arbeit und Praxis veranschaulicht: <a href="https://taz.de/Palliativmedizinerin-uebers-Sterben/!6134551/" target="_blank">https://taz.de/Palliativmedizinerin-uebers-Sterben/!6134551/</a><br /><br />Die Termine f&uuml;r das Jahr 2026 findet ihr im <a href="../termine/termine.html" title="Termine">online-Kalender.</a><br /> <br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002466-7" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002466-7.jpg" width="620" height="620" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Jahresabschluss in Musanji</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-12-20T17:35:37+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cb31cd762ee4cbfe062bbfacde4477b7-149.html#unique-entry-id-149</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cb31cd762ee4cbfe062bbfacde4477b7-149.html#unique-entry-id-149</guid><content:encoded><![CDATA[Wir erfreuten uns eines sehr gut besuchten Sanghatages im Dezember und m&ouml;chten uns bei allen herzlich bedanken, die teilweise weite Wege zu uns gefahren sind.<br />Im Rahmen des Vortrags haben wir unser Thema "K&ouml;rper" nunmehr beendet.<br /><br />Dar&uuml;berhinaus zeigte dieser Tag einmal mehr, was Sangha ist: Zusammenhalt, Freude an der Gemeinschaft, Solidarit&auml;t, Verbundenheit in unserer Praxis, wortlos und wortreich. Und tatenreich, wie man sieht...<br /><br />Dankesch&ouml;n und auf ein Wiedersehen in 2026!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="8d911413-5add-4b73-ba35-ba7f57890976 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8d911413-5add-4b73-ba35-ba7f57890976-002810029.jpg" width="620" height="470" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="358b9821-42f7-4e40-97d7-608272e7c923 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/358b9821-42f7-4e40-97d7-608272e7c923-002810029.jpg" width="620" height="470" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber eine Zenreise gen S&#xfc;den</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-12-19T13:54:45+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/865c7aafde41b6b202e8059633661ac0-148.html#unique-entry-id-148</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/865c7aafde41b6b202e8059633661ac0-148.html#unique-entry-id-148</guid><content:encoded><![CDATA[Unsere Winterreise f&uuml;hrte uns erneut nach Z&uuml;rich, die mit einem Treffen unter Dharmafreunden &uuml;ber den D&auml;chern dieser sch&ouml;nen Stadt ihren Anfang nahm. Man sieht sich nicht oft und ist doch sofort zusammen: Dharmafreundschaften sind so wichtig wie Zazen.<br /><br />Einer Einladung folgend, hielt Juen an der ETH Z&uuml;rich eine Vorlesung an der Fakult&auml;t der Philosophie; das Semester besch&auml;ftigte sich thematisch mit Ethik am Lebensbeginn und -ende. Dann ging es weiter nach Sentiberg / Felsentor. Wir hatten im September &uuml;ber die entstehende Gemeinschaft etwas unterhalb des Felsentors berichtet. Erneut durften wir in dem sch&ouml;nen Zendo am B&auml;chli, einer ehemaligen K&auml;serei, zusammen sitzen. Als wir, erstmalig an diesem Ort, das HerzSutra anstimmten, wurde noch deutlicher, was eine gemeinsame Praxis auch beim Betreten von Neuland vermag: M&ouml;glichkeiten er&ouml;ffnen, Zuversicht schaffen, Raum geben. Wiederum war der Ort gepr&auml;gt durch eine beeindruckende Energie, die sp&uuml;rbar war f&uuml;r etwas, das noch nicht sichtbar ist.<br /><br />Nat&uuml;rlich durfte ein Besuch des Felsentors nicht fehlen, das im winterlichen Licht &uuml;ber dem Seenebel schwebte: filigran, von Alters her, schier unbiegsam durch sein dem ersten Blick verstecktes Zendo im hinteren Garten. <br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_4695_jpg 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_4695_jpg-2.jpg" width="620" height="820" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Wach in diesem K&#xf6;rper</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-11-04T07:31:33+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fea80d940fb373dc32282b6f7cf56466-147.html#unique-entry-id-147</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fea80d940fb373dc32282b6f7cf56466-147.html#unique-entry-id-147</guid><content:encoded><![CDATA[Nun, Bodhisattvas aller L&auml;nder, was meint Ihr dazu?<br />Die vielbeschworene &bdquo;Erleuchtung&ldquo;, das &bdquo;Gro&szlig;e Tor&ldquo;, durch das die tapferen Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler des Zen bestrebt sind, hindurchgleiten, den feurigen Eisenball locker im Mund jonglierend &ndash; immer noch nicht genug?<br /><br />Interessanterweise f&auml;llt es uns leichter, Erwachen zu denken als es zu verk&ouml;rpern. Vielmehr: als uns seiner Verk&ouml;rperung in unserer Form bewusst zu sein und sie zu leben.<br /><br />Das ist erstaunlich, denn unser K&ouml;rper befindet sich immer im gegenw&auml;rtigen Augenblick. Bei der Vorstellung vom vielbeschriebenen Erwachen denken wir meistens zuerst an unseren Kopf, an das erste Chakra, an das dritte Auge. <br />Unser Geist hat aber die liebenswerte Angewohnheit, st&auml;ndig auf Wanderschaft zu gehen. Dennoch versuchen wir mit unersch&uuml;tterlichem Vertrauen, uns denkend in den jeweiligen Moment zur&uuml;ckzubewegen, uns unser grandioses Erwachen f&uuml;r ein &bdquo;Dereinst&ldquo; vorzustellen, es uns auszumalen, uns dar&uuml;ber in vielen Varianten zu belesen.<br /><br />Wir sitzen in Zazen, wir sind ruhig und aufmerksam. Wir atmen, wir lassen atmen, wir lassen uns harmonisieren, da ist eine Weile Stille &ndash; bis sich etwas bewegt. Innerlich oder &auml;u&szlig;erlich. Wir werden abgelenkt, wir schweifen ab. Irgendwann bemerken wir dies.<br />Der erste Ort, zu dem wir dann reisen, ist unser Kopf. Wir denken: oh, zerstreut. Vielleicht seufzen wir ein wenig &uuml;ber uns. <br />Dann bringen wir uns denkend in die Gegenwart zur&uuml;ck. Das ist nicht falsch, aber es ist auch: ein betr&auml;chtlicher Umweg. Dieser birgt das Risiko, dass wir etwas verpassen, das von hohem spirituellen Wert ist: die Weisheit unseres K&ouml;rpers. Sie ist immer schon da und sie steht uns lebenslang best&auml;ndig zur Verf&uuml;gung. Wir k&ouml;nnen ihr vertrauen und uns in sie zur&uuml;ckfallen lassen. Dann werden wir nicht nur etwas erfahren, das unsere Ahnen des Mahayana mit dem &bdquo;Nirmanakaya&ldquo; bezeichneten (den K&ouml;rper, wie wir ihn sehen), sondern uns auch dem &bdquo;Sambogakaya&ldquo; n&auml;hern (dem K&ouml;rper, wie wir ihn sp&uuml;ren). Was gleichbedeutend mit dem unmittelbaren Erleben unserer Wirklichkeit ist.<br /><br />Die Zenpraxis ist ideal, um den K&ouml;rper f&uuml;hren zu lassen. Erwachen findet mindestens genauso in und durch unseren K&ouml;rper statt. Ein Zen-Mensch bewohnt seinen K&ouml;rper bis in die letzte Ecke. Diese Pr&auml;senz hat heilsame Auswirkungen auf unsere Mitmenschen. Wir m&uuml;ssen daf&uuml;r nichts &bdquo;tun&ldquo;. Diese, unsere Form, so jung oder alt, so h&uuml;bsch oder weniger h&uuml;bsch sie sich f&uuml;r uns anf&uuml;hlen mag &ndash; ist einzigartig. Die Welt hat sie uns, die Welt hat sie sich, geschenkt. Je mehr wir &uuml;ber sie hinwegsehen, dissoziieren, sie leugnen, qu&auml;len oder best&auml;ndig kritisieren, umso weiter entfernen wir uns von &bdquo;Buddha&ldquo;. Je mehr Tage innerer Bewohnbarkeit wir leben, umso mehr n&auml;hern wir uns unserem Zuhause, geistig und k&ouml;rperlich. Daf&uuml;r m&uuml;ssen wir nicht denken, nicht wissen, nicht k&ouml;nnen. Nur sp&uuml;ren, nur sein.<br /><br />Diesem K&ouml;rper schrittweise immer mehr zu vertrauen, bedeutet, meiner Erfahrungswelt immer mehr zu vertrauen. Meiner Erfahrungswelt immer mehr zu vertrauen, bis hin zur zellul&auml;ren Ebene, bedeutet, meinem Verbundensein immer mehr zu vertrauen. Eine andere Ann&auml;herung an diese urmenschliche Qualit&auml;t und immerw&auml;hrende Sehnsucht kann mit Erwachen, mit verk&ouml;rpertem Erwachen, beschrieben werden.<br /><br /><em>Dieses eine, wilde, kostbare Leben. Was tust Du damit?</em><br /><em>Mary Oliver</em><br /><br />Gassho, Juen<br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="SchoecP400616555-35-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecp400616555-35-2.jpg" width="720" height="720" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>20 Jahre MBSR Verbandst&#xe4;tigkeit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-10-06T00:05:32+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/30c78b1574678e8ea562d72462abc408-146.html#unique-entry-id-146</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/30c78b1574678e8ea562d72462abc408-146.html#unique-entry-id-146</guid><content:encoded><![CDATA[Die <a href="https://www.mbsr-verband.de/jahreskonferenz" target="_blank">Jubil&auml;umskonferenz des deutschen MBSR-Verbandes </a>fand am 3.und 4. Oktober in Berlin statt.<br />&bdquo;Mindfulness Based Stress Reduction&ldquo; ist eine von Jon Kabat Zin Ende der 1970 er Jahre in den USA entwickelter Therapieansatz, welche Elemente aus der Zen- und Vipassana-Praxis miteinbezieht, darunter Zazen, Kinhin und die Betonung achtsamen Handelns im Alltag.<br />Aus MBSR und psychotherapeutischen Erkenntnissen wurde die MBCT (mindfulness based cognitive therapy), welche heute zur Depressionsvorbeugung Anwendung findet.<br />Der ausgebuchte Kongress besch&auml;ftigte sich in Vortr&auml;gen und Workshops mit der Frage der weiteren Integration dieser Praktiken in die vielf&auml;ltigen therapeutischen Bereiche, in die sie bereits Einzug gehalten haben.<br />Es war wohltuend, zwei Tage mit so vielen Menschen unter einem Dach zu verbringen, die eine Achtsamkeitspraxis ihre Heimat nennen. Herzlichen Dank an das Organisationsteam!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Scan 04.10.2025, 16.57" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/scan-04.10.2025002c-16.57.jpg" width="770" height="902" /><br /><span style="font:12px Geneva, serif; ">Illustration: </span><span style="font:12px Geneva, serif; "><a href="https://verenabraun.de/" target="_blank">Verena Braun</a></span><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von A nach B</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-09-30T12:47:11+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e8e86cd52aa8746f138de9be1c58d62e-145.html#unique-entry-id-145</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e8e86cd52aa8746f138de9be1c58d62e-145.html#unique-entry-id-145</guid><content:encoded><![CDATA[Von A nach B ist immer: von A nach A, B und AB.<br /><br />Anfang des Monats haben Nanzan und ich einen Ort unterhalb der <a href="https://www.felsentor.ch" target="_blank">Stiftung Felsentor</a> namens &bdquo;Sentiberg&ldquo; besucht. Das ein paar Hektar gro&szlig;e Gel&auml;nde umfasst neben Bergwiesen und Scheunen auch einige Wohnh&auml;user. W&auml;hrend wir in den Jahren zuvor genau das gesehen haben und von den vagen Pl&auml;nen einer Lebensgemeinschaft h&ouml;rten, gibt es jetzt t&auml;gliches Zazen, eine zunehmende Anzahl an Menschen, die dort wohnen und arbeiten m&ouml;chten, ein kleines Zendo und manchmal auch gemeinsame Mahlzeiten.<br /><br />Zun&auml;chst waren es Wiesen, Mulden und B&auml;ume.<br />Jetzt sind es Orte der geteilten Praxis, deren Aufbruchsstimmung beinahe ansteckend war.<br /><br />Wir alle verf&uuml;gen &uuml;ber das Potential, aus einer Teetasse eine Pagode werden zu lassen.<br />T&auml;glich haben wir (hoffentlich!) viele neue Ideen.<br />Wie wird aus einer Vision meine gelebte Wirklichkeit?<br />Was hindert mich daran?<br /><br />Zun&auml;chst schwebt die Phantasie im freien Raum. Kein Gedanke st&ouml;rt sie. Dann kommen Worte, die Argumente finden, warum etwas nicht klappen k&ouml;nnte.<br />Wir finden immer Gr&uuml;nde, uns zu begrenzen. <br /><br />Nat&uuml;rlich gibt es Schwierigkeiten in unseren Leben, es gibt Tragisches, tief Schmerzhaftes, es gibt Situationen, die wir nicht mehr ver&auml;ndern k&ouml;nnen.<br />Wir leben zudem allt&auml;glich in komplexen Banden aus beruflichen, famili&auml;ren, finanziellen, gesundheitlichen und gesellschaftlichen Herausforderungen. <br />Aber auch in der schwierigsten Zeit gibt es: L&uuml;cken. Da ist ein wenig Raum zwischen den Begrenzungsz&auml;unen. Wir k&ouml;nnen sie sp&uuml;ren, diese Orte, in denen wir uns (dennoch) frei bewegen k&ouml;nnen.<br /><br />An diesem Ort ist auch die Quelle unseres Bodhisattva-Gel&uuml;bdes: unser Leiden und das aller anderer zu transformieren. Meine Tendenz, mich abzuwenden und aus der Gewohnheit heraus zu reagieren (Problem!) anzusehen.<br /><br />Die endlosen Dharma-Tore zu durchschreiten. Weil ich noch hier bin. Weil meine Augen gerade und mein Nabel mittig ist. Weil das Vertrauen, welches mir auf dem Kissen jedes Mal geschenkt wird, aus meinem Fallen ein Fliegen machen kann &ndash; durch alle zu kleinen Tore hindurch.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050969" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050969.jpg" width="720" height="1068" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Herbst-Ango</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-09-30T12:37:51+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/611fbf89eca73a2a7744886b3caf10f8-144.html#unique-entry-id-144</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/611fbf89eca73a2a7744886b3caf10f8-144.html#unique-entry-id-144</guid><content:encoded><![CDATA[Vor Kurzem hat unsere &bdquo;Ango&ldquo;-Zeit begonnen. <br />Dieser Begriff steht f&uuml;r &bdquo;friedliches Verweilen&ldquo; und bezeichnet eine Zeit des R&uuml;ckzugs, die traditionell in den Kl&ouml;stern drei Monate dauerte und die neben der t&auml;glichen Arbeit dem intensiveren Zazen und dem Schriftstudium gewidmet war.<br />&nbsp;<br />Die Tradition geht zur&uuml;ck auf die Regenzeit im alten Indien, als es f&uuml;r die M&ouml;nche der ersten buddhistischen Gemeinschaften zu schwer wurde, von Ort zu Ort zu reisen. Der Legende nach geht diese &bdquo;Regenzeit-Klausur&ldquo; auf den Buddha selbst zur&uuml;ck und wird in Pali mit &bdquo;Vassa&ldquo; beschrieben.<br />&nbsp;<br />Unsere Ango ist die einer kleinen Laiengemeinschaft: wir kommen zusammen und sitzen zusammen wie bisher, halten jedoch zu Beginn dieser einmonatigen Praxiszeit eine kleine Zeremonie ab, bei der jedes anwesende Sangha-Mitglied seinen oder ihren Namen auf eine Schiefertafel malt, um der Absicht, noch etwas intensiver zu &uuml;ben, Ausdruck zu verleihen.<br />&nbsp;<br />Das kann das Lesen eines Dharma-Buches sein, der Entschluss, eine meiner Angewohnheiten genauer unter die Lupe zu nehmen, t&auml;glich Kinhin zu praktizieren &ndash; der Phantasie, einen Aspekt unserer Praxis zu in diesen Wochen vertiefen, sind keine Grenzen gesetzt. Dieser sollte &uuml;berschaubar bleiben und so konkret wie m&ouml;glich sein.<br />&nbsp;<br />Vom 30.9. bis einschlie&szlig;lich 21.10. sitzen wir morgens um 6 Uhr digital zusammen, um uns in dieser Zeit noch etwas mehr zu unterst&uuml;tzen.<br />&nbsp;<br />Herzlich willkommen!<span style="font-size:16px; color:#000000;"><br /></span><span style="font-size:16px; color:#000000;"><br /><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="B2A61803-C0BB-40A1-8F65-BF094002A6A7_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b2a61803-c0bb-40a1-8f65-bf094002a6a7_1_105_c.jpg" width="1044" height="788" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Warum&#x2c; eigentlich?</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-08-05T12:21:22+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c6c438f149202c68699bbf5095096de8-143.html#unique-entry-id-143</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c6c438f149202c68699bbf5095096de8-143.html#unique-entry-id-143</guid><content:encoded><![CDATA[Von Zeit zu Zeit kann es gut sein, die eigenen Beweggr&uuml;nde zu hinterfragen, die uns auf den Weg gebracht haben &ndash; ganz gleich, wie lange oder wie kurz unser Eintritt auf den Pfad der Leichtigkeit und Freude jeweils zur&uuml;ckliegen mag.<br /><br />Warum sitze ich?<br />Warum fahre ich zu einem Kurs?<br />Was, abgesehen von meinem Wunsch nach &bdquo;Ruhe und Abstand&ldquo;, liegt meinen Anstrengungen urspr&uuml;nglich zu Grunde?<br />Wie w&uuml;rde ich die Quelle meiner Spiritualit&auml;t beschreiben?<br />Wo sp&uuml;re ich sie in meinem K&ouml;rper?<br />Welche Emotionen sind damit verbunden?<br /><br />Oder, f&uuml;r diejenigen, die lieber mit intellektuellen Fragen arbeiten:<br /><br />Wer bin ich wirklich?<br />Wohin gehe ich? <br />Was soll ich tun?<br /><br />F&uuml;r viele von uns wird es etwas sein, das man mit &bdquo;Sehnen&ldquo; beschreiben kann, nach Einheit und Verbindung, zum Beispiel.<br /><br />Unser menschliches Bewusstsein, unabh&auml;ngig von Biografie oder Sozialisierung, ist ein reflektierendes Bewusstsein. Das macht es uns in Zeiten der Auswahlschwemme zur Erbauung unseres Alltags einerseits und Kargheit an moralischem Imperativ, insbesondere Vorbildern f&uuml;r dasselbige, zunehmend schwer.<br />Was soll ich tun?<br /><br />Hinzu kommt die stets lauernde und medial dramatisch &uuml;berrepr&auml;sentierte Vermittlung einer unserer Grundwahrheiten &uuml;berhaupt: Menschen sterben. Alle Menschen sterben.<br />Wohin gehe ich?<br /><br />&bdquo;Verg&auml;nglichkeit&ldquo; (skr. anicca), &bdquo;Leiden&ldquo; (dukkha) und &bdquo;kein unver&auml;nderbares Ich&ldquo; zu besitzen, (anatta) geh&ouml;ren zu den Dharma-Siegeln, die wiederum eng mit der Tatsache unserer begrenzten Verweildauer zusammenh&auml;ngen.<br />Wer bin ich?<br /><br />Wie kommen wir, einmal in das Licht des Tages ger&uuml;ckt, wieder in die verbindende Einheit der D&auml;mmerung? <br />Vor allem aber: wie kann mir dies gelingen, ohne einen Schatten zu werfen, oder von den Lichtverh&auml;ltnissen im Geringsten abh&auml;ngig zu sein?<br /><br />In unserer Tradition, die keinen Anspruch auf Erhabenheit oder &Uuml;berlegenheit in Anspruch nehmen m&ouml;chte, denn es ist einer von vielen spirituellen Wegen, lautet die Antwort seit vielen Jahrhunderten: Zazen.<br /><br />Zazen als eine unseren K&ouml;rper und Kopf gleicherma&szlig;en betreffende Praxis, um mich biegsamer zu machen, empf&auml;nglicher, wacher f&uuml;r die Wahrnehmung meines Ungetrenntseins.<br /><br />Diese Einheit muss weder entdeckt noch poliert und schon gar nicht durch uns hervorgebracht werden. Sie erfreut sich seit Jahrtausenden einer unersch&uuml;tterlichen Gesundheit. Obschon wir es immer vorgeben: wir brauchen uns nicht um sie zu sorgen.<br /><br />Wir sind es, die kranken. Oder zumindest oft kr&auml;nkeln. <br />An einem Weg- und Orientierungsverlust, oder zumindest an einer Unsicherheit, was denn nun hier zu tun sei - abgesehen vom &Uuml;blichen?<br /><br />Zazen als Weg zur Quelle.<br />Zazen als ein Gewahrsein dieser Quelle.<br />Zazen als Quelle.<br />Zazen.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P5210246 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p5210246-002810029.jpg" width="770" height="582" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Nur im Tun ...</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-07-22T12:07:20+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ae8370893c177666db88a6c165a58218-142.html#unique-entry-id-142</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ae8370893c177666db88a6c165a58218-142.html#unique-entry-id-142</guid><content:encoded><![CDATA[... zeigt sich das Dharma.<br />Wir k&ouml;nnen noch so viele Sesshins sitzen, B&uuml;cher lesen, Erw&auml;gungen anstellen, Podcasts h&ouml;ren und Youtubes gucken, &uuml;ber das Sitzen an sich referieren &ndash; <br />Erwachen ist: erwachte Handlung.<br /><br />In ihr zeigt sich unser Dharma. Nicht nur das: in ihr wird unser Dharma erst lebendig.<br />Diese Handlung ist immer auch: sozial. Denn es ist die Handlung im Kontext, im Austausch, in der sich unsere Praxis zeigt. W&auml;hrend durch unsere Handlung mit oder f&uuml;r jemanden oder etwas das Dharma erst erscheint, ist es auch gerade diese oder dieser jemand oder etwas, welche das Dharma erst scheinen lassen. Das ist &bdquo;Gyoji&ldquo; &ndash; der Kreis des Weges, von dem Dogen spricht. Dharmablume dreht Dharmablume.<br /><br />Soziale Handlung ist Teil unserer Tradition.<br />Mit Green Gulch Farm, einer &bdquo;biologischen Landwirtschaft&ldquo; in Marine County, die 1972 gegr&uuml;ndet wurde, dem &bdquo;Zen Hospice Project&ldquo; in der Page Street in San Francisco, das &uuml;ber 30 Jahre bestand und auf der H&ouml;he der Aids-Epidemie gegr&uuml;ndet wurde, und mit &bdquo;Greens&ldquo;, dem legend&auml;ren und ersten vegetarischen Restaurant der USA, mit Blick auf die Golden Gate Br&uuml;cke, in der lange nur Zen-Studenten kochten, legte die Folgegeneration von Shunryu Suzuki Roshi den Rahmen aus f&uuml;r weitere kreative Umsetzung des Dharmas im Alltag.<br /><br />Unser Lehrer, Hozan Alan Senauke, f&uuml;hrte diesen Weg fort bzw. erweiterte ihn in seiner Zeit als Vorsitzender des  von Robert Aitken Roshi gegr&uuml;ndeten &bdquo;Buddhist Peace Fellowship&ldquo; &uuml;ber die Landesgrenzen hinaus. Hozan k&uuml;mmerte sich in mehreren von ihm gegr&uuml;ndeten gemeinn&uuml;tzigen Organisationen um die &bdquo;Dalits&ldquo;, die &bdquo;Unber&uuml;hrbaren", die bis heute diskriminiert werden. Er gr&uuml;ndete Schulen, unterrichtete j&auml;hrlich dort, k&uuml;mmerte sich um Ausbildungspl&auml;tze und Gesundheitsvorsorge.<br />Ferner nahm er sich der unterdr&uuml;ckten nepalesischen Minderheiten in Bhutan an und hatte zeitlebens mehrere Kontakte, mit denen er die Rohingyas in Myanmar unterst&uuml;tze.<br /><br />Das Dharma zeigt sich aber nicht nur in der Gr&uuml;ndung von Organisationen. Es scheint in jedem L&auml;cheln, das wir jemandem schenken, in der Bereitschaft zu helfen, auch wenn uns niemand sieht, in der inneren Wendung eines &bdquo;Ja, hier bin ich!&ldquo;, wie Meister Zuigan es uns bis heute noch zuruft. <br />Handlung und Dharma sind eins. Ob wir beide sehen oder nicht. Sie warten auf uns.<br />Aber besser, wir bitten beide bald hinein und geben uns die Chance, uns an einer der sch&ouml;nsten Gemeinschaften zu erfreuen, die es f&uuml;r uns Menschen &uuml;berhaupt gibt.<br /><br />Stellvertretend f&uuml;r die vielen Menschen, die am Aufbau unseres ambulanten Hospizdienstes sowie an der Verwirklichung unseres einmaligen Hospizes beteiligt waren, repr&auml;sentativ f&uuml;r alle, die sich Fragestellungen am Lebensende annehmen und die sich in den dichten Momenten am Lebensende um Verst&auml;ndigung bem&uuml;hen, wurde Juen in der vergangenen Woche der Bundesverdienstorden am Bande der Bundesrepublik Deutschland verliehen. So etwas entsteht nie alleine. Sondern nur in Gemeinschaft, im Zusammenhalt und: in Kontinuit&auml;t. All dies scheint in diesen Zeiten immer wichtiger zu werden.<br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Klang und Form</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-07-13T14:27:27+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b9b88dfef7890df3312a9f44bdd83e61-141.html#unique-entry-id-141</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b9b88dfef7890df3312a9f44bdd83e61-141.html#unique-entry-id-141</guid><content:encoded><![CDATA[Meister Unmon fragt: &bdquo;Warum legst Du beim Klang der Glocke Deine Robe an?&ldquo;<br />(aus dem Mumonkan)<br /><br />Im Zen haben wir viele Formen. Es gibt Empfehlungen f&uuml;r die Art, wie wir das Zendo betreten, wie wir uns darin bewegen, wie wir unseren Sitzplatz begr&uuml;&szlig;en. Dies setzt sich fort bei der Rezitation, beim Verbeugen, beim Kinhin und beim Oryoki.<br /><br />Unsere K&ouml;rperhaltung im Zazen folgt ebenso einer &uuml;ber viele Jahrhunderte tradierten Form &ndash; wie wir unsere Hand halten, wie wir atmen und: was wir mit unseren Gedanken tun. Es scheint, als ob unsere Praxis aus nichts als Anweisungen bestehen w&uuml;rde! F&uuml;r Neulinge kann das irritierend sein, auch f&uuml;r etwas Fortgeschrittene bedeuten unsere Formen ein andauerndes &Uuml;bungsfeld.<br />Warum das Ganze?<br /><br />Die Zen-Formen haben ein Ziel: uns zu unterst&uuml;tzen. Auch wenn es manchmal nicht danach aussehen mag: sie sind einzig und allein daf&uuml;r da, uns bei unserer edlen Aufgabe zu helfen. <br /><br />Als Menschen des 21. Jahrhunderts fragen wir, je nach Pr&auml;gung, entweder sofort oder etwas sp&auml;ter: warum? Warum soll ich mich so bewegen und nicht anders?<br /><br />Die Zen-Formen haben einen Sinn. Alle. <br />Dieser sollte bei Bedarf erkl&auml;rt werden. Er hat meistens etwas mit einem vereinfachten Umgang miteinander zu tun oder auch damit, dass es bei einer einmal festgelegten Form leichter f&auml;llt, die &Uuml;berlegungen dar&uuml;ber ziehen zu lassen. Mit anderen Worten: die Formen helfen uns bei der Auflockerung unseres unterscheidenden Denkens.<br /><br />Alle Zen-Formen haben eine Einbindung unseres K&ouml;rpers als Voraussetzung, denn unsere Praxis beginnt mit unserem K&ouml;rper.<br /><br />Wenn auch die Formen unser diskursives Denken etwas verlangsamen k&ouml;nnen, so bringen sie gleichzeitig ein &bdquo;Denken&ldquo; hervor, das einen integralen Bestandteil unserer &Uuml;bung darstellt: Gewahrsein. <br /><br />Ich stelle fest, etwas &bdquo;falsch&ldquo; gemacht zu haben. Vielleicht habe ich mich in der Zeile vertan bei der Rezitation oder einen Gong vergessen als Doan.<br />Daran merke ich, dass ich gerade nicht ganz pr&auml;sent gewesen bin.<br /><br />Ferner gibt mir dies die Gelegenheit dazu, mit meinem &bdquo;Fehler&ldquo; zu &uuml;ben. Wie gehe ich damit um, dass alle geh&ouml;rt haben: &bdquo;ich war gerade nicht hier?&ldquo; <br />Wie f&uuml;hlt sich das in meinem K&ouml;rper an, welche Gedanken habe ich dazu?<br /><br />Die Zen-Formen zeigen uns ferner auf eine sehr eindr&uuml;ckliche Art die Auswirkungen unseres Handelns. Ich l&auml;ute die Rezitation zu schnell ein, der Doshi muss sich sputen, die Harmonie der Rezitation ger&auml;t ins Wanken.<br />Nichts passiert und doch sind die Ringe meines Handelns sp&uuml;rbar, h&ouml;rbar, f&uuml;hlbar. Alles in einem vertanen Gong im Mikrokosmos der abendlichen Sangha. Keiner sagt etwas, jede und jeder kennt dies von sich selbst und schickt leise mitf&uuml;hlende Worte.<br /><br />Exakt das Gleiche, wenngleich bedauerlicherweise meistens unbemerkt und mit deutliche mehr Auswirkungen, geschieht jenseits des Tores, au&szlig;erhalb des Zendos. <br />Es ist die gleiche Praxis, nur in einem viel komplexeren Umfeld.<br /><br />Daher kann ich am Klang des Glockengebers h&ouml;ren, wie seine oder ihre Stimmung ist. Daher hat der Klang der Glocke Auswirkungen, die &uuml;ber den jeweiligen Augenblick hinausreichen. <br /><br />Es ist eben nicht egal, wie ich den Ton angebe. Denn nur auf ihn kommt es an.<br />Und nun, sag es mir: warum legst Du beim Klang der Glocke Deine Robe an?<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-9DD22A39-DEC1-49E3-98A3-47457655D7F3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-9dd22a39-dec1-49e3-98a3-47457655d7f3.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Winterthur 2025</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-07-09T14:17:48+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/eaa41bee4f052a170802563a1e748803-140.html#unique-entry-id-140</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/eaa41bee4f052a170802563a1e748803-140.html#unique-entry-id-140</guid><content:encoded><![CDATA[Bereits zum dritten Jahr in Folge durften wir Ende Juni zu Gast sein im Zendo Inneres Lind, das seit vielen Jahren von der Zenlehrerin Kathrin Stotz  geleitet wird.<br />Es entstand erneut ein angeregter Austausch in einem immer wieder sch&ouml;nen Zendo &uuml;ber den D&auml;chern von Winterthur, bei sommerlichem Abendhimmel und einer regen Diskussion &uuml;ber die Quellen unserer Spiritualit&auml;t.<br />Danke f&uuml;r all die guten Fragen!<br /><p style="text-align:center;"><br /><br />Sommerabend<br /><br />Mauersegler schw&auml;rmen<br />an Wipfeln und Zinnen<br />in der Ferne <br />Wolkenberge<br />Lindenduft<br />Nachbars lesen<br /><br />der alte Nussbaum<br />gr&uuml;n versunken<br />glyzinienumrankt<br />die alte Heimat<br /><br />unsichtbar<br />der R&uuml;ckflug<br />passgenau<br /><br />das Echo <br />unh&ouml;rbar<br />wie <br />unsere Runde<br /><br />Freunde<br />Brot und Wein<br />Heimat<br />ohne Namen<br />Land<br />oder Horizont<br />einmal j&auml;hrlich:<br />Friedensstrasse!<br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="929756A9-31A2-4878-AD01-A1E8BC9BCE4B" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/929756a9-31a2-4878-ad01-a1e8bc9bce4b.jpg" width="770" height="582" /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="B08C99C4-EA76-44B9-A7B2-4C6752C8FEF0" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b08c99c4-ea76-44b9-a7b2-4c6752c8fef0.jpg" width="420" height="553" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Viele Bl&#xe4;tter&#x2c; ein Stamm</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-06-26T12:31:58+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/4b1b1c051973c257372a397ecf4fb14b-139.html#unique-entry-id-139</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/4b1b1c051973c257372a397ecf4fb14b-139.html#unique-entry-id-139</guid><content:encoded><![CDATA[In der vergangenen Woche durften wir uns erneut, gemeinsam mit &uuml;ber 30 Teilnehmenden, unter dem weitl&auml;ufigen gr&uuml;nen Dach des ehrw&uuml;rdigen Haus der Stille in Roseburg heimisch f&uuml;hlen und uns von Sonnenaufgang bis Tagesabschluss mit den Drei Juwelen besch&auml;ftigen.<br />Danke, Roseburg!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3643" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3643.jpg" width="820" height="620" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Wo die Frage des &#x201e;wof&#xfc;r&#x201c; und &#x201e;wohin&#x201c; verklingt</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-05-26T23:12:42+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/7cd6eb23cf3d3b0434fb8b1299761f66-138.html#unique-entry-id-138</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/7cd6eb23cf3d3b0434fb8b1299761f66-138.html#unique-entry-id-138</guid><content:encoded><![CDATA[Nachdem wir uns zuletzt in unserer Sangha intensiv mit den Silas und dem Herzsutra besch&auml;ftigt haben, schien es an der Zeit, uns mit Themen der allt&auml;glichen Anwendung unserer Praxis zu besch&auml;ftigen. Im Zenkurs, w&auml;hrend eines Klosteraufenthaltes, im Zendo mit der eigenen Sangha, mag es uns gelingen, aufmerksam zu bleiben, still zu werden, aber wenn wir dann im Auto sitzen und vor uns ein Traktor f&auml;hrt oder wir abends lange nach einem Parkplatz suchen m&uuml;ssen und erst der Montagmorgen...<br /><br />Im Zen sagen wir: alles ist Praxis. Alles, auch mein ganz normaler, oft unaufgeregter, manchmal sogar langweiliger Tagesablauf kann ein Anlass sein, zu &uuml;ben. Wie auch der stets bis sp&auml;t in der Nacht lautstark Rap h&ouml;rende Nachbar, die D&ouml;ner essende Frau im engen Zugabteil, wo die Fenster nicht ge&ouml;ffnet werden k&ouml;nnen, der Chef, der zwar zustimmend nickt, die getroffene Vereinbarung jedoch sofort vergisst, sobald ich aus der T&uuml;re bin. <br /><br />Wir alle haben unsere Triggerpunkte und unsere Leben weisen ein beachtliches Tempo auf. Meistens h&uuml;pft die Praxis an so einer Klippe davon und nicht immer gelingt es uns, sie rasch wieder einzufangen. <br /><br />Vielleicht kann uns eine Auflistung, eine Einteilung und letztlich eine Sichtbarmachung der Aspekte unserer &Uuml;bung im Alltag helfen, die wir im Zendo oder auf einem Retreat so quasi selbstverst&auml;ndlich verk&ouml;rpern k&ouml;nnen?<br /><br />Einer der ersten Aspekte bei der Ausbreitung unserer Praxis in alle Bereiche unseres Lebens ist die Ausrichtung. Wohin m&ouml;chte ich? Wie m&ouml;chte ich mich f&uuml;hlen, in meinem K&ouml;rper, im meinem Herzen? Was m&ouml;chte ich, am Ende des Tages, getan haben? Wof&uuml;r? Mit wem zusammen?<br />Im Zen sprechen wir von &bdquo;Bodhicitta&ldquo;, dem Versprechen mir selbst gegen&uuml;ber, den Pfad des Erwachens zu betreten. Bodhicitta ist mehr als das Kultivieren von Mitgef&uuml;hl und die Absicht, allen Wesen mit Freundlichkeit gegen&uuml;ber zu treten. <br /><br />Als Haltung. Neugierig, zugewandt. Das ist nicht immer gleichbedeutend mit dem, was wir gew&ouml;hnlich unter &bdquo;freundlichen Worten&ldquo; verstehen. Es kann auch eine klare Ansage sein, die dem gegen&uuml;ber, hoffentlich nur zun&auml;chst, &uuml;berhaupt nicht gefallen wird. Auf meine innere Ausrichtung kommt es an: m&ouml;chte ich gerade etwas &bdquo;nur&ldquo; f&uuml;r mich haben, verteidige ich gerade mein Terrain, ohne R&uuml;cksicht auf Begleitfolgen oder habe ich die gesamte Landschaft im Blick, wenn ich spreche und handle?<br /><br />Die Haltung des Bodhicitta ist unverzichtbar in der Praxis des Erfahrens von Shunyata.<br />Es ist ein Herz. In dieses Herz ist der Schmerz der Welt tief mit eingewoben. Dieses Herz ist unendlich. Es ist h&ouml;chstindividuell und zugleich kollektiv. Es ist v&ouml;llig meins und absolut unpers&ouml;nlich. Dieses Herz verspricht nichts, keine gro&szlig;en Ereignisse oder Gef&uuml;hle, kein Kensho, keine Brokatroben.<br /><br />Es ist einfach nur da und wartet auf Dich. Schon immer, denn Du bist es. F&uuml;r immer.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-764F9BBF-DA00-4081-8835-4FE0FB92CE4D" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-764f9bbf-da00-4081-8835-4fe0fb92ce4d.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Osterkurs Benediktushof</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-04-21T20:35:38+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e12d9a677772a22cd8e0ecaca6dc13ff-137.html#unique-entry-id-137</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e12d9a677772a22cd8e0ecaca6dc13ff-137.html#unique-entry-id-137</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Die gesamte Welt in den zehn Richtungen ist eine leuchtende Perle.</em><br /><br />Im fr&uuml;hlingshaften Benediktushof fand von Mittwoch bis Ostersonntag unser Zen-Seminar statt, das Dogens &bdquo;Leuchtende Perle&ldquo; aus dem Shobogenzo als Grundlage hatte. <br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3434" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3434.jpg" width="520" height="645" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Wir waren dieses Mal in einem lichtdurchfluteten Raum zum Zengarten untergebracht. Es war ein Kurs, wie man es sich nur w&uuml;nschen kann: mit seit Jahrzehnten Zen-&Uuml;benden und neu zum Zen Kommenden in einer guten Balance. Interessant war der Austausch in Hinblick auf die f&uuml;nf Herkunftsl&auml;nder der Teilnehmenden, denn obgleich die Sprache des Zen universell ist, gibt es durchaus regionale Nuancen und F&auml;rbungen.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3442" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3442.jpg" width="520" height="395" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Und so haben wir gemeinsam versucht, die Perle zu beleuchten und uns von ihr inspirieren zu lassen.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><span style="color:#6600CC;">Das alte Kloster<br />Strom der Jahrhunderte<br />Nachts<br />Kirschbl&uuml;tenduft<br />Ostermorgen<br />Zwinkernde Perlen<br />Am Wegrand.<br /></span><span style="color:#6600CC;"><br /></span><img class="imageStyle" alt="IMG_3438" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3438.jpg" width="520" height="394" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="787955E3-02CF-4051-9FC7-83412C010496" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/787955e3-02cf-4051-9fc7-83412c010496.jpg" width="420" height="519" /><br /><br /><span style="color:#6600CC;"><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber die R&#xfc;ckkehr nach Hause</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-04-09T18:06:51+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a99b9e3cf37db76087fe6c4ce6fe579e-134.html#unique-entry-id-134</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a99b9e3cf37db76087fe6c4ce6fe579e-134.html#unique-entry-id-134</guid><content:encoded><![CDATA[Unser Zuhause ist ein Ort, der zu uns geh&ouml;rt. Er schenkt uns Kraft. Damit dieser Ort eine Zuflucht werden kann, m&uuml;ssen wir uns sicher f&uuml;hlen, besch&uuml;tzt, verstanden, umsorgt. Unser Zuhause birgt M&ouml;glichkeiten. Und Zuneigung. Es ist da, wo wir vertrauen k&ouml;nnen - egal wie der Tag verlaufen sein mag. Wir k&ouml;nnen uns hinein entspannen, Fragen stellen, Pl&auml;ne schmieden - ohne Einschr&auml;nkung.<br />An diesem Ort hat alles W&uuml;rde, ist alles von gleicher Bedeutung.<br /><br />W&auml;hrend es ein Zuhause gibt, wo wir immer leben und einfach sein k&ouml;nnen, egal wo wir uns r&auml;umlich befinden, haben wir auch ein geografisches zu Hause. <br /><br />Nicht alle haben in ihrem Zuhause einen so pers&ouml;nlichen Bereich, ein Altar kann dies vermitteln. Seine intime, stille Pr&auml;senz kann uns dabei helfen, mit unserem Herzen zu kommunizieren, uns mit unseren Lieben (noch unter uns oder verstorben) in Verbindung zu bringen wie auch eine Br&uuml;cke zu einem gr&ouml;&szlig;eren Getragensein anbieten.<br /><br />Ob eher eng oder ob ger&auml;umig, ob von vielen bewohnt oder nur von uns alleine: unser Wohnort ist nicht nur Zuflucht, der Ort f&uuml;r unsere Praxis, sondern f&uuml;r die meisten auch Kraftquelle, R&uuml;ckzug, Zuflucht.<br /><br />Nicht alle von uns verf&uuml;gen darin &uuml;ber viel Platz f&uuml;r sich selbst. <br />Ein Altar kann helfen, den Raum des inneren Austauschs zu vergr&ouml;&szlig;ern und zu intensivieren. Ein Altar ist etwas privates, individuelles, sozusagen der Inbegriff eines Bereiches, wo wir Heimat gefunden haben.<br /><br />Ob einfach oder geschm&uuml;ckt, ob in einem extra Bereich oder auf einem B&uuml;cherregal: ein Altar schafft Verbindung. Er kann unsere Praxis sichtbar machen. <br />Es ist ein sicherer Ort, wo wir verletzlich sein k&ouml;nnen, wo schwierige oder intensive Gef&uuml;hle Platz haben, an dem wir eine tiefe Dankbarkeit erfahren k&ouml;nnen, die unsere Furcht verfl&uuml;chtigen kann.<br /><br />Hier k&ouml;nnen wir mit Menschen, die uns nahe waren, in Verbindung treten, wider alle Logik mit ihnen sprechen, lachen oder auch einmal Tr&auml;nen vergie&szlig;en.<br /><br />Buddha ist nicht nur eine Statue auf dem Altar unseres Zendos.<br />Unser eigener Altarbuddha (wie auch immer dieser aussehen mag), erlaubt besonders viel Raum f&uuml;r Pers&ouml;nliches. Dieser Buddha h&ouml;rt uns vielleicht noch mehr zu als andere Statuen, er tut dies mit viel Mitgef&uuml;hl f&uuml;r unsere Sorgen und N&ouml;te, unsere Freuden und Hoffnungen.<br /><br />Nat&uuml;rlich ist das ein Bild. Manche m&ouml;gen sagen, eine Projektion. Was nicht bedeutet, dass beide genauso unserer erlebten Wirklichkeit entsprechen k&ouml;nnen.<br />Schlie&szlig;lich sind unsere Gedanken auch &bdquo;echt&ldquo; und &bdquo;wahr&ldquo;.<br /><br /><em>Der Fr&uuml;hling naht heran<br />Ich male Krokusse <br />und helfe ihm bl&uuml;hen.<br /></em><em><br /></em><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-B29AB719-7328-45B2-84B0-9226E4F5FAD1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-b29ab719-7328-45b2-84b0-9226e4f5fad1.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Nur sitzen: anders als wir denken</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-03-12T18:11:25+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d70630b2e542c18cc9a72fe9547ac8da-135.html#unique-entry-id-135</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d70630b2e542c18cc9a72fe9547ac8da-135.html#unique-entry-id-135</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Nur sitzen&ldquo; lautet eine der oft zitierten Empfehlungen im Zen.<br /><br />Das Kissen, das Kissen, das Kissen. Aber was ist mit meinem Zorn auf die Rehe, welche die Fr&uuml;hlingsknospen rasiert haben? Dem aktuellen Zustand &bdquo;der Welt&ldquo;? Meiner Unzufriedenheit mit mir?<br /><br />Der oft allzu schnellen R&uuml;ckkehr in den Trott nach beeindruckenden Kurstagen, fernab von all den nervigen Dingen des Broterwerbs?<br /><br />Wo die schwarze Pille ihre Wirkung verfehlt, ist es gut, danach Ausschau zu halten, wie unsere Praxis zus&auml;tzliche Formen annehmen kann.<br /><br />Es gibt ein Zazen des Toilettengangs und des Kochens, wie wir bereits von Meister Dogen wissen. Wie sieht dies ein paar Jahrhunderte sp&auml;ter aus? Welche Formen kann unsere Praxis annehmen?<br /><br />Diesen Aspekten unserer Praxis widmen wir uns seit ein paar Wochen. Wir haben mit dem Bodhisattva Gel&ouml;bnissen begonnen, denn Absicht, Ausrichtung stellt die Basis jeder spirituellen &Uuml;bung dar.<br /><br />Ferner m&ouml;chten wir uns dem Dharma-Studium widmen, dem Zazen und dem Zazen der t&auml;glichen (Geld-)Arbeit. Wir werden auch auf den wichtigen Bereich der Kreativit&auml;t und Imagination zu sprechen kommen und die Sangha im Sinne der Praxis der Begegnung und des gegenseitigen Austauschs besuchen.<br /><br />Wir laden alle Leserinnen und Leser herzlich ein, uns ihre Erfahrungen und Fragen hierzu mitzuteilen.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001350" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001350.jpg" width="720" height="485" /></p>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-03-11T18:13:08+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8934731949036ba6f7bab331f19fa243-136.html#unique-entry-id-136</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8934731949036ba6f7bab331f19fa243-136.html#unique-entry-id-136</guid><content:encoded><![CDATA[<strong>Zazen</strong><br /><br />Schneefall<br />Am abendlichen Zendo<br />Ruf eines K&auml;uzchens<br />Flocken<br />Wirbel<br />Welten<br />Bereit zu schmelzen<br />Bereit zu funkeln<br />Bereit.<br /><br /><br /><strong>Rigi</strong><br /><br />Tief in der Nacht<br />Hoch auf dem Berg<br />Holt mein Atem<br />Seewasser<br />Der Mund bleibt stumm
<br />Doch die Alten<br />Kichern<br />Und prusten<br />Bis die Sonne aufgeht.<br /><br /><br /><strong>Erster M&auml;rz</strong><br /><br />Dichter Schneefall<br />Hier oben<br />Kein Laut<br />Selbst die Tempelglocke<br />Schweigt<br />Dem Tanz der Welten<br />Geh&ouml;rt die Stunde<br />Meine ist eine davon.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-1FF847A2-5415-4BDE-8DD1-7F222E6001C0" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-1ff847a2-5415-4bde-8dd1-7f222e6001c0.jpg" width="720" height="484" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Besuch im Felsentor</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-03-09T18:01:22+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/eb6b35f24fbf256165ff1b4af5a0123e-133.html#unique-entry-id-133</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/eb6b35f24fbf256165ff1b4af5a0123e-133.html#unique-entry-id-133</guid><content:encoded><![CDATA[Unsere letzte Zenreise f&uuml;hrte uns &uuml;ber einen Zazenkai im Maximilianeum (https://www.zenimmax.ch/) in Z&uuml;rich &uuml;ber einen Abend im wundersch&ouml;nen Zendo am Flu&szlig; in Luzern (https://www.zendoamfluss.ch/) auf die Mitte der Rigi zum ehrw&uuml;rdigen Felsentor.<br /><br />Eingerahmt und getragen von der Praxis der Hausgemeinschaft durften wir eine Woche lang gemeinsam arbeiten, rezitieren, Zazen sitzen, Pause machen und nat&uuml;rlich die umwerfend schmackhafte Kost aus den verschiedenen G&auml;rten des Berges verzehren. Der Kurs geriet dar&uuml;ber fast in Vergessenheit.
Felsentor ist einer der seltenen Orte, wo die Stille eine Heimat gefunden hat.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_3297" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_3297.jpg" width="800" height="556" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Call me by my true name</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-02-06T17:43:03+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/28a31a98d3033232917ee42ee7d3ab90-131.html#unique-entry-id-131</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/28a31a98d3033232917ee42ee7d3ab90-131.html#unique-entry-id-131</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Was&ldquo;, so lautete vergangene Woche eine Frage nach unserem Austausch mit den Freundinnen und Freunden des Berkeley Zen Centers, &bdquo;k&ouml;nnen wir als Zen-&Uuml;bende tun in Zeiten wie diesen?&ldquo;<br /><br />Obschon die Frage im Kontext des vorher Gesagten gestellt wurde, das sich mit dem Zusammenhang von Shunyata und Mitgef&uuml;hl befasste und obgleich wir keine Regierung wie die in den USA erwarten, sind es dennoch Gedanken, die viele von uns hier besch&auml;ftigen: was vermag das Zen zu bewirken in unruhigen Zeiten wie diesen? <br /><br />Zun&auml;chst einmal sollte ich die Erwartung daran, dass mein Handeln m&ouml;glichst unmittelbare Folgen haben muss, &uuml;berpr&uuml;fen. <br /><br />Zeit l&auml;uft nicht nur linear. Das ist eine der ersten und ausnahmsweise immer g&uuml;ltigen Wahrheiten jeder Meditationspraxis, insbesondere der unsrigen, die das stille Sitzen als Kern-und Angelpunkt betrachtet. Zeit flie&szlig;t, h&uuml;pft, sie vergisst sich, sie verl&auml;uft z&auml;h wie Sirup und sie rauscht dahin wie ein Wasserfall. Da dies bereits in einer einzigen Meditationseinheit geschieht, gilt es umso mehr f&uuml;r gr&ouml;&szlig;ere zeitliche B&ouml;gen.<br /><br />Womit wir bei Vertrauen sind, einem weiteren Pfeiler unserer Praxis. Vertrauen in meinen K&ouml;rper. Vertrauen in meine mir innewohnende, wenngleich allzu oft verborgene Intuition und Weisheit. Prajna ist Weisheit auf zellul&auml;rer Ebene. <br /><br />Das ist eine gute Gelegenheit zu &uuml;berpr&uuml;fen: vertraue ich meinem K&ouml;rper mehr als meinen Gedanken? <br />Handle ich auch danach?<br />Mein K&ouml;rper wei&szlig; immer, wo er sich befindet. Er wei&szlig; auch, was rechte Handlung, rechte Rede und rechte Intuition ist. Er kann sie riechen, schmecken h&ouml;ren. Er merkt, wenn dies umgesetzt wird.<br />Interessanterweise spielen Gedanken hierbei nur eine Nebenrolle, denn meistens bemerken wir sie nach der Zeit, nach dem jeweiligen Moment. <br /><br />Unser Kissen kann niemandem vor polarem Denken sch&uuml;tzen. Es kann keinen Krieg verhindern, keinen Aggressor au&szlig;erhalb unserer selbst befrieden.<br />Bedeutet dies, ich sollte mich auf meinen kleinen Sprengel zur&uuml;ckziehen und schauen, dass ich m&ouml;glichst unbeschadet &uuml;ber die Runden komme?<br /><br />Da dies mit zunehmender &Uuml;bung leider auch nicht mehr durchgehend m&ouml;glich ist, kann ich versuchen anzuerkennen:<br />Wir w&uuml;nschen uns einfache L&ouml;sungen. Wir sind immer noch Herdenwesen. Wir lernen sehr langsam. Wir bevorzugen Verhei&szlig;ungen vor oft ern&uuml;chternden Wahrheiten, zumal wenn diese mit kurzfristigen eigenen Einschr&auml;nkungen materieller Art verbunden sein k&ouml;nnten. Wir wollen manches gar nicht wissen. Sprache schafft Tatsachen.<br /><br />So beunruhigend bis verst&ouml;rend einiges derzeit sein mag: ein Blick auf die Geschichte des Zen zeigt, dass es schon immer derartige Zeiten gegeben hat.<br />Nichts daran ist sch&ouml;n. Nichts daran eignet sich zu einer spirituellen Verbr&auml;mung.<br /><br />Im Angesicht extremer Ver&auml;nderungen, des schwindenden gesellschaftlichen Zusammenhalts und der globalen Auswirkungen selbst entferntester Handlungen auf mein Leben im 21. Jahrhundert, wird das kleine Kissen zu einem Bindeglied. Es verbindet die unfassbare Weite und G&uuml;te, die auch in mir steckt, mit dem H&auml;sslichen und Polaren, das wir derzeit vielerorts sehen und h&ouml;ren.<br /><br />In unserer 2500 Jahre alten Tradition hat es zahllose Vorbilder gegeben, die sich diesen Herausforderungen ebenfalls gestellt haben. T&auml;glich, leise, unsichtbar, heute meist als Name vergessen.<br />Schwarz sendet keine Frequenz aus. Es produziert kein Karma. Wir k&ouml;nnen ihm daher vertrauen. <br />Und dem Ort, der uns spiegelt, was uns immer verf&uuml;gbar ist und was alle Poren in Einklang zu bringen vermag: Stille, Weisheit und Mitgef&uuml;hl sind es, die Klarheit bewirken und rechte Handlung walten lassen. <br /><br />Zeiten wie diese stellen eine nicht unbedingt ersehnte, wenngleich unglaublich kostbare Gelegenheit dar, unsere Praxis t&auml;glich mit noch etwas mehr Nachdruck zu bezeugen und in sie zu vertrauen: ganz so, wie die Alten es taten, deren gute Medizin noch bis heute ihre heilsame Wirkung auf uns aus&uuml;ben kann.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002370" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002370.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2025-01-04T13:55:03+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8cf6eea65d10e42b66307c690a18147a-130.html#unique-entry-id-130</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8cf6eea65d10e42b66307c690a18147a-130.html#unique-entry-id-130</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="WWS Jahreskarte 2025" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/wws-jahreskarte-2025.jpg" width="1222" height="1725" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Nachruf</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-12-29T21:51:52+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2897391b64a23d023d947a1d71dabdb7-129.html#unique-entry-id-129</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2897391b64a23d023d947a1d71dabdb7-129.html#unique-entry-id-129</guid><content:encoded><![CDATA[Liebe Sangha, die Zeitschrift Lion's Roar ist derzeit die gr&ouml;&szlig;te buddhistische Zeitschrift im US-amerikanischen Raum. Sie wurde 1978 von Ch&ouml;gyam Trungpa Rinpoche gegr&uuml;ndet und hie&szlig; bis 2015 "Shambhala Sun". <br /><br />In der Januar-Ausgabe erscheint ein <a href="https://www.lionsroar.com/remembering-hozan-kushiki-alan-senauke-1947-2024/" target="_blank">Nachruf auf Hozan Roshi</a> (in englischer Sprache). Dieser wurde von Colleen Morton Busch verfasst, einer Zen-Sch&uuml;lerin, die auch das Buch &uuml;ber das Feuer in Tassajara geschrieben hat ("Fire Monks", erschienen 2019). Der Artikel bietet einen sch&ouml;nen &Uuml;berblick &uuml;ber Hozans facettenreiches Dharma.<br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="image1-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/image1-2.jpg" width="583" height="435" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="image-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/image-2.jpg" width="590" height="433" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hozan Alan Senauke Roshi 1947 - 2024</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-12-25T21:44:02+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3482af49010a9fbbbf29b861cd986bc2-128.html#unique-entry-id-128</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3482af49010a9fbbbf29b861cd986bc2-128.html#unique-entry-id-128</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="hozan portrait" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/hozan-portrait.jpg" width="443" height="462" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Hozan war Abt des Berkeley Zen Centers und der Lehrer von Juen und Nanzan. Wir kannten uns seit den Zeiten unserer Ausbildung im "Great Vow Zen Monastery" in Oregon. Unsere Verbindung vertiefte sich anl&auml;sslich der "Dogen Conference", die 2010 in San Francisco stattfand und bei der Juen einen Vortrag hielt. Im folgenden Jahr war Hozan im Rahmen eines Kongresses seiner Heiligkeit des Dalai Lama in Hamburg und stattete uns einen Erstbesuch ab - um hier spontan eine Jukai-Zeremonie anzubieten und sich in vielen Gespr&auml;chen und Besuchen sehr interessiert an unserer Sangha und unseren Lebensgewohnheiten zu zeigen. Hozan kam in den Folgejahren regelm&auml;&szlig;ig. Er hielt die Augen&ouml;ffnungszeremonie f&uuml;r unser jetziges Zendo und f&uuml;hrte etliche Jukai-Zeremonien durch. Die Ordination von Juen und Nanzan fand in Musanji unter seiner Leitung statt.<br /><br />Hozan hat uns beiden als Lehrer vor allem eines geschenkt: Vertrauen. Unter anderem in den Mut, unseren Wirkungskreis au&szlig;erhalb des Zendos zu weiten und etwaige Hindernisse zun&auml;chst einmal als zu erforschende Herausforderung zu betrachten. Als wir uns nach der Gr&uuml;ndung des Hospizvereins mit der Gr&uuml;ndung eines station&auml;ren Hospizes besch&auml;ftigten, obschon wir mit dem Verein und in unseren beruflichen Haupt&auml;mtern bereits gut zu tun hatten, h&ouml;rte er sich unsere Idee geduldig an und sagte dann, mit diesem ernst-neugierigem L&auml;cheln: "If you think so&hellip;". Er hat danach unsere weiteren sozialen Aktivit&auml;ten interessiert begleitet.<br /><br />Darin besa&szlig; er Erfahrung, denn abgesehen von seiner Liebe zur Musik, die ihn als professionellen Musiker nie verlie&szlig;, war Hozan in vielen Welten unterwegs: er war &uuml;ber viele Jahre Gesch&auml;ftsf&uuml;hrer des "Buddhist Peace Fellowship", einer Organisation, die sich um sozial engagierten Buddhismus bem&uuml;ht. Ferner hat er zehn Jahre lang das "Chaplaincy Program" im "Upaya Zen Center" mitgepr&auml;gt, das transkonfessionelle Seelsorgende ausbildet. Zeitlebens lagen ihm Indien und Burma am Herzen; er gr&uuml;ndete eine Organisation, die sich unter anderem um die Schulbildung sozial benachteiligter Gruppen, wie zum Beispiel der Dalits oder der Rohingya bem&uuml;hte.<br /><br />All dies w&auml;re nicht entstanden, wenn uns nicht Kaz Tanahashi in das Berkeley Zen Center und das San Francisco Zen Center eingef&uuml;hrt h&auml;tte. So steht jetzt in unserem Garten eine Weide, die Kaz gepflanzt hat, eine Kiefer, die Blanche Hartman gewidmet ist, ein Fels, den Sojun mochte und davor ein Raum, an dessen Potential Hozan immer geglaubt hat.<br /><br />Hozan starb vor wenigen Tagen nach langer Krankheit. Wir k&ouml;nnen nur versuchen, seine Melodie fortan noch etwas weiterzutragen: f&uuml;r das Dharma. Um der Freiheit willen. F&uuml;r die Liebe. Um aller Wesen Gl&uuml;ck und Zufriedenheit.
Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="hozan guitar" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/hozan-guitar.jpg" width="508" height="386" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der Kreis ist rund</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-12-22T22:33:46+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a4622f37f920e299de603f00b33683dc-127.html#unique-entry-id-127</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a4622f37f920e299de603f00b33683dc-127.html#unique-entry-id-127</guid><content:encoded><![CDATA[W&auml;hrend sich ein ersch&ouml;pftes Jahr zum Ausklang neigt, sind die kommenden beiden Wochen in privater Hinsicht h&auml;ufig gepr&auml;gt von Familienzusammenk&uuml;nften und gemeinsamen Erinnerungen. <br /><br />Diese Stunden k&ouml;nnen wundersch&ouml;n sein, sie k&ouml;nnen aber auch anstrengend oder bisweilen etwas fordernd sein. Da es insgesamt ein schwieriges Jahr war und die Unruhe und Verunsicherungen anhalten, haben wir uns in der Sangha &uuml;ber die tibetische Praxis des Tonglen ausgetauscht. Dabei hat uns vor allem die Praxis des Tonglen besch&auml;ftigt, welche die Lehrerin Pema Ch&ouml;dr&ouml;n einmal mit "instant tonglen" bezeichnet hat. <br /><br />Uns begegnet Unheilsames, Negatives: anstatt der habituellen Antwort des Zur&uuml;ckweichens integrieren wir diese unerwarteten Felsen in unseren Pfad der Befreiung. Das Ungewollte wird willentlich in die &Uuml;bung integriert. Wir atmen das Unangenehme ein, wir atmen es wieder aus. Bereits in der K&ouml;rperlichkeit des Ausatmens findet eine Verwandlung statt: wir geben ab, wir lassen ein bisschen los. Wir m&ouml;gen Teil einer Situation sein, die uns nicht gef&auml;llt, wir sehen vielleicht etwas, das uns bedr&uuml;ckt, wir nehmen die eigene Enge wahr. <br /><br />Das sind Gelegenheiten zu &uuml;ben, es sind M&ouml;glichkeiten, in Verbindung zu treten, und sei es ein zum x-ten Mal registriertes Kn&auml;uel am Boden, &uuml;ber das wir uns jetzt nicht noch einmal aufregen, sondern dass wir jetzt einfach entsorgen: einatmen ausatmen, der N&auml;chste, bitte. Die Praxis des Tonglen erm&ouml;glicht es uns, unser Leben ein wenig distanzierter zu betrachten und das Unangenehme, das nicht-Gewollte zun&auml;chst weder reflexartig zur&uuml;ckzuweisen, noch zu verbr&auml;men, zu verleugnen oder zumindest spontan zu verurteilen. Es bedeutet, bevor dies nat&uuml;rlich auch geschieht, die ganze Chose erst einmal an- und auszuatmen. <br /><br />Dieses Atmen kann die blauen Berge in Schwingung versetzen. Es kann Raum f&uuml;r M&ouml;glichkeiten entstehen lassen und Landschaften er&ouml;ffnen, die uns bislang verborgen blieben. Diese Bewegung hin zu uns ist Prajna. Diese Schwingung durch uns hindurch ist Shunyata. In dem Moment, in dem Prajna und Shunyata einander zul&auml;cheln, entsteht eine Verbindung, die uns jede Furcht vergessen lassen wird.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_2661" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2661.jpg" width="520" height="686" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Flieg&#x21;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-12-02T22:31:02+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/526ad35ce0d379932e547da6757cf384-126.html#unique-entry-id-126</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/526ad35ce0d379932e547da6757cf384-126.html#unique-entry-id-126</guid><content:encoded><![CDATA[Auf den ersten Blick mag die strikte &Uuml;bung des Zen mit seiner &uuml;berlieferten pr&auml;zisen Formgebung und seiner &Auml;sthetik der Reduktion wenig mit Kreativit&auml;t, Imagination und Phantasie zu tun haben.<br /><br />Jede spirituelle Praxis, die ehrlich genug ist, sich als Teil einer Religion zu begreifen, kann engherzig werden in ihrem Streben, die Gesellschaft zu f&ouml;rdern und das Individuum zu motivieren.<br />In jeder dieser Gemeinschaften bl&uuml;ht auch immer die gl&uuml;hende Kohle von Wildem, Mystischem, Kreativem.<br /><br />Imagination erweitert unsere Herzen und unseren Kopf. Neuerungen, moralische Visionen, Hilfsbereitschaft, Liebe, Idealismus, Vertrauen &ndash; alles Vorg&auml;nge, bei denen unsere Vorstellungskraft &uuml;ber das offensichtlich Wahrgenommene hinausgeht.<br /><br />In unserer Zen-Praxis sind wir selbst aufgerufen, unser Leiden zu erfassen, es stetig zu ergr&uuml;nden, es zu verwandeln. Keine omnipotente &Uuml;bereinheit hilft uns dabei.<br /><br />Wir leiden auch, weil uns die Imagination fehlt, die Dinge so zu betrachten und zu erfahren, wie sie wirklich sind.<br />Im Mahayana erhalten wir das Angebot, unsere Imagination zu neuen H&ouml;hen aufzuschwingen: wir wenden den Blick von uns ab und &ouml;ffnen ihn f&uuml;r andere, f&uuml;r alles andere. Buddha als kosmisches Prinzip: das Mit-Sein mit allem wird zentral. <br /><br />Die Welt steht niemals still. Sie ist nie fixiert.<br />Ein Bodhisattva verschwendet zunehmend weniger Energie darauf, st&auml;ndig zu erdenken, wie die Welt in seinen oder ihren Augen auszusehen hat.<br /><br />Unsere Imagination ist dabei wie eine Sommerbrise, die lockert, was starr und kalt erscheint. Sie stellt die F&auml;higkeit der Erfahrung von zunehmendem Vertrauen dar. Von grenzenlosem Vertrauen in die M&ouml;glichkeiten, in das Potential des jeweiligen Augenblicks.<br /><br />Wir &uuml;ben Zazen. Wir &uuml;ben auch: die nat&uuml;rliche F&uuml;lle des Seins zu sch&auml;tzen, seine inh&auml;rente Gro&szlig;z&uuml;gigkeit von Zeit und Raum. Das Leben an sich gibt immer. Es ist niemals geizig oder kleinkariert, niemals dogmatisch oder berechnend.<br /><br />Wir m&uuml;ssen unser Leben nicht st&auml;ndig erschaffen und regulieren. Wir k&ouml;nnen es lassen, uns lassen. <br /><br />Warum sind wir nicht so gro&szlig;z&uuml;gig wie ein Baum?<br />Warum k&ouml;nnen wir nicht an jedem und allem Interesse zeigen?<br />Warum k&uuml;mmern wir uns nicht einfach, wenn es die Situation gebietet?<br />Warum verbreiten wir nicht unser bestes Mitgef&uuml;hl, warum &uuml;ben wir es nicht wie unser Zazen, wie unseren Atem?<br />Wir unterliegen zu oft der Fehlwahrnehmung, "f&uuml;r uns" zu &uuml;ben. Dabei ist das ein Irrtum.<br /><br />Unser Mit-Sein stellt nicht nur unsere gr&ouml;&szlig;te Imaginationsleistung dar, es ist gleicherma&szlig;en die Quelle f&uuml;r anhaltende Freude und Zufriedenheit.<br /><br />Mitgef&uuml;hl schafft Vertrauen. Vertrauen schafft den Eindruck, auf mich kommt es an.<br /><br />Denn dass wir einander haben, immer noch und gerade auch in der Neige zu diesem schwierigen Jahr, ist ein gro&szlig;es Geschenk. Es ist vor&uuml;bergehend. Einzigartig. <br /><br />Allein die Vorstellung, jetzt zueinander fliegen zu k&ouml;nnen! Und es dann auch tats&auml;chlich zu tun.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-EE9D7A23-7F72-4EC1-AB43-F2EF71F4089E 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-ee9d7a23-7f72-4ec1-ab43-f2ef71f4089e-2.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>November im Benediktushof </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-11-08T17:09:03+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/172ec08dd50676ada87962a9628383f7-125.html#unique-entry-id-125</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/172ec08dd50676ada87962a9628383f7-125.html#unique-entry-id-125</guid><content:encoded><![CDATA[K&uuml;rzlich ging Juen's&nbsp;Zen-Seminar "Gebrochen und doch heil" am Benediktushof zu Ende. Obschon die Gartenanlagen still geworden sind und die Steine im Zengarten ein bisschen nach Frost zu riechen scheinen, herrschte am Hof ein reges Treiben von beginnenden und endenden Kursen, Vorbereitungen auf das ausgebuchte Wochenendseminar und Planungen f&uuml;r die Kurse der kommenden Woche.<br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_1321" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_1321.jpg" width="508" height="377" /><br /></p><p style="text-align:left;">Es ist beachtlich, was das Team des Hofes im Hintergrund seit vielen Jahren bewerkstelligt und wie es gelingt, trotz aller Betriebsamkeit und auch Effizienzbestrebungen,&nbsp;einen solide ruhenden Ort des R&uuml;ckzugs zu schaffen, f&uuml;r alle, die in besuchen kommen m&ouml;chten.<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_1326" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_1326.jpg" width="508" height="386" /><br /></p><p style="text-align:left;">Es war ein guter Kurs mit einer beeindruckenden Bereitschaft der Teilnehmenden, sich ber&uuml;hren zu lassen.<br />Wir sind auch ein bisschen stolz darauf, dass Wind und Wolken in diesem Novemberhofgeschehen so gut vertreten war!<br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_1329" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_1329.jpg" width="508" height="386" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber das Zazen des Ahornlichtes</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-11-03T00:11:27+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/646e979b85419b47348876c05162fb7b-124.html#unique-entry-id-124</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/646e979b85419b47348876c05162fb7b-124.html#unique-entry-id-124</guid><content:encoded><![CDATA[Wir befinden uns in den letzten beiden Monaten des Jahres. Die Bl&auml;tter stieben, der Garten wird leiser. Mit dem R&uuml;ckzug der Natur und den l&auml;ngeren Abenden halten wir R&uuml;ckschau: was war das f&uuml;r ein Jahr? <br /><br />Was war wichtig?<br />Was ist wichtig? Was in meinem Leben ist mir wichtig? <br />Beziehungen, ja. Berufliche Zufriedenheit, ja. Eine gewisse materielle Freiheit, ja.<br /><br />Als spirituell &Uuml;bende tun wir gut daran, uns einmal mitten in unserem Alltag zu fragen: was tue ich gerade (innerlich)? Mache ich den bestm&ouml;glichen Gebrauch meiner Zeit?<br />Oder mich abends zu fragen: bin ich dem etwas n&auml;hergekommen, was mir, tief unten, wirklich wichtig ist?<br /><br />Erwachen ist &uuml;berall. So wie die Kunst. Es muss nicht der Marktplatz von Nizza sein, das Licht von Matisse. Der Hinterhof einer Neubausiedlung kann genauso Ausgangspunkt sein f&uuml;r eine malerische Reise. Der Mond spiegelt sich in jedem Tautropfen.<br />Auch das ist Freisein: mit dem allerorts verf&uuml;gbaren, &uuml;berreichen Erwachen an jeder Ecke in Ber&uuml;hrung kommen zu k&ouml;nnen. <br /><br />Was tun wir, wenn wir erkennen, dass wir gerade in einer W&uuml;ste der opponierenden St&uuml;rme gefangen gehalten werden, wenn wir &bdquo;auf Autopilot&ldquo; sind und sich unser K&ouml;rper anf&uuml;hlt wie in einem Schraubstock?<br /><br />Eine der M&ouml;glichkeiten: Pausen schaffen. Wir machen drei bewusste Atemz&uuml;ge und geben unserem Kopf die Gelegenheit, die Welt sich uns wieder er&ouml;ffnen zu lassen.<br /><br />Diesen Raum gibt es immer, gerade in einer changierenden Jahreszeit wie jetzt: Wind, Licht, Wiesen, Laub, Luft: wie oft komme ich damit in Ber&uuml;hrung? Erlaube ich auf allt&auml;glicher Basis, dass dieser Raum Einzug h&auml;lt in meine Sichtweise auf die Dinge?<br /><br />Pausen, Raum, Weite, M&ouml;glichkeit, Wahl, Potential: das sind die Grundlagen des Zazen. Wenn wir diese Zeit nicht mit unserem diskursiven Denken, unserem sich Sorgen, unserem besessen sein von allem M&ouml;glichen anf&uuml;llen, k&ouml;nnen wir die Zeit genie&szlig;en f&uuml;r die wartenden Wohltaten unserer Umgebung.<br /><br />Nat&uuml;rlich haben wir alle viel zu tun. Wir leben weder in einem Kloster noch in einem Kurszentrum. Unsere Tage bestehen aus einer raschen Abfolge von Detailfragen, die gel&ouml;st werden m&ouml;chten. Wir haben komplexe Rollen und Verpflichtungen inne, wir tragen vielf&auml;ltige Verantwortungen. Wir m&uuml;ssen uns zeigen, wir m&uuml;ssen liefern, wir haben Vorgaben zu erf&uuml;llen.<br /><br />Wenn wir jedoch dieser Pause eine Chance geben, ist es unbedeutend, ob wir Zazen sitzen, am PC, in der Konferenz oder mit einem Patienten. Wie lang muss diese Pause sein? Eine Ewigkeit: ... drei Sekunden. Denn in dieser Pause gibt es keine Zeit.<br /><br />Dieser Raum ist das Tor zu unserer nat&uuml;rlichen Intelligenz. Sie erscheint, wenn das Rauschen versiegt. Sie wei&szlig; und kann. Sie l&ouml;st und tr&ouml;stet. Sie reicht weit zu uns hin&uuml;ber und sie lacht.<br />Mit zunehmender Praxis werden diese R&auml;ume wachsen. Zuerst sind es nur ein paar Himmelsluken, sp&auml;ter bilden sie ein Kontinuum. Sie werden es, die unseren Tag bestimmen.<br /><br />Wir sollten daran arbeiten, Momente zu finden, wo wir uns mit dem Himmel verbinden, dem Meer und den V&ouml;geln und dem Land und den zahllosen Wohltaten jenseits von uns selbst.<br /><br />Denn diese R&auml;ume machen gl&uuml;cklich. Und ist es nicht auch das, was uns wichtig ist?<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002398 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002398-2.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber die Freiheit der Leere</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-10-20T20:50:57+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/849b09fe2ad6135ca0afb9271843789e-123.html#unique-entry-id-123</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/849b09fe2ad6135ca0afb9271843789e-123.html#unique-entry-id-123</guid><content:encoded><![CDATA[Im Herzsutra hei&szlig;t es:<br /><br /><em>&bdquo;Oh, Shariputra, Grenzenlosigkeit ist aller Dinge wahre Natur. Sie entstehen weder noch vergehen sie, sie sind weder unrein noch rein, weder zu- noch abnehmend. <br />Leere ist nicht beschr&auml;nkt durch Form, Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und Unterscheiden.<br />Sie ist frei von Auge, Ohr, Nase, Zunge, K&ouml;rper, frei von Form, Klang, Geruch, Geschmack, Ber&uuml;hrung, Gedankeninhalt, frei von der Welt der Sinne und der Welt des Geistes. <br />Sie ist frei von Nichtwissen und dem Ende des Nichtwissens. <br />Leere ist frei von Alter und Tod, frei vom Ende von Alter und Tod.&ldquo;</em><br /><br />Und so wurde vor zweitausend Jahren die seit in etwa f&uuml;nf Jahrhunderten elaborierte buddhistische Lehrmeinung mit einem Federstrich in Frage gestellt...<br /><br />Leerheit, so wird hier ausgef&uuml;hrt, ist nichts von dem, was bis dato als die Grundfeste der Lehre Buddhas verstanden wurde: die drei Siegel des Buddhismus, zum Beispiel.<br />Verg&auml;nglichkeit (anicca), Leiden (dukkha), Nicht-Selbst (anatta). <br />Im Herzsutra aber hei&szlig;t es: &bdquo;frei von Entstehen und Vergehen, frei von unrein oder rein, frei von zu- oder abnehmendem Selbst.&ldquo;<br /><br />Shunyata ist weder beengt durch eine Vorstellung der Drei Siegel, noch durch irgendeine andere Lehrmeinung. Shunyata ist vielmehr: reine Zazen-Erfahrung. Mit Worten ist diese nur ann&auml;hernd zu beschreiben, zumindest nicht als Prosa.<br /><br />Und wenn wir uns an dieses Tor zur Befreiung erinnern, dann macht all das scheinbar Paradoxe in diesem ehrw&uuml;rdigen Urtext auf einmal Sinn: nat&uuml;rlich gibt es Formen. Aber wenn wir uns auf unsere Erfahrung der eigenen Form berufen, haben wir Momente erlebt, in denen es schwer war, zu sagen, wo wir beginnen und enden. Und sind wir nicht gerade heute in unserem Zazen 20, 30 Jahre zur&uuml;ckgereist? Und war diese Erfahrung nicht &bdquo;echt&ldquo;? Geh&ouml;rt die Luft, die ich einatme, zu meiner Form? Was ist mit der Pizza von gestern? Der Bank, auf der ich gerade sitze?<br /><br />Auch das geh&ouml;rt zur Leere wie auch zur Lehre: Verunsicherung. Fragen. Fragen stehen lassen und sie beobachten. Mich durch Fragen bewegen, ersch&uuml;ttern und transformieren lassen. Zur Frage werden, bis es keine Frage mehr gibt.<br /><br />Mich der gro&szlig;en Frage meines Lebens widmen, wissend, dass ich sie niemals werde in Worten beantworten k&ouml;nnen.<br />Au&szlig;er durch meine Begegnung mit ihr.<br />In der einen gro&szlig;en Frage, die sich &bdquo;mein Leben&ldquo; nennt. <br />Dank unserer Praxis wird es zu &bdquo;Leben&ldquo; werden: einem Dasein, in dem vor allem meine Begegnungen, meine Ber&uuml;hrungen, meine Br&uuml;ckenschl&auml;ge es sind, die Form und Leere ein Gesicht, ein L&auml;cheln und eine W&uuml;rde verleihen, die alle Fragen nach Sein und Nicht-Sein in Vergessenheit treten lassen wird.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1060027" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1060027.jpg" width="620" height="919" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Form und Leere</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-10-20T20:37:59+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e925570f60dfc56d80e4392b3e80a7a0-122.html#unique-entry-id-122</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e925570f60dfc56d80e4392b3e80a7a0-122.html#unique-entry-id-122</guid><content:encoded><![CDATA[Noch immer erfreuen wir uns in unserer Sangha am Studium des Herzsutras:<br /><br /><em>...&ldquo;Oh, Shariputra, Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form. Form ist Leere; Leere ist Form. So ist es mit Empfindung, Wahrnehmung, Wollen und Unterscheiden&ldquo;.</em><br /><br />Hier listet Shariputra die f&uuml;nf Aspekte der menschlichen Existenz auf (skandhas), die im Deutschen auch mit &bdquo;Aggregaten&ldquo; oder &bdquo;Daseinsgruppen&ldquo; &uuml;bersetzt werden.<br />Zweifelsohne haben wir eine bestimmte Gestalt, eine Form. Wir haben Empfindungen, wir geben unseren Wahrnehmungen einen Namen. Wir streben nach bestimmten Dingen und Aspekten. Wir sind in der Lage, Zusammenh&auml;nge, die sich unserer direkten Wahrnehmung entziehen, voneinander zu entscheiden. Wir bilden bestimmte Werte aus, wir formen eine innere Haltung.<br />Was daran ist &bdquo;leer&ldquo;?<br /><br />Diese Leerheit ist keine keimfreie &Ouml;dnis. Sie ist auch nicht ohne &bdquo;etwas&ldquo;. Sie ist nur frei von etwas. Einem unver&auml;nderbaren Kern, zum Beispiel.<br />Von au&szlig;en betrachtet, ist unser Gef&uuml;hlsmodus vielleicht meistens gleich. Wir stehen auf, machen uns fertig, gehen zur Arbeit, telefonieren, sprechen mit vielen Menschen, freuen uns auf dem Nachhauseweg an der Herbstf&auml;rbung oder auf den Feierabend.<br />Ein normaler Tag.<br /><br />Wenn wir aber still werden, so leise wie im Zazen, dann k&ouml;nnen wir unsere jeweilige Klangfarbe oft ganz anders erleben als im Rauschen der vielen Handgriffe, die nun einmal unseren Alltag formen. Vielleicht &uuml;berkommt uns eine burgundfarbene Melancholie oder ein ungeahntes Ausma&szlig; an Schwermut. Vielleicht auch eine unb&auml;ndige Freude. Dies geschieht einfach, es ist pl&ouml;tzlich da, kommt aus der Stille wie der Mond hinter den Wolken. Ohne dass wir beide Empfindungen mit einem Anlass in Zusammenhang bringen k&ouml;nnen. Sie verweilen etwas bei uns, wir schwingen mit &ndash; und dann verklingen sie. Wenn wir noch stiller werden, stellen wir fest, dass diese Klangfarben in nur einer Meditationseinheit eng beieinander liegen k&ouml;nnen. Dann geht der Gong und wir sind wieder &bdquo;ich&ldquo;. So wie &bdquo;immer&ldquo;. Wirklich?<br /><br />In Wahrheit sind wir nie gleich, weder als Form, Empfindung, Wahrnehmung, Wollen noch Unterscheiden.<br />Wir sind auch nicht einmal &bdquo;leer&ldquo; und einmal &bdquo;reich an allem, was es gibt&ldquo;. Wir verfehlen Shunyata, wenn wir den Theorien Glauben schenken (und derer gibt es einige), dass wir danach streben sollten, &bdquo;leer&ldquo; von irgendetwas zu sein, am besten von uns selbst. Dies w&uuml;rde bedeuten, dass wir an der geistigen Landkarte der Wirklichkeit festhalten und das Konzept der Leerheit dar&uuml;berlegen. Einer Leere, die oft eine negative Konnotation aufweist.<br />Es ist nicht: ich hier, als (armselige) Gestalt. Das zu Erstrebende dort, als Nicht-Sein. Wir hier im Jammertal der Dinge und Formen. Die wenigen Auserw&auml;hlten dort, im Himmelblau des Absoluten.<br /><br /><em>Kurz bevor Zen Meister Ninakawa starb, besuchte ihn Zen Meister Ikkyu. <br />&bdquo;Soll ich Dich anleiten?&ldquo; fragte Ikkyu.<br />Ninakawa antwortete: &bdquo;Allein kam ich her. Allein gehe ich. Welche Hilfe k&ouml;nntest Du mir geben?&ldquo;<br />Ikkyu antwortete: &bdquo;Wenn Du denkst, dass Du wirklich kommst und gehst, ist dies Deine Verblendung. Erlaube mir, Dir den Pfad zu zeigen, auf dem es weder Kommen noch Gehen gibt.&ldquo;<br />Mit diesen Worten zeigte Ikkyu den Weg so klar, dass Ninakawa l&auml;chelte und verschied.</em><br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="L1002671" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002671.jpg" width="620" height="923" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hospizwoche in Hamburg</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-10-11T14:09:13+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/401921da8bae88b9b2b910b666076a28-121.html#unique-entry-id-121</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/401921da8bae88b9b2b910b666076a28-121.html#unique-entry-id-121</guid><content:encoded><![CDATA[Wir waren diese Woche im Rahmen der Hamburger Hospizwoche im Tibetischen Zentrum Hamburg, Standort G&uuml;ntherstra&szlig;e eingeladen.<br />Wir wurden von unseren Freunden im Dharma sehr gastfreundlich empfangen und durften uns &uuml;ber eine rege Diskussion zum Thema "belastende Emotionen am Lebensende" freuen.<br />Herzlichen Dank an die Gastgeber und alle, die gekommen sind!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_2841" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2841.jpg" width="720" height="544" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Seminar am Benediktushof</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-09-21T14:05:23+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a2b48f8b169b83e1670845a49a7aa3a6-120.html#unique-entry-id-120</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a2b48f8b169b83e1670845a49a7aa3a6-120.html#unique-entry-id-120</guid><content:encoded><![CDATA[In der vergangenen Woche fand von Sonntag bis Freitag ein f&uuml;r uns thematisch neues Seminar am Benediktushof statt, das sich damit besch&auml;ftigte, was es aus der Zen-Perspektive bedeutet, Sorge zu tragen: f&uuml;r andere, f&uuml;r mich, f&uuml;r die Welt.<br />Viele der Teilnehmenden kamen aus den Bereichen der ehren- und der hauptamtlichen Hospiz- und Palliativarbeit.<br />Die Tage waren der Sorge, dem Lauschen, dem Wahrnehmen sowie der Begegnung gewidmet. Am Vormittag stand Zazen, die Arbeit am Hof sowie der Vortrag auf dem Programm. In den Nachmittags-Einheiten gab es gen&uuml;gend Gelegenheit f&uuml;r einen regen Austausch.<br />Wie eine Teilnehmerin es treffend formulierte: Zen und die Hospizarbeit haben sehr viel gemeinsam - sie sind Zwillinge!<br />Dies hat uns zu einem weiteren Seminar ermutigt, das vom 14.9. bis 19.9.2025 erneut im sch&ouml;nen Benediktushof stattfinden wird.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="img_2760" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2760.jpg" width="590" height="773" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Dogen Zenji </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-09-14T22:02:12+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8a0c12879aa515687f8369a74a497289-119.html#unique-entry-id-119</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8a0c12879aa515687f8369a74a497289-119.html#unique-entry-id-119</guid><content:encoded><![CDATA[Wir haben k&uuml;rzlich einen Teil des diesj&auml;hrigen Danas in acht B&auml;nde der &Uuml;bersetzung von Dogens Shobogenzo investiert: das "Soto Zen Text project" ist das Ergebnis einer jahrelangen Zusammenarbeit der "School of humanity and sciences" der Stanford University. Der renommierte Professor f&uuml;r Orientalistik Carl Bielefeldt ist der Herausgeber, zu den &Uuml;bersetzern geh&ouml;rt auch William Bodiford. Die &Uuml;bersetzung ist reich an Querverweisen und Kommentaren.<br />Wir freuen uns, die Wind und Wolken Sangha in den n&auml;chsten Jahren mit Ausz&uuml;gen daraus begl&uuml;cken zu k&ouml;nnen!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Dogen 2-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/dogen-2-2.jpg" width="500" height="495" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Oben&#x2c; wo das Herz liegt</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-09-06T13:27:46+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cc35de0b5abefc837120e5c95d892b7b-118.html#unique-entry-id-118</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cc35de0b5abefc837120e5c95d892b7b-118.html#unique-entry-id-118</guid><content:encoded><![CDATA[Das Herzsutra beginnt ungew&ouml;hnlich: w&auml;hrend die alten Sutren &uuml;blicherweise mit den Worten &bdquo;evam me suttam&ldquo; - &bdquo;so habe ich geh&ouml;rt&hellip;&ldquo; - anfangen, beginnt das Herzsutra mit dem Archetyp des Mitgef&uuml;hls, Bodhisattva Avalokiteshvara. Sie fasst ihre Erfahrung zusammen (&bdquo;Avalokiteshvara Bodhisattva &uuml;bt von ganzem Herzen die Verwirklichung von Weisheit jenseits von Weisheit. Sie sieht: die f&uuml;nf Skandhas von K&ouml;rper und Geist sind leer und befreit alle aus ihrer Bedr&auml;ngnis&ldquo;).<br /> <br />Dann wendet sie sich an Shariputra (skt.:Sharadwatiputra). Dieser galt als jemand, welcher der Weisheit und dem Intellekt des Buddhas nur wenig nachstand. Avalokiteshvara spricht hier die Worte aus, f&uuml;r die das Herzsutra ber&uuml;hmt geworden ist: &bdquo;...Form ist nichts anderes als Leere, Leere nichts anderes als Form...&ldquo;.<br /><br />Wir sind geneigt, diese zwei Jahrtausend alten S&auml;tze mit unserem Kopf verstehen zu wollen. Der gro&szlig;e Medicus im 5. Jahrhundert vor Christus muss das gewusst haben: es funktioniert nicht.<br />Durch all die Jahrhunderte hindurch scheint es jedoch Menschen gegeben zu haben, die diese Erfahrungsweisheit erlebt haben &ndash; so sehr, dass sie den Text erhaltensw&uuml;rdig erachtet und bis heute weitergereicht haben.<br /><br />Kanzeon, von der gesagt wird, dass sie die Rufe und Klagen der Welt h&ouml;rt, hat &bdquo;verstanden&ldquo;: &bdquo;...Leere ist aller Dinge wahre Natur.&ldquo; <br /><br />Wenn ich mich ber&uuml;hren lasse, werde ich bewegt. Wenn ich h&ouml;re, sehe, schmecke, f&uuml;hle, wird deutlich, dass nichts davon unabh&auml;ngig von- und zueinander geschehen kann.  Alles ist ineinander verwoben, bedingt und untrennbar miteinander verbunden in jenem riesigen, ewig changierenden Kaleidoskop, dass ich &bdquo;mein&ldquo; Leben nenne. <br /><br />Oder: Leben, denn es ist das unsrige und wiederum auch nicht. Nat&uuml;rlich tr&auml;gt es meinen Namen und meine Handschrift. Aber nur ein Windsto&szlig; reicht, um zu erfahren, wie wasserl&ouml;slich beide sind &ndash; im &Uuml;brigen sind beide ohnehin nur geliehen.<br /><br />Im Universum von Shariputra und Avalokiteshvara gab es weder &bdquo;Leere&ldquo; noch &bdquo;F&uuml;lle&ldquo;, weder &bdquo;Sein&ldquo; noch &bdquo;Nicht-Sein&ldquo;. Es gibt nur diesen tiefen Strom, der einzig im Dunkeln sichtbar ist und der fortw&auml;hrend wechselt zwischen Welle und Woge, Ebbe und Flut. Er ist es, der die Substanz aller Wellen bildet. Selbst wenn wir ihn auch nur gelegentlich besuchen, wird es uns niemals mehr an sinnvollen Aufgaben fehlen und wir werden nie wieder einsam oder alleine sein.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P8200014" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p8200014.jpg" width="620" height="470" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Herz aus Tau </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-09-04T17:29:24+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cc5f685a486cb719714da96154a50520-117.html#unique-entry-id-117</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cc5f685a486cb719714da96154a50520-117.html#unique-entry-id-117</guid><content:encoded><![CDATA[In der Sangha besch&auml;ftigen wir uns nach der Sommerpause mit dem Herzsutra, jenem ehrw&uuml;rdigen, pan-buddhistischen Text, entstanden um die Zeitenwende, dessen Kurzversion an so vielen Orten unserer Praxis weltweit rezitiert wird.<br /><br />Der Text kann auf verschiedene Weise geatmet werden: als Mantra oder als ein Gem&auml;lde, als Gedicht... <br />Da wir jedoch dar&uuml;berhinaus zu gerne &bdquo;verstehen&ldquo; m&ouml;chten, was wir sprechen - hier ein Versuch: Im Herzsutra geht es um &bdquo;shunyata&ldquo; (skt.). Im Deutschen wird dies oft als &bdquo;Leere&ldquo;, &bdquo;Leerheit&ldquo;, &bdquo;Nicht-Sein&ldquo; &uuml;bersetzt. Nahezu jedes Zen-Buch spricht davon, fast immer als einen erstrebenswerten, mittels unserer Praxis von uns erreichbaren Zustand. Was aber ist an &bdquo;Leerheit&ldquo; so erstrebenswert?<br /><br />Ist es ein geheimnisvolles Nichts, das doch etwas ist und auch wiederum nicht? Stellt diese &bdquo;Leere&ldquo; einen Zustand dar, den wir anstreben (sollen), wobei wir nach nichts streben sollen, aber das ist wieder etwas anderes. Dieses Nicht-Sein wird als ein verhei&szlig;ungsvolles Sein beschrieben, dem das Potential innewohnt, unsere Probleme zu l&ouml;sen und uns gl&uuml;cklicher zu machen. Es scheint jedoch mit unserem Intellekt nicht greifbar zu sein. Ist es tats&auml;chlich unfassbar oder ist es vielleicht nur einigen wenigen Auserw&auml;hlten vorbehalten?<br /><br />Unser Alltagsgeist ist es gewohnt, zu unterscheiden. Ich ziehe das an, ich putze mir jetzt die Z&auml;hne, ich w&auml;hle diese Menschen als meine Freunde, ich m&ouml;chte auf eine ganz bestimmte Weise leben und so weiter. Dieser unterscheidende Geist wird manchmal als spirituell unbrauchbar beschrieben, was ein wenig zu hart ist. Denn wir entscheiden uns auch f&uuml;r eine bestimmte spirituelle Praxis, wir w&auml;hlen unsere Lehrer, unsere Kursorte, unsere Sangha. All dies geschieht aktiv und nach Abw&auml;gen bestimmter Aspekte. Der Alltagsgeist sorgt daf&uuml;r, dass wir es im Winter warm haben und im Sommer k&uuml;hl. Er ist ein guter Geist, nichts an ihm ist minderwertig.<br /><br />Bis auf die Tatsache, dass er nicht unser gesamtes Erfahrungsspektrum, nicht unser gesamtes Potential, nicht unsere vollumf&auml;nglichen M&ouml;glichkeiten, den jeweiligen Augenblick zu leben, widerspiegelt. Genau genommen, nur einen kleinen Teil daraus. Die Erfahrung, welche uns die Zen-Praxis er&ouml;ffnet, weitet den Blick auf eine schier endlose Vielfalt an M&ouml;glichkeiten des Lebens und Erlebens. Wir kennen diese bereits aus den Augenblicken stiller Naturbetrachtung, aus Momenten der spontanen &Ouml;ffnung in unserem Leben oder unserem Zazen. <br /><br />In unserer Zazenpraxis k&ouml;nnen wir, sozusagen auf allt&auml;glicher Basis, die Erfahrung machen, dass es eine Wirklichkeit der Abwesenheit von Begrenzungen gibt. Da ist nichts Vorgegebenes. Die gesamte Bandbreite an m&ouml;glichen Sinnesempfindungen steht uns frei. Sie ist genauso real wie unsere Entscheidung, heute blaue und morgen schwarze Str&uuml;mpfe zu tragen. Sie ist nur im Zuge unserer geistigen Entwicklung, zu der auch die Anpassung an unsere heutigen Lebensformen samt all ihrer technischen, materiellen und sozialen Errungenschaften geh&ouml;rt, etwas verloren gegangen. <br /><br />Von dieser Art des weiten Seins, von diesen unseren M&ouml;glichkeiten, spricht das Herzsutra. Zu ihr wach zu werden, ist eine unserer wichtigsten Lebensaufgaben. <br /><br /><span style="color:#107F80;">Diese Welt des Taus<br />Ist eine Welt des Taus<br />Und doch<br />Und doch<br /><br />Kobayashi Issa<br /><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P5210246 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p5210246-002810029.jpg" width="770" height="582" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Begegnungen an Bergen und Fl&#xfc;ssen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-07-20T20:55:42+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3dab0dc9e1949dd607d5adf8bb17c699-116.html#unique-entry-id-116</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3dab0dc9e1949dd607d5adf8bb17c699-116.html#unique-entry-id-116</guid><content:encoded><![CDATA[<a href="https://www.zendoamfluss.ch" target="_blank">Zendo am Fluss</a><br />In einem alten Geb&auml;ude, in unmittelbarer N&auml;he zur smaragdgr&uuml;nen Reuss gelegen, verbirgt sich im ersten Stock ein lichtdurchflutetes Zendo in der Soto-Zen Tradition, das von Zenmeister Vanja Palmers ins Leben gerufen und geleitet wird.<br />Wir durften mit unseren Dharmafreundinnen und Freunden das Montag-Zazen teilen und m&ouml;chten uns herzlich f&uuml;r die Gastfreundschaft bedanken! <a href="https://www.zendoamfluss.ch" target="_blank">https://www.zendoamfluss.ch</a><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2556" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2556.jpg" width="530" height="402" /><br />&nbsp;<br /><a href="https://www.felsentor.ch" target="_blank">Die K&ouml;nigin der blauen Berge</a><br />Die sonnengelbe Dame strahlt uns im besten Nachmittagslicht an, die &uuml;ppigen Blumen im Bauerngarten wippen, eine Gruppe junger Pfadfinder streift das Haus in Richtung Abstieg und in der gegen&uuml;berliegenden Laube, die als Erfrischungspause f&uuml;r durchreisende Wanderer dient, nehmen die ersten G&auml;ste Platz: Sommeridylle am Felsentor.<br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2615" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2615-2.jpg" width="530" height="402" /><br />Stolz strebt sie dem hohen Himmel entgegen, die alte Villa aus Gr&uuml;nderzeiten, w&auml;hrend, im hinteren Bereich, beh&uuml;tet durch hohe B&auml;ume, der eigentliche Juwel erhaben einl&auml;dt: das Zendo Felsentor. <a href="https://www.felsentor.ch" target="_blank">https://www.felsentor.ch</a><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2580" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2580.jpg" width="530" height="403" /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2614" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2614.jpg" width="530" height="403" /><br />&nbsp;<br /><a href="https://www.zendo-inneres-lind.ch" target="_blank">Zendo Inneres Lind Winterthur</a><br />Verborgen unter hohen B&auml;umen und umrankt von Glyzinien bietet das Zendo Inneres Lind schon seit vielen Jahren alles, was sich eine Sangha w&uuml;nschen kann, inklusive einem gro&szlig;en Balkon mit Ausblick auf alte Hinterh&ouml;fe und Lauben. Es wird von der Zenlehrerin Kathrin Stotz geleitet, die in der Glassman-Lassalle-Linie steht. Wir sch&auml;tzen uns gl&uuml;cklich &uuml;ber diese Verbindung und m&ouml;chten uns herzlich f&uuml;r die Gastfreundschaft am 15.7. bedanken! <a href="https://www.zendo-inneres-lind.ch" target="_blank">https://www.zendo-inneres-lind.ch</a><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2631" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2631.jpg" width="530" height="403" /><br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br />&nbsp;<br />]]></content:encoded></item><item><title>Genau in der Mitte&#x2c; da wo das Herz liegt</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-07-01T22:29:10+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a1b6aeec41481b513d38264a8e66185a-115.html#unique-entry-id-115</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a1b6aeec41481b513d38264a8e66185a-115.html#unique-entry-id-115</guid><content:encoded><![CDATA[In seiner der &Uuml;berlieferung nach ersten Lehrrede erl&auml;uterte der Buddha den &bdquo;Mittleren Weg&ldquo; als einen Weg zwischen den Extremen einer Verpflichtung zur Askese auf der einen Seite und der Hingabe zu allen m&ouml;glichen Sinnenfreuden auf der anderen Seite.<br />Durch Nagarjuna (ca. 2. Jhdt.), einem der einflussreichsten Gelehrten mit indischer Herkunft, gelangte die Verwirklichung des Mittleren Weges in die Kernlehre des Buddhismus.<br /><br />Was bedeutet es heute, diesen anzustreben?<br />Der Ausdruck wird h&auml;ufig verkannt als einen absichtslosen Zustand der geordneten Gleichg&uuml;ltigkeit, wo wir weder zu sehr wollen noch zu sehr entsagen und uns gut dabei f&uuml;hlen.<br /><br />Das mag ein Teilaspekt sein, aber die Alten haben mehr f&uuml;r uns im Sinn gehabt:<br />Zun&auml;chst einmal hat dieser keinen Orientierungspunkt. Da ist nichts, woran wir uns verankern k&ouml;nnten, weder &bdquo;gut&ldquo; noch &bdquo;schlecht&ldquo;. Das entspricht &uuml;berhaupt nicht unseren Handlungsgewohnheiten, denn wir m&ouml;chten bestimmen wo es lang geht, wir m&ouml;chten tun und nicht lassen und schon gar nicht m&ouml;chten wir uns das Heft aus der Hand nehmen lassen und dabei voll konzentriert bleiben. In der Welt der Formen befinden wir uns wir permanent auf L&ouml;sungssuche: nachdem wir die Angelegenheit mit dem &bdquo;besseres Aussehen&ldquo;, &bdquo;sch&ouml;ner Wohnen&ldquo; &bdquo;mehr Anerkennung genie&szlig;en&ldquo; halbwegs durchschaut haben, m&ouml;chten wir zumindest alles in unserer Praxis &bdquo;gut&ldquo; machen. Dieses Muster jedoch h&auml;lt uns ungl&uuml;cklich und l&auml;sst uns weiterhin leiden, denn kurze Zeit nach unseren jeweiligen Errungenschaften wird das n&auml;chste Objekt der Zu- oder Abneigung in unserem Blickfeld erscheinen.<br /><br />Der Mittlere Weg h&auml;lt eine andere Kategorie bereit: er ist offen und das entspricht nicht den neurotischen Mustern nach denen wir uns sonst ausrichten. Wenn wir uns traurig, w&uuml;tend, einsam f&uuml;hlen, m&ouml;chten wir dies ver&auml;ndern. Wir m&ouml;chten ganz bestimmt nicht stillsitzen und tief empfinden, was wir gerade f&uuml;hlen, woher es kommen k&ouml;nnte und welche Ausma&szlig;e es in uns annimmt. <br /><br />Auf dem Kissen jedoch gibt es kein Entrinnen. Irgendwann sind die Geschichten erz&auml;hlt, Filme zum x-ten Mal getr&auml;umt. In einer dieser L&uuml;cken gelingt uns etwas Mutiges: wir beurteilen nichts, was in unserem Kopf gerade erscheint. Wir sitzen still und schauen (uns) zu. Auch wenn es nur kurz anhalten wird: diese geradlinige Disziplin wird uns ver&auml;ndern. Wir werden die gedankliche und muskul&auml;re Erleichterung sp&uuml;ren, wenn es auf einmal nur Stille gibt und kein Drama.<br /><br />Wir sind mit uns, wir sind allein, wir haben keine L&ouml;sung. Was wir aber besitzen, ist der Mut, weiter still zu sitzen und zu warten. Zu f&uuml;hlen uns zu sein. Nicht in anderes Tun zu springen, nur zur&uuml;ckzukommen, wenn wir abgewandert sind. Wohin: zu uns selbst und der edlen Einsamkeit, die uns allen eigen ist. Wir m&uuml;ssen das nicht besonders zelebrieren oder kultivieren: es beschreibt unseren Urzustand.<br /><br />Der Mittlere Weg liefert keine L&ouml;sungsvorschl&auml;ge, noch bietet er ein Erleuchtungszertifikat an oder garantiert uns festen Boden unter den F&uuml;&szlig;en.<br />In ihm k&ouml;nnen wir stattdessen, Zazen f&uuml;r Zazen, all das Denken &uuml;ber uns, das der anderen &uuml;ber uns, selbst unsere eigenen Ideale, langsam verwehen lassen. Bis sie nicht mehr sichtbar sind und da nur noch Mitf&uuml;hlen ist, Humor und Neugierde, Spontanit&auml;t und Imagination.<br /><br />Genau deswegen sprach der Buddha dar&uuml;ber, denn der Mittlere Weg ist besser als jede unserer vorherigen Strategien: ein offener Geisteszustand, der sich &uuml;berwiegend entspannen kann, inmitten von all den Paradoxa, den Widrigkeiten und Zweideutigkeiten, die uns auch immer innewohnen werden. Es lohnt sich also, ihn zu testen. Er wartet gerne auf uns. Seit ein paar tausend Jahren.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-5012CB30-64C4-41C5-877E-A2071B6C02F4" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-5012cb30-64c4-41c5-877e-a2071b6c02f4.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von feurigen Landschaften am Meeresgrund</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-06-11T16:40:00+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9f0d8af389cf4f3a4858384c9473d088-114.html#unique-entry-id-114</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9f0d8af389cf4f3a4858384c9473d088-114.html#unique-entry-id-114</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Ich entscheide mich, nicht im Zorn zu bleiben, sondern Ausgeglichenheit zu kultivieren,&ldquo; lautet eine Interpretation des neunten Grundsatzes f&uuml;r ethisches Verhalten (Silas).<br /><br />Bodhidharma wird dazu folgende Bemerkung zugeschrieben: &bdquo;Die Natur des Selbst ist subtil und geheimnisvoll. Im Bereich des selbstlosen Dharmas wird das Nicht-Ersinnen der Wirklichkeit des Selbst um des Selbst willens der Grundsatz des Nicht-Unterhaltens von Zorn genannt.&ldquo;<br />&nbsp;<br />Dogen &auml;u&szlig;erte sich zu diesem Grundsatz unter anderem folgenderma&szlig;en: &bdquo;Nicht Voranschreiten. Nicht Zur&uuml;ckweisen. Nicht solide. Nicht leer. Da ist ein Meer voller leuchtender Wolken. Da ist ein Meer voller d&uuml;sterer Wolken.&ldquo;<br />&nbsp;<br />Es gibt verschiedene Arten von w&uuml;tend sein: &bdquo;akut&ldquo; und &bdquo;chronisch&ldquo;. Bei der akuten Wut handelt es sich um eine blitzschnelle Emotion als Reaktion auf einen unserer Triggerpunkte.<br />&nbsp;<br />Hier lohnt es sich, zu schauen:<br /><ul class="dashed"><li>Bei welchen Gelegenheiten werde ich regelm&auml;&szlig;ig w&uuml;tend?</li><li>Werde ich w&uuml;tend, wenn ich selbst zum Beispiel etwas fallen lasse oder geht es mir eher bei anderen so?</li><li>Werde ich w&uuml;tend, wenn ich selbst (von mir aus betrachtet, zu Unrecht) kritisiert werde oder eher, wenn dies bei anderen geschieht?</li><li>Werde ich w&uuml;tend &bdquo;retour&ldquo;, wenn jemand anderes w&uuml;tend auf mich ist oder bringt mich das eher zum Abk&uuml;hlen?</li><li>Werde ich eher w&uuml;tend auf Menschen oder auf Dinge (... wenn der PC &bdquo;h&auml;ngt&ldquo;?)</li><li>Wie werde ich k&ouml;rperlich w&uuml;tend, wie ist die Temperatur, wie beschreibe ich meine Empfindungen und wo lokalisiere ich sie in erster Linie?</li><li>Neige ich dazu, meine Wut auf jemanden oder etwas anderes zu verschieben, weil es mir sicherer vorkommt?</li><li>Wie f&uuml;hle ich mich nach einem Wutanfall &ndash; k&ouml;rperlich/ gedanklich?</li></ul><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002571" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002571-2.jpg" width="720" height="484" /><br />&nbsp;<br /></p><p style="text-align:left;">Dies sind nur einige Fragen, mit denen es sich lohnt, zu arbeiten. Wie so viele Emotionen, hat meine Wut nicht nur einen konkreten Anlass, sondern sie wird ausgel&ouml;st, weil ich den jeweiligen &bdquo;Grund&ldquo; mit etwas verbinde: meistens mit einem Ereignis aus der Vergangenheit, an das ich schlechte Erinnerungen hege. Mit anderen Worten: oben mag die Wut lodern, darunter befinden sich interessante Stockwerke zum Beispiel der Trauer, der Angst oder der Schmerzen. Manchmal k&ouml;nnen wir die tiefsitzenden Verletzungen gar nicht benennen, so schneidend sind sie und wir begn&uuml;gen uns mit dem Anlass.<br />&nbsp;<br />Die F&auml;den der Wut werden jedoch von etwas anderem zusammengehalten als ihrem sichtbaren Ausl&ouml;ser. Wenn wir ihnen auf die Spur kommen m&ouml;chten, ist es wenig hilfreich, auf die Wut selbst zu schimpfen oder einfach zu warten, bis ihre Flamme erlischt. Sie tut es jedoch nie wirklich, denn die Wut ist schlau. Schon beim n&auml;chstm&ouml;glichen Augenblick wird sie wieder z&uuml;ndeln und uns meistens hilflos von ihr einnehmen lassen. Am Ende betrachten wir all das zerschlagene Porzellan um uns herum und beginnen verstohlen mit dem Aufr&auml;umen, vielleicht auch mit den Entschuldigungen. Die Wut l&auml;sst uns einsam werden und sie h&auml;lt uns gefangen.<br />&nbsp;<br />Da dies nun schon unser Leben lang so ist und wir alle Abl&auml;ufe auswendig kennen, k&ouml;nnten wir dar&uuml;ber nachdenken, uns der Wut auf andere Weise zu n&auml;hern: neugierig zum Beispiel. Wir k&ouml;nnten uns betrachten, wie wir hei&szlig; werden und laut, wie wir schwitzend und prustend uns echauffieren, wie wir, die wir ansonsten jede Stubenfliege mit dem Glas hinaustragen, zu Kriegern werden, bereit, zu &bdquo;stehlen&ldquo; und zu &bdquo;t&ouml;ten&ldquo; - weil jemand sich in der Autoschlange vordr&auml;ngelt.<br /><br />Interessant! Wir k&ouml;nnten uns besser kennenlernen: so bin ich (auch). So kann ich sein, wenn... Es wird unsere Haltung &uuml;ber die derzeit bedauerlicherweise weit verbreitete &ouml;ffentliche Wut ein wenig modifizieren.<br />&nbsp;<br /><em>Behandle Deinen &Auml;rger mit dem gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glichen Respekt und der feinsten Z&auml;rtlichkeit, denn er ist nichts anderes als Du selbst. Unterdr&uuml;cke ihn nicht. Sei Dir einfach seiner bewusst. Gewahrsein ist wie die Sonne &ndash; wenn sie auf die Dinge scheint, ver&auml;ndert sie diese. Wenn Du Dir Deiner Wut bewusst bist, wird sie verwandelt.<br />Thich Nhat Hanh<br /></em><em><br /></em></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002569 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002569-2.jpg" width="720" height="484" /><br />&nbsp;<br /></p><p style="text-align:left;">Nachdem wir die Akutphase unserer Wut untersucht haben, sollten wir uns dem Aspekt widmen, den dieser Grundsatz vor allem im Blick hat: der schwelenden Wut, des dauerhaften Grummelns oder G&auml;rens in mir. Von diesem &bdquo;chronischen&ldquo; &Auml;rger handelt der neunte Grundsatz vor allem: dem anhaltenden Verweilen in der Trennung zwischen mir und anderen, hier beispielhaft anhand der Wut dargestellt.<br />&nbsp;<br />Nicht erforschte Wut spaltet. Sie wirft einen Keil zwischen uns und andere, sie polarisiert Beziehungen, Gemeinschaften, Nationen. Wenn wir aber bereit sind und nichts anderes stellt jede Meditationspraxis dar, uns diesen Kellergew&ouml;lben unserer Psyche zu stellen, indem wir zumindest eine Birne einschrauben und einen Blick riskieren, werden wir - erst einmal leiden. Wir werden den Schmerz sp&uuml;ren, der diese Wut etabliert hat. Das ist nicht sch&ouml;n und gewollt, aber irgendwann muss Luft an eine Wunde kommen d&uuml;rfen, sonst kann sie nicht heilen. Der Buddha wusste das, als er uns empfahl, unsere Wut zu umarmen.<br />&nbsp;<br />Depression, M&uuml;digkeit, &Uuml;berdruss, geistige Unfreiheit, Abh&auml;ngigkeit sind Folgen von verschobener und verdr&auml;ngter Wut. Wollen wir das? Wie lange noch? Wut ist ein wunderbarer Lehrer &uuml;ber unser Selbst. Wut hat ein enormes Energiepotential, das wir zu unserer Unterst&uuml;tzung auf dem Weg umwandeln k&ouml;nnen. Nur wenn wir es verm&ouml;gen, im Dunkeln zu reisen, werden wir uns am Licht des Tages erfreuen k&ouml;nnen.<br />&nbsp;<br />Gassho,<br />Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002557" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002557-2.jpg" width="645" height="853" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Roseburg</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-06-03T08:46:26+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f42a2c61be439cd9bcff26cc4dc196f8-113.html#unique-entry-id-113</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f42a2c61be439cd9bcff26cc4dc196f8-113.html#unique-entry-id-113</guid><content:encoded><![CDATA[In der vergangenen Woche fand im &bdquo;Haus der Stille&ldquo; in Roseburg unser Zen-Seminar &bdquo;vom Werden und Vergehen&ldquo; statt. Die 30 Teilnehmenden kamen aus allen Richtungen in die ehrw&uuml;rdige Villa, wir genossen vorz&uuml;gliche Kost, teilten die Stille, unterst&uuml;tzen in Haus und Garten und wurden Tag f&uuml;r Tag mehr zu dem, was Dogen &bdquo;eine Versammlung&ldquo; und Joachim Ernst Berendt &bdquo;ein Klang&ldquo; nannte. Alles im Haus der Stille hilft hierbei: das freundliche Hausteam, die pers&ouml;nliche Atmosph&auml;re, die friedliche Ruhe im Essensraum, das Jahrzehnte alte Zendo.<br /><br />Es gibt nicht viele Orte, die eine derartige Einspitzigkeit und Privatheit, verbunden mit einer gro&szlig;en Liebe zum Dharma, mehr als ein halbes Jahrhundert lang aufrechterhalten k&ouml;nnen.<br /><br />Das Haus der Stille in Roseburg ist ein derartiger Ort. <br /><br /><a href="https://www.hausderstille.org">https://www.hausderstille.org</a><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_2453" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2453.jpg" width="420" height="620" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG_2451" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_2451.jpg" width="520" height="437" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Zaike Tokudo in Musanji</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-04-23T20:46:53+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9614ec323e3ab8ad46649992d6ee59cc-112.html#unique-entry-id-112</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9614ec323e3ab8ad46649992d6ee59cc-112.html#unique-entry-id-112</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende fand in Musanji eine "Zaike Tokudo" Zeremonie statt. <br />Sie bezeichnet die Entscheidung, die 16 Bodhisattva-Grunds&auml;tze f&uuml;r ethisches Handeln fortan zur Orientierung f&uuml;r mein eigenes Leben zu achten.<br /><br />Die Wurzel des Japanischen Wortes "Tokudo" beinhaltet "&uuml;berqueren".<br />Hierbei ist es jedoch nicht so, dass hier mein Weg ist und dort mein Ziel. <br />Das "Tokudo" bedeutet: der Weg zeigt sich, indem ich ihn gehe. Im &Uuml;berqueren entsteht meine Route.<br /><br />Das ist Dogens "Praxis-Erwachen" - ich betrachte jeden Moment als die nackte Wahrheit meines Lebens. Indem ich voran gehe und auf die Grunds&auml;tze als meine Orientierung vertraue, tut sich mein Weg auf, eine Dharmablume dreht die andere, es entsteht Bewegung und Leben, Fluss und Energie.<br /><br />Vielen Dank an alle, die diesen sch&ouml;nen Tag mit uns geteilt haben!<br /><br />Gassho, <br />Juen & Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="_4210014" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/_4210014.jpg" width="620" height="528" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title> Eine leuchtende Perle   </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-04-01T22:40:37+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e979f5ebe506d17de0590b6103a9e183-111.html#unique-entry-id-111</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e979f5ebe506d17de0590b6103a9e183-111.html#unique-entry-id-111</guid><content:encoded><![CDATA[Einige Jahre, nachdem er den Weg erlangt hatte, unterwies Xuansha die Versammelten, indem er sagte: &bdquo;Die gesamte Welt der zehn Richtungen ist eine einzige leuchtende Perle.&ldquo;<br />Eines Tages fragte ihn ein M&ouml;nch: <br />&bdquo;Ich habe geh&ouml;rt, dass Ihr sagtet: &sbquo;Die gesamte Welt der zehn Richtungen ist eine einzige leuchtende Perle.&rsquo; Wie soll ich das verstehen?&ldquo;<br />Xuansha sprach: <br />&bdquo;Die gesamte Welt der zehn Richtungen ist eine einzige leuchtende Perle. Was gibt es da zu verstehen?&ldquo;...<br /><em>Aus: Ikka Myoju, Dogen Zenji</em><br /><br />Koans, jene &bdquo;R&auml;tsel&ldquo; des Zen erz&auml;hlen etwas &uuml;ber unser Leben. Sie geben Zeugnis dar&uuml;ber ab, wie wir &uuml;ben. Dabei folgen sie nicht der Alltagslogik, sondern sie sind Ausdruck der Logik des Erwachsens.<br /><br />Xuansha sagt nicht: &bdquo;...und wenn Du Dich gen&uuml;gend anstrengst, wirst Du die Perle finden.&ldquo;<br />Wir sind die leuchtende Perle.<br /><br />Wie kann dieses Erkennen, das sich durch alle Zeiten und Wahrheiten, durch alle Emotionen und Meinungen hindurchzieht, mein jetziges Handeln beeinflussen?<br /><br />Die Perle ist eingewoben in das Gewand der Freiheit. Dort ruht sie im weiten Feld, sichtbar unsichtbar. Wir sollten niemals versuchen, sie an der Oberfl&auml;che zu tragen. Ob Fr&uuml;hjahr oder Herbst: die Perle bleibt immer sie selbst.<br /><br />In dem Moment, in dem wir sie erkennen, erscheint alles in einem neuen Licht. Wenn wir sie nicht erkennen, wartet sie dennoch. Sie wartet ohnehin schon seit so vielen Jahrhunderten. Sie ist es, warum wir hier sind &ndash; ob gebrochen oder heil, ist nicht entscheidend.<br /><br />F&uuml;r die Perle fehlen uns die Worte. Da sich diese an Konkretem festhalten und oft an Negativem, begegnen wir einander nicht im gleichen Land.<br /><br />Unsere Perle reist dennoch immer mit.<br /><br />Unsere Praxis besteht darin, sie zu entdecken. Sie kann weder &uuml;berreicht noch empfangen werden. Sie kann nur durch jeden von uns frei gelegt werden: und dann kullern wir miteinander um die Wette in der gro&szlig;en Schale dieser Welt, samt Holzmann und Steinfrau und singen: Frohe Ostern!<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002505" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002505.jpg" width="520" height="684" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Osterkurs am Benediktushof</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-03-31T23:35:09+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9a146ff78fecc9640da2700f94f8ec1a-110.html#unique-entry-id-110</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9a146ff78fecc9640da2700f94f8ec1a-110.html#unique-entry-id-110</guid><content:encoded><![CDATA[Jeder Fr&uuml;hling erinnert uns daran, dass auch wir Teil eines gro&szlig;en Zyklus sind: alles entsteht, besteht, vergeht und beginnt wieder neu. <br /><br />Passend zur Jahreszeit, in der t&auml;glich frische Ausblicke sprie&szlig;en, umgeben von Narzissen, Schlehenhecken und geborgen in den uralten Sandsteinmauern der Altvorderen, fand zum Thema &bdquo;Werden und Vergehen&ldquo; unser Zen-Seminar statt. Getragen von den Formen des Soto-Zen, aber auch mit interaktiven Abschnitten und der M&ouml;glichkeit zum k&uuml;nstlerischen Ausdruck haben wir gute gemeinsame Tage verbracht, ganz im Sinne Dogens, f&uuml;r den Leben und Sterben (&bdquo;Shoji&ldquo;) eine Bewegung darstellte, ein Atemzug, ein Augenblick. <br /><br />Danke an den Benediktushof und alle, die teilgenommen haben!<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="unnamed 10" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/unnamed-10.jpg" width="670" height="507" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Chips und die gro&#xdf;e Klarheit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-03-13T10:51:04+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/76c00c57cb9c03aeda7ed5473e457416-109.html#unique-entry-id-109</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/76c00c57cb9c03aeda7ed5473e457416-109.html#unique-entry-id-109</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Ich bin entschlossen, mich oder andere nicht zu bet&auml;uben, sondern Klarheit scheinen zu lassen.&ldquo;<br /><br />So lautet der f&uuml;nfte der zehn gro&szlig;en Grunds&auml;tze f&uuml;r ein harmonisches Miteinander (Silas). In unserer Sangha gehen wir diese seit einer Weile durch.<br /><br />Urspr&uuml;nglich wird dieser Grundsatz oft in Richtung des Verzehrs von chemischen Drogen, u.a. auch Alkohol verstanden. Das ist zwar richtig, aber der Grundsatz ist weiter gefasst: welche Mittel verwende ich, um mich abzulenken, um mich aus dem gegenw&auml;rtigen Moment herauszuwinken?<br /><br />Diese sind vielf&auml;ltig: Essen, Medien, Tagtr&auml;umen, st&auml;ndig nach Vergn&uuml;gen suchen, immer wieder die gleichen Geschichten erz&auml;hlen (und aufbauschen), Nikotin, mich stets als Opfer darstellen, mich selbst schlecht machen und darin dauernd best&auml;tigt sehen, mein Zazen statisch halten ...<br /><br />Sie haben meist eines gemeinsam: der Moment eines Unwohlseins wird ged&auml;mpft durch die heute zahllosen und gesellschaftlich durchaus akzeptierten Formen der Ablenkung von dem, was ist.<br /><br />Wie aber kann ich besser sein als gerade jetzt?<br /><br />Was halte ich nicht aus? Was sind das f&uuml;r Empfindungen, die mich die R&uuml;ckkehr zur Ignoranz und Naivit&auml;t vorziehen lassen?<br /><br />Sind es die gro&szlig;en Dinge oder, am Ende eines langen Tages, das &bdquo;Steinchen im Schuh?&ldquo;. Ist die erste Wahrnehmung k&ouml;rperlich oder seelisch?<br />Was an ihr ist so unangenehm?<br /><br />Nichts ist falsch an einem gem&uuml;tlichen Fernsehabend mit Chips. Oder an einem schnellen Surf durch meine Lieblingsseiten. In Bezug auf unsere Praxis konzentrieren wir uns auf den ersten Schritt dahin &ndash; da ist eine Empfindung, eine Unbewohnbarkeit, eine Intoleranz f&uuml;r diesen Moment &ndash; und Sekunden sp&auml;ter greife ich zu meiner Form der Flasche. Wie geschieht dies? Wie f&uuml;hle ich mich hinterher?<br /><br />Die Bereitschaft, mich dem allem zuzuwenden, den Grundsatz der Klarheit &uuml;ber mein Tun zu kultivieren, das ist der Grundsatz des Nicht-Bet&auml;ubens.<br /><br /><em>Bet&auml;ubende Mittel wurden nicht hineingebracht. Lasst sie nicht herein. Das ist das Gro&szlig;e Licht.<br />(Dogen Zenji)</em><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="P1050158" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050158.jpg" width="820" height="553" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Gl&#xfc;ck im Auge des Betrachtenden</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-03-05T22:35:48+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e94ba4f979199aaa73f8bad13d06f8d6-108.html#unique-entry-id-108</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e94ba4f979199aaa73f8bad13d06f8d6-108.html#unique-entry-id-108</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer Besch&auml;ftigung mit den Grunds&auml;tzen f&uuml;r ein harmonisches Miteinander (Silas) haben wir versucht, in diesen einen gemeinsamen Nenner zu finden.<br />Dieser k&ouml;nnte so lauten: &bdquo;Ich gelobe, nicht auf Kosten anderer zu leben, sondern mich liebevoll um das Leben zu k&uuml;mmern.&ldquo;<br /><br />Das entspricht nicht der Blickrichtung, die wir im Alltag meistens einschlagen. Hier fragen wir eher von uns aus: <br />Was m&ouml;chte ich? <br />Was bringt es mir?<br />Wie komme ich am schnellsten dahin?<br /><br />In unserer Praxis lautet die Frage auch anders: was braucht das Leben, was braucht mein Leben gerade? Das ist nicht deckungsgleich mit dem, was &bdquo;ich will und m&ouml;chte&ldquo;.<br />Gleichzeitig verneint es weder meine Bed&uuml;rfnisse noch W&uuml;nsche.<br /><br />Es bietet vielmehr eine weitere Aussicht an:<br />Was fragt das Leben jetzt von mir?<br />Was erz&auml;hlen mir die &bdquo;10.000 Dinge&ldquo;?<br /><br />Es ist zu erwarten (und eine Erfahrung des Zazen), dass die Antworten, die ich hier finde, sich von denen unterscheiden werden, wenn ich mich selbst als alleinigen Referenzpunkt betrachte.<br /><br />Wenn die Fragen des Lebens und meine eigenen deckungsgleich werden, kann ich tanzen wie die Steinfrau, bin ich sorglos wie Ryōkan, kann ich vom Dunkeln in das Licht des Tages reisen, ohne auch nur einmal zu blinzeln.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><span style="color:#073F80;">Es gibt einen leichten Weg, um ein Buddha zu werden:<br />Wenn Du nichts B&ouml;ses begehst, nicht an Leben und Tod h&auml;ngst und ein herzinniges Mitempfinden gegen&uuml;ber allen Wesen versp&uuml;rst, Dich den &Auml;lteren gegen&uuml;ber respektvoll und den J&uuml;ngeren gegen&uuml;ber freundlich verh&auml;ltst, nichts au&szlig;en vor l&auml;sst oder nach etwas strebst, im Herzen urteilsfrei und unbesorgt bleibst, dann wirst Du ein Buddha genannt werden. Suche nichts anderes.<br />Dogen Zenji, Shōbōgenzō Shōji</span><span style="color:#4B4C4C;"><br /></span><span style="font-size:11px; color:#4B4C4C;">&Uuml;bersetzung aus dem Originaltext: Kazuaki Tanahashi und Friederike Boissevain, &copy; 2009<br /></span><span style="font-size:11px; color:#4B4C4C;"><br /></span><span style="font-size:11px; color:#4B4C4C;"><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="3_24" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3_24.jpg" width="670" height="444" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Zeig Dich&#x21;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-02-20T22:51:33+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ab3d74e1e14a39ce97998d03df253254-107.html#unique-entry-id-107</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ab3d74e1e14a39ce97998d03df253254-107.html#unique-entry-id-107</guid><content:encoded><![CDATA[Seit einer Weile besch&auml;ftigen wir uns mit den Silas, den Grunds&auml;tzen f&uuml;r ein gesundes Miteinander. Die Silas stellen sowohl Ethikkodex, Wegweiser, Prinzip und Kompass f&uuml;r ein gutes Leben, f&uuml;r die Verminderung und schlussendlich die Beendigung des Leidens dar. Sie sind in der Traditionslinie, in der wir &uuml;ben, das Kostbarste, das wir weitergeben k&ouml;nnen.<br />Dabei stellen sie nicht die &Uuml;bermittlung gro&szlig;artiger Erleuchtungserfahrungen dar. Zum Abschluss erh&auml;lt niemand eine Brokatrobe. Gleichwohl f&uuml;hrt ihr lebenslanges Studium unweigerlich zu einem klaren und gl&uuml;cklicheren Leben.<br /><br />In unserer Tradition haben wir 16 Grunds&auml;tze. Das Vierte der &bdquo;10 Gro&szlig;en Grunds&auml;tze eines Bodhisattvas&ldquo; lautet:<br />&bdquo;Ich bin entschlossen, nicht zu l&uuml;gen, sondern die Wahrheit zu sagen.&ldquo;<br /><br />Alle von uns haben Ansagen in der Kindheit erhalten, nicht zu l&uuml;gen. <br />Gleichwohl sind wir im Erwachsenenleben umzingelt von L&uuml;gen. Von Versprechen der Politik, der Medien oder der Werbeindustrie &ndash; es wird dauernd die Realit&auml;t gebogen.<br />Auch ein Verbr&auml;men dessen, was ist &ndash; oder zu erwarten ist - stellt eine Form der L&uuml;ge dar. Das Gleiche gilt f&uuml;r ein Weglassen wichtiger Aspekte.<br />Eine L&uuml;ge ver&auml;ndert eine Situation, um uns selbst oder das, was wir favorisieren, vorteilhafter aussehen zu lassen. <br /><br />Eine L&uuml;ge beruht immer auf einem Mangel. Eine L&uuml;ge beruht auf Angst. Meiner Angst, vor dem, was ist. Meiner Angst, dass etwas nicht genug sein k&ouml;nnte: so, wie es jetzt ist. Meiner Angst, dass ich dieses oder jenes ben&ouml;tige, um mich sicherer, reicher, sch&ouml;ner oder m&auml;chtiger zu f&uuml;hlen. Es ist die Angst vor Verlust, die L&uuml;gen treibt. Es ist die Angst vor Ver&auml;nderung, die sie unterh&auml;lt. Und es ist die Furcht voreinander, die uns unter ihnen leiden l&auml;sst.<br /><br />Dabei tragen wir alle noch jenes Kind in uns, das den Kaiser als nackt erkennt und ihn genauso anspricht. Dabei wissen wir aus der Erfahrung des Zazen, wie unendlich befreiend es sein kann, nicht mehr vorhalten, aufrechterhalten und vorgeben zu m&uuml;ssen. Sondern alles so anschauen und benennen zu d&uuml;rfen, wie es eben ist.<br />Denn nur dann k&ouml;nnen die Blumen der Klarheit aus unseren Schritten wachsen. <br /><br />Wir im 21. Jahrhundert, die &uuml;ber so viel mehr an Wissen, Macht und Potential in alle Richtungen verf&uuml;gen, sind es uns und den Altvorderen schuldig &ndash; aber vor allem denen, die nach uns kommen, endlich mehr Klarheit scheinen zu lassen. F&uuml;r unser aller anhaltendes Wohl. Diese T&uuml;r ruft uns heute mehr denn je. Sie steht weit offen.<br /><br />Das Rad des Dharmas dreht sich von Anfang an. Da ist weder ein zu viel noch ein zu wenig &ndash; weder &Uuml;berschuss noch Mangel. Das gesamte Universum wird durch den Tau des Nektars benetzt und die Wahrheit steht reif zur Ernte.<br />- Dogen Zenji -<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><br /><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-9AD94E37-493C-4F56-849C-A2352DEED4AA 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-9ad94e37-493c-4f56-849c-a2352deed4aa-2.jpg" width="520" height="686" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neue Saiten</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-01-28T21:48:19+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/76f7a11b3064d7474361c0751f7ba374-106.html#unique-entry-id-106</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/76f7a11b3064d7474361c0751f7ba374-106.html#unique-entry-id-106</guid><content:encoded><![CDATA[Nun ist das Jahr des Drachens schon ein paar Takte alt. Ich wei&szlig; nicht, wie es den werten Leserinnen und Lesern ergangen ist: auf unserer Seite hat es fauchend begonnen und es scheint so, als ob das unseren aktuellen Zeiten entspricht. Vorbei scheinen die Tage, in denen die ersten beiden Wochen des jungen Jahres eher besonnen, wenn nicht sogar etwas beschaulich anliefen und die Spanne zwischen den Jahren sozusagen eine garantierte Zeit der Reflexion er&ouml;ffnete.<br /><br />Umso wichtiger, wenn die &auml;u&szlig;eren R&auml;ume es nicht direkt vorgeben k&ouml;nnen, ist es, mir meine Konstanten und Ruhepole zu suchen und sie zur Routine werden zu lassen. Zu einem Ort, an dem ich weder sein muss noch haben, an dem ich Gemeinschaft erfahren kann und von anderen lernen darf. Die Sangha ist ein derartiger Ort. Eine Gemeinschaft der Stille stellt eine faszinierend stabile, zugleich intime Form des Zusammenseins dar.<br /><br />Bei allen Vorz&uuml;gen, die wir dem &bdquo;Zoom-Zen&ldquo;, verst&auml;rkt durch die Corona-Jahre, verdanken: die Pr&auml;senz miteinander in einem Zendo zu teilen, das ist die &bdquo;reine klare Farbe unserer &Uuml;bung, der wahre Geist und K&ouml;rper des Vertrauens&ldquo;. <br /><br />Kurszentren, so wichtig sie insgesamt sind und so unterst&uuml;tzend es sein kann (und auch ein bisschen fordernd), mich einem vorgegebenen Tagesplan anzuvertrauen, Mittel beiseite zu stellen und &uuml;ber ein paar Tage in Folge auf dem Kissen in eine Tiefe zu gehen, die ein Abend in der Woche nicht erreichen kann - in meiner Wahrnehmung sind Tagungsh&auml;user nur eine Seite des Mondes.<br /><br />Wir alle leben nicht dort. Auf die Zeit zwischen den Retreats kommt es an.<br />Eine w&ouml;chentliche Gemeinschaftspraxis, so klein und improvisiert sie auch sein mag, das sind Orte, von denen unsere &Uuml;bung diffundieren kann wie kleine Priele, die sich zu den Str&ouml;men im Dunkeln aus dem Sandokai zusammenschlie&szlig;en.<br /><br />Was also haben wir dieses Jahr zu tun?<br /><br />1.	Die Gemeinschaft zu st&auml;rken &ndash; durch unsere Anstrengung. Zen ist eine Gemeinschafts&uuml;bung, auch wenn dies auf den ersten Blick nicht so aussehen mag.<br /><br />2.	Zen ist eine K&ouml;rperpraxis und bekanntlich tragen wir diesen immer mit uns. Es gibt daher keinen Grund, nicht immer zu &uuml;ben (stehend, liegend, sitzend oder gehend...)<br /><br />3.	Wir &uuml;ben jede und jeder f&uuml;r sich. In Zeiten, in denen auch in das Zen psychologische Aspekte einflie&szlig;en, kann in Vergessenheit geraten, dass dies nur einen Anfang darstellt. Das &bdquo;ich&ldquo; ist ein Posten auf unserem Weg. Zugegebenerma&szlig;en ein etwas gr&ouml;&szlig;erer Posten, um den wir nicht umhinkommen. Wenn wir dabeibleiben, wird sich dieses &bdquo;ich&ldquo; ausdehnen, es erscheint mit zunehmenden Praxisjahren einfach &uuml;berall. Dies wiederum hat Auswirkungen auf das einzelne Ich, denn nur in diesen vielf&auml;ltigen Verbindungen ist es m&ouml;glich, dass sich eine einzelne Steinfrau erhebt und tanzt, dass ein Holzmann zu singen beginnt. Wenn wir in den Wolken um unser Befinden, um unsere Erleuchtung stecken bleiben, werden wir niemals die Freude der gesamten Aussicht kosten k&ouml;nnen. Oder die Leichtigkeit unseres Gep&auml;cks, das um die Last der Tr&auml;nen der Welt wei&szlig; und sie dennoch auf der Spitze des kleinen Fingers halten kann &ndash; gespannt und neugierig darauf, was der n&auml;chste Augenblick f&uuml;r mich bereith&auml;lt.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1002466-7" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1002466-7.jpg" width="620" height="620" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2024-01-01T14:07:54+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1ebcadc7851e9d5f1ff1b3286df37470-105.html#unique-entry-id-105</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1ebcadc7851e9d5f1ff1b3286df37470-105.html#unique-entry-id-105</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="wws jahreskarte 2024" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/wws-jahreskarte-2024.jpg" width="1748" height="2480" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Schnee&#x2c; der niemals schmilzt</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-12-25T12:42:11+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c6bbe2b608e42ca542e05e1ab9b13e3d-104.html#unique-entry-id-104</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c6bbe2b608e42ca542e05e1ab9b13e3d-104.html#unique-entry-id-104</guid><content:encoded><![CDATA[Bald wird sich unser ersch&ouml;pftes Land eine Pause g&ouml;nnen. <br />Zeit f&uuml;r ein paar, den Zenkalender abschlie&szlig;ende Worte.<br /><br />W&auml;hrend im letzten Januar dem Ende der Pandemie entgegen gefiebert wurde, in der Hoffnung, dass dann die Dinge wieder ihren &bdquo;normalen Lauf" nehmen w&uuml;rden, wissen wir heute, dass dem nicht so ist. Vielleicht hat uns dieses Jahr sogar noch etwas mehr gepr&auml;gt als die Corona-Jahre. Zwei Kriege, gesellschaftliche Polarisierungen direkt vor unserer Haust&uuml;r, die Bewilligung aktiver Sterbehilfe bei Minderj&auml;hrigen in unseren Nachbarl&auml;ndern &ndash; vormals als sicher geglaubte gemeinsame Werte scheinen den allgemeinen Konsens zu verlieren.<br /><br />Sinnloses T&ouml;ten bedeutet auch ein sich Herausnehmen aus der nat&uuml;rlichen Ordnung, der wir alle angeh&ouml;ren. Es ist unsere Sucht nach Einzigartigkeit, unsere Abh&auml;ngigkeit von der Daseinsbest&auml;tigung durch andere, die zu so viel mehr Leiden f&uuml;hrt &ndash; falls nicht noch zu Lebzeiten f&uuml;r uns selbst, dann f&uuml;r die folgenden Generationen.<br /><br />Die Augen, mit denen wir die Welt sehen, sind die gleichen Augen, mit denen die Welt uns sieht. Es ist eine Bewegung wie der Fu&szlig; voran und der Fu&szlig; hintan, wie das Einatmen und das Ausatmen. Nur weil wir den Blick der Welt auf uns nicht wahrnehmen wollen, bedeutet es nicht, dass es diesen nicht gibt. Nur weil wir uns beschr&auml;nken auf die immer gleichen Befindlichkeiten des eigenen Ich, hei&szlig;t es nicht, dass es nicht eine gr&ouml;&szlig;ere, eine weitere und eine befreiendere Sichtweise gibt.<br /><br /><br /><em>Der Tiger f&uuml;rchtet das menschliche Herz.<br />Der Mensch f&uuml;rchtet die Freundlichkeit des Tigers.</em><br />Koan aus Korea<br /><br /><br />Das Universum des Tigers ist ein Kosmos der gegenseitigen Bedingtheit. Der Tiger &bdquo;wei&szlig;" um seinen Lebensraum. Ihm ist &bdquo;bewusst", dass dieser Raum, sein tempor&auml;res Revier, ihn hervorgebracht hat und er wieder dorthin zur&uuml;ckkehren wird. <br /><br />Daher erschreckt ihn das menschliche Herz, denn dieses kultiviert wissentlich sein mittlerweile lang erreichtes Potential, den eigenen Lebensraum inklusive der eigenen Artgenossen zu zerst&ouml;ren.<br />Daher f&uuml;rchten wir die Freundlichkeit eines Raubtieres, das um die Zuneigung des Universums wei&szlig;, um die Gleichwertigkeit aller Formen, das seinen Anfang kennt und seine Schlusscoda. <br /><br />Und was tun wir?<br />Im Zazen wenden wir uns der Freundlichkeit des Tigers genauso zu wie der Furcht unserer Herzen. <br /><br />Wir fragen:<br />Wie zeigt sich meine Trennung?<br />Wie zeigt sich mein T&ouml;ten?<br /><br />Die Antwort dazu finden wir nicht in unserem Kopf, nicht in unserer Biografie, sondern in unserem K&ouml;rper, in unserem Zazen. Auf diesem kleinen Kissen &uuml;ben wir mit jedem Ein/Aus Verbindung, Zusammenf&uuml;gen, Br&uuml;cken schlagen. Wir n&auml;hern uns dem Prinzip von Ursache und Wirkung auf die intimst m&ouml;glichste Weise: indem wir erkennen, wir sind Ursache UND Wirkung zugleich. Immer. <br /><br />Daher ist Zazen Friedensarbeit.<br />Diese war damals genauso wichtig wie heute. Und genau deswegen wird sie auch im kommenden Jahr so notwendig sein wie nie zuvor.<br />F&uuml;r uns und f&uuml;r alle, die guten Willens sind.<br /><br /><span style="color:#000080;">Zwei Wochen lang <br />Verwandelt sich alles<br />in ein Abbild <br />von Shunyata<br />Friedlich <br />vers&ouml;hnlich <br />gutlaunig <br />ebenm&uuml;tig <br />und still<br />Wir atmen aus<br />W&auml;hrend die Welt <br />f&uuml;r uns den Atem anh&auml;lt<br />Eigentlich ist es nur <br />kristallisiertes Wasser<br />Wir alle tragen es in uns<br />Schnee</span><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-1FF847A2-5415-4BDE-8DD1-7F222E6001C0" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-1ff847a2-5415-4bde-8dd1-7f222e6001c0.jpg" width="720" height="484" /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;ber das Universum als Dattelpflaume</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-12-06T21:20:11+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/794594baf3fd4c14aa405864776f1f82-103.html#unique-entry-id-103</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/794594baf3fd4c14aa405864776f1f82-103.html#unique-entry-id-103</guid><content:encoded><![CDATA[Persimone, Kaki und Sharon-Fr&uuml;chte sind orangene Fr&uuml;chte, die im Winter auch bei uns, gemeinsam mit Orangen und Mandarinen, f&uuml;r Sonne in den Supermarktregalen sorgen.<br /><br />In Japan, wo Privatg&auml;rten auf Grund von Platzmangel die Ausnahme darstellen, geh&ouml;rt der Persimonen-Baum (auf Japanisch kaki <span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">柿</span>) dennoch beinahe zu einem Haus dazu. Die tief orangenen Fr&uuml;chte h&auml;ngen an den bereits entlaubten B&auml;umen und sind ein &auml;hnliches Symbol f&uuml;r den Winter wie bei uns die Weihnachtssterne.<br /><br />In Japan wird in zwei Gruppen unterschieden. Die&nbsp;fuyū kaki&nbsp;(<span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">富有柿</span>) &auml;hneln in ihrer Form eher Tomaten und k&ouml;nnen direkt vom Baum gegessen werden. Daf&uuml;r werden sie gesch&auml;lt und wie &Auml;pfel in Spalten geschnitten. Sie schmecken s&uuml;&szlig; und knackig. Diese im Frost geernteten Fr&uuml;chte, die f&uuml;r Gl&uuml;ck und Langlebigkeit stehen, bieten einen kleinen Trost f&uuml;r kalte und lichtarme Wintertage an.<br />Die zweite Art Persimone sind die l&auml;nglichen, spitz zulaufenden&nbsp;hachiya kaki(<span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">蜂屋柿</span>). Diese werden u.a. verwendet, um aus ihnen&nbsp;hoshigaki&nbsp;(<span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">干し柿</span>), getrocknete&nbsp;kaki, herzustellen. Dieses Verfahren ist aufwendig, denn um den Zucker aus dem Inneren der Frucht an die Oberfl&auml;che zu bef&ouml;rdern, m&uuml;ssen die Kakis an Schn&uuml;ren gebunden getrocknet und dabei mit einer bestimmten Methode &bdquo;massiert&ldquo; werden. Persimonen geh&ouml;ren zum japanischen Kulturgut und waren zun&auml;chst dem Adel vorbehalten, was vielleicht auch erkl&auml;rt, warum sie bereits im 8. Jahrhundert auch in Gedichtform erw&auml;hnt werden.<br /><br />Dies h&auml;tte nahezu nichts mit unserer Praxis zu tun, wenn sie nicht der chinesische M&ouml;nch Mu Qi im 13. Jahrhundert auf eine Art und Weise verewigt h&auml;tte, die unsere &Uuml;bung so meisterhaft zum Ausdruck bringt.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Persimmon" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/persimmon.jpg" width="560" height="644" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Kaum anders ist die Ber&uuml;hmtheit dieser Tuschezeichnung zu erkl&auml;ren, die auch als japanische &bdquo;Zen Mona Lisa&ldquo; bezeichnet wird und heute im Rinzai-Haupttempel Daitukoji-Ryokoin in Kyoto beheimatet ist. Wie f&uuml;r die Zen-Malerei typisch, gibt es auf den ersten Blick &bdquo;nichts Besonderes&ldquo; zu sehen: f&uuml;nf Kugeln, eine sechste im Vordergrund, kein Hintergrund und farblich nichts als verschiedene Variationen in Grau. <br /><br />Beim genauen Hinsehen aber haben alle sechs Fr&uuml;chte verschiedene Reifungsformen. Zusammen mit den unterschiedlichen Schattierungen kann man sie lesen als spirituelle Reise, als Sichtbarwerdung von Form und Leere, als Veranschaulichung der wechselseitigen Verbundenheit. Die eigentliche W&uuml;rze erhalten die Fr&uuml;chte durch ihre Stengel. <br /><br />Was w&auml;ren wir ohne spirituellen Halt? Pr&auml;zise und zupackend, unmissverst&auml;ndlich und beherzt, mit dicker Tinte gemalt, geben sie den Fr&uuml;chten ihren Raum, eine Perspektive und gewisserma&szlig;en ihre Berechtigung. Somit erscheint die im Vordergrund platzierte Frucht als fast tief Orange, beinahe &uuml;berreif &ndash; obschon sie in mittelgrau gehalten ist. <br /><br />Ein erwachter Mensch tr&auml;gt weder Rang noch Namen, er wirkt aus sich heraus und bleibt dabei &auml;u&szlig;erlich beinahe unsichtbar. Das ist Linjis &bdquo;wahrer Mensch ohne Rang, der fortw&auml;hrend von den Portalen Deines Gesichts ein und ausgeht.&ldquo;<br /><br />Die scheinbare Diskrepanz zwischen fl&auml;chiger Farbauftragung der Fr&uuml;chte und pr&auml;ziser Strichf&uuml;hrung der Stengel, womit beide erst vollst&auml;ndig als solche erscheinen, ist genau das, was wir &uuml;ben, wenn wir uns auf dem min&uuml;tlichem Kontinuum zwischen der Welt des Absoluten und des Relativen bewegen.<br /><br />Und nat&uuml;rlich w&auml;re es kein so ber&uuml;hmtes Zen-Gem&auml;lde, wenn es nicht etwas Unscheinbares, fast Nebens&auml;chliches zum Anlass nehmen w&uuml;rde, um unser Leben und den Lauf der Welt zu veranschaulichen. <br /><br />Auch das geh&ouml;rt unserer Praxis und darin &auml;hnelt sie den gro&szlig;en Kunstwerken aller Zeiten: durch Einfachheit und ein Weglassen, durch Verzicht auf Ablenkung und Entschlossenheit der Durchsicht durch die eigene Unwissenheit, durch Entsagung von bewusster Illusion, deutlich zu machen, wie vielschichtig und komplex, wie faszinierend und anregend unsere ganz normalen Tage im Grunde nicht nur sein k&ouml;nnen, sondern tats&auml;chlich auch sind.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xdc;berzeugungen: Feinde der Wahrheit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-11-16T13:32:52+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2f7e4e8dd8eb637eb5bc83b9a51c0b0f-102.html#unique-entry-id-102</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2f7e4e8dd8eb637eb5bc83b9a51c0b0f-102.html#unique-entry-id-102</guid><content:encoded><![CDATA[Seit Beginn der Herbst-Ango besch&auml;ftigen wir uns mit den Silas, den 16 Grunds&auml;tzen eines Bodhisattvas.<br />Diese Grunds&auml;tze geh&ouml;ren in unserer Tradition zu den kostbarsten Lehren. Sie beschreiben nicht weniger als ein gutes und gesundes Leben f&uuml;r uns selbst und andere. Wenn es etwas Konkretes weiterzutragen gibt von jenen, die vor uns diesen Weg gegangen sind, so sind es sie Silas.<br />In ihnen enthalten sind die &bdquo;10 Grunds&auml;tze eines klaren Bewusstseins&ldquo;. Der erste von ihnen lautet in der &Uuml;bertragung unserer Tradition:<br />&bdquo;Ich bin entschlossen, nicht zu t&ouml;ten, sondern alles Leben zu bewahren.&ldquo;<br />Hierbei geht es nicht um die in diesem Zusammenhang oft aufgebrachte Frage: Fleisch essen oder nicht? Es geht auch nicht darum, wie wir in einer Extremsituation der Bedrohung reagieren w&uuml;rden oder sollten.<br /><br />Es geht vielmehr darum, wie wir &bdquo;nicht t&ouml;tend&ldquo; leben k&ouml;nnen.<br />Wo liegt der innere Ort, an dem ich Leben bewahre? Der erste Grundsatz h&auml;lt uns dazu an, die zahllosen Arten zu erforschen, in denen wir t&ouml;ten: verdr&auml;ngen, negieren, &uuml;bersehen, wegwischen, missachten, distanzieren, offen ablehnen, verachten, polarisieren &ndash; zum Beispiel.<br />Der Grundsatz ruft uns dazu auf, all die vielen, die gro&szlig;en wie die subtilen, die lange bekannten wie die kaum notierten Anteile unserer selbst anzusehen. Freundlich, unverbl&uuml;mt und in der Helle des Tages. Wie eine Muschel am Sonntagsstrand. Diese Teile sind unsere Sch&auml;tze. Durch sie f&uuml;hrt der Weg in die Freiheit, unsere Freiheit.<br />Wie zeigt sich dieses T&ouml;ten in meinem Alltag?<br /><br />Alle unheilsamen Emotionen entstehen, weil ich mir nicht gestatte, sie ins Licht zu r&uuml;cken. Weil ich sie ausschlie&szlig;e und als &bdquo;fremd&ldquo; erachte. Diese Trennung ist T&ouml;ten in seiner ersten, seiner rohesten Form. Hier wird get&ouml;tet, lange bevor ich jemanden als meinen Feind erachte, lange bevor ich auf die Stra&szlig;e gehe und Parolen von mir gebe. <br />Hier wird eine Identit&auml;t aufgebaut, die immer wieder aufrecht erhalten und mit viel Energie erneuert werden muss. Sie bildet den sicheren Weg ins dauerhafte Leiden f&uuml;r mich und andere.<br />Sie t&ouml;tet und stiehlt vom einzigen, was wir wirklich unser eigen nennen k&ouml;nnen: den jetzigen Augenblick. Dem Leben, diesem Leben, unserem Leben.<br />Denn Leben ist nicht T&ouml;ten.<br /><br />Leben ist Steine, Blumen, herabfallende Bl&auml;tter, B&uuml;cher, Lachen, Trauer, Gesang, Abschied, Haferflocken, Sterne am Nachthimmel, das Papier am Boden, W&auml;sche im Abendwind. <br />Leben ist auch: der T&auml;ter in uns.<br />T&ouml;ten ist meine Weigerung, Leben zu erhalten. <br />Es ist auch meine Weigerung, unser eigenes, unser unermessliches Leiden zu Lebzeiten beenden. Mehr noch, es ist der freiwillige Verzicht auf mein gro&szlig;es Potential, meine Entwicklung, meine grundlose Lebensfreude und Energie, auf mein Gl&uuml;cklichsein bei grauem Himmel und bei Sonnenschein, auf meine Freude am Dienen und meine Leichtigkeit des Seins.<br />Wir haben es in der Hand, diese Waffe routiniert gegen uns zu richten oder sie zu befrieden.<br /><br />Wir wissen, dass die Buddha-Ahnen aus alter Zeit das Abenteuer jeden Tages nicht vernachl&auml;ssigt haben. Du solltest auch t&auml;glich dar&uuml;ber nachdenken.<br />Sitze neben einem hellen Fenster und denke dar&uuml;ber nach, an tr&uuml;beren und an blumenvollen Tagen. Sitze in einem schlichen Geb&auml;ude (und denke daran), erinnere es an einem verregneten, einsamen Abend... Welche Art von Feind ist der Lauf der Zeit? Wie bedauerlich, Deine Zeit zu vergeuden wegen Deiner fortw&auml;hrenden Zerstreuungen.<br />Wenn Du Dich selbst nicht kennenlernen m&ouml;chtest, wirst Du nicht dazu in der Lage sein, Dir ein Verb&uuml;ndeter zu sein in diesem edlen Unterfangen.<br />Dogen Zenji, aus dem Shobogenzo<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="BD2AE0CA-E774-46B9-83A2-5B41052D1CB1_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bd2ae0ca-e774-46b9-83a2-5b41052d1cb1_1_105_c.jpg" width="620" height="470" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Esel mit lebendigem Auge</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-10-02T20:20:08+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1f1ba438e05f5c4baac8deb3e7615cfc-101.html#unique-entry-id-101</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1f1ba438e05f5c4baac8deb3e7615cfc-101.html#unique-entry-id-101</guid><content:encoded><![CDATA[Hier ist eine Geschichte:<br /><br />Caoshan fragte den M&ouml;nchs&auml;lteren De: <br />"Der Dharma-K&ouml;rper eines wahren Buddhas ist wie ein leerer Raum, der als Antwort auf f&uuml;hlende Wesen Formen annimmt, wie die Spiegelung des Mondes im Wasser. Wie dr&uuml;ckst Du die Wahrheit dieser Antwort am besten aus?"<br />De sagte: "Es ist wie ein Esel, der in einen Brunnen schaut."<br /><br />Caoshan sagte: <br />"Was Du das sagst, ist sehr gut, doch es trifft es nur zu 80 oder 90 Prozent."<br /><br />De sagte: <br />"Wie w&uuml;rdest Du es denn ausdr&uuml;cken, Meister?"<br /><br />Caoshan sagte: <br />"Es ist wie der Brunnen, der den Esel anschaut."<br /><br />Der Lehrer Dogen sagte: <br />"Der Esel schaut in den Brunnen; der Brunnen schaut in den Esel. Der Brunnen schaut in den Brunnen; der Esel schaut in den Esel.<br /><br />Die Erscheinungsformen des K&ouml;rpers und der Gegenwart des Geistes sind grenzenlos. Die Formen, die sich als Antwort auf alle f&uuml;hlenden Wesen darbieten, sind zahllos. <br /><br />Das kraftvolle Auge innerhalb des Kreises erhellt das weite leere Feld und dringt wundersam zur Quelle vor, auch wenn daf&uuml;r eine Burg mit Senfsamen gef&uuml;llt oder ein uralter Fels abgetragen werden muss.<br /><br />W&auml;hrend Du Deine Reisetasche an Deiner Seite tr&auml;gst: warum schreibst Du nicht einen Brief nach Hause?&ldquo;<br /><br />Dogen Zenji, aus dem Eihei Koroku<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><span style="color:#400080;">Auch in diesem Jahr<br />Werde ich wieder <br />Kastanien <br />von Hand aufklauben<br />eine Frucht<br />drei Teile<br />Das Firmament <br />scheint heller<br />Wenn ich jeden Stern <br />einzeln betrachte.</span><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Gassho, Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-19BB341B-9E13-4E2A-A712-9F5FECAD8D6E" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-19bb341b-9e13-4e2a-a712-9f5fecad8d6e.jpg" width="551" height="820" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Das Flie&#xdf;en dieses Augenblicks im Wind</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-10-02T20:18:47+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/304a980fd31d7262bce94010556fb313-100.html#unique-entry-id-100</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/304a980fd31d7262bce94010556fb313-100.html#unique-entry-id-100</guid><content:encoded><![CDATA[Wenn hochgehalten, ist es das Wesentliche.<br />Wenn losgelassen, wird es vom Wind &uuml;bertragen.<br />Wenn weder hochgehalten noch losgelassen, werden die zahllosen Dinge durchdrungen.<br /><br />Der Strom im Tal mit seinem flie&szlig;enden Wasser bei Tag und bei Nacht<br />w&auml;scht Sonne wie Mond.<br />Der Berg mit seinen Wolken im S&uuml;den und seinem Regen im Norden wird gr&uuml;n und rot gef&auml;rbt.<br />Joshus Zypresse konnte nie ein Objekt sein.<br />...<br />Die drei Zeiten scheinen sich weder nach vorne noch nach hinten zu bewegen.<br />Die gro&szlig;en tausend Welten scheinen im leeren Himmel zu schweben.<br />Jeder Augenblick ist weder ich noch Du.<br />&Uuml;bung-Erwachen kommt von Westen und von Osten.<br /><br />Dogen Zenji, aus dem Eihei Koroku<br /><br /><br />Der Gr&uuml;nder unserer Schule war vieles: M&ouml;nch, Zenmeister, Gr&uuml;nder von Kl&ouml;stern, Kalligraf, Schriftsteller, Philosoph, Pilger, um nur einige zu nennen. <br /><br />In allem war er: Dichter. Ein Poet, der &uuml;ber eine auch 772 Jahre sp&auml;ter beeindruckende Imagination verf&uuml;gte. So formell er manchmal auch schrieb, so hart, bisweilen ein wenig stur er mit Zeitgenossen umging, die in seinen Augen die Tradition nicht so achteten, wie er sie verstand, so frei und ungezwungen verkn&uuml;pfte er Tempi und Bilder. <br /><br />Dogen lie&szlig; pausenlos neue Wortsch&ouml;pfungen entstehen. Manche von ihnen k&ouml;nnen auf historische Grundlagen zur&uuml;ckgef&uuml;hrt werden, Dogen war &auml;u&szlig;erst belesen. Das ist eine Art, ihn zu studieren.<br /> <br />Eine andere Art besteht darin, seine Bilder auf uns wirken zu lassen und sie mit unserer eigener Meditationserfahrung zu verbinden. Denn das sind sie auch: der Versuch, das was uns im Zazen begegnet, sichtbar zu machen. Diesem Ausdruck zu verleihen, eine eigene Form zu geben.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_1994" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_1994.jpg" width="619" height="820" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neuauflage&#x21;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-09-20T23:24:55+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ac9bbfb918ab0e3f9a3578447c7a3a4e-99.html#unique-entry-id-99</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ac9bbfb918ab0e3f9a3578447c7a3a4e-99.html#unique-entry-id-99</guid><content:encoded><![CDATA[Ab Oktober erh&auml;ltlich - Vorbestellungen werden gerne entgegen genommen!<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Bild 20.09.23 um 23.22 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bild-20.09.23-um-23.22-2.jpg" width="445" height="607" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Nicht wissen&#x2c; nicht erlangen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-09-20T23:08:42+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5851af11bd63a125f44aab7c562e8a38-98.html#unique-entry-id-98</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5851af11bd63a125f44aab7c562e8a38-98.html#unique-entry-id-98</guid><content:encoded><![CDATA[Daowu fragte Shitou: &bdquo;Was ist die grundlegende Bedeutung des BuddhaDharma?&ldquo;<br />Shitou sagte: &bdquo;Nicht erlangen, nicht wissen.&ldquo;<br />Daowu sagte: &bdquo;Dar&uuml;ber hinaus, gibt es da noch mehr?&ldquo;<br />Shitou sagte: &bdquo;Der weite Himmel hindert nicht die vorbeiziehenden Wolken.&ldquo;<br />Nach einer Pause sagte Dogen: &bdquo;Nicht erlangen und nicht wissen ist die grundlegende Bedeutung Buddhas. Der Wind bl&auml;st in die Tiefe und weite Winde wehen. Der weite Himmel hindert nicht das Treiben der wei&szlig;en Wolken.<br />Warum also m&uuml;hst Du Dich darum, Shitou zu fragen?&ldquo;<br />Aus dem Eihei Koroku, Dogen Zenji<br /><br />In unserem sch&ouml;nen Norden verstehen wir ein wenig von Wind. Er kann zum Beispiel wehen, toben, klatschen, pfeifen, jaulen, singen, fl&uuml;stern. Wir kennen den Klang des Novemberwindes, den Februarwind, den Abendwind. Wir wissen, wie er sich auf der Haut anf&uuml;hlt, wie er die Haare biegt und wie er aus unerfindlichen Gr&uuml;nden p&uuml;nktlich um die gleichen Ecken stiebt, uns dann wieder &uuml;berrascht, wenn er pl&ouml;tzlich heranreist, wo wir ihn nicht vermutet haben. Wir wissen, sch&ouml;nes und stabiles Wetter kommt bei uns oft aus dem Osten.<br /> <br />Wo beginnt Wind? Wie viele Winde gibt es? Wohin kann er nicht wehen? Wind ver&auml;ndert unsere Ansicht der Dinge. Sie sind selbst bei Windstille nicht die gleichen wie zuvor.<br />Wenn wir uns dem Wind entgegenstellen, k&ouml;nnen wir missmutig werden. Oder taub. Oder ziemlich nass. <br />Wenn wir mit ihm wiegen, ist dem nicht so.<br /><br />Nichts ist falsch an Wissen oder Erlangen. Nichts ist falsch an beruflichem Ehrgeiz, an Wissensdrang und Neugierde. Nicht ist falsch daran, mich &uuml;ber meinen Besitz zu freuen, mein Examen, mein Auto, meine bisherige Biografie. Sie unterst&uuml;tzen und fordern uns, sie geben uns hochinteressante Gebiete f&uuml;r unsere allt&auml;gliche Praxis. <br /><br />Wir leben in der Welt, das hier ist unser Kloster. Das Aufstehen am Montagmorgen, das Verdienen unserer Miete sind unsere Ess-Schalen. <br /><br />Das kann jedoch nicht dar&uuml;ber hinwegt&auml;uschen, dass dies lediglich Attribute sind, die uns helfen, in der Welt zurecht zu kommen. Die Welt selbst, weder Wind noch Wolken, haben damit wenig zu tun.<br /><br />Wenn wir ihnen folgen m&ouml;chten und das tun wir mit jedem Zazen, brauchen wir nichts von alledem. Nur Freude am Fliegen und Wehen. Nur uns mitschwingen lassen und schauen, wie die Wolken ruhen und die Welt sich biegt.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-C86F4109-21AC-4B80-ACC8-EDC537778228" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-c86f4109-21ac-4b80-acc8-edc537778228.jpg" width="820" height="551" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Das Gras betreten</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-08-26T22:06:42+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ad1ad4ba7444948c1e1ef76d2e2d4b36-97.html#unique-entry-id-97</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ad1ad4ba7444948c1e1ef76d2e2d4b36-97.html#unique-entry-id-97</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Viel reden verursacht jede Menge Schwierigkeiten. Wenig reden hat keine Wirkung. <br />Nicht zu viel und nicht zu wenig redend &ndash; wie sagst Du es dann?&ldquo;<br />Nach einer Pause sagte Dogen: &bdquo;Betrete das Gras und reiche den Wind weiter.&ldquo;<br />(aus dem Eihei Koroku)<br /><br />Wir leben in einer Zeit der vielen Worte. <br />Da ist zun&auml;chst einmal die &auml;u&szlig;ere Gesch&auml;ftigkeit zu nennen: wir haben mehr Kommunikationsm&ouml;glichkeiten als je zuvor und nutzen diese auch. Uns stehen mehr Informationen als den Generationen vor uns zur Verf&uuml;gung. Ob in den &ouml;ffentlichen Verkehrsmitteln, auf den Stra&szlig;en oder im Caf&eacute;: es tippelt und postet, es wischt und trackt kontinuierlich. M&uuml;tter schauen auf ihr Fon, w&auml;hrend sie ihre Kinder im Wagen schieben, ein paar Jahrzehnte sp&auml;ter ist es der Hund &ndash; das Fon etwas gr&ouml;&szlig;er an Tasten, das Prinzip gleich. Es gibt kaum noch jemanden, der oder die sich spontan verabreden kann &ndash; wir m&uuml;ssen erst unseren Terminkalender befragen. In der Arbeit haben die Anforderungen, die an uns pro Zeiteinheit gestellt werden, stetig zugenommen. <br /><br />Aus der F&uuml;lle der uns im Westen (immer noch) zur Verf&uuml;gung stehenden Freizeitangebote etwas auszuw&auml;hlen, kann genauso anstrengend sein wie die gesellschaftliche Erwartung, m&ouml;glichst gesund zu leben, m&ouml;glichst lange aktiv zu sein und m&ouml;glichst effizient zu arbeiten. Von unseren spirituellen Erwartungen ganz zu schweigen...<br /><br />Die Zunahme an M&ouml;glichkeiten zum Austausch hat weder zu einer Verbesserung der Lebensstandards aller Menschen, noch zu mehr Frieden, noch nicht einmal zu mehr Zufriedenheit derer gef&uuml;hrt, die im gr&ouml;&szlig;ten Wohlstand leben. Eher ist das Gegenteil eingetreten &ndash; der Einsamkeitsindex in den Industrienationen steigt st&auml;ndig und ist in den unter 20-J&auml;hrigen oder den am Arbeitsleben teilnehmenden Menschen am h&ouml;chsten.<br /> <br />Das alles konnte der verehrte Meister im 13. Jahrhundert nicht vorhersehen.<br />Wohl aber kannte er den inneren Dialog und dieser scheint sich in den 1100 Jahren seither nicht sehr ver&auml;ndert zu haben: st&auml;ndig und schier ununterbrochen kommentiert und blubbert unser Kopf. Er bespricht alles um ihn herum. Wenn das getan ist, Vergangenes. Wenn das erledigt ist, Zuk&uuml;nftiges. Wenn dies zu langweilig wird, widmet er sich uns selbst &ndash; ein schier unendlicher Fundus an Urteilen, Bewertungen und Ma&szlig;regelungen. Repeat.<br /><br />&bdquo;Wenig reden hat keine Wirkung&ldquo;. Diese Worte vom Begr&uuml;nder der Schule, die das stille, ungegenst&auml;ndliche Sitzen zur Wand als ihr Kernelement betrachtet, sind bemerkenswert. <br />Perfekt in Oryoki und als Doan, kerzengerade still im Zazen, das reicht Dogen, der so viel von Formen hielt, auch nicht. <br /><br />Noch dazu scheint es darauf anzukommen, wie viel von jedem: nicht zu viel reden, nicht zu viel schweigen. Das Zen ist verwirrend!<br /><br />Zu wenig, nur still dasitzen und mitschwingen, kann genauso krank machen wie stete Ablenkung durch L&auml;rm und Gerede.<br /> <br />Letztendlich und dessen wurde selbst jemand wie der oft so eklektisch wirkende Dogen nicht m&uuml;de, zu betonen, kommt es auf uns selbst an. Welche Antwort ruft gerade in mir? Was h&auml;lt mich davon ab, sie zu zeigen? Wieso mache ich einen Unterschied zwischen Schweigen und Reden? Was kann mir passieren, wenn ich etwas sage, wenn ich mich &auml;u&szlig;ere? Welche Annahme &uuml;ber mich selbst liegt dem zugrunde, dass ich in Anwesenheit anderer lieber schweige?<br />Was f&uuml;rchte ich an der Stille? Was k&ouml;nnte geschehen, wenn ich einmal abwarte und den Moment klingen lasse?<br /><br />In unserer Praxis &uuml;ben wir all dies. Schweigen und sprechen, sich zeigen in der Stille und auf dem Marktplatz. Indem wir diese Gr&auml;ser betreten, verleihen wir sowohl der Welt des Schweigens als auch der Welt des Klanges Ausdruck. Wir tun dies, ohne die Gr&auml;ser zu knicken oder wegzuschieben. Wir sehen sie jedes Zazen ein bisschen deutlicher, wir sp&uuml;ren den Wind, der sie in Schwingung versetzt, den Tau, der sie biegsam macht und das Sonnenlicht, das sie glitzern l&auml;sst. Mit uns, denn ohne sie w&auml;ren auch wir nicht.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1060065" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1060065.jpg" width="770" height="582" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Fu&#xdf; voran und vom Fu&#xdf; hintan</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-07-15T22:36:35+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ccf3b863e795ce21d352ea637c6589fb-96.html#unique-entry-id-96</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ccf3b863e795ce21d352ea637c6589fb-96.html#unique-entry-id-96</guid><content:encoded><![CDATA[Der sechste Ahne Huineng war auf Reisen und &uuml;bernachtete im Kloster Faxing unter dem Tempelvordach. W&auml;hrend er sein Lager vorbereitete, h&ouml;rte er ein Streitgespr&auml;ch von zwei M&ouml;nchen. Der eine von ihnen sagte: &bdquo;Du siehst doch, dass die Tempelfahne sich bewegt.&ldquo;<br />Der andere antwortete: &bdquo;Nein, der Wind bewegt sich.&ldquo;<br />So ging es f&uuml;r eine Weile hin und her, ohne dass sie sich einigen konnten.<br />Der sechste Ahne ging daraufhin auf sie zu und sprach: &ldquo;W&uuml;rdet Ihr bitte so freundlich sein und diesem Laien erlauben, mich zu Eurer erhabenen Runde hinzuzugesellen?&ldquo;<br />Nach einer Pause sagte er: &ldquo;Weder der Wind noch die Fahne sind es, die sich bewegen. Es ist ganz einfach Euer Geist, der sich bewegt.&ldquo;<br /><br />Was war zuerst da, Ursache oder Wirkung? Normalerweise denken wir, dass eine Ursache eine Wirkung entfacht, aber funktioniert es auch andersum?<br /><br />Unsere Sicht der Welt wird bestimmt durch den Fokus unserer Aufmerksamkeit. Lege ich diesen auf meine Intention, kann ich in meinem Wirkungskreis Kriege entfachen oder Frieden hervorbringen. Wo sitzt meine Intention? Wie wird sie beeinflusst? Wo vernehme ich sie in meinem K&ouml;rper? Welche Gestalt m&ouml;chte ich ihr jeweils geben?<br /><br />Seit Heisenberg wissen wir, dass jede Art von Beobachtung die Existenz der beobachteten Objekte beeinflusst. Nun geht in unserer Praxis weder um Atomphysik, noch um Psychotherapie oder um philosophische Diskurse. <br /><br />Es geht darum, die Bewegung -  bis in das feinste L&uuml;ftchen - unseres Geistes wahrzunehmen. Um daraufhin zu entscheiden, welche Winde wir in Handlungen umwandeln m&ouml;chten und welche wir besser durch uns durch wehen lassen sollten. <br /><br />Was m&ouml;chten wir bewegen? Wof&uuml;r m&ouml;chten wir uns bewegen lassen? Und wie k&ouml;nnen wir beides miteinander verbinden?<br /><br />Der ganze K&ouml;rper ist wie ein Mund <br />der im Raum h&auml;ngt - <br />nicht fragend, ob der Wind aus Osten, <br />Westen, S&uuml;den oder Norden weht.<br />F&uuml;r die gesamte Welt gleich,<br />lehrt die Windglocke Prajna:<br />ju ten ton ri an ju ten ton.<br /><br />Tendo Nyojo<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-FB3EBBA9-CFF6-4DD4-8024-4FC5B5FFB1B9" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-fb3ebba9-cff6-4dd4-8024-4fc5b5ffb1b9.jpg" width="720" height="484" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#xc4;onisches Feuer</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-07-05T20:25:13+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2e9bf0837de7e12151485b93e7d24fa8-95.html#unique-entry-id-95</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2e9bf0837de7e12151485b93e7d24fa8-95.html#unique-entry-id-95</guid><content:encoded><![CDATA[Ein M&ouml;nch fragte Daizui: &bdquo;Wenn das gro&szlig;e &auml;onische Feuer ausbricht, wird das gesamte Universum zerst&ouml;rt werden. Ich frage mich: wird Dies auch zerst&ouml;rt werden?&ldquo;<br />Daizui sagte: &bdquo;Zerst&ouml;rt.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch sagte: &bdquo;Also wird Dies mit allem anderen vergehen?&ldquo;<br />Daizui sagte: &bdquo;Mit allem anderen vergangen.&ldquo;<br /><br />Ein M&ouml;nch fragte Ryusai: &bdquo;Wenn das gro&szlig;e &auml;onische Feuer ausbricht, wird das gesamte Universum zerst&ouml;rt werden. Ich frage mich: wird Dies auch zerst&ouml;rt werden?&ldquo;<br />Ryusai sagte: &bdquo;Nicht zerst&ouml;rt.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;Warum wird Dies nicht zerst&ouml;rt?&ldquo;<br />Ryusai sagte: &bdquo;Weil es dasselbe ist wie das gesamte Universum.&ldquo;<br /><br />Shoyoroku, Fall 30<br /><br /><br />Feuer hat eine enorme Zerst&ouml;rungskraft. Feuer agiert auch als Beschleuniger. Was wird zerst&ouml;rt, wenn wir mit &bdquo;brennenden Haaren&ldquo; &uuml;ben? <br />Was wird freigelegt? Was kann darauf keimen?<br />Was entsteht jeden Augenblick neu? Was &bdquo;verbrennt&ldquo;? Was ist tot, was ist lebendig? <br /><br />Nat&uuml;rlich sind das unl&ouml;sbare Fragen. Das Leben ist eine einzige unl&ouml;sbare Aufgabe. Im Zazen haben wir die M&ouml;glichkeit, darauf zu vertrauen, dass sich L&ouml;sungen ergeben werden, wenn wir die Geduld, den Mut und die Ehrlichkeit besitzen, sie erscheinen und uns von ihnen leiten zu lassen. <br /><br />Es werden neue Fragen entstehen, die andere L&ouml;sungen erforderlich machen. Frage und Antwort, Angebot und Wahlvorgang, weite Landschaften und sekundenspitze Augenblicke gemeinsam halten, miteinander verbinden und zu etwas Neuem formieren zu k&ouml;nnen, wenn der Moment es gebietet, das ist Zazen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-F0FCB033-989D-4413-B65F-AD8939F9336B" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-f0fcb033-989d-4413-b65f-ad8939f9336b.jpg" width="720" height="484" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Tozans Krankheit </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-07-05T20:17:39+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a9c70fd9ff62c0e9fd9abb2cf704f7ba-94.html#unique-entry-id-94</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a9c70fd9ff62c0e9fd9abb2cf704f7ba-94.html#unique-entry-id-94</guid><content:encoded><![CDATA[Tozan war krank. Ein M&ouml;nch fragte: Meister, Du bist krank. Gibt es jemanden, der nicht krank ist?<br />Tozan antwortete: &bdquo;Ja, den gibt es.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;Schaut derjenige, der nicht krank ist, nach Dir?&ldquo;<br />Tozan sagte: &bdquo;Dieser alte M&ouml;nch kann sich um andere k&uuml;mmern.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch erwiderte: &bdquo;Lehrer, wie ist es, wenn Du Dich um andere k&uuml;mmerst?&ldquo;<br />Tozan sagte: &bdquo;Dann wird Kranksein nicht gesehen.&ldquo;<br /><br />Shoyoroku, Fall 94<br /><br /><br />Nicht nur im Gesundheitswesen haben wir die Neigung, uns darauf zu konzentrieren, was nicht funktioniert, was wir als unerw&uuml;nscht oder fehlerhaft, als &bdquo;krank&ldquo; erachten.<br />Wir denken dann oft, dass &bdquo;alles&ldquo; nicht gesund sei, weil diese Krankheit, dieses Fehlerhafte gerade unseren Horizont vollkommen erf&uuml;llt.<br />Dies gilt im Bereich der somatischen Erkrankungen, insbesondere f&uuml;r die chronischen Erkrankungen. In unserem Alltag gibt es, auch ohne pathophysiologisches Korrelat, ebenfalls vieles, was wir t&auml;glich als &bdquo;unerw&uuml;nscht&ldquo; oder auch als &bdquo;krank&ldquo; erachten.<br />Auch hiervon handelt dieses Koan.<br /><br />Tozan ist offensichtlich krank, in den Berichten zu diesem Koan war er schwerkrank.<br />In dieser Situation kommt nun ein besorgter M&ouml;nch zu ihm, dem offensichtlich schwach Daniederliegenden, und fragt ihn nach jemandem, in ihm, der nicht so krank sei.<br /><br />Nat&uuml;rlich w&auml;re Tozan nicht der &uuml;berlieferte Meister, wenn er seinen Dharmabruder lediglich verdutzt ansehen und &uuml;ber seine aktuellen Gebrechen klagen w&uuml;rde.<br /><br />Stattdessen sagt er: &bdquo;Ja, den gibt es!&ldquo;<br />Der erfahrene M&ouml;nch greift dies auf und fragt, psychologisch gesprochen, nach seinen Ressourcen: &bdquo;schaut derjenige auch nach Dir?&ldquo;<br />Tozan best&auml;tigt, dass das Schauen und K&uuml;mmern trotz seiner schweren Krankheit ungebrochen aktiv ist und er bereit ist, zu helfen.<br /><br />Wiederum greift der weise M&ouml;nch dies auf und fragt tiefer: &bdquo;Wie ist das, wenn Du Dich (da Du selbst gerade so krank bist), darin noch um andere k&uuml;mmerst?&ldquo;<br />Tozan best&auml;tigt, was der M&ouml;nch eventuell bereits erahnt: &bdquo;dann wird Kranksein nicht gesehen.&ldquo;<br /><br />Das bedeutet so viel wie: Kranksein an sich wird nicht gesehen. Weil es gerade um etwas anderes geht. Weil das Leben mir eine andere Aufgabe stellt.<br /><br />Es bedeutet auch: mein Kranksein wird nicht gesehen. Ich muss mich k&uuml;mmern. Ich muss eine Anfrage beantworten. Weil ich ein Zensch&uuml;ler, ein Zenlehrer, ein Zenmeister bin. Weil ich die Bodhisattva-Gel&ouml;bnisse abgelegt habe. Weil in meinem K&uuml;mmern um andere auch mein K&uuml;mmern um mich selbst Platz hat. Weil ich hier bin, um zu dienen. Weil ich ein Mensch bin.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-9DD22A39-DEC1-49E3-98A3-47457655D7F3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-9dd22a39-dec1-49e3-98a3-47457655d7f3.jpg" width="720" height="484" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von Hitze und K&#xe4;lte</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-06-24T23:23:50+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a4a30a5f4dd916bf83f39fb34dfb6f11-93.html#unique-entry-id-93</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a4a30a5f4dd916bf83f39fb34dfb6f11-93.html#unique-entry-id-93</guid><content:encoded><![CDATA[Ein M&ouml;nch fragte Tozan:<br />&bdquo;Wenn Hitze und K&auml;lte kommen, wie kann man ihnen entfliehen?&ldquo;<br />Tozan antwortete: &bdquo;Wie w&auml;re es, einen Ort aufzusuchen, an dem es weder Hitze noch K&auml;lte gibt?&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;Wo aber findet sich so ein Ort?&ldquo;<br />Tozan antwortete: &bdquo;Dort, wo Du in der K&auml;lte erfrierst und in der Hitze vergl&uuml;hst.&ldquo;<br /><br />Hekiganroku, Fall 43<br /><br /><br />Warm und kalt, das Empfinden von Hitze und K&auml;lte, sind sehr subjektiv. Wir alle haben dazu eine Meinung, wir haben eine eigene Wohlf&uuml;hltemperatur. Das merken wir sp&auml;testens dann, wenn uns die Regulierung der Au&szlig;entemperatur aus der Hand genommen wird, in einem Sesshin zum Beispiel. Jeder hat zum &Ouml;ffnen der Fenster und T&uuml;ren eine eigene Meinung.<br /><br />Meistens frieren wir ungern, haben es lieber warm, schwitzen m&ouml;gen wir auch nicht so gerne. Unser grandioser K&ouml;rper mit seiner Regeltemperatur von 37&deg; bem&uuml;ht sich nach Kr&auml;ften, uns wohl zwischen den beiden Extremen zu halten. <br />Hitze und K&auml;lte sind nicht nur k&ouml;rperliche Empfindungen, sie sind auch mit Symbolik belegt: wir sprechen von einer erl&ouml;schenden Flamme, wenn sich unser Leben dem Ende zuneigt, in verschiedenen Regionen gilt das Feuer metaphorisch als Reinigung, manchmal als Strafe.<br />K&auml;lte hingegen verbinden wir mit Kargheit, mit Lebenslosigkeit, mit Armut.<br /><br />Auch k&ouml;rperlich bedeuten beide Zust&auml;nde, dass wir aus dem Gleichgewicht geraten sind: wenn wir krank sind oder &uuml;berm&uuml;det, neigen wir zum Frieren. Wenn wir Fieber haben, schwitzen wir.<br /><br />Es geht in diesem Koan um unerw&uuml;nschte k&ouml;rperliche und seelische Zust&auml;nde, um unser Unwohlsein und Unbehagen. Wie gehen wir damit um, wenn wir K&auml;lte versp&uuml;ren, die wir nicht beeinflussen k&ouml;nnen? Wie verhalten wir uns, wenn wir auf unangenehme Situationen treffen, die es uns zudem nicht erlauben, sie rasch &bdquo;loszuwerden&ldquo;?<br />Bleiben wir bei den Empfindungen auf k&ouml;rperlicher Ebene oder sausen wir gleich in unser Gedankenland und rufen: &bdquo;ich will nicht!&ldquo;.<br /><br />Was tun wir, in k&ouml;rperlicher und gedanklicher Hinsicht, um diese Situationen zu vermeiden? Welche Handlungen sind hierbei die h&auml;ufigsten Pfade, die wir gehen? Es ist wichtig, dies genau zu betrachten. Was ist mein erster Impuls? Welche k&ouml;rperliche Empfindung triggert welche Gedanken? Sind es immer die gleichen S&auml;tze? Welche Worte veranlassen welche nachfolgenden K&ouml;rperempfindungen? <br /><br />Warum das wichtig ist? Weil wir andauernd Momente von Unbehagen erleben. F&uuml;r manche Menschen beginnt es bereits mit dem Aufstehen, irgendein K&ouml;rperzustand wird als unangenehm empfunden. Hiermit sind weniger k&ouml;rperliche Einschr&auml;nkungen oder Schmerzen gemeint, sondern unsere Wahrnehmung dar&uuml;ber: etwas ist falsch, muss ver&auml;ndert und ungeschehen gemacht werden. Etwas wird als &bdquo;nicht richtig&ldquo; gedeutet. <br /><br />Der gegenw&auml;rtige Augenblick und unsere erste Wahrnehmung, die so oft an uns vorbeigeht, sind immer &bdquo;richtig&ldquo;. <br /><br />Unsere Vorstellung davon, wie etwas zu sein habe, sind das Problem, das eine ganze Kaskade von Gedanken, Gef&uuml;hlen, K&ouml;rperreaktionen ausl&ouml;sen kann, die alle vor allem eines bewirken werden: wir versuchen wie wild, nicht zu leiden. In Wahrheit leiden wir mehr als zuvor.<br /><br />Die ern&uuml;chternde und dennoch irgendwie tr&ouml;stliche Antwort lautet: so sehr wir auch leugnen, agieren, krakeelen, mit unseren Meinungen um uns werfen, dissoziieren oder zu ignorieren versuchen: das Unbehagen bleibt. Oder verschwindet kurz und kommt dann wieder. Und selbst wenn es nicht wieder kommt, werden wir eine Abwehrhaltung entwickeln, die auch wiederum nur eine Verblendung darstellt. Wir strengen uns an, wir richten ganze Leben ein, um das Unausweichliche zu vermeiden. <br /><br />Und dann kommt es doch, unweigerlich, und sei es in Form der drei ultimativen menschlichen Unwohnbarkeiten von Alter, Krankheit und Tod.<br /><br />Tozans Antwort ist so einfach wie bahnbrechend: &bdquo;Geh genau dahin, wo es schmerzt. Setze Dich dem aus, was Du f&uuml;r untragbar erachtest, was Du vermeidest, was Du nicht ausstehen kannst.&ldquo;<br /><br />Autsch!<br /><br />Genau das ist Zazen. Genau deswegen gibt es keine einfachen Antworten. Genau deswegen beginnt unsere Praxis mit K&ouml;rper und Atem. Mit &bdquo;Ein&ldquo; und &bdquo;Aus&ldquo;. Mit dem Zur&uuml;ckkehren und dem Aushalten. Mit dem Ausstreichen und dem Dabeibleiben. Keine Kopfgymnastik, kein Fl&uuml;chten in sozialen, psychologischen, psychotherapeutischen Aktionismus.<br /><br />Statt dessen: genau hier, genau jetzt, genau darin: dabei bleiben. Was sp&uuml;re ich? Wo sp&uuml;re ich es? Was ver&auml;ndert sich, w&auml;hrend ich das tue? Bleiben meine Gedanken die gleichen, w&auml;hrend ich meine Empfindungen beobachte, insbesondere meine Wertung beider?<br /><br />Wir haben die Wahl: wir k&ouml;nnen unser gesamtes Leben damit verbringen, nach dem Ort zu suchen, an dem es weder hei&szlig; noch kalt ist. Wir k&ouml;nnen unsere gesamte Energie daf&uuml;r verwenden, uns vor Hitze, K&auml;lte und etwaigem Unwohlsein zu sch&uuml;tzen. Wir k&ouml;nnen alles daran setzen, diesen einen Ort nicht nur zu finden, sondern vor allem einen Ort, an dem dieser erstrebenswerte Zustand immer verf&uuml;gbar ist. Eines ist sicher: wir werden ersch&ouml;pft sein, viel Angst haben und wir werden viel leiden.<br /><br />Oder wir k&ouml;nnen an uns herunterblicken, uns freuen, dass wir noch hier sind. <br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-60E87356-0690-4123-A146-78FC515235E6" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-60e87356-0690-4123-a146-78fc515235e6.jpg" width="670" height="451" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Geburtstag</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-06-17T22:27:31+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bb58f62eccbf3bdce39f1d70c72d297b-92.html#unique-entry-id-92</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bb58f62eccbf3bdce39f1d70c72d297b-92.html#unique-entry-id-92</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Samstag hat die Wind und Wolken Sangha ihren 20. Geburtstag begangen.<br />Wir m&ouml;chten uns bei allen bedanken, die unsere kleine Sangha diese beiden Jahrzehnte lang unterst&uuml;tzt und mitgetragen haben!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_20230323_143356472_BURST000_COVER_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_20230323_143356472_burst000_cover_2.jpg" width="570" height="579" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Tief aus den Wassern <br />zwischen Ise und Aegir<br />ein Name<br />neue Heimat<br />Linien und Gr&auml;ser<br />T&ouml;pfe und Kissen<br />mein dein<br />schreibt der Wind<br />w&auml;hrend <br />die Wolken vor&uuml;berziehen<br /><br />Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_20230323_143534404_BURST000_COVER_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_20230323_143534404_burst000_cover_2.jpg" width="570" height="559" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Verbundensein<br /><br />All' diese Jahre<br />ein Kommen, Bleiben, Gehn.<br /><br />Zerbrochene Schale - <br />goldener Kitt offenbart<br />wunderbare Risse - <br />Raum f&uuml;r all dies<br /><br />Verena<br />im Juni 2023<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG_20230323_143404704_BURST000_COVER_2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_20230323_143404704_burst000_cover_2.jpg" width="570" height="551" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von Erde und Himmel II</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-05-22T19:48:23+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8726665c63b787faf2507205a9410b37-90.html#unique-entry-id-90</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8726665c63b787faf2507205a9410b37-90.html#unique-entry-id-90</guid><content:encoded><![CDATA[Meistens denken wir, auch im Zen, dass die Gedanken den Geist und den K&ouml;rper befrieden. Selten nur denken wir in die andere Richtung: es ist unser K&ouml;rper, der unseren Geist beruhigt, der unsere Gedanken verlangsamen kann.<br /><br />Bei der Atemmeditation ist es offensichtlich: durch die Konzentration auf den Atem kann sich auch unser K&ouml;rper entspannen.<br /><br />Erg&auml;nzend hierzu m&ouml;chten wir, im Rahmen der Besch&auml;ftigung mit den vier Elementen, die Konzentration auf deren Qualit&auml;ten in unserem K&ouml;rper vorschlagen. Wo sp&uuml;re ich etwas Festes, Hartes? Ver&auml;ndert sich diese Wahrnehmung im Tagesverlauf? Ist in diesem Festen auch ein Anteil beweglich? Wie kommuniziert der stabilere Anteil mit dem beweglichen? Habe ich hierbei Vorlieben? Warum?<br />Beginnend mit unserem eigenen K&ouml;rper k&ouml;nnen diese Betrachtungen zunehmend erweitert werden, bis wir bei Bergen, Fl&uuml;ssen und dem gro&szlig;en Erdk&ouml;rper insgesamt angelangt sind. <br /><br />So kann die Erdverbundenheit des K&ouml;rpers, das Sp&uuml;ren der Schwerkraft, eine heilsame Wirkung auf unseren h&uuml;pfenden Geist auswirken &ndash; gerade in einer instabilen Welt. Die Haltung, die wir beim Zazen einnehmen, eignet sich gut als Ausgangsplattform auch f&uuml;r ein Gesp&uuml;r &uuml;ber die Haltekr&auml;fte unseres K&ouml;rpers. Wo sp&uuml;re ich seine Auflage? Wie f&uuml;hlt sich das an? Ist dieses Druckgef&uuml;hl, diese Schwere, belebt und hat sie immer die gleiche F&auml;rbung? <br /><br />Welche Auswirkungen hat mein Gem&uuml;tszustand auf die Wahrnehmungsqualit&auml;t meiner Kontaktfl&auml;che mit der Sitzunterlage? Kann ich mich in das Gehaltenseins meines K&ouml;rpers mittels der Schwerkraft entspannen? Wann gelingt mir dies besser/schlechter?<br /><br />Alles, was wir tun, ist der Kraft, welche die Erde auf uns aus&uuml;bt, unterworfen. Dieser gro&szlig;e Planet, der uns eine vor&uuml;bergehende Bleibe gew&auml;hrt, der uns h&auml;lt und der uns auch nicht loslassen wird, wenn wir die jetzige Form einmal aufgeben: k&ouml;nnen wir seine Energie sp&uuml;ren? K&ouml;nnen wir sie als R&uuml;ckhalt erfahren? K&ouml;nnen wir die Herausforderung annehmen, damit zu &uuml;ben? K&ouml;nnen wir das Wagnis eingehen, die Steinfrau, der Holzmann zu werden, die hier&uuml;ber zu Tanzen beginnen, zum Staunen und zur Freude aller, einschlie&szlig;lich der Gr&auml;ser, Fl&uuml;sse und der gro&szlig;en Erde?<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="D1900236-06BB-4B21-90B2-BE6154EABAC2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d1900236-06bb-4b21-90b2-be6154eabac2.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von Himmel und Erde I</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-05-22T18:44:00+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9945f5e445fbf499896ede56301d7051-89.html#unique-entry-id-89</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9945f5e445fbf499896ede56301d7051-89.html#unique-entry-id-89</guid><content:encoded><![CDATA[Vor kurzem besch&auml;ftigen wir uns mit den "vier Elementen": Wasser, Erde, Luft und Feuer. Dabei geht es, wie immer in unserer &Uuml;bung - abgesehen von den Qualit&auml;ten "fl&uuml;ssig, fest, beweglich und hei&szlig;" vor allem darum, zu beobachten, wie wir diese Eigenschaften im K&ouml;rper wahrnehmen. Und im Zuge dessen zu betrachten, wann sich unsere Wahrnehmung ver&auml;ndert, so dass wir die Chance haben, festzustellen: selbst so etwas "Gew&ouml;hnliches" wie die Kontemplation &uuml;ber "mein Bein" ist einem Wandel unterworfen. <br /><br />Der indischen Vorstellungswelt nach bestand unser Planet und alles, was wir sehen, aus den Elementen Wasser, Erde, Luft und Feuer. Heutzutage w&uuml;rden wir vielleicht sagen: Kohlenstoffatome, Wasser, Kalzium usw. <br />Wenn der Buddha &uuml;ber die Betrachtung der vier Elemente lehrte, meinte er eine Wahrnehmung derselben, keine gedankliche Er&ouml;rterung.<br /><br />F&uuml;hlen wie das Wasser flie&szlig;t. F&uuml;hlen wie das Wasser stagniert. Sp&uuml;ren wie fest ein Berg ist. Wie weich die Erde sein kann. Wie schwer sie sich auch anf&uuml;hlen kann. <br /><br />Wir beobachten unser Empfinden. Wir beobachten unser sich ver&auml;nderndes Empfinden. Wenn ich Schwere sp&uuml;re &ndash; bin ich dann eher geneigt, meine Wahrnehmung davon abzuwenden, mich vielleicht abzulenken? Warum ist das so? Welches Gef&uuml;hl verursacht die Empfindung von Schwere in Bezug auf das Erdelement in mir? Was daran ist angenehm/unangenehm?<br /><br />Was sich so einfach, fast schlicht anh&ouml;rt, ist in Wahrheit eine Kunst. Die Kunst des Lauschens auf feine Kl&auml;nge, die alle Sinne beanspruchen. <br />Wie wir diese Schwingungen wahrnehmen, ob wir dazu bereit sind, ihnen zu folgen, Schicht f&uuml;r Schicht, sagt viel aus &uuml;ber unser Leben insgesamt. Denn: wir sind auch, was wir f&uuml;hlen. Und weil wir sind, f&uuml;hlen wir.<br /><br />"Wisse immer, wo Deine F&uuml;&szlig;e sind"<br />Sojun Mel Weitsman Roshi<br /><br />Gasso, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="7AE37607-C606-4C54-95D0-01EBFB0E7E2C" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/7ae37607-c606-4c54-95d0-01ebfb0e7e2c.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der majest&#xe4;tische Frieden der Berge</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-05-22T17:50:37+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/81a952964edaf54d8b8bec546d2e7bab-91.html#unique-entry-id-91</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/81a952964edaf54d8b8bec546d2e7bab-91.html#unique-entry-id-91</guid><content:encoded><![CDATA[F&uuml;r eine Kiefer am blauen Gebirgsbach<br />und f&uuml;r einen Kranich in seinem kalten Nest<br />ist das Wesen von Trauer<br />sanft und friedlich,<br />erhaben ihr gesamter K&ouml;rper.<br /><br />Der tiefe Strom im Tal<br />umarmt das helle Mondlicht.<br />Die gewaltigen Berge<br />umsorgen die farbenfroh gl&uuml;henden Wolken.<br /><br />Jeder Ort f&uuml;r sich -<br />die zehn Richtungen sind klar und unverstellt.<br />Heute, jetzt, hier:<br />verstehst Du dies?<br /><br />(aus Dogen Zenjis Eihei Koroko)<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="61417202-6858-40B2-AE5B-C417AD15E70E a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/61417202-6858-40b2-ae5b-c417ad15e70e-a.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Benediktushof </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-04-11T22:52:10+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a03300468d9cffb2badc32d5af18d40c-88.html#unique-entry-id-88</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a03300468d9cffb2badc32d5af18d40c-88.html#unique-entry-id-88</guid><content:encoded><![CDATA[&Uuml;ber Ostern fand der von Juen angebotene Zenkurs "Bl&uuml;ten fallen" im Benediktushof statt. Im erbl&uuml;henden&nbsp;Franken verbrachten wir vier reich gef&uuml;llte Tage, die in einem gemeinsamen Osterfr&uuml;hst&uuml;ck der an allen Kursen Teilnehmenden endete.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG-1572" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img-1572.jpg" width="540" height="410" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG-1568" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img-1568.jpg" width="440" height="558" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG-1564" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img-1564.jpg" width="470" height="596" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der allt&#xe4;gliche Geist ist der Weg</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-03-30T16:52:08+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f8952804583b33359ff360b05ee7a3a7-87.html#unique-entry-id-87</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f8952804583b33359ff360b05ee7a3a7-87.html#unique-entry-id-87</guid><content:encoded><![CDATA[Joshu fragte Nansen allen Ernstes: &bdquo;Was ist der Weg?&ldquo;<br />Nansen antwortete: der allt&auml;gliche Geist ist der Weg&ldquo;.<br /><br /><em>Fall 19, Mumonkan<br /></em><br /><br />Oft konzentrieren wir uns darauf, WAS wir tun. Oder was wir eigentlich tun sollten an Stelle von dem, was wir gerade vor uns haben. Wir denken dar&uuml;ber nach, was wir tun m&ouml;chten, was sein sollte, was sein k&ouml;nnte. Wir gr&uuml;beln dar&uuml;ber, was nicht ist. Wir denken immer wieder daran, was der oder die gesagt hat, was richtig ist und was nicht, was wir uns w&uuml;nschen, was wir &bdquo;stattdessen&ldquo; viel besser h&auml;tten sagen sollen und so weiter.<br /> <br />Das ist nicht falsch oder un-spirituell, es ist nur einseitig und es f&uuml;hrt &uuml;berwiegend zu mehr Leiden. In unserer Praxis stellen wir eine Alternative zur Seite: wir untersuchen, WIE wir etwas denken oder tun. Indem wir unsere Aufmerksamkeit darauf richten, verschwinden Vorlieben, Meinungen, selbst unser Widerstand h&auml;lt inne. Wir m&uuml;ssen nicht mehr etwas besonders Schlagfertiges antworten, besonders h&uuml;bsch oder klug sein oder etwas Interessanteres tun. Wir verlegen unseren Fokus auf uns selbst: wie mache ich das gerade? Wie f&uuml;hle ich, wo sp&uuml;re ich etwas, wie verleihe ich in dieser Situation meiner &Uuml;bung am besten Ausdruck?<br /><br />Indem wir uns von der Rolle der Opfer unserer Umst&auml;nde wegbewegen, geschieht etwas: es ist an uns, zu fragen, an uns, zu beleuchten, an uns, zu ver&auml;ndern. Der &auml;u&szlig;ere Rahmen verschwindet im Webmuster. Wir m&uuml;ssen uns nicht l&auml;nger bem&uuml;hen, das Angenehme, Gute &uuml;ber das Unangenehme, L&auml;stige gewinnen zu lassen. Es ist ohnehin unm&ouml;glich.<br />In diesen scheinbar langweiligen Handlungsabfolgen, die wir schon x-Mal abgespult haben, um dann auf das Wochenende, die Ferien oder die Befreiung zu hoffen, ist unser Weg. Mittendrin.<br /><br />Sollen wir uns dahin ausrichten? Daf&uuml;r m&uuml;ssen wir nichts Zus&auml;tzliches tun, nicht besonders &bdquo;Zen&ldquo; sein, noch nicht einmal besonders achtsam sein. Neugierig bleiben und unverstellt, einfach schauen, einfach h&ouml;ren, das ist der Weg.<br /><br />Wie kann ich wissen, dass der Weg der richtige ist?<br />Unser K&ouml;rper, unsere Haut, unsere Knochen, unser Mark zeigen uns die Richtung.  Unser Zazen zeigt uns den Weg. Dann m&uuml;ssen wir nur noch lassen. Und nichts anderes suchen.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050979" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050979.jpg" width="770" height="520" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Wasser tr&#xe4;gt viele Gezeiten</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-03-30T16:48:24+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/36b32b583d0c1c677f185faba1307264-86.html#unique-entry-id-86</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/36b32b583d0c1c677f185faba1307264-86.html#unique-entry-id-86</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Wasser &uuml;bt Zazen, indem es sich bewegt. Dennoch ist das Wasser still, w&auml;hrend es flie&szlig;t, denn das Flie&szlig;en ist sein Stillsein, seine Natur. Die Br&uuml;cke &uuml;bt Zazen ohne sich zu bewegen. Lasst das Wasser sich bewegen, denn das ist die &Uuml;bung des Wassers.&ldquo;<br /><br /><em>Shunryu Suzuki</em><br /><br /><br />Welche Bewegung haben wir? Wie dr&uuml;cken wir unsere Natur aus? <br />Was in uns ist gefroren? Was kristallisiert? <br />Was ist Raureif, was Schneeflocke oder Strom? <br />Zeig es mir!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P8220044 (1)" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p8220044-002810029.jpg" width="720" height="545" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der Alltag in Wolken und Wasser</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-03-21T19:39:55+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/30b5657a6e06125d04876fa8180a5a09-85.html#unique-entry-id-85</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/30b5657a6e06125d04876fa8180a5a09-85.html#unique-entry-id-85</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer &Uuml;bungszeit im Fr&uuml;hjahr (&bdquo;Ango&ldquo;) haben wir ein neues Kapitel aufgeschlagen: die Vier Elemente werden unser Thema der n&auml;chsten Wochen und Monate sein. Unsere Ahnen bezeichneten die Vier Elemente Wasser, Erde, Feuer, Luft als die Komponenten, aus denen sich alles zusammensetzt. Sp&auml;ter kamen mit &bdquo;Raum&ldquo; und &bdquo;Bewusstsein&ldquo; zwei weitere Elemente hinzu.<br />In unserer Sangha haben wir vor kurzem mit der Besch&auml;ftigung um das Wasserelement begonnen.<br /><br /><u>Die t&auml;glichen Handlungen von Wolken und Wasser</u><br />Ans Ufer des Meeres zu gehen, um Sandk&ouml;rner zu z&auml;hlen, vergeudet die eigene Kraft.<br />Einen Ziegel zu polieren, um daraus einen Spiegel zu machen, ist ebenso vergeblich.<br />Siehst Du nicht, dass die Wolken &uuml;ber den hohen Bergen ganz nat&uuml;rlich und spielend miteinander tanzen? Wie k&ouml;nnen wir die Frage stellen, ob sie einander vertraut oder fremd sind?<br />Das Wasser eines tiefen Flusses folgt dem Flussbett mit seinen Geraden und Kurven, ohne den einen oder anderen Lauf zu bevorzugen. Die t&auml;glichen Handlungen der Menschen gleichen Wolken und Wasser.<br />Wolken und Wasser sind so &ndash; Menschen hingegen nicht.<br />Wenn sie aber so sein k&ouml;nnten, wie w&uuml;rden sie sich dann in dieser dreifachen Welt bewegen?<br /><em>Dogen Zenji, Eihei Koruku</em><br /><br />Mit der &bdquo;dreifachen Welt&ldquo;, der Welt des Samsara, der Welt der &bdquo;10.000 Dinge&ldquo; ist gemeint: das Habenwollen, die Welt der Form, des Unterscheidens und die Welt dessen, was formlos ist und keine Abgrenzung kennt.<br /><br />Das Wasser verhandelt nicht mit dem Flussbett, ob die Biegung des Stromes ihm gef&auml;llt oder nicht. Es flie&szlig;t dahin, wohin es getragen wird. Das bedeutet jedoch nicht, dass es beliebig flie&szlig;en w&uuml;rde. Das Flie&szlig;en ist ihm so vertraut, dass es nicht hinterfragt, ob es sich in 30 oder 20 Grad Kurven schl&auml;ngelt oder ob dies die gerade rechte Kr&uuml;mmung darstellt. Es flie&szlig;t einfach. Denn Flie&szlig;en ist sein Element. Es ist seine Haltung, sein Gel&uuml;bde. Es ist seine 1000 Arme und Augen.<br /><br />Wenn wir so sein k&ouml;nnten wie Wolken und Wasser, wie w&uuml;rden wir dann leben? Wie w&uuml;rden wir uns bewegen, mit all unseren Angelegenheiten und Sorgen, mit all unseren Fl&uuml;geln und unseren Schwimmbewegungen?<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="_1030699" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/_1030699.jpg" width="770" height="582" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Roseburg</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-03-21T19:37:36+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a677d57cbe44919fe2a16129001bae0b-84.html#unique-entry-id-84</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a677d57cbe44919fe2a16129001bae0b-84.html#unique-entry-id-84</guid><content:encoded><![CDATA[Vor kurzem fand unser Zen-Seminar "Bl&uuml;ten fallen" im Haus der Stille in Roseburg statt. Wieder waren es stille und anregende Tage der Einsamkeit und Gemeinschaft, die dieses Haus nun schon seit 60 Jahren pr&auml;gen. Es hat etwas, "nur" einen Kurs jeweils gleichzeitig im Haus zu haben. Der Essensraum ist eher ein gr&ouml;&szlig;eres Wohnzimmer, die Schuhe im Eingang reichen f&uuml;r ein einziges Regal.<br />Und mit Saskia gibt es eine Bodhisattva, die viele pers&ouml;nlich kennt (nicht nur die Kursleitenden) und auch f&uuml;r jede/n ein Wort oder eine Aufmerksamkeit bereit h&auml;lt. Getragen von kecken Krokussen und einer morgendlichen Symphonie an Vogelstimmen verbrachten wir unsere Tage. Danke, Roseburg! (https://www.hausderstille.org).<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001766_L1001771" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001766_l1001771.jpg" width="820" height="315" /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001775" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001775.jpg" width="720" height="479" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gro&#xdf; ist das Gewand der Freiheit III</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-02-25T21:55:05+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ef0806c0fc93be86c41a30811c0882a7-83.html#unique-entry-id-83</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ef0806c0fc93be86c41a30811c0882a7-83.html#unique-entry-id-83</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Wenn Du ein Priester sein m&ouml;chtest, verhalte Dich wie einer.<br />Joko Beck</em><br /><br />Vor kurzem haben wir das Koan 23 aus dem Mumonkan besprochen:<br />Der M&ouml;nch Myo verfolgte den sechsten Patriarchen (Huineng; Daikan Eno), nachdem diesem nachts von seinem Lehrer die Dharma-Nachfolge &uuml;bertragen worden war. Als er ihn eingeholt hatte, versuchte er, die Robe, die Huineng &uuml;bergeben worden war, hochzuheben. Es gelang ihm nicht. Sie war &bdquo;so unbeweglich wie ein Berg&ldquo;.<br /><br />Wieso konnte er sie nicht hochheben?<br />Was an ihr konnte er nicht ausf&uuml;llen?<br />Worin zeigt sich der Mensch hinter der Robe?<br />Was wurde &uuml;bertragen?<br />Wie sieht unsere Robe aus?<br />Wann ist sie uns n&uuml;tzlich?<br /><br />Die beste Robe ist die, die wir nicht sehen. Die wir daher auch weder an- noch ablegen m&uuml;ssen. Sie geh&ouml;rt zu uns wie es zu uns geh&ouml;rt, &bdquo;die Augen waagrecht und die Nase senkrecht zu tragen&ldquo;. <br /><br />Wir m&uuml;ssen uns nicht erst ihrer besinnen. Wir werden durch sie weder h&uuml;bscher, besser, noch heiliger. Wir brauchen sie nicht. Sie macht uns nicht zu irgendetwas. <br /><br />Wenn wir sie ganz ausf&uuml;llen, sind wir Schale und Gewand - so wie wir merken, ob das Wasser, das wir trinken, warm ist oder kalt. Nichts Geheimes - und dennoch tief verborgen.<br /><em><br />Wenn Du Dich auf Dein wahres Angesicht besinnst, findest Du das Geheime in Dir Selbst.<br />Mumonkan, Fall 23</em><br /><br />Gasso, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="w1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/w1.jpg" width="720" height="720" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gro&#xdf; ist das Gewand der Freiheit II</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-02-25T21:51:38+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/52d7ca985c45dc0a3ac2ed4a84213847-82.html#unique-entry-id-82</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/52d7ca985c45dc0a3ac2ed4a84213847-82.html#unique-entry-id-82</guid><content:encoded><![CDATA[Geht es auch ohne &bdquo;Schale und Gewand&ldquo;? Brauchen wir so etwas heute &uuml;berhaupt noch?<br /><br />Zun&auml;chst einmal ist die Zen-Praxis Teil einer zwei Jahrtausende alten Tradition, dem Buddhismus. Dieser hat heute (wie damals) viele Gesichter. Aber einen Stamm, eine historische Herkunft, die unter anderem auch bestimmte Formen beinhaltet, von denen wir viel lernen k&ouml;nnen. Die Regeln und Formen des Zen ebnen uns den Weg zur Freiheit. <br />Hier&uuml;ber haben wir oft gesprochen (u.a. Kapitel 3; &bdquo;Gro&szlig;es Herz weiter Horizont&ldquo;).<br /><br />Ben&ouml;tigen wir ein Kesa, um das Feld der Befreiung pfl&uuml;gen zu k&ouml;nnen? Die Robe ist auch: eine Erinnerung an unser Gel&ouml;bnis. Es ist gut, Dinge auszusprechen, sie zu bekunden und sich dann daran zu halten. <br /><br />Sie ist ferner eine Hommage an unsere Lehrerinnen und Lehrer, die vor uns diesen edlen Weg, oft um etliches beschwerlicher als der unsrige, beschritten haben. <br />Sie ist dar&uuml;ber hinaus eine T&uuml;r, ein Werkzeug, eine Ermutigung, sie vollkommen auszuf&uuml;llen. Mit allem, was wir haben. Mit allem, was wir sind. Mit allem, was uns gegeben wird. <br /><br />Wir legen sie an und blicken gleichzeitig zur&uuml;ck wie wir auch nach vorne gehen. Sie ist eine Robe mit vielen Farben. Die gesamte F&uuml;lle unseres Lebens, alles was wir immer schon waren, werden k&ouml;nnen und m&ouml;chten, ist in ihr enthalten. Gibt es dann noch einen Grund, sie beim Klang der Glocke nicht anzulegen?<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="w2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/w2.jpg" width="720" height="720" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gro&#xdf; ist das Gewand der Freiheit I</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-02-25T21:40:43+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bce4f9cea1444936aa161b2e5392ec66-81.html#unique-entry-id-81</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bce4f9cea1444936aa161b2e5392ec66-81.html#unique-entry-id-81</guid><content:encoded><![CDATA[Vor kurzem haben wir uns, anl&auml;sslich unseres Themas &bdquo;Gel&ouml;bnis&ldquo; &uuml;ber den &bdquo;Vers des Kesa&ldquo; ausgetauscht.<br /><br /><em>Wie gro&szlig; ist das Gewand der Freiheit<br />Ein Feld des Gl&uuml;cks jenseits aller Formen<br />Nun trage ich des Tathagatas Lehre<br />Um alle Wesen zu befreien.</em><br /><br />Seit Meister Dogen aus China zur&uuml;ckkehrte, wird dieser Vers in den Soto Zen-Kl&ouml;stern rezitiert. Dogen schildert in einem Kapitel des Shobogenzo, wie tief ihn dieses Ritual beeindruckt hat. Was kann uns diese Tradition 800 Jahre sp&auml;ter sagen?<br /><br />Die Robe diente zur Zeit der Entstehung der Gefolgschaft Buddhas als Erkennungsmerkmal. Der Legende nach sah der Buddha in der Gegend von Magadha Reisfelder und bat Ananda, ein Tuch nach diesem Muster zu entwerfen.<br />Das Gewand der Befreiung wird heute aus einem intakten, h&uuml;bschen Stoffballen gewonnen, indem wir es in viele kleine St&uuml;cke schneiden. Damals sammelten die M&ouml;nche Stoffreste, vorzugsweise getragene, und f&auml;rbten sie in gedeckten Farben. Dabei spielte es keine Rolle, ob das Tuch zuvor einem Kranken, einem Verstorbenen oder einem Kastenlosen geh&ouml;rt hatte &ndash; f&uuml;r die damalige Zeit so mutig wie ungew&ouml;hnlich.<br /><br />So ist auch der Faden sozialer Gerechtigkeit &uuml;ber die Jahrtausende hinweg bis zu uns gewandert. Er verbindet, wie verpflichtet uns: hin zu gemeinsamer, geteilter Freiheit.<br />Die Teile des Kesa kamen von &uuml;berall her. Sie bleiben bis heute noch eine Weile bestehen in Form des neuen Gewandes &ndash; bis auch dieses verschlissen sein wird und den Elementen anheimf&auml;llt. Somit ist in das Kesa der Faden der Verg&auml;nglichkeit gewirkt &ndash; Form gewordene Manifestation unseres eigenen Schicksals. Doch hat Wandel und Ver&auml;nderung nicht auch etwas Befreiendes?<br /><br />Wozu dann noch festhalten, wenn die Dinge uns ohnehin aus der Hand genommen werden? Warum nicht &bdquo;die Faust &ouml;ffnen&ldquo; und sp&uuml;ren, dass nahezu alles, was wir brauchen, uns gegeben wird? (Insofern wir nicht in einem Kriegsgebiet leben und unsere elementaren Grundbed&uuml;rfnisse erf&uuml;llt werden k&ouml;nnen.) <br /><br />Unser Gewand als verdienstvolles Feld. F&uuml;r Zen-Praktizierende gilt mit zunehmender Tiefe der &Uuml;bung: wenn wir etwas geschenkt bekommen, m&ouml;chten wir es weitergeben. Das ist das &bdquo;Feld des Gl&uuml;cks&ldquo;. Es ist nicht beschreibbar, da nur erfahrbar und hat keine feste Form. Insofern ist das Kesa ein Symbol f&uuml;r unser Feld des Lebens, f&uuml;r das, was wir darin ausdr&uuml;cken und verwirklichen m&ouml;chten. Es hat zudem nicht nur eine Form, sondern 108 Arme, Augen und H&auml;nde, 109 t&auml;gliche M&ouml;glichkeiten zu &uuml;ben, zu geben und weiterzureichen. Unser Gewand als Symbol unseres Lebensfeldes. Inwiefern wir es zu einem &bdquo;Feld des Gl&uuml;cks jenseits aller Formen&ldquo; erbl&uuml;hen lassen, ist ganz bei uns, im herannahenden Fr&uuml;hling wie zu Winterzeiten.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="w3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/w3.jpg" width="720" height="720" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Gewand der Freiheit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-01-28T17:37:13+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1bc2132a46996d4f9c5ab2a5ad22b20f-80.html#unique-entry-id-80</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1bc2132a46996d4f9c5ab2a5ad22b20f-80.html#unique-entry-id-80</guid><content:encoded><![CDATA[Meister Unmon sagte: &bdquo;Diese Welt ist unermesslich weit. Warum legst Du beim Erklingen der Glocke Deine Robe an?&ldquo;<br /><em>Mumonkan, Fall 16</em><br /><br />Das Neue Jahr ist noch jung, doch nach einem ersten Schub in Richtung dessen, was wir zu verwandeln geloben, holt uns oft die Alltagsroutine wieder ein. <br />Wie k&ouml;nnen wir das Junge und Frische in uns lebendig halten? Wie k&ouml;nnen wir nicht nur von einem Jahr ins N&auml;chste stolpern, sondern best&auml;ndig die Dharma-Blume drehen und von ihr gedreht werden?<br /><br />Wie m&ouml;chten wir gelebt haben, wenn wir an Sylvester 2023 auf dieses Jahr zur&uuml;ckschauen?<br />Warum legen wir unsere Robe an, wenn der Klang uns ruft?<br />Worin besteht unsere Robe?<br />Sieht sie immer gleich aus? Was bedeutet sie f&uuml;r uns? Welches Verh&auml;ltnis haben wir zu ihr?<br /><br />Gibt es Tage, an den wir mit ihr gl&uuml;cklicher sind als an anderen Tagen? Frieren wir manchmal trotz Robe? Was signalisiert uns unsere Robe in Bezug auf unsere Umwelt, auf diejenigen, die uns begegnen? Tragen wir mehrere Roben? K&ouml;nnen wir sie uns aussuchen? Entscheiden wir jedes Mal neu, ob wir sie tragen oder welche wir tragen?<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010361-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1010361-2.jpg" width="580" height="440" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">In diesem Koan geht es um mehr als um Buddhas Gewand, ein Rakusu zu tragen oder eine M&ouml;nchsrobe, um siebenteilig oder einteilig. Nat&uuml;rlich ist das eine der vielen Ebenen: Ritual, Erinnerung an die &Uuml;bung und Bezeugen derselben durch unser Gewand.<br /><br />Grunds&auml;tzlich geht es in Unmons Frage darum, wieso wir &uuml;ben.<br />Wieso wir leben und vor allem: wie.<br /><br />Wie stehe ich auf? Wie beantworte ich die Kl&auml;nge meines Lebens, deren Echo, die Glockenschl&auml;ge, die zu mir getragen werden?<br />Wie sieht meine eigentliche, meine ur-eigene Robe aus? <br />F&uuml;lle ich sie aus? Mache ich von ihr Gebrauch? Leben wir bis zur letzten Naht in ihr? <br />Kann sie mit mir tanzen, kann sie tr&ouml;sten, singen, und auch still sein? K&ouml;nnen wir uns auf einander verlassen?<br /><br />Kann ich sie auch anlegen, einfach so? <br />Weil die Glocke ruft, mein Tag beginnt, ich noch hier bin? <br />Weil wir einmal die Wahl getroffen haben, sie zu tragen, den ganzen langen Weg, der uns als der einzig gesunde und richtige erschien?<br /><br />K&ouml;nnen wir sie auch vergessen, ablegen, um sie wiederzufinden in einem erz&auml;hlenden Gegen&uuml;ber, einer helfenden Hand, beim Betrachten einer h&uuml;pfenden Amsel oder beim Leiten einer Konferenz?<br /><br />Die Robe der Welt hat viele &Auml;rmel und keine Naht. <br />Sie spendet Schatten in der Hitze. <br />Sie schafft Frieden im Sturm. <br />Sie w&auml;rmt uns in der K&auml;lte. <br />Sie kostet rein gar nichts. <br />Sie ist unbezahlbar. <br />Sie h&auml;ngt in unserem Schrank. Schon immer. <br /><br />Worauf warten wir?<br /><br />Gassho, <br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1060021" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1060021.jpg" width="620" height="820" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2023-01-01T00:10:00+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bbf100ee3a967784e20219cceeb002e0-79.html#unique-entry-id-79</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bbf100ee3a967784e20219cceeb002e0-79.html#unique-entry-id-79</guid><content:encoded><![CDATA[<p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="WWS Jahreskarte 2023" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/wws-jahreskarte-2023.jpg" width="824" height="1159" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Zuflucht zur Sangha</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-12-27T05:10:34+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/589cb57938072c3bdefb8f64acb3c543-78.html#unique-entry-id-78</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/589cb57938072c3bdefb8f64acb3c543-78.html#unique-entry-id-78</guid><content:encoded><![CDATA[Wir nehmen Zuflucht zur Sangha als der Gemeinschaft. Die Gemeinschaft der &Uuml;benden teilt Werte und Vertrauen, sie teilt Gleiches. Dennoch sind zweifelsohne jede und jeder auf ihren individuellen spirituellen Wegen unterwegs. Es ist eine besondere Freundschaft, die ohne Erwartungen und herk&ouml;mmliches Wissen &uuml;ber den anderen auskommt und vielleicht ist sie gerade deswegen so tragf&auml;hig. Wir nehmen Zuflucht in dem Wissen um die Vier Edlen Wahrheiten, im &bdquo;vollen Besitz der f&uuml;nf Eigenschaften&ldquo;. Nichts ist au&szlig;erhalb, alles, auch die Zuflucht, spielt sich innerhalb unserer selbst ab. Daher vertrauen wir, sind wir zuversichtlich: nicht weil wir etwas nicht verstehen, sondern gerade weil wir sehen, weil wir mit Weisheit und Mitgef&uuml;hl gelernt haben, zu schauen.<br /> <br />Es ist die Sangha, die Buddha und Dharma zu Leben erweckt. Es ist an uns, in beschwerten Zeiten wie diesen, in den leichtf&uuml;&szlig;igen Momenten, die es darin auch gibt, den Raum zu schaffen, diese zu erfahren. Die Gesamtheit des &bdquo;an uns&ldquo; verk&ouml;rpert sich in einer Sangha. Wie viel gebe ich hinein? Was halte ich zur&uuml;ck? Was ist mir diese Versammlung meiner selbst wert?<br /><br />Die Sangha ist ein perfekter Spiegel, wir werden durch sie gedreht wie Dogens Dharmablume. Wie Buddha und Dharma, ist es ferner ebenso an uns, sie zu drehen, diese unendliche Dharmablume, die zwar immer schon hier war, die auf uns stets wartet und die sich unb&auml;ndig dar&uuml;ber freut, wenn wir uns zu ihr gesellen. Auf diesem alten Weg. Auf diesem stets neuen Weg.<br /><br />Einem Pfad, den schon so viele vor uns unter ungleich gr&ouml;&szlig;eren M&uuml;hen gegangen sind, der durch uns lebendig und wach gehalten wird und der uns durch die edle Dunkelheit der Nacht f&uuml;hrt, damit wir ankommen in die Helle des Tages: um zu staunen und zu wirken.<br /><br />In diesem Augenblick begegnen sich 2500 Jahre, die ungebrochene Tradition und Disziplin zahlloser Buddhas und Bodhisattvas vor uns und machen uns zu dem, was auch ihnen damals widerfahren ist: quicklebendige zuk&uuml;nftige Buddhas in genau jenem Moment des Erkennens und Begegnens.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-5286AE08-8BD9-412A-A458-C356AB69EA93" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-5286ae08-8bd9-412a-a458-c356ab69ea93.jpg" width="720" height="720" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Zuflucht nehmen: Dharma</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-12-24T15:26:51+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/18f2e5856f174b1fec68824a0fdd6f16-77.html#unique-entry-id-77</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/18f2e5856f174b1fec68824a0fdd6f16-77.html#unique-entry-id-77</guid><content:encoded><![CDATA[Wir nehmen Zuflucht zu Buddha auch als Beispiel f&uuml;r Siddharta Gautama als einem Menschen, der unter anderem erkannte, dass der Gro&szlig;teil unserer Probleme mit uns selbst, mit unserem Kopf, zu tun haben. So gesehen: &bdquo;nichts Heiliges&ldquo;, der Nabel ist in der Mitte und die Nasenspitze dar&uuml;ber. Wir sind gemeint, wir haben es genauso in der Hand wie jener Mann vor 2500 Jahren.<br /><br />Wir nehmen Zuflucht zum Dharma als unserem Weg. Hiermit sind nicht nur die historischen Sutren gemeint oder die beeindruckenden B&auml;nde an buddhistischer Prim&auml;r- bis Terti&auml;rliteratur. <br /><br /><em>&bdquo;Die Berge und Fl&uuml;sse der Gegenwart sind die Verwirklichung des Weges der Buddhas vergangener Zeiten&ldquo;.<br />Dogen, Sutra der Berge und Fl&uuml;sse</em><br /><br />Die Wirklichkeit aller Wesen: ein Sutra. Ob Berge, Fl&uuml;sse, V&ouml;gel, die Ukraine, Migration, Klima, ein Kiesel, eine Lampe: alles lehrt uns kontinuierlich das Dharma. Erneut: nichts Heiliges, nichts Weltliches. Keine Ausrede, etwas nicht genau betrachten zu k&ouml;nnen, weil uns der Blick versperrt bleibt. Alles kann angeschaut werden. Alles kann Anlass geben, die Wahrheit allen Seins widerzuspiegeln. <br /><br />Hierbei verweilt das Dharma in der ihr eigenen Unaufgeregtheit, weswegen der Lehre h&auml;ufig das Attribut der &bdquo;Leidenschaftslosigkeit&ldquo; zugeschrieben wird. Sie ist in dem Sinne nicht zielorientiert, denn sie webt sich nicht nach dualen Me&szlig;werten. Das Dharma ist sich selbst Dimension wie Relation und diese hei&szlig;t Welt, verwirklicht durch uns, kontinuierlich lernend und sich stetig wandelnd. In diesem Sinne bedeutet Zufluchtnahme zum Dharma, dass wir dieses als wertvoller erachten als unsere eigenen beschr&auml;nkten, relativen Sichtweisen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-0F0B95B1-7225-4589-A092-FA2B34441ACA" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-0f0b95b1-7225-4589-a092-fa2b34441aca-2.jpg" width="820" height="551" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Zuflucht</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-12-17T21:14:43+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/99d6a175a82cf0273831cc5b35ddcd1a-76.html#unique-entry-id-76</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/99d6a175a82cf0273831cc5b35ddcd1a-76.html#unique-entry-id-76</guid><content:encoded><![CDATA[Nachdem wir den Vers der Reue im Rahmen der Jukai Zeremonie rezitiert haben, folgt die Zufluchtnahme. Dies sind zugleich die ersten drei der sechzehn Grunds&auml;tze:<br /><br />Ich nehme Zuflucht zu Buddha<br />Ich nehme Zuflucht zum Dharma.<br />Ich nehme Zuflucht zur Sangha.<br /><br />F&uuml;r die M&ouml;nche, die dem historischen Buddha nach seinem Erwachenserlebnis begegneten, bedeutete die Zufluchtnahme zun&auml;chst: die Anerkennung von Siddhartha Gautama als Lehrer.<br /><br />Abgesehen von dem Respekt gegen&uuml;ber der historischen Person des Buddha, seiner Lehre und seiner Gemeinschaft: was ist hiermit f&uuml;r uns heute gemeint?<br /><br />W&ouml;rtlich hei&szlig;t es, wir nehmen &bdquo;den gro&szlig;en Weg&ldquo; an. Dieses Annehmen, &bdquo;taige&ldquo;, bedeutet im Japanischen so viel wie: &bdquo;mit dem K&ouml;rper verstehen&ldquo;. Wir bezeugen das gro&szlig;e Erwachen Buddhas durch unseren K&ouml;rper, in unserem Alltagsleben, in unser Alltagsleben.<br /><br />Darin besteht unsere Zufluchtnahme. Wir nehmen wahr, bevor unser Verstand aktiv wird. Wir geben ab: uns als Zentrum der Welt, alle anderen als Zulieferer f&uuml;r den m&ouml;glichst h&uuml;bschen Ausgang unserer Geschichten.<br />Wir nehmen an: mit unseren Augen, Nase, Ohren, Geschmack, unserem Tastsinn.<br />Nichts Heiliges. Sondern etwas sehr Direktes, Unmittelbares. <br /><br />Folglich sehen wir ein wenig klarer, ein wenig deutlicher: Zusammenh&auml;nge, gegenseitige Abh&auml;ngigkeiten, Verbundensein. Wir erkennen den ewigen Kreislauf von Werden und Vergehen, von Erhalten und Verschenken, von Gleichem unter Gleichen.<br />Ohne unser Zutun entsteht hierin ein Mitf&uuml;hlen, ein Vorw&auml;rtsgehen und gleichzeitig dabei Zur&uuml;ckschauen.<br />Das ist Zufluchtnahme zu Buddha.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-CC2A0296-BA9E-4E72-8C09-D677AB01FDBD" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-cc2a0296-ba9e-4e72-8c09-d677ab01fdbd.jpg" width="520" height="686" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Rohatsu 2022</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-12-08T17:42:57+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/68d6cad89cc9a3b7e3706aa7fe46edea-75.html#unique-entry-id-75</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/68d6cad89cc9a3b7e3706aa7fe46edea-75.html#unique-entry-id-75</guid><content:encoded><![CDATA[Nach dreij&auml;hriger Pause konnten wir am vergangenen Wochenende wieder so zusammenkommen, wie es f&uuml;r diese Sangha in den 20 Jahren ihres Bestehens zur vertrauten, alten Praxis geworden war: im Rahmen eines Sanghatages, der neben Zazen und Kinhin, Vortrag, Rezitation, Samu, gemeinsamer Pause auch das Oryoki mit einbezieht. So war es in dieser Hinsicht ein freudiges Zusammenkommen nach alter Tradition, lange entbehrt, dennoch vertraut und unmittelbar seine heilsame Wirkung verschenkend.<br /><br />Ferner beinhaltet Rohatsu immer auch eine Erinnerung an unsere Verbundenheit mit allen &Uuml;benden, bekannt oder unbekannt, aktuell und durch alle Zeiten. Und nat&uuml;rlich genauso ein Gedenken an den Anlass von Rohatsu: dem Erwachen von jemanden vor zweieinhalbtausend Jahren in die gesamte Offenheit, Verletzlichkeit, Gemeinsamkeit, Tragik und Sch&ouml;nheit unseres untrennbar gemeinsamen Daseins.<br /><br />Was wurde zur Seite gelegt, als der Buddha den Morgenstern erblickte?<br />Was wurde hiervon bis heute, durch alle St&uuml;rme hindurch, weitergetragen?<br />Wo sehe, f&uuml;hle und schmecke ich all dies gerade jetzt?<br /><br />Dar&uuml;berhinaus kann dieser Rohatsu nicht bedacht werden ohne eine Ber&uuml;cksichigung der vergangenen Jahre: was k&ouml;nnen wir sagen &uuml;ber unser Zen in schwierigen Zeiten wie diesen?<br /><br />Niemals h&auml;tten wir uns vorstellen k&ouml;nnen, dass die Folgen der Pandemie und die Trauer &uuml;ber die vielen Menschen, die deswegen ihr Leben gelassen haben, zur&uuml;cktreten w&uuml;rden vor Ereignissen, die noch eine ganz andere Dimension bedeuten: Krieg, Elend, Fl&uuml;chtlingsstr&ouml;me und Bedrohung.<br /><br />Nichts ist sch&ouml;n an einer Krise. Weder pers&ouml;nlich noch global.<br />Eines haben diese gemeinsam: sie regen uns dazu an, unsere Priorit&auml;ten zu &uuml;berdenken, Wertvorstellungen zu hinterfragen, vielleicht meine Lebenszeit insgesamt etwas anders zu bewerten. Was ist mir wichtig? Handle ich danach? Wie kann ich helfen?<br /><br />Unser Zusammenkommen beinhaltete auch deswegen eine Zeremonie, in der wir allen gedacht haben, die an Covid oder im Krieg verstorben sind. Die krank wurden an Isolation und Einsamkeit. Die verst&ouml;rt sind durch Kontaktbeschr&auml;nkungen mit ihren Liebsten. <br /><br />Ihnen allen schenken wir die gute Energie, die dieser gemeinsame Tag hervorgerufen hat. Er endet eigentlich nie. F&uuml;r jene, die sich einmal aufgemacht haben, ein Zendo zu besuchen. Und das sind, gerade in diesen Tagen, viel mehr, als wir manchmal denken oder sp&uuml;ren.<br /><br />Bodhisattvas aller L&auml;nder! Lasst uns miteinander in die n&auml;chste Runde sitzen, l&auml;cheln und zusammen vorangehen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="unnamed 6" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/unnamed-6.jpg" width="720" height="580" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Reue</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-11-22T22:11:32+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bd46fcb3bc26a9c29897b905cbb6e54b-74.html#unique-entry-id-74</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bd46fcb3bc26a9c29897b905cbb6e54b-74.html#unique-entry-id-74</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Vers der Reue<br />&nbsp;<br />All mein verwobenes Karma,<br />Entstanden aus anfangsloser Gier, Hass und Verblendung,<br />Geboren aus K&ouml;rper, Wort und Geist,<br />Bekenne ich nun ganz und gar.<br /></em><em><br /></em><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001514" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001514.jpg" width="770" height="518" /><br />&nbsp;<br /></p><p style="text-align:left;">Im Rahmen unseres &bdquo;Friedlichen Verweilens im Herbst&ldquo; hatten wir das Thema &bdquo;Gel&uuml;bde&ldquo; aufgegriffen, das wir noch ein bisschen &uuml;ber die Angozeit hinaus fortsetzen m&ouml;chten.<br /><br />Wir haben uns &uuml;ber die Bodhisattva-Gel&uuml;bde unterhalten, jene zentrale Gel&uuml;bde des Mahayana, die den Anspruch beinhalten, &bdquo;alle&ldquo; Wesen zu retten. <br /><br />W&ouml;rtlich genommen, ist das unm&ouml;glich. Es birgt vielmehr die (Zazen)-Erfahrung, dass wir uns auch als Einheit, als Dogens &bdquo;Gro&szlig;e Versammlung&ldquo; betrachten k&ouml;nnen. Und dass wir diese Perspektive nicht nur als gleichwertig zu der gut bekannten polaren Sicht der Dinge praktizieren, sondern sie vielleicht als genomische Basis, als den Dreh- und Angelpunkt unserer Welt betrachten lernen.<br /> <br />Dies wiederum hat zur Folge, dass wir aufgerufen sind, die Schwierigkeiten zu untersuchen, die uns oft den Blick auf diesen Einheitsweg versperren. Denn die Welt spricht st&auml;ndig mit uns. Meistens m&ouml;chte sie uns helfen: B&auml;ume, Gr&auml;ser, Wolken, Morgenlicht, Herbstbl&auml;tter stehen bereit, uns zu zeigen, dass sie Form gewordene Vollendung sind - weder eins, noch zwei, sondern eine einzige, sich steig ver&auml;ndernde Abfolge von Werden und Entstehen.<br /><br />Die Erkenntnis, und vielleicht ist diese ausnahmsweise sogar eine der etwas einfacheren Praxisbestandteile, dass wir dies weder individuell noch kollektiv nicht immer verm&ouml;gen, die Einsicht in unsere Nicht-Vollkommenheit, der Blick auf unser Scheitern wird im in unserer Praxis &bdquo;Reue&ldquo; genannt. <br /><br />Sie hat nichts gemein mit unserer Neigung zur Selbstbeschuldigung oder wiederkehrender innerlicher Selbstbestrafung, die letztendlich auch eine Form der &uuml;brigens sehr hartn&auml;ckigen Best&auml;tigung unserer Illusion einer festen Identit&auml;t darstellen.<br /><br />Sie ist vielmehr zu sehen als ein Erkennen unserer Unvollkommenheit und Grenzen &ndash; trotz bestem Bem&uuml;hen. Hiermit helfen uns Gel&uuml;bde und Reue als &bdquo;Linie nach vorne und Linie zur Seite&ldquo;, auf der Spur zu bleiben. <br /><br />Die &Uuml;bung des Zazen ist daher Intention, Gel&uuml;bde, Anspruch und stetes Bem&uuml;hen zugleich. Sie beinhaltet die Erkenntnis in das, was gerade ist genauso wie die Offenheit f&uuml;r eine Ver&auml;nderung unserer Sicht- und Handlungsweise. <br /><br />In diesem Sinne k&ouml;nnen wir in unserem Zazen die faszinierende Kommunion von Vergangenheit und Zukunft Atemzug f&uuml;r Atemzug in uns erfahren, die wir den gegenw&auml;rtigen Moment nennen. <br /><br />Deswegen ist er so kurz, dass er immer schon beinahe verflogen scheint. Deswegen ist er unendlich, dass wir nie aufh&ouml;ren k&ouml;nnen und sollten, uns mit allem, was wir sind und verm&ouml;gen, zu ihm zu gesellen.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001511" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001511.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /><br />&nbsp;<br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Tibetisches Zentrum HH</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-11-22T22:09:39+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a7f937a9135226a10abf647bfcf8fd78-72.html#unique-entry-id-72</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a7f937a9135226a10abf647bfcf8fd78-72.html#unique-entry-id-72</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende fand in Hamburg-Berne, seit 1983 Stammsitz des Tibetischen Zentrums e.V., ein Kurs mit Juen statt. Bei sch&ouml;nem Sp&auml;therbstwetter mit Blick auf den ruhigen Garten durften wir im Tempel selbst Zazen abhalten und uns den Fragen des Workshops widmen. Dem losgel&ouml;st vom Hauptgeb&auml;ude geplanten Tempel merkt man an, dass sich hier schon viele Dharmasuchende inspireren lie&szlig;en.<br />Vielen Dank f&uuml;r die Einladung und die Hilfe bei der Vorbereitung, liebe Dharma-Freunde!<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001520" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001520.jpg" width="720" height="484" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>November im Benediktushof</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-11-22T21:03:04+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/70ba594c90cf2c7a9b5f07fd8badf8a1-73.html#unique-entry-id-73</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/70ba594c90cf2c7a9b5f07fd8badf8a1-73.html#unique-entry-id-73</guid><content:encoded><![CDATA[Letzte Woche fand der erste von Juen geleitete Kurs am Benediktushof in Holzkirchen statt. Das Zendo lag unter dem Dach eines ehemaligen Wirtschaftsgeb&auml;udes. W&auml;hrend des Zazen konnte man sowohl den Brunnen im Hof als auch die Glocke der Basilika h&ouml;ren, ansonsten war es ganz still. Im weitl&auml;ufigen Haus fanden viele andere Kurse statt. Ab und an begegnete man einander, freundlich nickend, ein jeder auf seinen spirituellen Wegen. Es dauert, bis sich der riesig, fast un&uuml;berschaubar anmutende Hof mit seinen vielen Kursr&auml;umen und sogar zwei gro&szlig;en Speises&auml;len auch von innen im Ganzen erschlie&szlig;t. Vertrautheit entsteht in den kleinen Ecken der Gartenanlage, beim Anblick der etwas schiefen Kr&ouml;tenleiter im Bachlauf, den Ikebana-Gestecken selbst in den &auml;u&szlig;ersten Winkeln oder einfach nur beim Betrachten des alten, dicken Mauerwerks mit den Handwerks-Spuren vergangener Jahrhunderte.<br />Die Intention des Hauses jedoch ist &uuml;berall sp&uuml;rbar: Menschen aus den 10 Richtungen auf ihrem inneren Weg zu begleiten und vor allem einen Raum daf&uuml;r zu schaffen, damit dies &uuml;berhaupt erst m&ouml;glich ist.<br />https://www.benediktushof-holzkirchen.de<br /><p style="text-align:center;">&nbsp;<br /><img class="imageStyle" alt="797DF991-4B91-4241-8EC2-A094E96639E3_1_201_a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/797df991-4b91-4241-8ec2-a094e96639e3_1_201_a.jpg" width="720" height="482" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gro&#xdf; ist das Gewand der Freiheit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-10-27T23:26:04+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8da8a5521a633cfbbb4d9b6ad8d6469b-71.html#unique-entry-id-71</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8da8a5521a633cfbbb4d9b6ad8d6469b-71.html#unique-entry-id-71</guid><content:encoded><![CDATA[In unserem &bdquo;friedlichen Verweilen im Herbst&ldquo; (Ango) besch&auml;ftigen wir uns mit Gel&uuml;bden.<br />Eines der zentralen Gel&uuml;bde des Zen stellen die &bdquo;Vier gro&szlig;en Gel&uuml;bde eines Bodhisattva&ldquo; dar. <br /><br />Die Definition eines Bodhisattva besteht darin, die Absicht zu fassen, sein Leben nach dem Gel&uuml;bde zu leben und nicht prim&auml;r nach karmischen Impulsen. Diese k&ouml;nnen uns bewegen wie ein Blatt im Herbstwind: mal hierhin, mal dahin, je nachdem wie unsere Gewohnheiten, Vorz&uuml;ge, Wertvorstellungen gerade wehen. Diese wiederum entwickeln sich im Laufe unseres Erwachsenwerdens, sie richten sich nach den Werten der  Gesellschaft, in der wir leben. Wir benutzen dieses Wertesystem um zu handeln, zu urteilen, abzuw&auml;gen. Wir neigen hierbei zur Wahl dessen, was uns anzieht und wir scheuen das, was wir nicht m&ouml;gen. Es sind meistens reflexartige Entscheidungen, die selten durchdacht sind, die auf junge Teile in uns selbst zur&uuml;ckgehen und oft &bdquo;nur uns selbst&ldquo; im Blickfeld haben.<br /><br />Jede und jeder in unserer Praxis ist dazu aufgerufen, ein Bodhisattva zu sein. Im Gegensatz zu jenen selbstlosen Heiligen, die sich der Welt entsagten, findet das Leben eines Bodhisattvas inmitten von allem Weltlichen statt. Ein Bodhisattva strebt danach, Entscheidungen zu treffen, die Leid vermindern und die Weisheit und Mitgef&uuml;hl aller f&ouml;rdern. Ein Bodhisattva hat immer die Gemeinschaft im Sinn. Wir beginnen mit uns, wir schauen genau hin. Wir m&uuml;ssen nicht warten, bis wir &bdquo;alles&ldquo; gesehen haben. Es reicht &ndash; und ist anstrengend genug - die eigene Verantwortung zu erkennen und bereit zu sein, sie zu tragen. Ein Bodhisattva ist ein spirituell erwachsen gewordener Mensch, das ist nicht selbstverst&auml;ndlich und geschieht nicht einfach so.<br /><br />Nat&uuml;rlich unterliegt auch ein Bodhisattva dem Gesetz von Ursache und Wirkung. Alles, was wir tun, hat Folgen. Solange wir hier sind. Solange wir denken k&ouml;nnen. Alles, was je getan wurde und getan werden wird, hat Folgen. Wir versuchen im Zuge der &Uuml;bung, diese scheinbar unsichtbaren Abfolgen zun&auml;chst f&uuml;r uns selbst zu durchschauen. Wir beginnen mit der rein individuellen Ebene, die wir Zug um Zug erweitern auf unsere Erziehung, unsere Familie, unsere Nation.<br />Wir erfahren: wir selbst sind die Folgen unserer Taten, unserer Sprache, unseres Denkens und Handelns.<br /><br /><em>Vermeide Unheilvolles.<br />Tue was gut ist.<br />Lebe zum Wohle aller Wesen.</em><br /><br />Dies sind nicht die Versprechen entfernter Heiliger vor langer Zeit. Dies beschreibt unsere Worte, unser Bem&uuml;hen. Sie sind ein Appell an uns, die wir das gro&szlig;e Gl&uuml;ck haben, dieser wunderbaren Praxis begegnet zu sein. Wir sind dazu aufgerufen, sie mit gr&ouml;&szlig;tm&ouml;glicher Aufmerksamkeit und Aufrichtigkeit zu &uuml;ben. Im Zuge dessen weitet sich unsere Sorge immer mehr aus &ndash; ich kann nie wieder sagen: &bdquo;Das ist nicht mein Problem.&ldquo;<br />Ein Bodhisattva steht entgegen dem allgemeinen Trend nach isolierter Selbstschau, Ablenkung und &bdquo;Schmerzarmut&ldquo;. <br />Als Bodhisattvas sind wir bereit, uns vollkommen in den Dienst zu stellen, einen Dienst, der uns an Orte bringen wird, die wir uns niemals h&auml;tten tr&auml;umen lassen. Einen Dienst, der uns Freiheiten er&ouml;ffnet, die wir nicht erahnt und Empfindungen erm&ouml;glicht, die wir niemals gekannt haben. Einen Dienst, der f&uuml;r uns unb&auml;ndige Freude und tiefe Traurigkeit, gro&szlig;e Verbundenheit und edle Einsamkeit bereithalten wird. <br />Dies wird der Dienst im gro&szlig;en Gewand der Freiheit genannt: ein Feld des Gl&uuml;cks jenseits aller Formen.<br /><br /><em>Zahllose fühlende Wesen:<br />ich gelobe, mit allen gemeinsam zu erwachen. <br />Täuschungen sind unerschöpflich: ich gelobe, sie alle zu lassen. <br />Unzählbare Dharma-Tore:<br />ich gelobe, sie alle zu durchschreiten. <br />Unübertroffen ist Buddhas Weg: ich gelobe, ihn zu verwirklichen. </em><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="000037-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/000037-2.jpg" width="820" height="547" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ango im Herbst</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-10-04T20:36:36+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9744c876e3dfe55cfd0c8d1f7982cb79-70.html#unique-entry-id-70</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9744c876e3dfe55cfd0c8d1f7982cb79-70.html#unique-entry-id-70</guid><content:encoded><![CDATA[Wir bem&uuml;hen uns. <br />Wir scheitern. <br />Wir beginnen wieder neu. <br />Wir tragen beides. <br />Das ist unser Leben.<br /><br />Wir tragen dies genauso wie die oszillierenden Kr&auml;fte unseres Ichs: immer neu, immer ein bisschen anders.<br /><br />Heute hat unser &bdquo;friedliches Verweilen&ldquo; - Ango - im Herbst begonnen; mit morgendlichem Zazen dienstags (online) und der individuell zu formulierenden Absicht, sich etwas Konkretes vorzunehmen, das wir in diesen Wochen spirituell beleuchten m&ouml;chten. <br /><br />Unser Thema f&uuml;r diese Ango: die Gel&ouml;bnisse. Alle sind herzlich eingeladen!<br /><br /><em>Obschon dieses unwissende Ich <br />wohl niemals ein Buddha werden wird <br />gelobe ich andere hin&uuml;berzusetzen <br />weil ich ein M&ouml;nch bin.</em><br />Dogen Zenji<br /><br />Gassho, Juen <br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-302DA27E-E7E2-4C3B-B653-03909B0BBD6D" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-302da27e-e7e2-4c3b-b653-03909b0bbd6d.jpg" width="820" height="551" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von einem Ich&#x2c; das nicht ist. Manchmal aber doch. Oder nicht?</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-10-03T20:03:18+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2d60f1fc56530f9dd284d778191cd56a-69.html#unique-entry-id-69</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2d60f1fc56530f9dd284d778191cd56a-69.html#unique-entry-id-69</guid><content:encoded><![CDATA[In den letzten Wochen haben wir uns dar&uuml;ber unterhalten, welches &bdquo;Ich&ldquo; wir meinen, wenn wir davon sprechen &ndash; das &bdquo;Alltags-Ich&ldquo; oder das &bdquo;Ich&ldquo;, das wir im Zen auch als unsere &bdquo;wahre Natur&ldquo; bezeichnen. Ein &bdquo;Ich&ldquo;, dass weit &uuml;ber die physischen Grenzen unseres K&ouml;rpers hinausreicht, ein &bdquo;absolutes Ich&ldquo;, das alle &bdquo;Du&rsquo;s&ldquo; beinhaltet.<br /><br />Sind sie gleich, gar gleichwertig? Wenn sie verschieden sind, wie verhalten sie sich dann zu mir, ich zu ihnen in meinem (einen) K&ouml;rper?<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-DE36FB7C-826C-4CAC-AE30-664451B3DD46" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-de36fb7c-826c-4cac-ae30-664451b3dd46.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Was geschieht mit dem anderen Ich, wenn es nicht gerade &bdquo;aktiv&ldquo; ist?<br />Sprechen wir von verschiedenen Dimensionen oder von einzelnen Aspekten eines Ich? Sollten wir das Alltags-Ich loswerden, absitzen, verleugnen, &uuml;berwinden um immer im &bdquo;absoluten Ich&ldquo; verweilen zu k&ouml;nnen?<br />Woran merke ich, welches Ich gerade angeschaltet ist?<br /><br />Mit der Einschr&auml;nkung, dass Worte hierin immer nur eine Ann&auml;herung sein k&ouml;nnen, haben wir versucht, uns diesen Fragen zu n&auml;hern und kamen im vorerst letzten Kapitel unserer Suche zur&uuml;ck auf die Grunds&auml;tze ethischen Handelns, insbesondere die der &bdquo;Drei reinen Grunds&auml;tze&ldquo;:<br /><br /><em>Ich gelobe, Unheilvolles zu lassen<br />Ich gelobe, Gutes zu tun<br />Ich gelobe, zum Wohle aller Wesen zu leben</em><br /><br />Diese sind vor allem eines: S&auml;tze der Einheit, der Verbindung und der Verbundenheit. Sie k&ouml;nnen als heilsame Medizin nur dann wirken, wenn wir bereit sind, das gesamte Potential des jeweiligen Momentes auszusch&ouml;pfen, uns damit immer mehr anfreunden, Atemzug f&uuml;r Atemzug. Dies wird immer unser jeweiliges Gegen&uuml;ber, vom Grashalm bis zur B&uuml;gelw&auml;sche oder unseren schwierigen Arbeitskollegen, beinhalten. Und zwar bevor wir handeln. Bevor wir gewahr werden, zu denken. Bevor wir uns in Erscheinung bringen.<br /><br />Die Frage danach, welches Selbst unser Gesicht vor dem Geborenwerden unserer Eltern tr&auml;gt, beantwortet sich dann ganz von selbst.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-2B1D2443-B692-4AA1-94B4-F7AE46E2AE48" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-2b1d2443-b692-4aa1-94b4-f7ae46e2ae48.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ich bin ich oder etwas mehr oder etwa nicht?</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-10-03T19:41:38+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a89fefdf266675b093cd4491e9eae5f4-68.html#unique-entry-id-68</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a89fefdf266675b093cd4491e9eae5f4-68.html#unique-entry-id-68</guid><content:encoded><![CDATA[Im Zen sprechen wir gelegentlich von ich und vom Ich oder von selbst und dem Selbst &ndash; im Sinne eines relativen und absoluten Verst&auml;ndnisses. Ist das Ich, das ins Nirvana verweht wird, &bdquo;gro&szlig;&ldquo; oder &bdquo;klein&ldquo;? Wie sollen wir mit unserem konditionierten Ich umgehen? Sollen wir es leugnen, wegsitzen, &uuml;berwinden?<br />Was ist das f&uuml;r ein Ich, das einkaufen geht, Sitzungen beiwohnt und Telefonate entgegennimmt? Wie viele Ichs befinden sich in uns?<br /><br />Im Zen machen wir uns mit allen Ichzust&auml;nden vertraut: der gro&szlig;en Weite genauso wie dem kleinkarierten, kleinlichen Ich. <br /><br />Diese gut kennenzulernen, stellt einen wichtigen Teil unserer Praxis dar. Dabei ist es gar nicht immer sicher, dass die Begebenheiten des &bdquo;kleinen Ich&ldquo; uns weniger Erkenntnismomente bescheren als die Erfahrungen der Einheit. Alles kann Anlass sein, wach zu werden, andere mit unserer Pr&auml;senz zumindest nicht zu belasten, vielleicht sogar ein wenig zu erfreuen und selbst dar&uuml;ber gl&uuml;cklicher zu werden.<br /><br /><em>Nirvana und Samsara sind eins.</em><br />Dogen Zenji<br /><br />Bei allen immer zu kurz bleibenden Versuchen, diese Erfahrungen in Worte zu fassen, die stets nur eine Anlehnung, eine Ann&auml;herung, anbieten k&ouml;nnen an das, was wir als Bodhi-Geist, als &bdquo;wahre Wirklichkeit&ldquo; bezeichnen: es ist einfacher, sich mit nur einer Dimension unseres Ichs anzufreunden. Die Spannungen der Gegens&auml;tze des Ichs zu halten und uns mit ihnen innigst vertraut zu machen, ist unsere &Uuml;bung. Unser Wachwerden enth&uuml;llt unsere Verbundenheit, welche, falls unsere Praxis von irgendeinem Wert ist, in unsere Gemeinschaften und Familien integriert werden muss.<br /><br />Wir arbeiten mit unseren Verfehlungen und Illusionen, so gut wir k&ouml;nnen, wir verwandeln sie als Anlass, unser Ich ganz genau unter die Lupe zu nehmen und schaffen es, so aus jedem &bdquo;Irrtum&ldquo; eine spirituelle Lehrstunde zu machen, die uns hilft, aufmerksamer und wacher zu werden f&uuml;r nicht nur unsere eignen Belange, sondern die Kl&auml;nge der Welt. Denn wir &uuml;ben nicht nur f&uuml;r uns, sondern f&uuml;r und mit allen anderen. Das m&uuml;ssen wir gar nicht aktiv entscheiden, es geschieht automatisch.<br /><br />Und wenn wir nicht mehr weiter wissen, wenden wir uns an jenen Mann, der nach seiner Erkenntnis, nach vielen Jahren der Suche in verschiedenen Praktiken inklusive der strengsten Askese, 50 Jahre lang auf den staubigen, beschwerlichen Stra&szlig;en Indiens lehrte.<br />Der Buddha diente. Er diente unerm&uuml;dlich. Er diente ohne es zu m&uuml;ssen, ohne davon viel zu haben. Dieses Dienen war die Manifestation seines Erwachens.<br />Er diente aus Liebe. Aus Liebe zum Sein, zu den Mitmenschen, zu allem, was ihm umgab. Deswegen wurde er unsterblich. Unsterblich unsichtbar. Enthalten in allem, f&uuml;r jene, die sehen m&ouml;chten, bis zum heutigen Tag und weit dar&uuml;ber hinaus.<br /><br /><em>&bdquo;Wasser hat immer Wellen. Wellen sind die Praxis des Wassers.&ldquo;</em><br />Shunryu Suzuki<br /><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-2A8B37E8-6260-4166-972B-DE8920E63001" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-2a8b37e8-6260-4166-972b-de8920e63001.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Reiher im Schnee</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-09-18T17:07:28+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d07f6db9ecc7f33db8f067be0ab8ff8d-67.html#unique-entry-id-67</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d07f6db9ecc7f33db8f067be0ab8ff8d-67.html#unique-entry-id-67</guid><content:encoded><![CDATA[Anfang September fand im Lassalle-Haus, etwa 30 Minuten s&uuml;dlich von Z&uuml;rich, eine internationale Zen-Konferenz statt. Die Referenten der mit 100 Personen bereits seit Fr&uuml;hjahr ausgebuchten Veranstaltung waren Muho Noelke, der fr&uuml;here Abt des Kloster Antaiji, Doris Z&ouml;lls, langj&auml;hrige spirituelle Leiterin des Benediktushofes, Vanja Palmers, u.a. Gr&uuml;nder der beiden Zen-Juwelen Puregg in &Ouml;sterreich und Felsentor in der Schweiz, Paul Morgan-Sommers, einem spirituellen Lehrer aus Wales sowie Juen. Die Tagung wurde geleitet von Dieter Wartenweiler, dem aktuellen spirituellen Leiter des Lassalle-Hauses und der Malerin und Zenlehrerin Kathrin Stotz. Sie wurde er&ouml;ffnet von Niklaus Brantschen S.J., der sich an Juen und Nanzans erste Lehrerin, Schwester Ludwigis, erinnerte, mit der er in Kamakura im Zendo gesessen hatte. <br /><br />Das beeindruckend weitl&auml;ufige und erst vor kurzem aufwendig renovierte Zentrum liegt malerisch an der Stelle eines alten Kurhotelgel&auml;ndes oberhalb eines Tals und wurde in den 1960er Jahren als Tagungshaus des Jesuitenordens errichtet. <br />Das Geb&auml;ude hat Platz f&uuml;r ca. 80 Teilnehmer, die sich in den gro&szlig;z&uuml;gigen Meditations- und Tagungsr&auml;umen oder in den lichtdurchfluteten G&auml;ngen begegnen k&ouml;nnen. Die Zimmer sind mit astlosem Vollholz ausgestattet, in reduziertem Mobiliar bewusst schlicht gehalten, von den &uuml;berall stehenden, klaren Blumengestecken bis zu den Ruheterrassen und Pl&auml;tzen scheint alles auf Einkehr und Reduktion ausgerichtet zu sein.<br /><br />Im Rahmen der drei Tage gab es vielf&auml;ltige Gelegenheiten f&uuml;r den pers&ouml;nlichen Austausch, so dass die jeweils einst&uuml;ndigen Frontalvortr&auml;ge eingebettet wurden in Kleingruppen, Morgenmeditation und Pausengespr&auml;che. Abgerundet wurde die Vortragsreihe durch eine beeindruckende Bildergalerie, ausgesucht und vorgetragen von Kathrin Stotz, die uns durch die Tuschemalerei mehrerer Jahrhunderte f&uuml;hrte, gepaart mit Zen-Gedichten. Die meisten Teilnehmenden hatten eine regelm&auml;&szlig;ige Praxis, die von Kontemplation bis zu &uuml;berwiegend Soto-Zen reichte. Es tat gut, zu fragen: &bdquo;Wie &uuml;bt Ihr denn damit? Wie geht es Euch nach/inmitten von Corona?&ldquo;<br /><br />Es wurde in den Gespr&auml;chen immer wieder deutlich, dass Zen viele Gesichter und Auspr&auml;gungen bei uns hat &ndash; und einen gemeinsamen K&ouml;rper.<br />Es bereitete mir Freude, in vier Workshops mit den vielf&auml;ltigen Fragen der sehr interessierten Zuh&ouml;rerinnen und Zuh&ouml;rer best&uuml;rmt zu werden. <br />Und so ist eine Zen-Reise wie diese immer Herausforderung, Abenteuer und R&uuml;ckkehr zugleich. Eines jedoch schien in jedem Vortrag, Plenum und Workshop, in den Flurgespr&auml;chen und bei den gemeinsamen Mahlzeiten immer durch: wir m&ouml;gen in verschiedenen F&auml;rbungen, Sprachen und auch Formen &uuml;ben, mit Koans oder ohne. Wir m&ouml;gen unseren Weg eher in Sesshins sehen als in der w&ouml;chentlichen Praxis mit einer Sangha vor Ort. Wir m&ouml;gen Zen als Teil einer Religion betrachten oder losgel&ouml;st davon: der goldene Wind, der s&uuml;&szlig;e Tau und der Reiher im Schnee, sie alle sind aus dem gleichen Geflecht gewoben, das auch wir angetreten sind freizulegen und f&uuml;r uns fortw&auml;hrend weiterhin zu entfalten.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="EA1C2B22-A1DB-4C25-9D96-E15DBBF680C3_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ea1c2b22-a1db-4c25-9d96-e15dbbf680c3_1_105_c.jpg" width="770" height="671" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>H&#xf6;ren</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-09-04T20:23:26+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/66a7e87b21543a28514452b0180e6d2f-66.html#unique-entry-id-66</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/66a7e87b21543a28514452b0180e6d2f-66.html#unique-entry-id-66</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Farben sehend, den Geist kl&auml;rend, schl&auml;gt der alte Mann Shakyamuni einen Purzelbaum.<br />Kl&auml;nge h&ouml;rend, f&uuml;r den Weg erwachend, bietet der altehrw&uuml;rdige Lehrer Bodhidharma seine Schale an.</em><br /><br />Dogen Zenji, aus dem Eihei Koroku<br /><br />Was wir h&ouml;ren, verbindet uns mit der Welt. Die Welt des Lauschens tr&auml;gt eine ungegenst&auml;ndliche Sprache &ndash; wie unsere Praxis. <br /><br />Wir k&ouml;nnen h&ouml;ren verstehen als &bdquo;Alarm, aufhorchen&ldquo;. <br />Wir k&ouml;nnen h&ouml;ren als &bdquo;entziffern&ldquo; verstehen.<br />Es gibt das Geh&ouml;rte, das wir mit unserer eigenen Geschichte verbinden und diesem eine Bedeutung zuschreiben. <br /><br />In unserer Praxis h&ouml;ren wir nicht nur (auf) Schallwellen, sondern auch deren Verbindung und Tragweite.<br /> <br />Auch Stille klingt. Tats&auml;chlich enth&auml;lt sie, wie die Farbe Wei&szlig;, die wesentlichen T&ouml;ne und reflektiert sie fortw&auml;hrend. Ob wir sie vernehmen, steht auf einem anderen Blatt.<br /><br />Klang eint, wir sind es, die unterscheiden. <br />In der Begegnung zwischen beiden ruft uns die Welt.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="RNI-Films-IMG-BEB93098-BC58-4E24-8FFD-6D0C15E3CC56" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/rni-films-img-beb93098-bc58-4e24-8ffd-6d0c15e3cc56.jpg" width="820" height="551" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Was ist Buddha?</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-09-04T17:43:14+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/11a1749e18307f2ccef578c5f6f0d764-65.html#unique-entry-id-65</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/11a1749e18307f2ccef578c5f6f0d764-65.html#unique-entry-id-65</guid><content:encoded><![CDATA[Daibai fragte Baso in allem Ernst: &bdquo;Was ist Buddha?&ldquo;<br />Baso antwortet: &bdquo;Der Geist selbst ist Buddha&ldquo;.<br />Mumonkan, Fall 30<br /><br />Ein M&ouml;nch fragte Baso in allem Ernst: &bdquo;Was ist Buddha?&ldquo; Baso antwortet: &bdquo;Weder Geist noch Buddha&ldquo;.<br />Mumonkan, Fall 33<br /><br />Diese beiden Koans stehen nicht ohne Grund eng zusammen in der Koansammlung der &bdquo;torlosen Schranke&ldquo;. <br />Die Frage lautet: was ist Buddha?<br />Die Antwort k&ouml;nnte nicht unterschiedlicher ausfallen. <br />Zun&auml;chst haben die weisen Lehrer vergangener Tage ihre Antwort immer auf die jeweilige Situation zugeschnitten, die anscheinend v&ouml;llig unterschiedlich gewesen sein muss. Hier ben&ouml;tigt ein Sch&uuml;ler, der vielleicht gerade etwas eindimensional dachte, einen Auftrieb, dort war es erforderlich jemandem, der gerade allzu genaue Vorstellungen hatte und meinte, diese festschreiben zu k&ouml;nnen, etwas Erweiterung.<br /><br />Das zeichnet gute Lehrer aus und es spricht f&uuml;r die Wahrheiten der beiden Koans, dass sie in dieser obigen Form bis heute &uuml;berliefert worden sind.<br /><br />Was ist denn nun Buddha?<br />F&uuml;hlen Denken Riechen Schmecken H&ouml;ren. Austausch. Es juckt das Knie. Ich habe verstanden! Empfindung Gedanke Bewusstsein. Oder doch nicht ganz? Wie lautet die Frage? Meine Frage? Kann es je eine Antwort geben?<br /><br />Nicht beantwortete Fragen lassen uns voranschreiten, entdecken, staunen, uns anstrengen. Sie bewirken, dass wir uns in diesen Moment werfen als w&auml;re es unser letzter. Ah, da kommt noch einer und noch einer. Und wieder von vorne.<br />Weder Geist. Noch Buddha. Weder hier. Noch dort. Weder Ich. Noch Alle.<br />Weder krank. Noch gesund. Weder Frage. Noch Antwort. <br />Nur ...<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001365" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001365.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der gew&#xf6;hnliche Geist ist der Weg</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-08-09T11:48:04+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d9953258805af9d63a30a60b179b8286-64.html#unique-entry-id-64</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d9953258805af9d63a30a60b179b8286-64.html#unique-entry-id-64</guid><content:encoded><![CDATA[Dieses Koan aus dem Mumonkan (Fall 19) handelt von einer Frage des ehrw&uuml;rdigen Joshu an seinen Lehrer Nansen. "Was ist der Weg?" fragt der damals bereits ca. 50 Jahre alte Joshu seinen Lehrer, mit dem er bereits seit &uuml;ber 30 Jahren &uuml;bt. Die beiden kannten sich also gut und daher r&uuml;hrt dieses Koan umso mehr, denn Nansen versucht, seinem Sch&uuml;ler die f&uuml;r ihn passende Antwort zu geben. F&uuml;r Dogen war es nach seiner R&uuml;ckkehr aus China die "Nase vertikal und die Augen horizontal". <br /><br />Also ein gew&ouml;hnlicher Weg? Gar ein beliebiger?<br />Ein unverstellter Weg. Der die Wichtigkeiten sich selbst sortieren l&auml;sst und dort Biegungen macht, wo es n&ouml;tig ist, an anderer Stelle wiederum alles daransetzt, den Boden zu biegen und den einmal angestrebten Weg zu halten. <br /><br />Mit einem Griff, der locker ist und federleicht wirkt wie ein sch&ouml;nes Winterballett. Oder eine Zeichnung von Picasso, eine Kalligrafie von Ryokan. Unschuldig und "naiv" aus Erkenntnis, Praxis und Erfahrung. Das unterscheidet ein "baba wawa" aus dem Juwelenspiegel-Samadhi von jahrelanger Praxis. Nach au&szlig;en hin k&ouml;nnen beide ident aussehen. Fast. Denn nahezu immer erkennt ein Wanderer seinesgleichen &ndash; am Klang seiner Sohlen.<br /><br />Gassho, Juen<br />&nbsp;<br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001292" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001292.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Sanghatag der ganz besonderen Art</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-08-08T22:30:45+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cf4aa42c89311b57c87abc6a28b58e63-63.html#unique-entry-id-63</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/cf4aa42c89311b57c87abc6a28b58e63-63.html#unique-entry-id-63</guid><content:encoded><![CDATA[... fand letzte Woche statt, unser erster in langer Zeit. <br /><br />Obschon mehrfach verschoben und nun inmitten der Ferienzeit, freuten wir uns &uuml;ber ein Zusammenkommen von regelm&auml;&szlig;igen Teilnehmenden und entfernt Wohnenden, von lange nicht mehr Gesehenen und am Donnerstag erst Verabschiedeten. <br /><br />Nat&uuml;rlich klingt die Rezitation besonders gut, wenn viele zusammenkommen und wenn dann noch eine Oberstimme von hinten einschwebt, trifft sich die Erinnerung mit einem gl&uuml;cklichen Moment der Gegenwart.<br /><br />Herzlichen Dank f&uuml;r Eure Reisen und den ber&uuml;hrenden Austausch!<br /><br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="BB576158-29F3-4C72-8ABD-BBD71D20075B_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bb576158-29f3-4c72-8abd-bbd71d20075b_1_105_c.jpg" width="770" height="552" /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="F3710A44-5218-496A-8BF4-E11FBC7D2F05_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f3710a44-5218-496a-8bf4-e11fbc7d2f05_1_105_c.jpg" width="570" height="753" /><br /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001316" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001316.jpg" width="770" height="518" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Besuch aus allen Richtungen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-08-08T22:27:47+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/be2b3dc49a932b8bb72a064fc201c369-62.html#unique-entry-id-62</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/be2b3dc49a932b8bb72a064fc201c369-62.html#unique-entry-id-62</guid><content:encoded><![CDATA[Vor kurzem haben wir den (fast) regul&auml;ren Ablauf im Zendo an unseren Donnerstagen wieder aufgenommen.<br /><br />Nach 30 Monaten der Entbehrung, des verhaltenen Ann&auml;herns oder der sorgsamen Reduktion, war es eine gro&szlig;e Freude, wieder nahezu "wie fr&uuml;her" zusammenzukommen. Erst da wurde sicht- und noch deutlicher sp&uuml;rbar, was so schmerzlich lange vermisst wurde. Nun gilt es, die freudige Routine wieder aufzunehmen.<br /><br />Fast um uns etwas zus&auml;tzlichen R&uuml;ckenwind hierin zu verschaffen, durften wir uns am letzten Donnerstag &uuml;ber gleich vier neue Besucher freuen. Herzlichen Dank f&uuml;r Eure Visite und gerne auf ein gelegentliches Wiedersehen!<br /><br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="L1001350" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001350.jpg" width="720" height="485" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Die drei Juwelen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-07-16T16:50:09+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8627e5721f492f52e4397042f110344f-61.html#unique-entry-id-61</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8627e5721f492f52e4397042f110344f-61.html#unique-entry-id-61</guid><content:encoded><![CDATA[Buddha, Dharma und Sangha stellen die drei Sch&auml;tze und Pfeiler unserer Praxis dar.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001251" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001251.jpg" width="820" height="551" /><br /><br />Buddha meint hier sowohl die historische Person des Shakyamuni als auch die Tradition, die sich seither mit zahlreichen Frauen und M&auml;nnern fortsetzt. Menschen, die h&auml;ufig unter gr&ouml;&szlig;ten Entbehrungen diesen Weg gegangen sind. Frauen, die sich oft durch viele Jahre der famili&auml;ren sowie sozialen Zw&auml;nge und Hindernisse durcharbeiten mussten, bis sie ihre spirituellen Sehns&uuml;chte verfolgen konnten.&nbsp;<br />Buddha bezeichnet auch, und dies ist vor allem f&uuml;r unsere allt&auml;gliche &Uuml;bung wichtig, den wachen, den erwachten und klaren Teil in uns, der weise entscheidet und eine hohe F&auml;higkeit zur Gegenw&auml;rtigkeit besitzt, der mitf&uuml;hlend ist und sich um alle, von Spinnweben &uuml;ber gute Kost, dem S&auml;ubern des Komposteimers bis hin zu unseren Mitmenschen k&uuml;mmern m&ouml;chte. Buddha bedeutet ferner, dass wir unser Licht nach innen wenden und erkennen, dass die sogenannte Au&szlig;enwelt und unser Innerstes nicht nur der kontinuierlichen Pflege bed&uuml;rfen, sondern sich auf einem stetig wandelnden Kontinuum zwischen Deckungsgleichheit und Verschiedenheit bewegen.<br />&nbsp;<br />Mit Dharma wird die buddhistische Lehre und die ph&auml;nomenale Welt bezeichnet. Alles, jeder und jede, alle "f&uuml;hlenden Wesen", k&ouml;nnen uns helfen, wach zu werden. Nichts ist zu nebens&auml;chlich als Objekt und Ausgangspunkt unserer Praxis. Zahllose Zen-Geschichten zeugen von einem Erwachen, wenn ein Stein auf einen Bambus trifft, die Zehe sich an einem Stein st&ouml;&szlig;t, die Klosterglocke ert&ouml;nt oder jemand hinter einem Fenster ein Sutra rezitiert. Nichts ist "au&szlig;en vor", alles kann uns helfen, wach zu werden, zufrieden und gl&uuml;cklich.<br />Das beeindruckende Ausma&szlig; allein der buddhistischen Prim&auml;rliteratur unterst&uuml;tzt uns hierbei.<br />&nbsp;<br />Als Sangha bezeichnen wir die Gemeinschaft der &Uuml;benden. Das gilt sowohl f&uuml;r die globale Gemeinschaft als auch besonders f&uuml;r die lokale Gruppe, mit der wir unseren regelm&auml;&szlig;igen &Uuml;bungsort teilen. Die Sangha stellt eine Interessensgemeinschaft der ganz besonderen Art dar. Nur wenig von dem gilt hier, was wir gew&ouml;hnlich darunter verstehen. Zum Beispiel kommt es nicht darauf an, was wir "haben" oder "sind". Daf&uuml;r kommt es umso mehr darauf an, wie wir miteinander sind, wie ernst wir es mit unserem &Uuml;bungsweg meinen und wie sehr wir dazu bereit sind, uns in ihn hinein zu geben: und zwar mit allem, was wir sind und haben. <br />Eine Sangha ist zudem eine &auml;u&szlig;erst intime Form der Gemeinschaft. Nur wenn sie sich durch Integrit&auml;t und Gleichwertigkeit, durch Toleranz und Zuwendung auszeichnet, kann sie eine Sangha genannt werden. In einer solchen Sangha werden Buddha und Dharma lebendig, wird alles sichtbar, kann und darf auf seine Tragf&auml;higkeit hin getestet werden. Es gibt kaum einen so verzeihenden und g&uuml;tigen Kreis wie den einer gesunden, lebendigen Sangha. <br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001255" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001255.jpg" width="820" height="553" /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Ein weiter Bogen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-07-16T15:44:45+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f1491dd1b2813911887947826d028738-60.html#unique-entry-id-60</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f1491dd1b2813911887947826d028738-60.html#unique-entry-id-60</guid><content:encoded><![CDATA[Vergangene Woche endete f&uuml;r Juen und Nanzan ein weiter Bogen, der in den 1980er Jahren mit Schwester Ludwigis Fabian von der Sanbo Kyodan-Linie ihren Lauf nahm. Sr. Ludwigis&nbsp;war f&uuml;r etwa zehn Jahre unsere Lehrerin, sie begleitete unsere Zeit des Studiums und die ersten Berufsjahre, die von vielen Herausforderungen begleitet waren.<br /><br />Danach folgten &uuml;ber zwanzig Jahre Zen-Training in den USA, die auch mehrere Jahre Klostertraining&nbsp;beinhalteten. In einem dieser Kl&ouml;ster lernten wir Kazuaki Tanahashi kennen. Mit ihm er&ouml;ffnete sich eine Welt, die uns bislang verborgen gewesen war: die Welt des Pinsels. Begleitet wurde sie von einem intensiven Studium der Schriften Dogen Zenjis. <br /><br />Seit zw&ouml;lf Jahren sind wir mit dem Berkeley Zen Center verbunden, Sojun Mel Weitsman (1929-2021) und der heutige Abt, Hozan Alan Senauke sind unsere Lehrer. Wir haben am 8. Juli die Dharma-&Uuml;bertragung erhalten und sind gespannt, wohin uns die spirituelle Reise nun weiter f&uuml;hren wird. <br /><br />Gro&szlig;e Dankbarkeit an alle, nah und fern, die uns auf vielf&auml;ltige Weise auf unserem Weg unterst&uuml;tzt haben. <br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001096" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001096.jpg" width="820" height="551" /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Zuversicht</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-07-16T01:51:18+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c90450c0ad881250da8448c50031d363-59.html#unique-entry-id-59</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c90450c0ad881250da8448c50031d363-59.html#unique-entry-id-59</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Keine Hoffnung zu haben, kann der Beginn einer tiefen Akzeptanz unseres Lebens sein.&ldquo;<br />&nbsp;Pema Ch&ouml;dr&ouml;n<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001228" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001228.jpg" width="840" height="573" /><br />&nbsp;<br />Hoffnung und ihre enge Verwandte Zuversicht haben in unserer &Uuml;bung oft einen Beigeschmack, denn sind sie nicht auf etwas &bdquo;au&szlig;erhalb&ldquo; des gegenw&auml;rtigen Augenblicks gerichtet?<br /><br />Das ist insofern zutreffend, als es ein &bdquo;sp&auml;ter&ldquo; im Zen nicht gibt. Jedenfalls nicht im Sinne der vertagten &Uuml;bung und der Hoffnung, dass es &bdquo;sp&auml;ter&ldquo; besser wird und wir nicht bereits jetzt schon alles in diesen einen Augenblick investieren sollten. <br /><br />Ist unsere &Uuml;bung also ohne jegliche Hoffnung und Zuversicht?<br /><br />Nat&uuml;rlich nicht &ndash; wir hoffen auf das n&auml;chste Sanghatreffen, die n&auml;chste Runde Zazen, wenn wir die jetzige vielleicht ein bisschen verschlafen haben, das tr&ouml;stliche Oryoki, wenn uns w&auml;hrend des Zazens best&auml;ndig die Beine einschlafen.<br /><br />Hoffnung geh&ouml;rt zu uns wie unser Atem. <br />Hoffnung zu halten und anzupassen, w&auml;hrend wir uns gleichzeitig darum bem&uuml;hen, alles uns Verf&uuml;gbare in den jetzigen Moment zu geben, stellt auch einen Aspekt unserer &Uuml;bung dar. <br /><br />K&ouml;nnen wir nicht auch von der Hoffnung lernen, zum Beispiel: Flexibilit&auml;t? Wir sind in der Lage, unsere Hoffnungen, unsere Zuversicht, relativ rasch an die jeweilige Situation anzupassen. In Bezug auf Hoffnung scheinen wir kein Problem mit Wandel und Ver&auml;nderbarkeit zu haben. Wir sind vielleicht ein paar Tage etwas ratlos, dann hoffen wir wieder gem&auml;&szlig; der ver&auml;nderten Situation.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001230" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001230.jpg" width="840" height="573" /><br /><br />Hoffnung zu teilen, kann ferner f&uuml;r jemand anderen &uuml;beraus tr&ouml;stlich sein. Der Himmel und das Meer der Hoffnung sind grenzenlos. Sie reichen von der Zuversicht auf Befreiung von unseren Leiden bis hin zur Hoffnung auf einen n&auml;chsten Sonnenstrahl oder die Tasse Tee, welche ohne &Uuml;belkeit genossen werden konnte.<br /><br />Gibt es einen gr&ouml;&szlig;eren Ausdruck der Hoffnung als die &bdquo;Vier gro&szlig;en Gel&ouml;bnisse&ldquo;? Selbstverst&auml;ndlich werden wir alles daran setzen, den Buddha-Weg zu erlangen, obgleich er grenzenlos ist. Nat&uuml;rlich werden wir danach streben, alle Dharma-Tore zu durchschreiten, obgleich sie zahllos sind. Und selbstredend pflanzen wir den Apfelbaum, obgleich die Erde eventuell bereits heute untergehen wird.<br /><br />Weil wir Bodhisattvas sind. Weil wir Menschen lieben und unsere kleine, bedrohte Erde. Weil wir gerne f&uuml;r andere da sind und uns k&uuml;mmern. Weil wir diese wunderbare Praxis gefunden haben und wissen: es gibt kein zur&uuml;ck.<br /><br />Denn: noch sind wir hier. Noch k&ouml;nnen wir lieben und einen Unterschied machen. Jetzt und Jetzt und wieder Sogleich.<br /><br />Gassho, <br />Juen<br /><br /><img class="imageStyle" alt="L1001232" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/l1001232.jpg" width="840" height="573" /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Flieg&#x21;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-06-05T21:56:33+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/146bdf6c70c732d0ec3927d7a4b075b0-58.html#unique-entry-id-58</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/146bdf6c70c732d0ec3927d7a4b075b0-58.html#unique-entry-id-58</guid><content:encoded><![CDATA[Zur Zeit der B&uuml;rgerkriege gab es einen besonders gef&uuml;rchteten General, vor dessen Truppen alle flohen. Nur der Abt eines Klosters machte keine Anstalten zu fliehen, als der General mit seinen M&auml;nnern das Dorf einnahm. Der General ging hinein, zog vor dem Abt sein Schwert und drohte: "Wei&szlig;t du nicht, wer ich bin? Ohne mit der Wimper zu zucken kann ich dich t&ouml;ten."<br />Der Zen-Meister erwiderte: "Und du, wei&szlig;t du nicht wer ich bin? Ich bin ein Mensch, den man t&ouml;ten kann, ohne dass er mit der Wimper zuckt." Da verneigte sich der General und untersagte seinen M&auml;nnern, das Dorf zu pl&uuml;ndern.<br /><br />Wir leben in bewegten Zeiten. Nat&uuml;rlich war das immer so. Selten aber haben wir es in unserem wohlhabenden Westen so unmittelbar gesp&uuml;rt wie heute. Eine, in unserem Alltag deutlich sp&uuml;rbare Krise folgt auf die n&auml;chste und es sieht nicht danach aus, als ob sich dies in absehbarer Zeit &auml;ndern w&uuml;rde. Krieg, Corona, Umwelt; Zwischenmenschliches, subakut vital Bedrohliches, zuk&uuml;nftig vital Gef&auml;hrliches: das gesamte Bild wird ver&auml;ndert. Ohne unser Zutun! Oder?<br /><br />Nat&uuml;rlich mit unserem Tun und unserem Zu-Tun. Doch mag es sich nicht so anf&uuml;hlen, denn wer ist schon gerne Zerst&ouml;rer? <br />All das kann ein Grund sein, uns mit dem Themenbereich Angst und Furcht zu besch&auml;ftigen. <br />Wie &uuml;ben wir damit?<br /><br />Wir meinen hiermit nicht Angst als Reaktion auf eine Akutsituation wie ein Schlingern im Auto oder einen Sturz.<br />Wenn wir von der Tugend der Furchtlosigkeit im Zen sprechen, ist eine Haltung gemeint, die "nichts f&uuml;rchtet".  Allen voran: mich selbst. Denn wie die  Begebenheit beschreibt, haben wir das Potential, furchterregend zu sein und Schreckliches anzurichten. Mit Munition und ohne sichtbare Munition. Beide sind gleich gef&auml;hrlich.<br /><br />Was hatte der Abt, das ihm erlaubte, so ruhig zu bleiben? Wusste er, dass der Tiger nicht das gef&auml;hrlichste Wesen im Wald darstellt?<br />Kannte der Abt vielleicht &ndash; wie der Tiger &ndash; seinen Platz im Leben? War er in der Lage, f&uuml;r sein Tun die volle Verantwortung zu &uuml;bernehmen? <br />Warum f&uuml;rchten wir uns so davor, diesen Platz einzunehmen, voran zu gehen, erwachsen zu werden und aus der Geschichte zu lernen?<br />Warum f&uuml;rchten wir Verbundenheit mit uns selbst und in der Folge mit Dogens "10.000 Dingen" mehr als Getrenntsein und sehnen uns doch gleichzeitig best&auml;ndig nach dem ersteren?<br /><br />Und was hat das Zazen mit alledem zu tun? <br />Zazen ist das alles (und noch viel mehr). Zazen birgt dies alles. <br />Zazen er&ouml;ffnet uns die M&ouml;glichkeit, Mal um Mal, diese Str&ouml;mungen zu halten, zu betrachten, zu bes&auml;nftigen und zu bef&ouml;rdern, zu enteisen, zum Dahinschmelzen und zum Erbl&uuml;hen zu bringen. &nbsp;<br /><br />Und dies, w&auml;hrend wir regungslos im &auml;u&szlig;eren Un-Tun verharren. <br />Auch das geh&ouml;rt dazu. Es geh&ouml;rt nicht nur dazu: es ist der Schl&uuml;ssel zu einem befreiten, furchtlosen und best&auml;ndig freudig-kreativem Sein.<br />Nichts ist wichtiger in diesen Tagen.<br /><br /><br /><span style="color:#6666FE;">Der Tiger f&uuml;rchtet das Herz des Menschen.<br />Der Mensch f&uuml;rchtet die Freundlichkeit des Tigers.</span><br /><span style="color:#7E7F7F;">Koan aus Korea</span><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="46989330-A53F-4A74-82EE-6009B4EF395C_1_201_a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/46989330-a53f-4a74-82ee-6009b4ef395c_1_201_a.jpg" width="606" height="692" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Fr&#xfc;hling und anderen Jahreszeiten</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-05-01T13:23:19+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/aaf1ca87f04d417fd6e5c1fdc566c84e-57.html#unique-entry-id-57</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/aaf1ca87f04d417fd6e5c1fdc566c84e-57.html#unique-entry-id-57</guid><content:encoded><![CDATA[<br />I<em>m Gespr&auml;ch mit Meister Nansen sagte der hohe Beamte Rikuk&ocirc;: &bdquo;J&ocirc; Hosshi sagte: Das ganze Universum und ich selbst, wir haben die gleiche Wurzel. Alle Dinge und ich selbst sind eins.&ldquo;<br />Das ist doch wunderbar!<br />Nansen zeigte auf einen Strauch im Garten und sagte: &bdquo;Heutzutage sehen die Menschen solche Blumen wie im Traum.&ldquo;<br />Hekiganroku, Fall 40</em><br />&nbsp;<br />Fr&uuml;hling, das ist: Aufbruch, Leben, Hoffnung. Es ist auch: nahezu t&auml;glich zu beobachtende Ver&auml;nderung, F&uuml;lle, geballte Energie. Ein sensorisches Feuerwerk aus Farben und Kl&auml;ngen, das uns Macht und Wirkweise der Natur sehr eindr&uuml;cklich vor Augen f&uuml;hrt. Es gibt da etwas, nicht immer von uns aktiv wahrgenommen, das eine Dynamik hat, die uns selbst fast unscheinbar anmuten l&auml;sst. Sie folgt, sofern wir sie lassen, einem rhythmischen Eigenleben und einer kosmischen Ordnung, die alle Facetten unseres Daseins beinhaltet. Die Natur k&ouml;nnte uns als nahezu ideale Vorlage f&uuml;r unser Leben dienen, sowohl in Hinblick auf einen &bdquo;rechten&ldquo; Rhythmus wie Zeitpunkt, als auch auf ihre &bdquo;rechten&ldquo; (Natur)-Gesetzm&auml;&szlig;igkeiten und Folgen von Ursache und Wirkung. <br /><br />Wir <em>k&ouml;nnten</em> es sehen, wir k&ouml;nnten sie beobachten und wir k&ouml;nnten von ihr lernen. Nicht nur &uuml;ber die Folgen unseres Eingriffs in ihr Leben, sondern auch &uuml;ber die Folgen jeglichen Eingriffs in <em>unser</em> Leben. Die Natur und sei sie auch noch so beeinflusst durch unser menschliches Einwirken, kann uns als direkter Spiegel der Auswirkungen unseres Tuns dienen &ndash; &auml;hnlich wie ein &bdquo;rechter&ldquo; Pinselstrich in der Kalligrafie uns sofort und schonungslos ehrlich Auskunft dar&uuml;ber gibt, in welcher Verfassung wir uns gerade befinden. Daher, damals wie heute, handeln so viele Koans von der Natur, den Jahreszeiten, den Regentropfen oder der Eiche im Garten. Daher haben wir in unserem sch&ouml;nen Schleswig-Holstein einige Vorteile!<br />&nbsp;<br />&bdquo;Alle Dinge sind eins&ldquo; &ndash; zitiert der hohe Beamte und wartet hoffnungsfroh auf eine (weise) Antwort des gro&szlig;en Nansen. Dieser hingegen l&auml;sst ihn abblitzen und deutet stattdessen auf irgendwelche Blumen im Garten. Unerh&ouml;rt! Stellt dies nicht eine <em>der</em> Weisheiten des Zen dar &ndash; die Einheit aller Dinge?<br />Und: was hat das mit einem Traum zu tun? Es handelt sich doch um die &bdquo;wahre Wirklichkeit&ldquo; der alten Meister! <br />&nbsp;<br />Eine der m&ouml;glichen Antworten findet sich in Setch&ocirc;s Vers: <br />... &bdquo;Lichtreflexe huschen &uuml;ber dem Teich. Es ist kalt.&ldquo;<br />K&ouml;nnen wir sie sehen? Diese n&auml;chtliche K&uuml;hle sp&uuml;ren?<br />Dann k&ouml;nnen wir beiden begegnen und uns mit ihnen &uuml;ber Traum und Wirklichkeit unterhalten. <br />Sie werden sich sehr dar&uuml;ber freuen, mit uns ihre Erfahrungen und Geschichten zu teilen. <br />Nur zu!<br /><br />Gassho, Juen<br />&nbsp;<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010918-3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1010918-3.jpg" width="720" height="486" /><br />&nbsp;<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>&#x201e;Andere sind nicht ich&#x201c; (Dogen&#x2c; Tenzo Kyokun)</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-04-01T10:02:57+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9693e92aa3a7f8ed88ccb996617331d7-56.html#unique-entry-id-56</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/9693e92aa3a7f8ed88ccb996617331d7-56.html#unique-entry-id-56</guid><content:encoded><![CDATA[Im Zen geht es um vieles. Um alles. Zen ist weit mehr als eine Achtsamkeitspraxis. Diese ist wichtig: als einer der m&ouml;glichen Ausgangspunkte f&uuml;r unsere spirituelle Reise, eine Terrasse f&uuml;r den Blick in die Weite, die es als eine der Folgen zu erfahren gibt. Hierhin zielt unser Blick, unser Streben.<br /><br />Insbesondere handelt das Zen davon, erwachsen zu werden.<br />Meistens gehen wir davon aus, dass dies &bdquo;mit den Jahren&ldquo; irgendwie geschieht. Wir werden &auml;lter, &uuml;bernehmen Verantwortungen, nehmen eine Arbeit an, gr&uuml;nden eine Familie.<br /><br />Mit Erwachsenwerden ist hier jedoch gemeint: die Verantwortung zu &uuml;bernehmen f&uuml;r meine Handlungen &ndash; alle. Meine Auswirkungen &ndash; alle. Hierbei wird nicht unterschieden, ob es sich um gro&szlig;e Lebensentscheidungen handelt oder darum, wie ich meine Tasse absp&uuml;le. <br /><br />Im Zen ist alles wichtig. Allem geb&uuml;hrt Aufmerksamkeit, in der Sprache von Dogens &bdquo;Tenzo Kyokun&ldquo;, den wir gerade miteinander lesen: vom &bdquo;wie&ldquo; des Essens bis hin zum &bdquo;was&ldquo; oder dem Bewusstsein, woher die Nahrung kommt und wer sie zubereitet hat. <br /><br />Am Beispiel des Essens, jener einfachen Handlung, die wir alle unternehmen, um uns am Leben zu erhalten, wird auch deutlich, wie alles untrennbar miteinander verwoben ist: Geber, Empf&auml;nger und Gabe, wie es im Oryoki hei&szlig;t. <br />Mit jedem Bissen nehme ich auch das Karma zu mir, wie diese Kost zubereitet wurde und woher sie stammt. Mit jedem Bissen beeinflusse ich, wohin ich die Energie str&ouml;men lassen m&ouml;chte, die mir durch diese Kost zur Verf&uuml;gung gestellt wird. <br /><br />Indem wir jeder Handlung, jedem Gedanken, jeder Woge vor unseren Gedanken, unsere ungeteilte Aufmerksamkeit schenken, werden wir wach f&uuml;r die 10.000 Dinge. Wir geben ihnen unsere Anerkennung, sie schenken uns ihre W&uuml;rde. Durch sie werden wir zu erwachsenen, erwachten, wachen Menschen, wir geben ihnen ihren Platz, ihre Funktion. <br /><br />W&uuml;rde, jenes alte Wort aus Artikel 1 unseres Grundgesetzes, ist selten unidirektional. Ein Buddha ist selten alleine ein Buddha. Erst im Austausch werden beide lebendig, der Topf zum Topf, der Topf zu Buddhas kostbarstem Gut. <br />Das ist es, was wir unter Erwachsenwerden im Zen verstehen.<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<span style="font:12px Optima-Regular; "><br /></span><span style="font:12px Optima-Regular; "><br /><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010299" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1010299.jpg" width="720" height="551" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;"><span style="font:12px Optima-Regular; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Roseburg 2022</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-03-14T21:43:15+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/4637296afd880522a31bbb4165d70821-55.html#unique-entry-id-55</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/4637296afd880522a31bbb4165d70821-55.html#unique-entry-id-55</guid><content:encoded><![CDATA[Die Sonne schien, die V&ouml;gel sangen und auf den vielen B&auml;umen und Str&auml;uchern im Park lag ein zarter Flor an erstem Gr&uuml;n. Der ausgebuchte Kurs fand unter Einhaltung der Corona-Ma&szlig;nahmen statt, der Wunsch nach wieder intensivierter, gemeinsamer Praxis gerade in diesen schweren Zeiten &uuml;berwog, auch bei uns.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="EE898055-6B12-4247-BBAE-9D78559B2DA6" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ee898055-6b12-4247-bbae-9d78559b2da6.jpg" width="620" height="480" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Und so wurden es drei Tage zwischen der Ersch&ouml;pfung, die uns in Hinblick auf die Pandemie alle belegt, der erneut in Zweifel geratenen Hoffnung auf Besserung bei w&auml;rmeren Tagen und der seit zwei Wochen hinzugekommenen Dimension der Angst, Ohnmacht und Bedrohung auf unserem Kontinent.<br /><br />F&uuml;r uns schloss sich auch ein Kreis, denn 2020 war es unser Kurs, der als letzter vor dem ersten &bdquo;Lockdown&ldquo; stattfand &ndash; auch eine Unsicherheit und viele Fragezeichen, die sich damals stellten. Nicht anders ist es heute, die eine Krise ist noch da und inzwischen nahezu vertraut, die n&auml;chste bereits eingetroffen, ihre Auswirkungen werden wir noch deutlich l&auml;nger sp&uuml;ren. <br /><br />Was bleibt uns als noch etwas klarer zu &uuml;ben, gerade an den Enden, wo unsere Praxis sichtbarer werden kann? Nun ist es ganz deutlich: auch mich kommt es an, jetzt, heute.&nbsp; Es gibt f&uuml;r uns Bodhisattvas gerade ganz viel zu tun!<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="891DE41A-3D3E-4548-80D5-CDD6D08D4E5A_1_201_a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/891de41a-3d3e-4548-80d5-cdd6d08d4e5a_1_201_a.jpg" width="720" height="443" /><br /><span style="font-size:11px; ">Nachmittagsstimmung</span><br /><br /><img class="imageStyle" alt="E5C420F9-8466-4F21-B2E6-E325BEBE59A0_1_201_a" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e5c420f9-8466-4f21-b2e6-e325bebe59a0_1_201_a.jpg" width="670" height="477" /><br /><span style="font-size:11px; ">Zendo<br /><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Frieden kochen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-03-08T14:21:22+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/851d6be1ad55a73b330b9a3f3c7d3ba8-54.html#unique-entry-id-54</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/851d6be1ad55a73b330b9a3f3c7d3ba8-54.html#unique-entry-id-54</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer gerade begonnenen Ango-Zeit werden wir uns mit Dogens &bdquo;Tenzo Kyokun&ldquo; &ndash; &bdquo;Anweisungen f&uuml;r den Koch&ldquo; besch&auml;ftigen. <br />In den Anweisungen f&uuml;r den Koch geht es vordergr&uuml;ndig um die Arbeit des Klosterkochs: was muss er oder sie beachten, was sind die Aufgaben, wie sollte man diesen begegnen... Aber nat&uuml;rlich w&auml;re Dogen nicht eben Dogen, wenn es nicht auch darum ginge, wie wir mit uns und mit anderen sind. <br />Wie behandeln wir das eine Reiskorn in der Ecke? Wie gestalten wir unsere &bdquo;K&uuml;che&ldquo;? Wie w&auml;hlen wir unsere Zutaten?<br /><br />Ein Koch, jeder Koch, ist vor allem eines: ein Diener seiner G&auml;ste. Die wiederum seine Arbeit erst erm&ouml;glichen. Wie auch ein Koch sowohl Diener als auch Garant seiner Zutaten und Werkzeuge ist: eine kreisf&ouml;rmige Bewegung, bei der alle Beteiligten ihre Funktionen annehmen und ausf&uuml;llen, die wiederum untrennbar miteinander verbunden sind.<br /><br />Dogen ma&szlig; dem Klosterkoch eine hohe Bedeutung bei. Das war f&uuml;r seine Zeit erstaunlich, denn im streng hierarchisch strukturierten Japan des 13. Jahrhunderts, war es nicht unbedingt der Reisw&auml;scher, der im gesellschaftlichen Ansehen hoch oben stand. Hierin ist Dogen jedoch unmissverst&auml;ndlich klar: er macht keinen Unterschied zwischen denen, die im Kloster Vortr&auml;ge halten und sch&ouml;ne Roben tragen und jenen, die Gem&uuml;se schneiden.<br />Zen, diese kleine, unscheinbare Praxis mit nur so wenig Zubeh&ouml;r und Anleitung, ist ein radikales Unterfangen, das nicht nur auf der pers&ouml;nlichen Ebene transformative Umw&auml;lzungen verursachen kann, sondern auch ein erhebliches sozialkritisches Potential birgt. Nehmt Euch in Acht!<br /><br />F&uuml;r Dogen war es &bdquo;einfach&ldquo; &ndash; wenn ich keinen Unterschied mache, dann gibt es manchmal mich und andere, meistens jedoch verweben sich drinnen mit drau&szlig;en, vertikal und horizontal. Das bedeutet: wir k&uuml;mmern uns. Immer. Egal wie das im Detail aussehen, welche Anstrengung es kosten und wer sofort davon profitieren mag.<br /><br />Das Reiskorn ist zu denken vom Endprodukt her bzw. der angerichteten Speise, die wiederum auf das Reiskorn verweist und ohne das kleine K&ouml;rnchen nicht entstanden w&auml;re. Das kleinste K&ouml;rnchen, das riesige Ganze. Das einzelne Kleine, die endlose Kette zahlreicher Verquickungen. Kein Unterschied im Auge des Betrachters, der wiederum betrachtet wird.<br /><br />Was bedeutet dann: Verantwortung &uuml;bernehmen? <br />Mich um das Kleinste k&uuml;mmern wie um das gro&szlig;e Ganze. Die Hinwendung ist der Beginn. Sie beginnt nicht im Kopf, sondern in unserem Hara. Sp&auml;ter verankert sie sich in unserem Atem. Hiermit startet eine Reise, die den jeweils n&auml;chsten Ruderschlag vor Augen hat, die flexibel ist f&uuml;r Kurswechsel, wenn es die Winde gebieten, die aber den Horizont nie aus den Augen verliert &ndash; ob er zu sehen ist oder nicht.<br /><br /><em>Wo kann ich heute ein winziges Teilchen von Gutem zu einem Berg von Gutem hinzutragen?</em><br /><br /><span style="color:#800080;">Purpurrot die sieben Sch&auml;tze<br />Mit beiden H&auml;nden halte ich Granat&auml;pfel hoch &ndash; <br />Ein Geschenk.<br /></span><span style="color:#656666;">Daigu Ryokan</span><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1010007" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1010007.jpg" width="722" height="559" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>T&#xe4;uschungen sind unersch&#xf6;pflich</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-02-27T20:17:22+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/68c2c593d446bd7a5967f8618884bdfc-53.html#unique-entry-id-53</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/68c2c593d446bd7a5967f8618884bdfc-53.html#unique-entry-id-53</guid><content:encoded><![CDATA[Seit etwa zwanzig Jahren treffen wir uns donnerstags zum Zazen, abgesehen von einer Sommerpause und einer kleinen Unterbrechung zwischen den Jahren. Die Zusammensetzung der Teilnehmenden hat sich &uuml;ber die Jahre ver&auml;ndert, zuletzt auch das Format: seit 2 Jahren &uuml;berwiegend virtuell. <br />Aber wir kommen zusammen. Donnerstag, das ist "unser Abend".<br /><br />In Zeiten der Pandemie war dies ein wichtiger Anker in Wochen, die vieles bis dahin Selbstverst&auml;ndliches ersch&uuml;tterten: &ouml;ffentliche Verbote, schwere Einschnitte in unser soziales Leben, in unser Verhalten insgesamt. Wir konnten nicht mehr in einem Raum zusammen rezitieren, ein wichtiger Bestandteil unserer Praxis. Vor allem aber: wir konnten nicht in einem Raum zusammen das tun, was unseren Leben, f&uuml;r viele von uns seit Jahren, Halt gibt und St&uuml;tze ist. Das war und ist &auml;u&szlig;erst schmerzhaft. Leider hat sich auch durch die erzwungene Distanzierung die Zusammensetzung unserer kleinen Gemeinschaft ver&auml;ndert. <br /><br />Aktuell jedoch scheint es, als ob ein wenig Hoffnung berechtigt ist, die w&auml;rmeren Zeiten nahen, die Fallzahlen sinken. Zarte Gedankenausfl&uuml;ge auf ein wiederer&ouml;ffnetes Zendo, zumindest von April bis Oktober.<br />Erinnerungen an unseren Klang, an diesen einen Klang, an das Lachen und an die Stille in unserem sch&ouml;nen Zendo am Ende der Stra&szlig;e, das dieses Jahr 10 Jahre alt wird. So in etwa waren unsere Gedanken und Hoffnungen. Nun wurden unsere Leben erneut ersch&uuml;ttert - 24. Februar 2022.<br /><br />Niemals h&auml;tten wir gedacht, dass wir uns an einem Abend treffen w&uuml;rden, an dem ein Krieg beginnt. Mitten unter uns, 1719 km von unserem Zendo entfernt. In einem Land, dass sich seit Ende der 90er Jahre demokratisiert hat. In einem Land, das konstitutionell betrachtet, dem unsrigen nahesteht. Es wird auf eine Bev&ouml;lkerung geschossen, die sich seit Jahren westlich orientiert. Das alles geschieht nicht nur auf unserem Kontinent, es geschieht: den unsrigen.<br /><br />Wir haben an dem Abend auch &uuml;ber unsere Gef&uuml;hle gesprochen, die von Angst, Wut und gro&szlig;er Traurigkeit gepr&auml;gt sind. <br />Reicht das? <br />Was k&ouml;nnen wir, als Bodhisattvas in einem Land mit ruhigen N&auml;chten und vollen M&auml;rkten, dar&uuml;berhinaus aktuell tun?<br />Nat&uuml;rlich sind wir machtlos gegen&uuml;ber Panzern und Gewehren. Ebensowenig k&ouml;nnen wir heute dorthin reisen und "helfen". <br />Reicht das "denken an", die Kerze auf der Fensterbank, der betroffene Blick?<br />Nein, nat&uuml;rlich nicht.<br /><br />In Anbetracht dieser unverhohlenen Bedrohung f&uuml;r unseren Frieden und den unserer Enkel, in Anbetracht der Tatsache, dass nun offenbar wird, was einige, allerdings pandemiebedingt, bereits vermutet haben: die Welt wird nicht mehr sein wie vor dem Januar 2020.<br /><br />Hatte bereits Wuhan gezeigt, dass dies zwar eine Stadt im fernen China sein mag, die aber dennoch drei Monate sp&auml;ter hautnah bei uns einziehen kann, macht uns die aktuelle Aggression deutlich, dass es in modernen Zeiten "fern oder nah" nicht mehr gibt. Nie wieder geben wird. Wir sind, willentlich oder unfreiwillig, miteinander zutiefst verkn&uuml;pft. Ob es der am Folgetag bereits angestiegene Benzinpreis ist oder weitaus tiefergehende Umw&auml;lzungen der zuk&uuml;nftigen Monate: alles, alles findet auch in unserem Wohnzimmer, auf unserem Tablet, auf unserem Smartphone statt.<br />Nie war es sprichw&ouml;rtlich sichtbarer, dass jede meiner Handlungen Auswirkungen hat, nicht nur auf den direkten Adressaten, sondern Wellenringe ausl&ouml;st wie ein Stein auf einem See. Dieser Krieg ist auch eine Folge zahlloser Entscheidungen im Vorfeld. <br /><br />Das kann ich tun. Dies im Blick haben, diese ein, zwei Sekunden bedenken, wohin mein Ruf f&uuml;hrt, bevor ich ihn aussende: wer wird wie reagieren? Wer wird wie Schaden nehmen? Und nat&uuml;rlich auch: wie wird das Ganze zu mir zur&uuml;ckkommen? Denn das tut es. Immer. Es ist ein altes Gesetz, heute etwas schneller als zu Napoleons Zeiten, aber genauso zutreffend.<br /><br />Zazen, diese stille unscheinbare Praxis, zeichnet sich durch ein hohes Ma&szlig; an Entschlossenheit aus. Ein bisschen Zazen, das geht nicht. Wir praktizieren jedes Mal den ganzen Atem, jedes Mal die ganze Sitzrunde.<br />Das kann ich tun: sagen, was ist. Klar und deutlich, dank meiner Praxis, die ein untr&uuml;gliches Gesp&uuml;r daf&uuml;r vermitteln kann, was richtig ist und was falsch ist. <br /><br />Aber geht es im Zazen nicht darum, unsere Dualit&auml;t zu verlassen?<br />Nat&uuml;rlich verlassen wir diese, versuchen wir, alles einzubeziehen, im Moment gerade diese Wucht aus Hilflosigkeit, Schuldgef&uuml;hlen, Angst und ein bisschen Dankbarkeit daf&uuml;r, noch im Warmen sitzen zu k&ouml;nnen.<br /><br />Das ist die eine Seite. Sie ist jedoch nicht zu verwechseln mit einem Zustand, der auch im Zazen jedes Mal gebogen und gedehnt wird bis er ist wie ein Bambus: biegbar, aber kaum zu brechen. In der Hospizarbeit nennen wir dies "Haltung". Wissen, ein Wissen, das aus dem Hara kommt, das uns erkennen l&auml;sst, was genug ist und wann. Wissen um Inhalt, Folgen, Zeitpunkt und Tempo. Was richtig ist und was falsch. Was heilsam ist und was ruin&ouml;s. Wie ich handeln muss. Das geschieht in einem denkfreien Raum, denn es ergibt sich als nat&uuml;rliche Geste aus dem Zazen. <br />Das kann ich tun.<br /><br />Ich kann mein Leben auf dessen Friedfertigkeit hin beleuchten. Wie halte ich es mit meiner Macht? Wann neige ich zur Manipulation? Wann f&uuml;ge ich meinen Worten etwas hinzu, was vielleicht nicht ganz der Wahrheit entspricht? Neige ich zu starken Meinungen? Was gewinne ich dadurch? Wie f&uuml;hlt sich das an und wo sp&uuml;re ich es in meinem K&ouml;rper? <br />Auch das kann ich tun.<br /><br />Wir f&uuml;hlen uns nicht nur seit vielen Jahrzehnten erstmals wieder bedroht, wir sind es. Wie ver&auml;ndert dies meine Sicht, meine Handlungen im Alltag? Sortieren sich meine Priorit&auml;ten anders? Meine Zeit hier ist kurz, auch das wird jetzt noch deutlicher. Was bleibt zu tun? Wie m&ouml;chte ich sie leben? <br />Auch das kann ich tun.<br /><br />Reicht das? Nein. Es reicht nicht. Zu gewaltig sind die Ereignisse, zu ersch&uuml;tternd die Bilder, zu tiefgreifend werden die Folgen sein. <br />Hat es je gereicht? Nein.<br /><br />Was z&auml;hlt im Angesicht all dessen? Dabeibleiben. Aushalten. Die ganze Katastrophe mitten in mir. Sie ist schon lange vor Ort. Nun wird sie sichtbar, sp&uuml;rbar f&uuml;r jeden von uns in der Folge, all dies ganz in unserer N&auml;he. Das sind wir. Das verm&ouml;gen wir. Und das alles haben wir dem entgegenzusetzen: Klarheit und Entschlossenheit. Mut und Mitgef&uuml;hl. Verzicht und Disziplin. Vertrauen in den unersch&uuml;tterlichen Teil in uns, der wei&szlig;, was richtig ist und was falsch, was geeint werden muss und was f&uuml;r immer zum Schweigen gebracht werden sollte. <br /><br />Wir sind es uns schuldig, unserem kleinen noch verletzlicherem Leben. Den Geschichtsb&uuml;chern und unseren Enkeln. Den vielen Generationen, die daf&uuml;r gearbeitet und oft auch ihr Leben gelassen haben, dass wir es "besser" haben m&ouml;gen. Und jenen Frauen und M&auml;nnern nicht weit von hier, die an uns glauben, deren Werte wir teilen, angefangen von ihrer Heimatliebe bis hin zu einem Sehnen nach Leben in Freiheit.<br />Auch das k&ouml;nnen wir tun. M&uuml;ssen wir tun. Ab jetzt. Bis zum Horizont und dar&uuml;ber hinaus.<br /><br /><span style="color:#073F80;">Zahllose f&uuml;hlende Wesen:
ich gelobe, mit allen gemeinsam zu erwachen. <br />T&auml;uschungen sind unersch&ouml;pflich: ich gelobe, sie alle zu lassen. <br />Unz&auml;hlbare Dharma-Tore:
ich gelobe, sie alle zu durchschreiten. <br />Un&uuml;bertroffen ist Buddhas Weg: ich gelobe, ihn zu verwirklichen. <br /><br />Die Vier Gro&szlig;en Gel&ouml;bnisse</span><br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Scan 27.02.2022, 20.26" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/scan-27.02.2022002c-20.26.jpg" width="720" height="565" /><br /><span style="font-size:11px; "><br /></span></p><p style="text-align:left;"><span style="font-size:11px; ">Juen, N&uuml;rnberg/Hiroshima 2005<br /></span><span style="font-size:11px; "><br /><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Im Zen gibt es doch keine Gef&#xfc;hle - oder?</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-02-24T22:55:19+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2a5783976c9790bddce3bcd241b70443-52.html#unique-entry-id-52</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2a5783976c9790bddce3bcd241b70443-52.html#unique-entry-id-52</guid><content:encoded><![CDATA[Frage: wir alle kennen Dogens &bdquo;Denke das nicht denken&ldquo; aus dem Fukanzazengi.<br />Gilt das auch f&uuml;r Gef&uuml;hle? Besteht ein Ziel unserer Praxis auch im &bdquo;F&uuml;hle das Nicht-F&uuml;hlen?&ldquo;<br /><br />Gef&uuml;hle in unserer Praxis beschreiben sowohl Emotionen als auch Empfindungen im engeren Sinne (vedana, skt.). Sie bilden eine Art F&auml;rbung des jeweiligen Moments, das im Englischen so treffend mit &bdquo;feeling tone&ldquo; umschrieben wird.<br /><br />Diese entstehen, wenn unsere Sinne mit der Au&szlig;enwelt Kontakt haben: das Auge sieht Farben und Formen, wir h&ouml;ren, riechen, schmecken, tasten. Etwas schwieriger ist es beim (buddhistisch gesprochen) 6. Sinn &ndash; unserem Bewusstsein, unserem Denken. Wir denken und f&uuml;hlen. Beides ist untrennbar miteinander verbunden. Und da wir fast immer mit unseren K&ouml;rpersinnen aktiv sind und die meiste Zeit des Tages auch denken, f&uuml;hlen wir nonstop. <br /><br />Beeindruckend zusammengefasst, auch unter psychologischen Gesichtspunkten, ist dies in der jahrhundertealten Einteilung in die f&uuml;nf Skandhas, die f&uuml;nf Daseinsgruppen. Diese unterteilt Form (in erster Linie unseren K&ouml;rper und Sinnesorgane), Gef&uuml;hle, Wahrnehmungen, Willensregungen und unser (unterscheidendes) Bewusstsein.<br /><br />Unser Denken und Handeln sind untrennbar mit Gef&uuml;hlen, deren Spektrum von Emotionen wie Trauer, Wut, Einsamkeit bis hin zur Wahrnehmung eines neutralen Seinszustandes reicht, verbunden. Im Zazen haben wir die Gelegenheit, mit diesem, im Vergleich zu unserer Gedankenwelt, nicht weniger komplexem Universum in Kontakt zu treten. In der Stille ist beides erfahrbar, wobei die Gef&uuml;hlswelt nicht selten durch unser Denken behindert wird und oft  wesentlich mehr &Uuml;bung und Ausdauer ben&ouml;tigt, um wahrgenommen zu werden. <br /><br />Dennoch werden wir nicht zufrieden werden und frei handeln k&ouml;nnen, wenn wir diese weiterhin &bdquo;au&szlig;en vor&ldquo; lassen. Das ist ohnehin unm&ouml;glich.<br /><br />Unsere Gef&uuml;hle sind zudem meistens weitaus weiser als unsere Gedanken. Sie k&ouml;nnen uns an der Hand nehmen, wenn wir es denn zulassen. Sie k&ouml;nnen uns ein verl&auml;sslicher Mentor sein, der uns behutsam einen Zugang zu den vergessenen und tief verborgenen Wiesen unserer Herzen weist. Sie bilden den eigentlichen Schl&uuml;ssel f&uuml;r Dogens &bdquo;Tor der Freude und Leichtigkeit&ldquo;. Sie k&ouml;nnen sich ber&uuml;ckend gut anf&uuml;hlen und vernichtend schwer. Sie bleiben bei uns, solange wir hier sind. So oder so. Wir k&ouml;nnten sie daher auch gleich einladen, unser Freund und Gast zu sein auf unserer immer wieder spannenden Exkursion durch unsere Innenwelt und dar&uuml;ber hinaus.<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><br /><span style="color:#107F80;">Noch hier - wie ein Tautropfen auf einem Grashalm<br />Am Wegesrand,<br />bin ich noch immer in dieser flie&szlig;enden Welt.<br />Mond am Morgen.<br /><br /><br />Niemand zuhause<br />Herabgefallene Kiefernadeln<br />Verstreut vor der T&uuml;r.<br /><br /><br />Melone<br />Ich l&ouml;ffle und esse<br />Breche und esse<br />Und danach <br />behalte ich sie um meinen Mund.<br /><br />Daigu Ryokan </span><br /><span style="font-size:11px; ">(aus &bdquo;Hoher Himmel Gro&szlig;er Wind&ldquo;, edition steinrich, 2012)<br /><br /></span><span style="font-size:11px; "><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="000037-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/000037-2.jpg" width="722" height="490" /><br /><br /><span style="font-size:11px; "><br /></span><span style="font-size:11px; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Genug ist nicht genug</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-02-16T15:31:36+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5223763d8f7646d4b006e9f9da72e253-51.html#unique-entry-id-51</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5223763d8f7646d4b006e9f9da72e253-51.html#unique-entry-id-51</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer Erinnerungen an Thich Nhat Hanh haben wir uns vergangene Woche &uuml;ber seine Gedanken und Handlungsvorschl&auml;ge zu einem achtsamen Leben unterhalten.<br /><br />Wie konnte er, der nach au&szlig;en so Sanfte, Buddhas Lehre der Vier Edlen Wahrheiten, insbesondere der ersten, &bdquo;Leben ist leidvoll&ldquo;, mit seinen Ermutigungen f&uuml;r ein gl&uuml;ckliches und zufriedenes Leben f&uuml;r alle vereinen?<br /><br /><em>Einatmend beruhige ich meinen K&ouml;rper<br />Ausatmend l&auml;chle ich<br />Ich verweile im gegenw&auml;rtigen Moment<br />Ich wei&szlig; dies ist ein wundervoller Moment<br /></em><br />Indem er unser Gewahrsein der Formenwelt, als Wesen mit K&ouml;rper, umgeben von der Welt der Objekte, immer wieder betonte. Alle spirituellen &Uuml;bungen sind sich hierin einig: Meditation beginnt mit dem K&ouml;rper, zun&auml;chst dem K&ouml;rper an sich, seinem reichen Eigenleben, aber auch mit seinem Verh&auml;ltnis, seiner Positionierung zur Au&szlig;enwelt, zum unmittelbaren und zum &uuml;ber unser Auge hinausreichenden Raum. Wo sind meine F&uuml;&szlig;e? Wie ber&uuml;hren sie den Boden? Wo ist mein Atem? Wie f&uuml;hlt er sich an? Wie f&uuml;hlt sich seine Verbindung zum Raum oberhalb des Kopfes an?<br /><br />Und indem er nicht m&uuml;de wurde zu betonen, dass zwar &bdquo;jeden Tag Tausende Menschen, auch Kinder, an Unterern&auml;hrung sterben, im Krieg oder bei Terroranschl&auml;gen&ldquo;. Das ist richtig, auch heute, auch hier, auch jetzt und leider, leider immer noch. Das ist Leiden, Trennung, Kontaktverlust. Und es ist tief unten in uns verankert. <br /><br />&bdquo;Und doch ist der Sonnenaufgang wundervoll, und die Rose, die heute Morgen vor der Mauer blühte, ist ein Wunder&ldquo;. Auch das ist richtig. Auch unser Alltag, ein ganz &bdquo;normaler&ldquo; Tag, ist gef&uuml;llt mit wunderbaren, z&auml;rtlichen Momenten, die uns staunend innehalten und zutiefst dankbar machen k&ouml;nnen. <br /><br />Im Zazen lernen wir, Atemzug f&uuml;r Atemzug, mit beiden Welten in Ber&uuml;hrung zu kommen. Mit allen Welten. Jede Einheit auf dem Kissen ein wenig mehr. Und wir lernen, beides, <em>alles</em>, zu halten: den Schrecken und das Staunen, die unb&auml;ndige Freude und die tiefe Verzweiflung.<br /><br />Das ist Leben, unser einziges, kleines, letztendlich doch ziemlich kurzes Leben. Wir k&ouml;nnen es bis weit &uuml;ber den Horizont hinaus erfahren, ersp&uuml;ren, durchkosten und erleben. Wir beginnen in unserer kleinsten Einheit. Sie ist immer verf&uuml;gbar und sie ist unendlich geduldig mit uns: unser K&ouml;rper, unser Atem, unser Geist. <br /><br />Noch sind wir hier, noch k&ouml;nnen wir mit diesen drei S&auml;ulen unser Haus der Gastlichkeit am Morgen &ouml;ffnen und gen Abend die Rollos wieder hinunterlassen. Das ist sowohl Friedensarbeit als auch eine kleine Anleitung zum Gl&uuml;cklichsein, die uns dieser leise Lehrer hinterlassen hat.<br /><br /><em>&bdquo;Sind wir friedvoll, sind wir gl&uuml;cklich, k&ouml;nnen wir l&auml;cheln und bl&uuml;hen wie eine Blume, und jeder Mensch in unserer Familie, in unserer Gesellschaft wird von unserem Frieden profitieren.&ldquo;   </em><br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A051797-R1-25-26" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a051797-r1-25-26.jpg" width="722" height="499" /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>In memoriam</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-02-10T22:19:22+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ec3971a53336ab49741b6ab48bfee193-50.html#unique-entry-id-50</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ec3971a53336ab49741b6ab48bfee193-50.html#unique-entry-id-50</guid><content:encoded><![CDATA[Vor ein paar Wochen ist Thich Nath Hanh gestorben. Es ist nicht leicht, jemanden von derartiger Strahlkraft zu w&uuml;rdigen. Ich m&ouml;chte dies gar nicht erst versuchen, doch schildern, inwiefern TNH mein Leben beeinflusst hat: pers&ouml;nliche Gedanken, die an dieser Stelle eher selten sind.<br />&nbsp;<br />F&uuml;r mich war er vor allem ein Br&uuml;ckenbauer. Jemand, der nicht nur seine eigene Tradition mit unserer westlichen Lebensweise zu verkn&uuml;pfen versuchte, sondern der auch unerm&uuml;dlich darum warb, in den kleinsten Lebenseinheiten wie Familie/Beziehungen, stetig Friedens &ndash; und Freiheitsarbeit zu leisten.<br />Nicht selbstverst&auml;ndlich f&uuml;r einen M&ouml;nch und jemanden, der erst in der Mitte seines Lebens als spiritueller Lehrer hervortrat und der gleichzeitig nicht m&uuml;de wurde, die Vorteile des Lebens in einer kl&ouml;sterlichen Gemeinschaft stets hervorzuheben. In meiner Wahrnehmung war diese f&uuml;r ihn der eigentliche Weg zu Zufriedenheit und Gl&uuml;ck.<br />Dennoch gibt es zahllose B&uuml;cher, in denen er sich sehr liebevoll um die kleinen Belange unseres westlichen Alltags k&uuml;mmerte. Eines der Resultate daraus war &bdquo;mindfulness&ldquo; &ndash; hieraus ist eine ganze Bewegung entstanden, &bdquo;MBSR&ldquo; und &auml;hnliches h&auml;tte weitaus weniger Wirkung gehabt ohne diesen kleinen, leisen M&ouml;nch.<br />&nbsp;<br />Eine weitere Br&uuml;cke bestand f&uuml;r mich in seiner Lehre der Gehmeditation. Erst durch seine Anleitungen wurde mir klar, was das eigentlich ist: keine Pause zwischen den Zazen-Einheiten. Sondern eine Praxis an sich, &uuml;berall verf&uuml;gbar, einfach anzuwenden und doch (f&uuml;r mich) schwerer umzusetzen als die Meditation auf dem Kissen. Aus meinem heutigen Alltag ist das Kinhin nicht mehr wegzudenken, es bildet oft die Verbindung zwischen zwei Begegnungen, gleicht sie aus, bereitet mich vor, erdet mich. Gerade im Arbeitsalltag von unglaublichem Wert.<br /><br />TNH hat nicht nur dies bewirkt, sondern durch seine Gehmeditation im Freien eine weitere Verbindung geschaffen, die das Zazen auf dem Kissen keineswegs mindert, sondern erweitert auf fast alle meine Lebensbereiche. Hatte ich vorher (schaudernd) geh&ouml;rt, dass &bdquo;alles&ldquo; Meditation ist, gab er einen konkreten Hinweis darauf, wie das umzusetzen ist und noch dazu, ohne st&auml;ndig von meinen Gedanken so gequ&auml;lt zu werden wie in meinen ersten Jahren auf dem Kissen.<br />Unvergessen die Rede, in der er seine Meditation in einem FastFood Restaurant schildert, auf dem Flughafen, inmitten einer gro&szlig;en, lauten Menschenansammlung vor einem Konzert.<br />&nbsp;<br />Sein Umgang mit Gef&uuml;hlen, insbesondere starken Emotionen. Wann immer ich w&uuml;tend werde und diese Anflutung sp&uuml;re, denke ich an seine Stimme und sein: &bdquo;hello my litte anger...&ldquo; und oft, wenngleich nicht immer, muss ich dann erst einmal schmunzeln. Das reicht schon, um den vorgegebenen Weg aus k&ouml;rperlichen und geistigen Reflexen etwas zu unterbrechen und das allein ist oft bereits genug, um wieder abzuk&uuml;hlen.<br />&nbsp;<br />Beruflich telefoniere ich viel, sehr viel. Das Fon ist mein Begleiter und es schellt zu jeder passenden und weniger passenden Gelegenheit. Ob ich gerade in ein Brot bei&szlig;e, mir die Nase putze oder mich in einem schwierigen Gespr&auml;ch befinde: es l&auml;utet unerbittlich. Gerade ein der zweiten Tagesh&auml;lfe oder wenn ich m&uuml;de den Tag beginne, kann es vorkommen, dass ich diesen kleinen Tyrannen verfluche. Nie l&auml;sst er ab, st&auml;ndig will er gef&uuml;ttert werden. Dann schimpfe ich mit ihm und wir beide hadern. Ich versuche dann, ihn zu ignorieren, ein L&auml;uten, vier L&auml;uten... (h&ouml;rt es vielleicht auf?), aber meistens verliere ich die Geduld und hebe ab.<br />Ich hebe zu 99% ab. Das ist mein Gel&uuml;bde als Bodhisattva und davon weiche ich inzwischen auch nicht mehr ab. Aber: wie tue ich das?<br />Grummele ich meinen Namen? Sage ich nur kurz &bdquo;ja!&ldquo; oder bem&uuml;he ich mich um eine freundliche Stimme, die demjenigen gerecht wird, der oder die sich, meist hilfesuchend, an mich wendet?<br /><br />Dann denke ich an seine Telefonmeditation. Und muss wieder l&auml;cheln. Und wir beide sind wieder Freunde, das Fon, der Anrufende und ich. Insbesondere das Fon, denn es begleitet mich seit mehr als einem Jahrzehnt, es hat schon ein paar Kratzer wie auch ich, es ist mein Stethoskop zu jenen, die ich gerade nicht sehe, denen ich aber dennoch zur Verf&uuml;gung stehen m&ouml;chte. Und das ist ein Teil meines Berufes. Kein Grund zur Ver&auml;rgerung. Oder?<br />&nbsp;<br />Als letztes m&ouml;chte ich erw&auml;hnen, dass wir zu Anfang der 90er Jahre TNH einmal in M&uuml;nchen im Rahmen einer Veranstaltung gesehen haben. Es war das einzige Mal. Wir waren zeitig dort und sa&szlig;en relativ weit vorne. W&auml;hrend der Einleitungen fiel unser Blick auf den Seiteneingang. Er kam inmitten einer kleinen Gruppe von M&ouml;nchen an. Ich wusste nicht viel &uuml;ber ihn. Das meiste davon hatte ich nicht verstanden. Ich war neugierig, aber auch skeptisch. Und verbl&uuml;fft: noch heute erinnere ich seinen Gesichtsausdruck am Eingang. Damals hat er mich beeindruckt aus unerkl&auml;rlichem Grund, heute &bdquo;wei&szlig;&ldquo; ich: er meditierte.<br />Sp&auml;ter dann kam er auf die B&uuml;hne. Ich habe vergessen, wor&uuml;ber er sprach. Aber was ich auch nie vergessen werde, ist seine Verbeugung zu Beginn seines Vortrags: Thich Nath Hanh verschwand. Vollkommen. Wie der Reiher auf Dogens Schneefeld. Er tauchte wieder auf und: er meditierte weiter. Seinen gesamten Vortrag lang.<br /><br />Mit all seiner Trauer &uuml;ber sein Exil, den Verletzungen, die ihm und den seinen zugef&uuml;gt wurden, dem Leid der vielen Menschen in dem Vortragssaal, f&uuml;r die Ryokans &Auml;rmel nicht reichen. In diesem kleinen, unscheinbaren und zarten Mann vibrierte zudem eine st&auml;hlerne Entschlossenheit, fast Unbeugsamkeit. Das setzte seine Freundlichkeit in eine ganz andere Dimension.<br /><br />Jetzt hier. Meinen Beitrag leisten. Zur Ver&auml;nderung. Ein bisschen, Jeden Tag. Trotz allem. Mit allem.<br />Im Januar ist Thich Nath Hanh, dieser gro&szlig;e Lehrer, in seinem Heimatkloster in Vietnam gestorben. Wir verneigen uns vor einem gro&szlig;en Menschen.<br />&nbsp;<br />&nbsp;Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="unnamed 1" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/unnamed-1.jpg" width="775" height="648" /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;"><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#191919;"><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Von hier nach dort</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-02-10T22:18:37+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b76d65787474f0e58aaf87e42eae03b9-49.html#unique-entry-id-49</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b76d65787474f0e58aaf87e42eae03b9-49.html#unique-entry-id-49</guid><content:encoded><![CDATA[Von hier nach dort.<br />Weder hier noch dort.<br />Dort, hier.<br />Oder doch nicht?<br />&nbsp;<br />Bis Januar haben wir uns mit Dogens &bdquo;Fukanzazengi&ldquo; befasst. Ein kurzes, ber&uuml;hmt gewordenes Kapitel, in dem es unter anderem um unsere Haltung, unsere Herangehensweise zum Zazen und zu unserer &Uuml;bung insgesamt geht.<br />&nbsp;<br />&bdquo;Strebe nicht danach, ein Buddha zu werden.<br />&Uuml;be Dich im R&uuml;ckzug, wende das Licht nach innen und beleuchte das Selbst. L&ouml;se Dich von allen Bindungen und lass die zehntausend Dinge ruhen.&ldquo;<br />&nbsp;<br />Anstrengen oder nicht? Alles darauf setzen, meine gesamte Energie - oder die Dinge &bdquo;kommen und gehen lassen&ldquo;? Es ist Dogens Lebensfrage, die er sich bereits als junger M&ouml;nch stellte: wenn alles bereits vorhanden ist &ndash; wir angekommen sind und wach, wieso uns dann noch anstrengen?<br />&bdquo;Die wahre Lehre ist frei verf&uuml;gbar... im gesamten Universum gibt es nicht das kleinste Staubkorn. Warum sollten wir uns anstrengen, es zu fegen?&ldquo;<br /><br />Und doch und doch &ndash; wissen wir alle, dass dies nur die halbe Wahrheit darstellt. Um uns hinzusetzen, einzuloggen, ganz allgemein, um Zeit f&uuml;r unsere Praxis bereit zu stellen, sind Anstrengungen notwendig. Ganz zu schweigen von der t&auml;glichen Anstrengung, unser Leben als Bodhisattvas auszurichten und immer wieder neu dahin zu tarieren. Das ist unm&ouml;glich ohne Anstrengung, Willensst&auml;rke und Disziplin. Doch wie viel davon ist n&ouml;tig, damit wir nicht erm&uuml;den oder abschweifen?<br /><br />Wie halten wir es mit unserem Gleichgewicht zwischen Anspannung und Ent-Spannung?<br />Wann gelingt es uns, die zehntausend Dinge wahrzunehmen und ihnen zu folgen?<br />Welchen Geisteszustand ben&ouml;tige ich, um sie wahrzunehmen?<br />F&uuml;r welche Ziele / Absichten strenge ich mich besonders gerne an, wann f&auml;llt es mit leicht? &nbsp;<br />Was ist f&uuml;r mich schwieriger: Disziplin oder Loslassen (Entspannen / den Dingen zu folgen)?<br />&nbsp;<br />Der alte Meister gibt uns in einem weiteren Kapitel auch hier&uuml;ber Aufschluss:<br />Vor langer Zeit fragte ein M&ouml;nch einen alten Meister: &bdquo;Wenn hunderte, tausende, zahllose Objekte alle auf einmal kommen, was soll ich tun?&ldquo;<br />Der Meister antwortete: &bdquo;Versuche nicht, sie zu kontrollieren.&ldquo;<br />&nbsp;<br />Dogens Kommentar:<br />Er meint, auf welche Weise auch immer die Dinge erscheinen, versuche nicht, sie zu ver&auml;ndern. Was immer dir begegnet ist das Buddhadharma und kein Objekt. Verstehe des Meisters Antwort nicht als eine nur dringliche Ermahnung, sondern erkenne, dass dies die Wahrheit ist. Selbst wenngleich Du versuchst, zu kontrollieren was kommt - es kann nicht kontrolliert werden.<br />&nbsp;<br />Yuibutsu Yobutsu (Shobogenzo)<br />&nbsp;<br />Wenn ich alles, von Kiesel bis Corona-Demo, von Tierwohl bis hin zu meinen Freundschaften, als &bdquo;kein Objekt&ldquo;, als Buddhas Lehre, Erscheinung und Handlungaufforderung zum Wohle aller erfassen kann, gibt es keine Frage, ob und wann ich mich wie anstrengen muss und wann eben nicht.<br />Es gibt nur ein gro&szlig;es Ich &ndash; &uuml;berall, das frei nach Anlass flottieren und mit jedem Ding, das da kommt, eine Unterhaltung beginnen kann. Sei sie poetisch und assoziativ, sei sie praktisch und erdfarben. Im Buddhadharma ist Platz f&uuml;r alle und am besten zeigt sich dies in nahezu sek&uuml;ndlichen Wechselspiel auf dem Kissen:<br />Ein-aus. Anstrengen, lockern. Fokussieren, spielen. R&uuml;ckzug, Marktplatz.<br />Eigentlich total spannend, dieses Leben!<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="unnamed 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/unnamed-2.jpg" width="722" height="505" /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein neues Jahr</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2022-01-02T22:06:02+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3bb8ad698cbbd731810c09c94449d3b7-48.html#unique-entry-id-48</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3bb8ad698cbbd731810c09c94449d3b7-48.html#unique-entry-id-48</guid><content:encoded><![CDATA[In einer Welt voller Krisenmomente kann uns das Dharma ein Ort der Zuflucht, der Leichtigkeit und der stillen Freude sein.<br /><br />Mit einem bereits im zweiten Jahr hohen Anteil an erfahrenem, gesehenem und bezeugtem Ma&szlig; an Traurigem, Tragischem und an Leiden im buddhistischen Sinne (dukkha), kann uns das Dharma Trost geben und Hoffnung schenken. Hoffnung nicht unbedingt auf &bdquo;bessere Zeiten&ldquo;, ein Ende der Pandemie, des Hungers, der Zerst&ouml;rung und der Kriege, sondern Hoffnung darauf, den jeweiligen Augenblick in seiner gesamten F&uuml;lle, Tragweite und seinem umfassenden (Handlungs-)Potential erfahren zu k&ouml;nnen. Um daraufhin eine Wahl zu treffen. Eine Wahl, die wir alle haben: f&uuml;hren meine Taten zu mehr Leiden oder zu mehr Gl&uuml;ck und Zufriedenheit f&uuml;r mich und das, was wir als &bdquo;meine Umwelt&ldquo; bezeichnen? Diese ist nicht weniger als unser zweites Ich, eine Extension unseres Seins in anderen Formen. Darin liegt eine der zentralen Erfahrungen des Zen.<br /><br />Bei einem Handeln nach diesem Kompass werden Angst und Furcht, sowohl vor Altbekanntem als auch Neuem, ihren Schrecken verlieren und zu vertrauten Begleitern unserer Wege werden, vielleicht sogar zu ihrem Mentor und Besch&uuml;tzer.<br /><br />Das letzte Jahr war wiederum ein Jahr tiefen Leidens und vieler, vieler K&uuml;mmernisse. Es war auch ein Jahr zahlreicher Ver&auml;nderungen, auch der Transformationen im Sinne einer Verdeutlichung auf das, was uns wichtig ist in unseren Leben.<br /><br />Durch all dies, auch die kleinen, wunderbaren Momente, die jedes Jahr immer f&uuml;r uns bereith&auml;lt, war uns die gemeinsame Praxis, unsere Sangha - ob virtuell oder analog - ein verl&auml;sslicher, ein treuer und immer verf&uuml;gbarer Begleiter.<br /><br />Wir w&uuml;nschen allen Wind und Wolkens in fern und nah ein gutes Jahr 2022. <br /><br />Und wir w&uuml;rden uns sehr freuen, Euch im kommenden Jahr in Musanji, im Haus der Stille in Roseburg (https://www.hausderstille.org/programm-2022.html), im Benediktushof in Holzkirchen (https://www.benediktushof-holzkirchen.de) oder im September zur Zen-Konferenz im Lassalle-Haus (https://www.lassalle-haus.org)<br />wiederzusehen!<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790472-21" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790472-21.jpg" width="721" height="556" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Sich zeigend</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-12-26T21:25:00+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f5d9365d36f6247b391935b344e629ed-47.html#unique-entry-id-47</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f5d9365d36f6247b391935b344e629ed-47.html#unique-entry-id-47</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Diese gro&szlig;e Welt ist wie ein G&auml;stehaus, ein menschliches Leben wie Morgentau.<br />Eine gute Gelegenheit kommt leicht abhanden und das wahre Dharma ist schwer zu treffen. Du solltest Deine Anstrengungen mit frischem Streben unternehmen. Warte nicht, bis andere Dich abermals erinnern.<br /><br />Daigu Ryokan</em><br /><br />Wie Ryokan und zahllose Lehrerinnen und Lehrer vor und nach ihm nicht m&uuml;de wurden zu betonen, ist die Gelegenheit, dem Dharma zu begegnen, Buddhas Lehre zu studieren und gemeinsam Zazen zu sitzen, selten und kostbar.<br /><br />Das geschieht nicht einfach so und nicht ohne die Teilhabe von jedem einzelnen. Indem wir die Sangha unterst&uuml;tzen, unterst&uuml;tzen wir unsere eigene Praxis. Es ist: Gemeinschaft, die als Gemeinschaft lebt und wirkt.<br /><br />Genauso wie es keinen Lehrer ohne Sch&uuml;ler, keinen Sesshin ohne Teilnehmer gibt, kann eine Sangha ohne die aktive Beteiligung ihrer Mitglieder nicht leben.<br />Weder Sesshin noch Sangha haben einen Wert, existieren im Grunde niemals nur nur f&uuml;r sich, quasi als etwas &bdquo;von au&szlig;en&ldquo;.<br />Hier und heute, das ist alles was wir sind und haben.<br /><br />Es ist nicht viel und es w&auml;hrt f&uuml;r die meisten, die dies lesen werden, auch nicht mehr so lange.<br />Dennoch ist dies genau der Raum, der einzige Raum, in dem wir handeln, in dem wir sein und den wir aus- und erf&uuml;llen k&ouml;nnen.<br /><br />Heute ist ein guter Tag daf&uuml;r, uns daran zu erinnern und uns neu auszurichten: auf unsere &Uuml;bung. Sie schlie&szlig;t alles mit ein. Ein gutes, ein zufriedenes und letztendlich auch ein gl&uuml;ckliches, erf&uuml;lltes Leben kann nur gelingen, wenn wir, die wir den Weg einmal angetreten haben, diese unsere &Uuml;bung in alles einflie&szlig;en lassen, was wir denken, f&uuml;hlen, leben. Um unsere Bodhisattva-Gel&ouml;bnisse zu vollenden, was nicht weniger bedeutet als ein klein wenig an zus&auml;tzlicher Weisheit und liebevollem Mitgef&uuml;hl in eine verwirrte, oft chaotische und zunehmend leidende Welt zu infundieren.<br /><br />Es gibt zahllose Wege zu &uuml;ben. Es gibt ebenso zahlreiche Wege, dieser ein Antlitz zu verleihen. Und es gibt zahllose Wege, eine Sangha zu unterst&uuml;tzen, damit diese und ihr Praxisort lebendig und stark bleiben und als Anker f&uuml;r uns alle dienen kann.<br /><br />Das gr&ouml;&szlig;te Geschenk jedoch ist das Geschenk unserer kontinuierlichen Gegenwart, des steten sich zeigens innerhalb der Sangha und die anhaltende Verpflichtung zu unserer gemeinsam verehrten, Gemeinschaft wie auch Gemeinwohl bietenden Bodhisattva-Praxis.<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A051797-R1-21-22" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a051797-r1-21-22.jpg" width="720" height="502" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Fukanzazengi</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-11-22T19:07:26+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3a6f2b9ef8111d4fb4c9bf8a8d56f05b-46.html#unique-entry-id-46</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/3a6f2b9ef8111d4fb4c9bf8a8d56f05b-46.html#unique-entry-id-46</guid><content:encoded><![CDATA[W&auml;hrend unserer herbstlichen Ango haben wir begonnen, uns Dogens &bdquo;Fukanzazengi&ldquo; zu widmen. Das liegt auch daran, dass wir nach der langen Pause wieder einen Schwerpunkt in dem gemeinsamen Zazen in Musanji setzen m&ouml;chten. Genau darum geht es in diesem kurzen, relativ bekannten Kapitel.<br />Fukan Zazen-gi bedeutet so viel wie: Der Weg des Zazen - eine allgemeine Empfehlung. Es stellt eine Art &Uuml;bungsanleitung dar, eine &bdquo;Gebrauchsanweisung f&uuml;r Zazen&ldquo;.
<br />Dogen war Anfang 30, als er diesen Aufsatz verfasste, er hat ihn zeitlebens immer wieder &uuml;berarbeitet, weswegen es verschiedene Versionen gibt. Fukanzazengi geh&ouml;rt zu den wenigen konkreten Meditationsanleitungen im Zen. In der Anleitung zum stillen Sitzen in Bezug auf Atmung, Geisteshaltung und K&ouml;rperhaltung ist sie einzigartig, auch auf Grund ihres fr&uuml;hen Entstehungsdatums (1233).<br />Zu Beginn stellt Dogen die Frage, die ihn bereits als jungen Mann dazu veranlasste, sich auf die Suche zu begeben und auch vor seiner gefahrenvolle Reise nach China nicht zur&uuml;ckhielt: wieso &uuml;ben, wenn die wahre Lehre frei verf&uuml;gbar ist, wozu uns anstrengen?<br /><br />Er beantwortet sie mit der freundlichen G&uuml;te von jemandem, der sich selbst gut kennt: &bdquo;Wenn Du auch nur um Haaresbreite abweichst, bist Du himmelweit ... entfernt. Wenn auch nur die kleinste Unterscheidung aufkommt, bist Du verloren.&ldquo; <br />Nicht, dass der obige Gedanke bereits ein Abweichen darstellen w&uuml;rde. Vom Standpunkt des Absoluten aus betrachtet, gibt es im gesamten Universum nicht das kleinste Staubkorn. Wieso dann fegen?<br />Andererseits neigen wir zu &bdquo;Abweichungen&ldquo;. Das ist unser Naturell. Es ist Eva und Adams Apfel. Es ist K&uuml;hlschrank, PC, Auto, Krankenversicherung. Es ist auch: Tue Gutes. Vermeide Unheilvolles. Darin steckt weder Schuld noch S&uuml;nde. Es ist die Folge davon, dass wir &uuml;ber ein Bewusstsein verf&uuml;gen, das seinem Wesen nach auch ein unterscheidendes Bewusstsein ist.<br /><br />Somit empfiehlt der Gr&uuml;nder unserer Schule uns, damit aufzuh&ouml;ren, &bdquo;Worte zu studieren und Schriften zu folgen&ldquo;, sondern uns stattdessen in &bdquo;R&uuml;ckzug zu &uuml;ben, das Licht nach innen zu wenden sowie das Selbst zu beleuchten.&ldquo;<br />Absolut. Relativ. Handelnd in der Welt der 10.000 Dinge, zur&uuml;ckkehrend zum Kissen, um das Selbst, seine Ausrichtung und seine Handlungen zu beleuchten. <br />Wie da geschieht? Dogens Antwort besteht in der liebevollen Beschreibung unserer K&ouml;rperhaltung beim Zazen. Der K&ouml;rper als Medium, als Br&uuml;cke so wie unser Atem, gleichzeitig als unabl&auml;ssig Ver&auml;nderungen unterworfenes Gebilde, untrennbar verbunden mit just diesem obigen Selbst.<br /><br />Es geht nicht entweder, oder, bzw. ganz ohne einen Teil. Es geht nur mittendrin, all inclusive. Das ist keine Beschreibung der derzeitigen sozialen Lage, sondern eine uralte Weisheit. <br />Wir, die wir einen spirituellen Weg den unsrigen nennen, wissen darum, erfahren dies t&auml;glich auf dem Kissen und dar&uuml;ber hinaus. Und auch deswegen besteht eine unserer Aufgaben in den kommenden Wochen auch darin, zu verbinden, zu vermitteln und zu vereinen. F&uuml;r ein gemeinsames Leben, das ohnehin nur dann gl&uuml;cklich macht, wenn wir es von uns aus als rundum Ganzes betrachten lernen.<br /><br />Gasso, Juen<br /><br /><span style="font:14px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; font-weight:bold; color:#262626;font-weight:bold; "><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="_1030702" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/_1030702.jpg" width="820" height="620" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Dharmablume dreht Dharmablume</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-10-26T08:32:02+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e41a0b72b255637213fb8b5e00c9fedd-45.html#unique-entry-id-45</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e41a0b72b255637213fb8b5e00c9fedd-45.html#unique-entry-id-45</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Frage 13: Sollte Zazen von Laien, von Frauen und M&auml;nnern oder nur von M&ouml;nchen ge&uuml;bt werden?<br />Antwort: Die Alten sagen: Im Verstehen des BuddhaDharma gibt es keinen Unterschied zwischen Frauen und M&auml;nnern, Edelleuten und dem gemeinen Volk.<br /><br />Dogen Zenji, Bendowa </em><br /><br /><br />Im Rahmen unserer &Uuml;bungszeit im Herbst (Ango) widmen wir uns den Fragen um das Zazen, auch anl&auml;sslich der Wiederaufnahme des Zusammenkommens in Musanji.<br />Die obige Frage, in der Wortwahl des 13. Jahrhunderts, ist heute noch aktuell. Zwar scheint der Unterschied "M&ouml;nche und Laien" vielleicht nicht &uuml;bertragbar, denn die Zen-Praxis im Westen ist &uuml;berwiegend eine Laienpraxis geworden. Dennoch kann die Frage erlaubt sein, ob es f&uuml;r jemanden, der oder die sich l&auml;nger und intensiver der &Uuml;bung widmen kann, vielleicht sogar &uuml;ber mehrere Jahre, einen Unterschied im Verstehen gibt?<br /><br />Hiermit ist ein Verstehen im Sinne von Erfahrung, intellektuellem Erfassen und praktischer Umsetzung gemeint. Bei ersterem ist der Vorteil eines R&uuml;ckzugs aus der Welt der "10.000 Dinge" nachvollziehbar. Wir lassen die Angelegenheiten des allt&auml;glichen Lebens ruhen und widmen uns der Erfahrung des Zazen. Diese werden in reduzierter Umgebung zwar nicht automatisch "tiefer" oder "vollst&auml;ndiger", aber die g&uuml;nstigeren Rahmenbedingungen k&ouml;nnen zumindest dabei unterst&uuml;tzen, dass die Erfahrungsdichte steigt.<br />Daraus kann ein verst&auml;rktes intellektuelles Erfassen resultieren &ndash; denn dies ist die Folge der durchlebten Erfahrung. <br /><br />Bleibt das dritte: die praktische Umsetzung. <br />Nat&uuml;rlich gibt es hierf&uuml;r auch in einem Sesshin oder w&auml;hrend eines Klosteraufenthaltes viele Gelegenheiten. So richtig "von Angesicht zu Angesicht" wird sich jedoch unsere Handlung erst erproben k&ouml;nnen, wenn wir vom Berg absteigen und uns wieder inmitten des trubeligen Marktplatzes befinden. Wie wir mit den scheinbar allt&auml;glichen, gew&ouml;hnlichen, routinem&auml;&szlig;ig einstudierten und hoffentlich immer wieder hinterfragten Dingen unseres Alltags, mit seinen Menschen, Lebewesen und Objekten umgehen, wie wir dauerhaft damit &uuml;ben, darin besteht unsere eigentliche Praxis. <br /><br />Zazen ist erwachtes, sichtbares Handeln, das aus der Stille kommt.<br />Und genau hierin gibt es f&uuml;r Meister Dogen, der mit dieser Haltung seiner Zeit sowohl in spiritueller als auch in soziologischer Hinsicht um etliche Jahrhunderte voraus war, keinen Unterschied in Herkunft oder Geschlecht.<br />Mit anderen Worten: wir haben keine Ausrede.<br />Zazen!<br /><br /><em>Fernlanges Herbstlicht<br />Sehnt gen Horizont<br />Wo einzelne Sonnenstrahlen <br />Lautlose Purzelb&auml;ume schlagen<br />Formvollendet<br />Schwebt ein junger Schwan<br />&Uuml;ber die blaue Ewigkeit<br />Dieses nebligen Morgens<br />Wer tr&auml;gt wen?</em><br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><p style="text-align:center;"><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="IMG-1158" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img-1158.jpg" width="500" height="556" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Dankbarkeit</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-10-26T07:59:46+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0044eed4ca09587ae27c0b3edafe00c0-44.html#unique-entry-id-44</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0044eed4ca09587ae27c0b3edafe00c0-44.html#unique-entry-id-44</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen des letzten Treffens vor unserer Herbst-Ango hatten wir uns mehrfach, auch anl&auml;sslich unserer Erfahrungen mit der aktuellen Pandemie, &uuml;ber Hoffnung, Trauer und Dankbarkeit ausgetauscht.<br />Auf den ersten Blick scheinen Trauer und Dankbarkeit nur wenig miteinander zu tun zu haben.<br /><br />&Uuml;ber die Dankbarkeit haben wir schon oft gesprochen als eine Praxis, die zu Einsicht führen kann. Die Praxis der Dankbarkeit als einer der Wege, der uns dabei unterst&uuml;tzt, erwachsen zu werden.<br /><br />Der Buddha spricht auch von Dankbarkeit als dem Gegenmittel der drei Geistesgifte Gier, Hass und Verblendung. Gier &ndash; oder unser &bdquo;Haben-wollen&ldquo; sagen uns, dass etwas fehlt. Dankbarkeit vergewissert uns, dass wir genug haben. <br />Ferner f&ouml;rdert Dankbarkeit auch das dritte Paramita: die Geduld, bekanntlich eines der schwierigsten der Paramitas und zugleich auch ein wichtiges Bindeglied zum steten Bem&uuml;hen, zu unserem Atem, zu unserem Gl&uuml;cklichsein.<br /><br />Der Gr&uuml;nder unserer Schule, Dogen Zenji, schreibt in seinem Kapitel Gyoji:<br />Fortwährende Übung, Tag für Tag, ist die angemessenste Weise, unsere Dankbarkeit auszudrücken. Dies bedeutet, dass du ununterbrochen in der Übung bleibst, ohne einen einzigen Tag deines Lebens zu vergeuden, ohne ihn nur um deiner selbst willen zu nutzen. Warum ist dies so? Dein Leben ist die glückliche Folge der fortwährenden Übung aus der Vergangenheit. Daher solltest du deine Dankbarkeit unmittelbar zum Ausdruck bringen. <br /><br />Nat&uuml;rlich f&auml;llt es uns in widrigen Zeiten schwer, dankbar zu sein. Und doch zeichnet sich zum Beispiel die Trauer um den Verlust eines geliebten Menschen durch einen hohen Anteil an Dankbarkeit aus: &uuml;ber die gemeinsame Zeit, die geteilten Erinnerungen, das Gef&uuml;hl der Verbundenheit und N&auml;he, das in uns weiterlebt und &uuml;ber die vielen gl&uuml;cklichen Momente, die wie aus der Zeit gefallen zu sein scheinen, so nahe und greifbar sind sie im jetzigen Augenblick.<br />Dankbarkeit stellt eine Haltung dar, die wir bewusst immer wieder einnehmen k&ouml;nnen. Sie muss von innen kommen und kann nicht verordnet werden. Daher wird echte Dankbarkeit auch daran erkennbar sein, dass sie unser Leiden lindert. Dies tut sie auch deswegen, weil Dankbarkeit Verbindung schafft, weil sie eint und weil sie Pole zusammenf&uuml;gen kann. <br />Das macht sie so lebendig und deswegen ist Dankbarkeit eine einfache, wirkungsstarke Praxis, mit der wir den Boden auf dem wir &uuml;ben, etwas solider und zugleich um ein Vielfaches leichter werden lassen k&ouml;nnen.<br /><br /><em>Indem wir die Dankbarkeit leben, die wir nicht spüren, beginnen wir die Dankbarkeit zu spüren, die wir leben. <br />Bruder David Steindl-Rast</em><br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="IMG-1118" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img-1118.jpg" width="620" height="578" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Trauer</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-09-28T20:42:12+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/95aa09b2f54455d83969b53709b42c3c-43.html#unique-entry-id-43</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/95aa09b2f54455d83969b53709b42c3c-43.html#unique-entry-id-43</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Der Herbst r&uuml;ckt voran<br /></em><em>und ich werde <br /></em><em>ein wenig traurig <br />beim Verschlie&szlig;en des Tores<br />zu meiner Grash&uuml;tte<br /><br />Ryokan</em><br /><br /><br />Neulich haben wir uns nach vielen Monaten erstmalig wieder im Zendo getroffen. Neben der Freude, alle wiederzusehen und endlich erneut gemeinsam zu sitzen, lag auch ein bisschen Wehmut im Raum &ndash; &uuml;ber vers&auml;umte Sanghastunden, Mitglieder, die nicht kommen oder die nicht mehr kommen k&ouml;nnen. &Uuml;ber Ver&auml;nderungen, welche die Pandemie unserer Gruppe auferlegt hat und Ver&auml;nderungen, die wir in der Zwischenzeit in unseren Leben erfahren haben. Trauer wie auch Hoffnung stellen universale menschliche Erfahrungen dar. Sie haben die letzten 19 Monate erheblich mitgepr&auml;gt &ndash; wie sehr, das werden wir vielleicht erst in den kommenden Jahren merken.<br />Und nat&uuml;rlich empfinden wir immer Trauer, ob wir diese als solches wahrnehmen oder nicht: Dinge, die wir verloren haben, Wünsche, Träume oder Lebens-Hoffnungen, die zerplatzt sind.<br />Verpasste Gelegenheiten. Nicht gesagt zu haben, oder nicht getan zu haben, was in dem jeweiligen Moment wichtig und richtig war und dies in einer Situation der Unwiederholbarkeit. &Auml;lter zu werden und dies k&ouml;rperlich zu sp&uuml;ren.<br />Beispiele aus frühen buddhistischen Schriften scheinen anzudeuten, dass das Ziel unserer Übung ein Zustand ist, in dem wir nicht trauern, weil wir die Veränderlichkeit allen Seins vollkommen akzeptiert haben und ihr gegenüber unempfindlich - ausgeglichen geworden sind. Auch im Zen kann man leicht den Eindruck bekommen, dass Emotionen per se hinderlich sind und dass wir mit zunehmender spirituellen Reife keine Trauer mehr empfinden und stattdessen in Gleichmut verweilen k&ouml;nnen und werden.<br />Das w&auml;re zu einseitig!<br /><br />Es gibt viele, zutiefst ber&uuml;hrende Beispiele in der Zen-Geschichte &uuml;ber traurige Lehrer, von Ikkyu bis Ryokan, von Meister Dogen bis Shunryu Suzuki, die untr&ouml;stlich waren wegen einer zerbrochenen Schale, herabfallendem Laub &ndash; oder dem Versterben ihrer Sch&uuml;lerinnen und Sch&uuml;ler. <br />Trauern ist menschlich. Zen ist eine Praxis, um menschlicher zu werden. Mit jedem Zazen, mit jedem Atemzug. Und nichts dabei au&szlig;en vor zu lassen. Das ist ohnehin unm&ouml;glich.<br />Holen wir es also besser liebevoll in unseren Fokus, auch wenn gerade Trauer &uuml;berw&auml;ltigend und &auml;u&szlig;erst schmerzhaft sein kann. Auch wenn sie nie endet.<br />Als Bodhisattvas sind wir auch dazu aufgerufen, den Schmerz anderer - wie den eigenen - zu empfinden. &bdquo;Karuna&ldquo; als Ma&szlig; der Weite jenseits aller Selbstbezogenheit. Karuna als weises Mittel, um uns mit allem und mit allen noch etwas verbundener zu f&uuml;hlen. So gesehen liegen Trauer, Zuversicht und Liebe eng beisammen. Wir verwandeln auf unserem Weg eins ins andere. Jedes Mal, wenn wir uns hinsetzen, jedes Mal, wenn wir einen bewussten Atemzug machen.<br />Jedes Mal, wenn wir unsere Absicht ausrichten. Wo liegt dann noch unsere Trauer?<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="5619E7C1-94EE-4994-98F0-C66CAE57BAB5_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5619e7c1-94ee-4994-98f0-c66cae57bab5_1_105_c.jpg" width="788" height="521" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>zarte Bande</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-09-28T19:51:15+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1749605b66601ac68e1ea96dcbadb977-42.html#unique-entry-id-42</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1749605b66601ac68e1ea96dcbadb977-42.html#unique-entry-id-42</guid><content:encoded><![CDATA[Nach langer Zeit - gef&uuml;hlt deutlich l&auml;nger als 1 Jahr - kamen wir vergangene Woche wieder zum gemeinsamen Zazen in Musanji zusammen. Wir haben uns hierf&uuml;r verschiedene Einschr&auml;nkungen auferlegt, an denen wir den Winter &uuml;ber festhalten werden. Zwar besteht eine der Grundlagen unserer Praxis darin, nichts und niemanden auszuschlie&szlig;en, doch sehen wir in dieser Pandemie-Situation, in der wir uns immer noch befinden, das Wohl aller als vorrangig. In den folgenden Wochen m&ouml;chten wir schrittweise Elemente unserer "alten" Praxis wieder aufnehmen, allen voran langsam zur Rezitation zur&uuml;ckkehren.<br />Es war ein freudiges, ein bewegendes Wiedersehen in unserem sch&ouml;nen Zendo, das nichts von seiner Strahlkraft verloren zu haben scheint. Wir haben vor, zun&auml;chst unsere virtuellen Treffen mit jenen im Zendo w&ouml;chentlich abwechselnd stattfinden zu lassen.<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Zendo" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/zendo.jpg" width="650" height="784" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Hoffnung </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-09-12T22:50:31+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c7ac450e8794a6d68510fa5272412cec-41.html#unique-entry-id-41</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c7ac450e8794a6d68510fa5272412cec-41.html#unique-entry-id-41</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Ich werde der tr&uuml;ben Welt nicht sagen,<br />sie solle rein werden.<br />Ich wasche mich selbst<br />und betrachte den Bachlauf im Tal.</em><br /><br />Es ist, in Anbetracht von 18 Monaten in einem mehr oder weniger akutem Ausnahmezustand und in Anbetracht der Aussichten auf diesen Herbst, nicht ganz einfach, &uuml;ber Hoffnung nachzudenken. Ist Hoffnung buddhistisch? Zielt sie doch gemeinhin auf etwas ab, das sich nicht im gegenw&auml;rtigen Moment befindet. So gesehen, kann sie ein Hindernis auf unserem Weg darstellen, ein Ausweichen. Sie kann zu mehr Leiden f&uuml;hren, in dem wir das Duale in uns n&auml;hren. Wir hoffen auf etwas Bestimmtes, auf etwas Besseres und erleben das jetzige als Ungl&uuml;ck oder zumindest als die f&uuml;r uns schlechtere Alternative.<br /><br />Gleichzeitig strotzt die Lehre des Buddhas vor Hoffnung und Zuversicht. Unersch&uuml;tterlich glaubt sie daran, dass es einen Weg gibt, uns von unserem Leiden zu befreien, andere Wesen zu sch&uuml;tzen, Unheilvolles zu lindern und eine bessere Welt f&uuml;r uns alle zu gestalten. In diesem Sinne ist sie streng gegenwartsorientiert und unabh&auml;ngig vom jeweiligen Ergebnis. Was f&uuml;r einen Bodhisattva z&auml;hlt, ist die gute Absicht, die innere Ausrichtung und die Erfahrung des Augenblicks als einen zutiefst hoffnungsvollen Moment der Einheit und des Potentials. Sie hat etwas mit Handlung zu tun, nicht mit &bdquo;Besitz&ldquo;.<br /><br />Gerade in schweren Zeiten wie diesen ist es au&szlig;erordentlich wichtig, dass Boddhisattvas um ihrer selbst und anderer willen hoffnungsfroh bleiben. <br />Wir bieten unser Herz an. Egal wie die Winde stehen. Wir sind bereit, den n&auml;chsten Schritt in das Unbekannte zu tun. Wir vertrauen darauf, dass uns unse<br />re Praxis dabei leiten wird. Wir glauben fest daran, dass es all unsere Anstrengung wert ist, diese Reise zu beginnen, auch wenn sie so oft gegen den Strom verl&auml;uft. <br /><br />Weise Hoffnung vertraut in die Chancen des Fremden und Neuen, in unsere Unsicherheit und in unser nicht-Wissen sowie in die Zuversicht, dass uns das Dharma halten wird. Diese Art der Hoffnung wei&szlig;, dass unser Tun z&auml;hlt, auch wenn wir nicht vorhersehen k&ouml;nnen, welche Wirkung unser Handeln in der Zukunft haben wird.<br /><br /><em>Ausatem -<br />Einatem.<br />Wisse, dass sie <br />die Unersch&ouml;pfbarkeit<br />dieser Welt beweisen.</em><br /><br />Gassho, <br />Juen und Nanzan<br /><br /><span style="font-size:11px; ">Gedichte aus: &bdquo;Hoher Himmel Gro&szlig;er Wind&ldquo;: Tanahashi/Boissevain; Leben, Gedichte und Kalligraphie des Zen-Meisters Ryokan, Edition Steinrich 2012<br /></span><span style="font-size:11px; "><br /><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050969" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050969.jpg" width="685" height="1016" /><br /><br /><span style="font-size:10px; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Warum das Meer kein Wasser zur&#xfc;ckweist</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-07-04T22:06:14+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1b06ec6598ce9cff9b6c08cc8466c0ed-40.html#unique-entry-id-40</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1b06ec6598ce9cff9b6c08cc8466c0ed-40.html#unique-entry-id-40</guid><content:encoded><![CDATA[In Dogens "Bodaisattashishoho" - vier Weisen von Bodhisattvas, sich anderer anzunehmen - geht es im vierten Aspekt um "doji". Das bedeutet so viel wie 
"Gleichheit der Handlung", "Gleichheit der Absicht", "das gleiche Ziel haben", "im selben Boot zu sitzen".<br />Als Bodhisattvas streifen wir nicht nur unsere Robe an beim Klang der Glocke, wir gesellen uns auch zu jedem ins Boot, der uns ruft oder dem wir begegnen. Zu jedem. Wir machen, wie Daigu Ryokan, keinen Unterschied zwischen "Sakeladen oder Fischh&auml;ndler", sondern wir besuchen sie alle:<br /><br />Longtan bestritt seinen Lebensunterhalt mit dem Backen und Verkauf von Reiskuchen.
Als er den Priester Tianhuang traf, verlie&szlig; er sein Zuhause und folgte ihm. Tianhuang sagte: "Sei mein Assistent. Von nun an werde ich Dich das wahre Dharmator lehren"
Nach einem Jahr sagte Longtan: "Als ich hier ankam, sagtest Du, dass Du mich lehren w&uuml;rdest. Aber bis jetzt ist nichts passiert".
Tianhuang sagte: "Ich habe Dich die ganze Zeit gelehrt".
Longtan sagte: "Was hast Du mich gelehrt?"
Tianhuang sagte: "Wenn Du mich begr&uuml;&szlig;t, verbeuge ich mich. Wenn ich sitze, stehst Du neben mir. Wenn Du Tee bringst, nehme ich ihn von Dir entgegen." <br /><br />Unsere Praxis, so streng und komplex sie auch aussehen mag, so intellektuell schwer zug&auml;nglich, so k&ouml;rperlich fordernd, so schier "unerreichbar", wenn wir an die Vier Gro&szlig;en Gel&ouml;bnisse denken &ndash; so einfach und schlicht ist sie in ihrer Essenz. M&ouml;glichst mit uns selbst und doch bar unserer selbst einfach sein, in heiterer Freundlichkeit und tiefer mit-menschlicher Verbundenheit, das ist das gesamte Dharma.<br /><br /><strong>Loris</strong><br />"Er ist ja gar kein Fl&uuml;chtling", sagt sie, wobei sich ihre Mundwinkel nach unten bewegen. "... nur so ein Medizinfl&uuml;chtling. Er hat seine Chance gehabt. Wir k&ouml;nnen nichts mehr f&uuml;r ihn tun." Nach der gemeinsamen Tumorkonferenz blicken wir ihr nach, w&auml;hrend sie schulterzuckend den Treppenabsatz nimmt und sich dabei &uuml;ber die Seiten ihres wei&szlig;en Kittels streicht.<br /><br />Herr T. kommt aus Armenien. Dort hat er bei der Bahn gearbeitet. Als die Luftnot schlimmer wurde, machte der Arzt ein R&ouml;ntgenbild. Es verhei&szlig;t nichts Gutes. <br />Er verkauft alles, leiht sich Geld bei Verwandten und flieht im Bugwind der Fl&uuml;chtlingskrise auf abenteuerlichen Wegen zu uns.<br />Nun sitzt er auf seinem Bett, schnappt bei kleinster Anstrengung nach Luft und blickt alle mit klagenden Augen an. Die erste Therapie hat versagt, die zweite ebenso. Die dritte ist nebenwirkungsreicher und: sie kostet "uns" ein kleines Verm&ouml;gen.<br />Er spricht keine unserer Sprachen. Sein gesamter Besitz passt in eine Tasche am Bett, die ihm das Rote Kreuz geschenkt hat. <br /><br />Vor ca. 75 Jahren waren 12 bis 14 Millionen Deutsche auf der Flucht.<br />Zuf&auml;llig war ich nicht dabei. Zuf&auml;llig habe ich Krankenversicherung, Wohnung, K&uuml;hlschrank, Auto, Beruf.<br />Er winkt mich heran und legt ein kleines B&uuml;ndel auf die Decke. Sorgf&auml;ltig packt er es aus und dr&uuml;ckt etwas Rohes in meine Hand.<br />Es ist ein armenisches Kreuz. Er deutet auf uns beide und faltet die H&auml;nde. <br /><em>"One" </em>sagt er zum Abschied.<br /><br />Gassho,<br />Juen<span style="font:12px Calibri; "><br /></span><span style="font:12px Calibri; "><br /><br /><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckelm279101-15" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckelm279101-15.jpg" width="820" height="556" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vogelgezwitscher im Morgengrauen&#x2c; taunasse F&#xfc;&#xdf;e im Abendlicht&#x9;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-06-20T22:26:09+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/6e8a7081d6ed210ca6186db6a8fb417e-39.html#unique-entry-id-39</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/6e8a7081d6ed210ca6186db6a8fb417e-39.html#unique-entry-id-39</guid><content:encoded><![CDATA[Meister Unmon sagte: Diese Welt ist unermesslich weit.
Warum legst Du beim Erklingen der Glocke Deine Robe an? (w&ouml;rtl.: Dein siebenstreifiges Gewand) <br />Mumonkan, Fall 16<br /><br />Wie sieht sie aus, Deine Robe und warum legst Du sie an? Legst Du sie jeden Morgen an? Was ist anders, wenn Du sie vergisst? Warum? Freust Du Dich, sie anzulegen? Was ist anders, wenn Du Dich nicht dar&uuml;ber freust?<br />In Dogens Bodaisatta Shisho-Ho (Vier Weisen von Bodhisattvas, sich anderer anzunehmen) spricht er unter dem vierten Aspekt von &bdquo;doji&ldquo; &ndash; was so viel bedeutet wie Gleichheit der Handlung, der Absicht, das gleiche Ziel verfolgen, oder, etwas poetischer: im selben Boot zu sitzen. &bdquo;Doji&ldquo; bedeutet Nicht-Unterscheiden. Es ist ein Nicht-Unterscheiden von sich selbst, ein Nicht-Unterscheiden von anderen.<br />Wie kann ich das &uuml;ben, ein Nicht-Unterscheiden von mir selbst?<br />Hierauf sind viele Antworten m&ouml;glich. Eine der etwas radikaleren lautet: indem ich alles als au&szlig;erhalb von mir selbst Wahrgenommenes als zu mir geh&ouml;rig erachte, sozusagen subjektiviere. <br />Und alles, was sich so anf&uuml;hlt, als wenn es gerade &bdquo;nur um mich&ldquo; ginge, verobjektiviere, sozusagen meine T&uuml;ren &ouml;ffne und das &bdquo;Drau&szlig;en&ldquo; hineinlasse, es zu verallgemeinern suche.<br /><br />Unser Goliath des eigenen Ichs kann alles in seinem eigenen Sinne wenden, selbst diese &Uuml;bung. Wir k&ouml;nnen auch sie zur Festigung unserer vorgefertigten Ideen ben&uuml;tzen, zur Selbst-Best&auml;tigung. Ob und inwiefern wir dies tun, k&ouml;nnen wir nur selbst f&uuml;r uns beantworten. Auch hier liegen wir nicht immer richtig. In unseren Handlungen, in unseren Interaktionen jedoch, in den kleinen, scheinbar nebens&auml;chlichen allt&auml;glichen Wanderungen durch die Berge und T&auml;ler eines jeden einzelnen Tages, da zeigt es sich. K&ouml;nnen wir dies sehen, h&ouml;ren, schmecken?<br /><br />Wer k&ouml;nnte davon sch&ouml;ner singen als unser verehrter Meister Ryokan:<br />"Zeitig an einem Morgen zieh ich aus zum Bettelgang in die Stadt. Silberne Wolken segeln mit mir, goldende Winde lassen meine Gl&ouml;ckchen klingeln. Fr&uuml;hmorgens &ouml;ffnen sich tausend Tore und T&uuml;ren. Mittags, am Ende der Stadt, erscheinen Bambus und Basho-Baum wie ein Bild. Ost der West - kein einziges Haus werde ich auslassen. Ob Sake-Laden oder Fischh&auml;ndler, ich besuche sie alle.<br />... Der alte Mann Vimalakirti sagte dereinst: Gleich im Empfangen der Speise, gleich im Geben des Dharmas m&uuml;ssen wir sein. Dies nehme ich so, wie es ist. &Uuml;be fest wie ein Berg, immerfort, h&ouml;r niemals auf!"<br />(aus Ryokans Lied, Takuhatsu)<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Pro400-9939-10" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/pro400-9939-10.jpg" width="820" height="820" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Nansens Katze</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-05-31T06:05:53+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/500f6e4e9db37cc79c1d2ccaa4014c0a-38.html#unique-entry-id-38</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/500f6e4e9db37cc79c1d2ccaa4014c0a-38.html#unique-entry-id-38</guid><content:encoded><![CDATA[Nansen beobachtete, dass sich die M&ouml;nche der &ouml;stlichen und der westlichen Halle um eine Katze stritten. Nansen nahm die Katze, hielt sie hoch und sagte: <br />&bdquo;Wenn einer von euch ein Zen-Wort (ein richtiges Wort) sagen kann, werdet ihr die Katze retten&ldquo;.
Niemand antwortete. <br />Nansan durchschnitt die Katze in zwei Teile.
Am Abend kehrte Joshu ins Kloster zur&uuml;ck und Nansen erz&auml;hlte ihm, was passiert war. Joshu nahm seine Sandalen, lege sie auf den Kopf und ging hinaus.
Nansen sagte: &bdquo;Wenn du hier gewesen w&auml;rst, h&auml;ttest du die Katze gerettet&ldquo;. <br />Mumonkan, Fall 14<br /><br />Diese verst&ouml;rende Geschichte ist sehr bekannt geworden. Sie handelt von Nansen und Joshu, zwei der wichtigsten Personen in der Zen-Geschichte. Nansen Fugan (Nanquan Pusan) 748-835 war Dharma Nachfolger von Mazu und Joshus jahrzehntelanger Lehrer. <br />Was hat er zerschnitten?<br />Was h&auml;tte die Katze gerettet?<br />Was hat Joshu erkannt?<br />Was in uns schneiden wir t&auml;glich in zwei Teile?<br />Warum?<br />Wie f&uuml;hlen wir uns damit?<br />Was w&uuml;rde es brauchen, um die &bdquo;Katze mit einem Streich in eins zu schneiden&ldquo;, wie es Meister Dogen so treffend vorschlug?<br />Was befindet sich in diesem einen?<br />Wann werden wir es erkennen?<br />Wie k&ouml;nnen wir es leben?<br />Was braucht es, damit wir diesen Zeitpunkt etwas vorziehen?<br /><span style="color:#989999;"><em><br /></em></span><span style="color:#7F8080;"><em>And we did all we could do<br />We couldn't run from me and you<br />We did the best we could<br />No matter how hard we tried<br />Like babes we come whining<br />For some forgotten sin<br />Surprised to be shining<br />Just like diamonds in the wind<br />Every facet so perfect<br />And every cut the proper size<br />When we find ourselves staring in God's golden eyes<br />We find ourselves staring in God's golden eyes<br /><br />John Hiatt, God&rsquo;s Golden Eyes<br /></em></span><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A054760-R1-26-25A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a054760-r1-26-25a.jpg" width="720" height="496" /><br /><span style="font:12px Calibri; color:#1F2024;"><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Fliegen (II)</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-05-29T23:05:11+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/43b016472ce63bc156213bdbc089d15d-37.html#unique-entry-id-37</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/43b016472ce63bc156213bdbc089d15d-37.html#unique-entry-id-37</guid><content:encoded><![CDATA[Erinnern wir uns noch einmal an Mumonkan, Fall 46: Wie gehst Du voran von der Spitze einer 100 Fu&szlig; hohen Stange?. Vielleicht geht es gar nicht um den einen, den gro&szlig;en, den dramatischen Sprung? Sondern darum, tief zu h&ouml;ren, auf uns und auf die Welt, um mutig den n&auml;chsten kleinen Schritt zu machen?<br />Wie k&ouml;nnte dieser Sprung f&uuml;r uns, gerade jetzt beim Lesen dieser Zeilen, aussehen? Womit &uuml;ben wir gerade? Was hindert uns, so durch den Tag zu gehen, wie wir es uns w&uuml;nschen?<br /><br />Wenn wir an unsere Praxis denken, meinen wir meist die stille Meditation, vielleicht auch Rituale, Rezitation, Sesshin. Dies sind wichtige Aspekte, sozusagen unsere Basis.<br />Dies ist aber noch nicht alles: wie &uuml;be ich?<br /><br />Meisterlich hat dies der Gr&uuml;nder unserer Schule ausgelegt, in dem der in seinen &bdquo;Anweisungen f&uuml;r den Koch&ldquo; &uuml;ber viele Seiten beschreibt, wie Reis zu waschen sei, das Wasser zu holen, die K&uuml;che zu fegen.<br />Oder wie es die US-amerikanische Zen-Lehrerin Cheri Huber in ihrer pr&auml;gnanten Weise auf den Punkt brachte: &bdquo;It&rsquo;s not what - but how.&ldquo;<br /><br />Das Reiskorn, der Grashalm, die Teetasse, mein Auto.<br />Mein Garten, unser Urlaub, der Nachbar, die Bilder im Fernsehen.<br />Unsere Enkel, meine Mutter.<br />Alles mein, alles Subjekt, Ausgangspunkt f&uuml;r eine gemeinsame Reise wo es kein &bdquo;entweder oder gibt&ldquo;, sondern nur ein &bdquo;und&ldquo;.<br /><br />Alleine mit dem Zazen kommen wir nicht zusammen. Die gehissten Segel m&ouml;chten auf Wogen treffen, damit beide gemeinsam in Schwingung versetzt werden k&ouml;nnen und somit zu dem Element, als das sie gemeint sind.<br /><br />
<em>Tag und Nacht, was immer euch begegnet, ist euer Leben. Daher sollt ihr euer Leben der Situation anpassen, der ihr im Augenblick begegnet. Verwendet eure Lebenskraft dazu, aus den Umst&auml;nden, die auf euch zukommen, eine Einheit mit eurem Leben zu gestalten und die Dinge an ihren richtigen Platz zu setzen.<br />Dogen Zenji</em><br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A054760-R1-36-35A 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a054760-r1-36-35a-2.jpg" width="420" height="607" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Fliegen: Nicht eins&#x2c; nicht zwei</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-05-21T22:00:05+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b4ade90ad9c01692c69f095663faaae8-35.html#unique-entry-id-35</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b4ade90ad9c01692c69f095663faaae8-35.html#unique-entry-id-35</guid><content:encoded><![CDATA[Fliegen: Nicht eins, nicht zwei<br /><br />Den Kern des Herz-Sutras finden wir in dieser Formulierung : "Leerheit ist aller Dinge wahrer Natur".  Keine Augen, Ohren, Nase, Zunge, K&ouml;rper oder Geist. Kein Selbst und auch kein Nicht-Selbst.<br />Nat&uuml;rlich bedeutet dies nicht, dass es weder Auge gibt oder Nase, oder Selbst. <br />Es stellt vielmehr heraus, dass es kein unabh&auml;ngiges "Auge"  gibt: es kann nicht f&uuml;r sich alleine funktionieren. Genausowenig gibt es ein unabh&auml;ngiges Selbst, das aus sich und f&uuml;r sich alleine bestehen k&ouml;nnte ohne innigste Verbundenheit mit allem und allen. Aber auch: es gibt kein Selbst als Gegensatz einem "Nicht-Selbst". Gerade zu letzterem neigen wir nicht selten: "Nicht-Ich"-Momente werden zum erstrebenswerten Aggregatzustand, das aktuelle "kleinklein" mit meinen Arbeitskollegen oder der w&ouml;chentliche Anruf bei Muttern zum l&auml;stigen &Uuml;bel, das es hinter sich zu lassen gilt.<br /><br />Meister Sekiso (986 - 1040) rief uns auf: "Wie willst Du von der Spitze einer hundert Fu&szlig; hohen Stange vorw&auml;rts gehen?"<br />Ein anderer ber&uuml;hmter Altmeister sagte: "Auch wenn einer sitzend auf einem hundert Fu&szlig; hohen Mast Erleuchtung erfahren hat, ist es noch nicht die vollst&auml;ndige Sache. Er muss von der Spitze des Mastes vorw&auml;rtsgehen und seinen K&ouml;rper in den zehn Richtungen des Universums deutlich zeigen."<br />Mumonkan, Fall 46<br /><br />Wie sieht unser Mast aus? Welche Luft umgibt ihn? Hat sie sich ver&auml;ndert? Was h&auml;lt uns davon ab, den Schritt nach vorne zu tun? Vielleicht ist in diesem Augenblick ein gro&szlig;er Sprung gar nicht n&ouml;tig, vielleicht braucht es einen kleinen Schritt des Lauschens, mit den Ohren Avalokiteshvaras, die dieses ehrw&uuml;rdige Sutra einleitet? <br />Gerade jetzt ist die Welt voller Rufe.
K&ouml;nnen wir sie h&ouml;ren, auch wenn da zun&auml;chst viel Rauschen ist? K&ouml;nnen wir mit Freundlichkeit antworten, auch wenn der Wind unseren Masten in Schwingung versetzt? K&ouml;nnen wir dieses H&ouml;ren zu unserer Praxis machen, mutig vorangehen in diesem Moment, antworten, uns zeigen, auch wenn es uns schwer f&auml;llt und uns unersch&uuml;tterlich sichtbar macht?<br /><br />Denn, in den Worten der wunderbaren Rose Ausl&auml;nder: "Noch bis Du da!".<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoeE100300489-05" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoee100300489-05.jpg" width="722" height="500" /><br /><br /></p><p style="text-align:justify;"><span style="font:12px Calibri; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gate&#x2c; gate</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-05-09T21:55:26+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b4e367fc7de7e44b849220e7db37959b-34.html#unique-entry-id-34</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/b4e367fc7de7e44b849220e7db37959b-34.html#unique-entry-id-34</guid><content:encoded><![CDATA[Das Herzsutra, jener altehrw&uuml;rdige Text, kann vieles: eine Anregung bieten zur Kalligrafie, zur gemeinsamen Rezitation, zum Erfahren von Gemeinschaft auch jenseits der eigenen Sangha, zum individuellen Mantrastudium, zum philosophischen Diskurs und nat&uuml;rlich und vor allem zur Meditation.<br /><br />Als eines der bekanntesten Mahayana-Sutras beinhaltet es hat es die Essenz der Zen-Lehre: &bdquo;Shunyata&ldquo; &ndash; oft im Deutschen als Leere bezeichnet. <br />Hiermit ist kein trostloses &bdquo;nichts&ldquo; gemeint, sondern dass unab&auml;nderliche Tatsachen, abgesehen von den Gesetzen der Physik, die Ausnahme in unserem Leben darstellen. &bdquo;Shunyata&ldquo; bedeutet: &bdquo;leer von&ldquo; festen Vorstellungen, Annahmen, starken Meinungen. <br /><br />Es bedeutet, flexibel reagieren zu k&ouml;nnen auf die jeweiligen Bed&uuml;rfnisse der Situation, unter Einbeziehung von m&ouml;glichst vielen Aspekten und der Tatsache, dass es keine Entscheidung gibt, die nicht von anderen, belebt und unbelebt, beeinflusst wird bzw. wiederum Einfluss nimmt auf uns und andere. Somit ist diese &bdquo;Leere&ldquo; ein vibrierendes, st&auml;ndig changierendes Feld der Begegnungen in die 10.000 Richtungen. Es ist radikal: weder Form, noch Empfindung, noch Alter, noch Tod, weder F&uuml;hlen noch Denken, weder Weg noch Erreichen.<br /><br />Ja, was denn dann?<br />Form, Empfindung, Alter, Tod, F&uuml;hlen, Denken, Weg, Erreichen.<br /><br />Und wo ist der Unterschied: im genauen Hinsehen, H&ouml;ren, Schmecken. Jedes Mal. Wie nie geh&ouml;rt.<br />Die frischen Birkenbl&auml;tter am abendlichen Teich. Ber&uuml;ckend hellgr&uuml;n. Jedes Jahr wieder bewundernswert und irgendwie immer eine &Uuml;berraschung, ihr Rauschen, ihr Wippen im Wind, ihre sich t&auml;glich verwandelnde Farbe und Form. <br /><br />Grund, staunend innezuhalten, um zu sehen, zu schmecken, zu h&ouml;ren und zu riechen. Bekannt, erinnert und doch und doch. Hingerissen von nur diesem. Bis zum n&auml;chsten L&uuml;ftchen.<br /><br />Im April haben wir in unserer Sangha das Herzsutra zum Thema gehabt.<br /><br />Gassho, <br />Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1070615" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1070615.jpg" width="667" height="439" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>S&#x14d;jun Mel Weitsman Roshi</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2021-01-08T22:12:55+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/402a6c2fe25e57c67b5bb5e899a0c45c-33.html#unique-entry-id-33</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/402a6c2fe25e57c67b5bb5e899a0c45c-33.html#unique-entry-id-33</guid><content:encoded><![CDATA[<strong><br /><br />Sōjun (</strong><span style="font:12px PingFangSC-Semibold; font-weight:bold; font-weight:bold; ">宗純</span><strong>) Mel Weitsman Roshi </strong>(9. Juli 1929 &ndash; 7. Januar 2021)<br /><br /><img class="imageStyle" alt="Bildschirmfoto 2021-01-08 um 20.16.31a 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bildschirmfoto-2021-01-08-um-20.16.31a-2.jpeg" width="850" height="542" /><br /><br />Heute, in den fr&uuml;hen Morgenstunden unserer Zeit, verstarb nach l&auml;ngerer Erkrankung unser geliebter Lehrer Hakuryu Sojun Mel Weitsman Roshi. <br /><br />Sein sanftes Wesen und seine Freundlichkeit, die durchaus eine gro&szlig;e Entschlossenheit und Klarheit offenbaren konnten, bestimmten &uuml;ber f&uuml;nfeinhalb Jahrzehnte hinweg den Stil der Praxis im Berkeley Zen Center. <br /><br />Wir sch&auml;tzen uns unglaublich gl&uuml;cklich, dass wir ihm begegnen und mit ihm gemeinsam Zazen sitzen konnten. Seine Energie im Zendo und unsere Gespr&auml;che mit ihm haben uns tief gepr&auml;gt.<br /><br />Es war Sojun's tiefster Wunsch, dass wir unser gesamtes Leben als Feld unserer &Uuml;bung begreifen m&ouml;gen und das Dharma lebendig halten.<br /><br />Wir verbeugen uns in gro&szlig;er Dankbarkeit.<br /><br />In Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title></title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-12-31T11:33:05+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8247689e43b648583a2f8c30216c718a-32.html#unique-entry-id-32</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8247689e43b648583a2f8c30216c718a-32.html#unique-entry-id-32</guid><content:encoded><![CDATA[<img class="imageStyle" alt="WWS Jahreskarte 2021" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/wws-jahreskarte-2021.jpg" width="800" height="1135" /><br /><p style="text-align:center;"><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Die Verwirklichung des Wesentlichen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-12-25T23:10:48+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2dca6c1d4c876843e217dc747016dd0a-31.html#unique-entry-id-31</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/2dca6c1d4c876843e217dc747016dd0a-31.html#unique-entry-id-31</guid><content:encoded><![CDATA[<strong>Genjōkōan - Die Verwirklichung des Wesentlichen</strong><br /><em>Da alle Dinge BuddhaDharma sind, gibt es Verblendung und Erwachen, &Uuml;bung, Geboren werden und Sterben und es gibt Buddhas und f&uuml;hlende Wesen. Da die zahllosen Dinge ohne festes Ich sind, gibt es keine Verblendung, kein Erwachen, keinen Buddha, keine Menschen, kein Geboren werden und Sterben. Da der Buddha-Weg seinem Wesen nach jenseits von Kargheit und F&uuml;lle reicht, gibt es Geboren werden und Sterben, Verblendung und Erwachen, Menschen und Buddhas. Dennoch welken Bl&uuml;tenbl&auml;tter obgleich wir sie m&ouml;gen; Unkraut sprie&szlig;t obschon es uns nicht gef&auml;llt.<br />Sich selbst auf die Dinge bewegen, um &Uuml;bung und Erwachen auszu&uuml;ben, ist Verblendung. Dass die zahllosen Dinge hervorkommen und sich selbst verstehen, ist Erwachen. Es sind Buddhas, die Verblendung erkennen.  Es sind Menschen, die Erwachen verkennen. Ferner gibt es solche, die fortw&auml;hrend jenseits von Erwachen erkennen und solche, die in der Verblendung noch mehr verirren.<br /></em><em><br /><br /></em><img class="imageStyle" alt="00575-07" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00575-07.jpg" width="800" height="800" /><em><br /></em><br /><br />Dieses Kapitel von Dogen Zenji, das wir seit geraumer Zeit gemeinsam besprechen, handelt von dem, wonach wir alle streben: m&ouml;glichst gut, m&ouml;glichst heilsam in unserem Alltag zu &uuml;ben, sowohl gemeinsam als auch jede und jeder f&uuml;r sich.<br /><br />Wir als Bodhisattvas leben in dem Dilemma der Vereinbarkeit an Erwartungen, an f&uuml;r die meisten tendenziell steigenden Anforderungen unseres allt&auml;glichen Lebens. Daf&uuml;r ist gerade das zur Neige gehende Jahr ein gutes Praxisbeispiel - und den R&uuml;ckzugsm&ouml;glichkeiten, welche das Zazen anbieten kann. <br />&bdquo;Wenn Du sitzt, dann musst Du nicht &uuml;ber die Bedeutung des Zazen nachdenken&ldquo;, hat Shunryu Suzuki in seinem Buch &bdquo;Beginner&lsquo;s mind&ldquo; gesagt. Das ist zutreffend.<br /><br />Ein bisschen intellektuelles Verst&auml;ndnis ist jedoch auch f&uuml;r die praktische &Uuml;bung des Zazens durchaus hilfreich.<br />Vom Zazen zuhause oder im Zendo folgt irgendwann der Schritt hinaus in die &bdquo;Welt der 10.000 Dinge&ldquo;: sp&auml;testens dann hilft es, unsere kopflichen &Uuml;berlegungen mit den Erfahrungen der Stille zu verbinden in die Symbiose von beiden: erwachte Handlung. <br />Um sie geht es in diesem Kapitel aus dem Shobogenzo, vielleicht ist es auch deswegen so ber&uuml;hmt.<br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="00575-03" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00575-03.jpg" width="800" height="800" /><br /><br /><br />Wohin auch immer <br />ich schaue<br />Finde ich mich selbst<br />Was ist es?<br /><br />Was mache ich (mit meinem Leben)? Vor allem aber: wie? Und: wie ist dies vereinbar mit dem, was ich m&ouml;chte? Ist das vielleicht das Gleiche? Und wenn nicht oder nicht immer, warum? Wie entstehen diese Diskrepanzen, wie f&uuml;hlen sie sich an?<br />Oder: wann leiden wir besonders? <br />Buddhistisch betrachtet, ist die Antwort klar. Wir leiden immer dann, wenn wir an unserer Vorstellung eines unver&auml;nderbaren &bdquo;Selbst&ldquo; haften.<br />Wie merke ich das?<br />Wann f&auml;llt es mir besonders schwer?<br /><br />Wie oben ausgef&uuml;hrt, werde ich weniger leiden, wenn es gelingt, meine Vorstellung davon, wie die Dinge und ich selbst zu sein haben, verschwinden. Ich muss nicht dauernd von meiner Au&szlig;enwelt durch mein Tun best&auml;tigt werden. Die zahllosen Dinge treten vielmehr hervor und best&auml;tigen mich. Das geschieht einfach, wie auch &bdquo;Erwachen&ldquo; weniger einen proaktiven Zustand als den eines Innehaltens und leicht werdens darstellt. Dies &uuml;ben wir auf dem Kissen, um es dann in unseren Alltag, in unser Sein zwischen Fr&uuml;hlingsduft und Herbstlaub, kontinuierlich mit einzubinden.<br />Durch mein Segeln mache ich mein Boot erst zum Boot.<br />Der zinnoberrote Faden aller Buddhas dr&uuml;ckt sich nirgendwo anders aus als hier, heute, jetzt.<br /><br /><em>Wasserv&ouml;gel kommen und gehen<br />Ihre Spuren verschwinden<br />Aber niemals<br />Vergessen sie ihren Weg</em><br />Dogen Zenji<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="00575-01" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00575-01.jpg" width="800" height="800" /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Kshanti</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-08-11T21:57:07+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/189cd63c5b5dff57a5a7a85945f75b45-30.html#unique-entry-id-30</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/189cd63c5b5dff57a5a7a85945f75b45-30.html#unique-entry-id-30</guid><content:encoded><![CDATA["Kshanti" wird oft mit "Geduld" &uuml;bersetzt. Hiermit ist weniger ein abwartendes Verharren gemeint, als eine Haltung der Stabilit&auml;t und Best&auml;ndigkeit, die von innerer Offenheit und "Herzensweite" (Thich Nath Hanh) gepr&auml;gt ist.<br />Wie k&ouml;nnen wir Geduld &uuml;ben in einer schwierigen Welt?<br />Es ist relativ leicht, Meditation, Gro&szlig;z&uuml;gigkeit und ethisches Verhalten zu &uuml;ben, wenn die Dinge glatt laufen.<br /><br />Aber wenn die Dinge auseinanderfallen, wenn unser Leben schwierig ist, fallen wir allzu leicht in alte Verhaltensmuster zur&uuml;ck. Es ist ein nat&uuml;rlicher Reflex, dass wir uns abwenden, wenn Schwierigkeiten auftauchen. Niemand m&ouml;chte sich Schmerzen zuwenden. Wenn ein schmerzhaftes Gef&uuml;hl auftritt, m&ouml;chten wir diese Erfahrung vermeiden, beenden. Wir haben Angst, sie zu ber&uuml;hren.<br /><br />Wir schalten den Fernseher an. Wir verbringen Stunden am Computer. Wir essen eine T&uuml;te Chips. Wir kaufen ein. Wir trinken zu viel. Wir suchen und finden heutzutage sehr leicht etwas, wie wir uns besch&auml;ftigt und innerlich taub halten k&ouml;nnen. Statt in unser Bewusstsein eingeladen zu werden, verschwindet dieses Gef&uuml;hl dann unter der Oberfl&auml;che und betritt jede einzelne Zelle unseres K&ouml;rpers. Die Empfindung geht nicht weg, denn unser K&ouml;rper vergisst nicht.<br /><br />Eine h&auml;ufige &uuml;bliche Reaktion ist, dass wir uns beklagen. Warum betrifft das mich? Warum st&ouml;&szlig;t mir das zu? Wir tun manchmal so, als ob es nicht wahr ist, verleugnen, lehnen ab.<br /><br />Oder wir suchen einen Schuldigen: andere, oder, oft schlimmer: Uns selbst. Warum ich schon wieder? Kannst Du nicht&hellip; Schuldzuweisung kann auch eine Art der Verleugnung sein. <br /><br />Die Gefahr ist, dass wir eine verbitterte, sarkastische oder depressive Person werden.<br /><br />So lasst uns daran arbeiten, dass dies nicht passiert. Hier hilft uns die &Uuml;bung von kshanti paramita.<br /><br />Denn mit der Praxis von kshanti &uuml;ben wir ein, das Gegenteil zu tun: uns der Schwierigkeit zuzuwenden und sie als Verb&uuml;ndeten zu umarmen. Wenn schwierige Dinge in unserem Leben geschehen, wenden wir uns ihnen zu und sehen, was wir tun k&ouml;nnen.<br /><br />Der Begriff Geduld ist vielleicht mit einer irref&uuml;hrenden Assoziation behaftet. Wenn wir geduldig sind, ist es, auf als ob wir auf etwas Besseres warten. So wie Kinder mit Geduld Schwierigkeiten haben. <br /><br />Traditionell wurden drei 3 Felder der &Uuml;bung unterschieden:<br />1. Geduld mit eigenem Schmerz und eigenen Schwierigkeiten<br />2. Geduld mit dem Leiden, das durch andere verursacht wurde (im Umgang mit anderen)<br />3. Geduld mit den schmerzhaften Wahrheiten unseres menschlichen Lebens.<br /> <br />Wir &uuml;ben Geduld mit dem, was ist. Wir erkennen zun&auml;chst an, was ist, ohne sofort beurteilen zu m&uuml;ssen, ob es gut oder schlecht ist. Dies ist die Praxis, zu erlauben, was ist. <br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoeP400496352-28" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoep400496352-28.jpg" width="700" height="461" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Die Paramitas </title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-08-11T21:47:37+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c95485e0d175bdb9e790550804141f05-29.html#unique-entry-id-29</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c95485e0d175bdb9e790550804141f05-29.html#unique-entry-id-29</guid><content:encoded><![CDATA[Der Weg eines Bodhisattva ist durch sechs Weisen der &Uuml;bung gekennzeichnet, welche als Paramita bezeichnet werden.<br />Das Wort Paramita wird &uuml;blicherweise als Vollkommenheit &uuml;bertragen. W&ouml;rtlich bedeutet "param" die andere Seite und "ita" bedeutet gegangen. Paramita hei&szlig;t also "zur anderen Seite gegangen". Die Paramitas werden auch als Tugenden bezeichnet, welche uns ans andere Ufer der Weisheit, zum Wachsein und Erwachen, f&uuml;hren k&ouml;nnen.<br /><br />Im 1. Jhdt. formuliert, spricht man, vor allem in der Mahayana-Tradition, von den sechs Paramita, welche im Lotos-Sutra so angegeben werden:<br /><br />1.	Gro&szlig;z&uuml;gigkeit / Geben  (Dāna paramita),<br />2.	Ethisches Verhalten (Śīla paramita),<br />3.	Geduld (Kṣānti (kshanti) paramita ),<br />4.	Energisches / freudiges Bem&uuml;hen (Vīrya paramita),<br />5.	Meditation / Sammlung (Dhyāna paramita),<br />6.	Weisheit / Verstehen / Einsicht (Praj&ntilde;ā paramita ).<br /><br />In den Paramita werden alle Bereiche unseres Lebens aufgerufen. Das ist auch deswegen wichtig, weil nicht genug betont werden kann, dass unsere &Uuml;bung nicht aus Meditation alleine besteht. Sie mag zwar die S&auml;ule unserer Praxis darstellen, ohne Mitgef&uuml;hl in Handlung jedoch ist sie wertlos (Dana und Sila).<br /><br />Nat&uuml;rlich ist es nicht m&ouml;glich, alle sechs Paramitas zu jeder Zeit vollkommen, perfekt zu praktizieren, im Zendo und vor allem jenseits davon. &Auml;hnlich wie unsere Intention bei den Grunds&auml;tzen f&uuml;r ethisches Handeln oder der Haltung, mit der wir die vier gro&szlig;en Gel&ouml;bnisse rezitieren, ist das wichtigste, immer wieder neu zu ihnen zur&uuml;ckzukehren. Wir versuchen, uns an sie zu halten. Wir vergessen sie und wir erinnern uns. Wir freunden uns mit ihnen an. Wir weichen ab und kommen zur&uuml;ck. Wir sehen das andere Ufer. Wir haben dann einen freien Blick darauf, wenn wir all unsere Intention, Begeisterung und Hingabe hineinlegen und dies durch unsere Handlungen sichtbar machen.<br />Das ist der Geist, mit dem die sechs Vollkommenheiten ge&uuml;bt werden. <br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoeE100721925-21" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoee100721925-21.jpeg" width="500" height="765" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Dongshan f&#xfc;hlt sich krank</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-05-26T06:06:36+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ef628bca622cbb33f3a1db86c1337074-28.html#unique-entry-id-28</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ef628bca622cbb33f3a1db86c1337074-28.html#unique-entry-id-28</guid><content:encoded><![CDATA[Eines Tages, als Dongshan sich krank f&uuml;hlte, fragte ihn ein M&ouml;nch: &bdquo;Du bist krank, Lehrer. Gibt es jemand, der nicht krank wird?&ldquo;<br />Dongshan antwortete: &bdquo;Ja, da gibt es jemanden.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte: &bdquo;K&uuml;mmert sich derjenige, der nicht krank wird, um Dich?&ldquo;<br />Dongshan sagte: &bdquo;Ich k&uuml;mmere mich um ihn.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch: &bdquo;Und wie k&uuml;mmerst Du Dich um ihn?&ldquo;<br />Dongshan: &bdquo;Ich erkenne, dass er ohne Krankheit ist.&ldquo;<br /><em>(aus: Cleary; Book of Serenity, Fall 94, Tanahashi/Loori; Dogen&rsquo;s 300 Koans, Fall 98)</em><br /><br />Dongshan Liangjie (japanisch: Tozan Ryokai) lebte in 9. Jhdt. zur Zeit der Tang-Dynastie. Er hat den Text des &bdquo;Lied des Juwelenspiegel-Samadhi&ldquo; verfasst. <br />Als spirituell Suchender reiste er von einem Lehrer zum n&auml;chsten. Als er eines Tages durch einen Fluss watete, erkannte er sein Spiegelbild im Wasser und erwachte. Was hat er damals in seiner Reflexion erkannt?<br /><br />Im &bdquo;Juwelenspiegel-Samadhi&ldquo; rezitieren wir: &bdquo;Beim Anblick eines Juwelenspiegels sehen Form und Abbild einander. Du bist es nicht, doch in Wahrheit ist es Du.&ldquo; <br /><br />Im Zen wird h&auml;ufig von Spiegelbildern und Reflexionen gesprochen. Das Bewusstsein wird oft als Spiegel interpretiert, der die Wirklichkeit reflektiert. Ja, dies stimmt, aber das ist noch zu einseitig und noch nicht die ganze Wahrheit, k&ouml;nnte man sagen. <br /><br />Als Dongshan damals ins Wasser sah, erkannte er, dass Form und Abbild nicht unabh&auml;ngig voneinander existieren k&ouml;nnen, sondern immer gemeinsam hervortreten. So ist es auch mit unserem Spiegel-Bewusstsein und den 10.000 Dingen: was wir als unser Selbst wahrnehmen kann nicht ohne das sogenannte andere da drau&szlig;en existieren. Wir sind alle verbunden und bringen uns gemeinsam hervor. Welche Wahrheit in einer Zeit der Spaltung und Abgrenzung!<br /><br />&Auml;hnliches gilt f&uuml;r die (vermeintliche) Dualit&auml;t von krank vs. gesund:<br />Wir alle sind immer wieder einmal krank, oft vor&uuml;bergehend und linde, manchmal aber bleibend und schwer. <br /><br /><img class="imageStyle" alt="06044300-bbdb-45ca-ab43-67a00731ac9c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/06044300-bbdb-45ca-ab43-67a00731ac9c.jpg" width="700" height="467" /><br /><br />Nicht selten nimmt uns unser Kranksein dann vollst&auml;ndig ein und fordert unsere ganze Aufmerksamkeit. Unsere &Uuml;bung bleibt in solchen Momenten gern auf der Strecke und wir vergessen all unsere guten, edlen Vors&auml;tze. Unser Kopf ist vollst&auml;ndig mit dem Kranksein besch&auml;ftigt. Wir werden &auml;ngstlich und missmutig. Oder aber wir ignorieren die Tatsache, dass wir krank sind (so dies m&ouml;glich ist) und machen so weiter, wie gewohnt mit unserem gesch&auml;ftigen, kompliziert-komplexen Leben. Manchmal gelingt uns dies mit gro&szlig;er Anstrengung. Wir warten, dass die Krankheit vor&uuml;bergehen m&ouml;ge und wir wieder gesund sind. Manchmal f&uuml;rchten oder wissen wir aber, dass wir nicht wieder ganz gesund werden. Dann mag uns unsere &Uuml;bung wie ein Traum, ein Luxus erscheinen.<br /><br />Dongshan ist krank, der &Uuml;berlieferung nach auf dem Sterbebett, sein K&ouml;rper mag nicht mehr, wie gewohnt. Doch Dongshan ist auch nicht krank: da ist jemand, der nicht krank ist. Dongshan ist mit dieser Person in Kontakt. Sein Sch&uuml;ler stellt ihm eine sehr gute Frage: &bdquo;K&uuml;mmert sich diese Person, die nicht krank ist, um Dich?&ldquo; Mit anderen Worten: &bdquo;Bewahrt Dich Dein freier, starker, erwachter Zen-Geist vor Deiner Erkrankung?&ldquo; <br />Daher kommt Dongshans Antwort etwas &uuml;berraschend: Nein. Er k&uuml;mmert sich nicht um mich. Ich k&uuml;mmere mich um ihn.<br /><br />Daher ist Zazen ein so guter Lehrer. Obgleich oft anstrengend und schwierig, gibt uns Zazen einen sicheren Rahmen, um die Person, die nicht krank ist, zu treffen. Dann k&ouml;nnen wir vielleicht allm&auml;hlich erkennen, dass die, die krank ist und die, die nicht krank ist, schon immer zusammen waren, einander auf das intimste vertraut und tats&auml;chlich eins sind. Dass Form und Abbild einander sehen. Immer schon, immer wieder und f&uuml;r immer. Dass wir, absolut betrachtet, alle krank und alle heil sind. Dazwischen webt sich unser menschliches Leben. <br /><br />Gassho, <br />Juen & Nanzan<br /><br /><img class="imageStyle" alt="d10c5ddf-37a3-40e0-8736-b77f17a661c2_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/d10c5ddf-37a3-40e0-8736-b77f17a661c2_1_105_c-2.jpg" width="700" height="469" /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Die gesamte Welt ist Medizin</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-05-24T09:01:08+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/37cb852891b75360e2fb4c2adaad7aed-27.html#unique-entry-id-27</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/37cb852891b75360e2fb4c2adaad7aed-27.html#unique-entry-id-27</guid><content:encoded><![CDATA[In den vergangenen Wochen haben wir versucht, mit der Metapher des &bdquo;Fallens&ldquo; mit einer f&uuml;r uns allen neuen Situation zu &uuml;ben.<br />Was h&auml;lt mich jetzt, wo alles au&szlig;enherum sich ver&auml;ndert?<br />Wie kann ich mit meinen eigenen Unsicherheiten &uuml;ben?<br />Wie kann ich meine starken Emotionen verwandeln, Wut auf &bdquo;die anderen&ldquo;, Furcht vielleicht, selbst schwer zu erkranken und Furcht, wirtschaftliche Einbu&szlig;en hinnehmen zu m&uuml;ssen. Auch Trauer oder zumindest Traurigkeit dar&uuml;ber, dass es auf absehbare Zeit einiges Liebgewonnenes in den uns bekannten Formen nicht mehr geben wird, im gesellschaftlichen Leben zum Beispiel: Sport, Kultur, Restaurants, Reisen. <br />In Hinblick auf unsere beruflichen T&auml;tigkeiten sind teilweise erhebliche Ver&auml;nderungen auf uns zugekommen, die bleiben werden. Dieser Prozess ist zudem noch lange nicht zu Ende. Auch die Treffen unserer Sangha sind betroffen oder vielleicht Retreat-Zentren, die ich gerne besucht habe, und die sich ab jetzt erheblich ver&auml;ndern m&uuml;ssen.<br /><br />Wie immer, so kann in alledem auch eine Chance liegen. <br />Das bedeutet keinesfalls, es g&auml;be irgendeinen Ruhm darin, dass Menschen, auch vorher gesunde in unserem Alter, einfach so sterben, weltweit und Menschen pl&ouml;tzlich arbeitslos werden.<br />Niemand m&ouml;chte das. Dennoch welken die Bl&auml;tter, auch wenn wir es nicht m&ouml;gen.<br /><br />Was also tun?<br />Zun&auml;chst und nunmehr f&uuml;r alle ersichtlich: der Spruch auf unserem Han &uuml;ber die &bdquo;Gro&szlig;e Angelegenheit&ldquo; ist hautnah an uns herangetreten. Diese befindet sich nicht mehr in Somalia oder in einer fernen Provinz in China. Sondern in Kiel, New York, Mailand. Orte, die wir kennen, die wir besucht haben. Die Gro&szlig;e Angelegenheit von Leben und Tod sitzt seit sp&auml;testens Anfang M&auml;rz in unserem Wohnzimmer. Es k&ouml;nnte uns treffen. Mit der zweiten Welle. Oder vielleicht der dritten.<br />Pl&ouml;tzlich kommt unser gesamtes Leben auf den Pr&uuml;fstand. Wie falle ich zum letzten Mal?<br />Welche Samen habe ich in der Vergangenheit gen&auml;hrt? Was w&auml;re noch zu tun?<br /><br />Aber auch gesellschaftlich ist gerade in den letzten Wochen eine interessante Diskussion dar&uuml;ber entstanden, ob sich &bdquo;das Ganze f&uuml;r die paar Alten lohnt, die sowieso bald sterben m&uuml;ssen?&ldquo; <br />Wie viel ist ein Leben wert?<br />Wie viel ist mir mein Leben wert?<br /><br />&bdquo;Medizin und Krankheit heilen einander. Die gesamte Welt ist Medizin. Was ist das Selbst?&ldquo;<br /><em>Meister Unmon, Hekiganroku, Fall 87<br /></em><em><br /></em><img class="imageStyle" alt="122274d0-24cb-433d-aeeb-79e09af3320c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/122274d0-24cb-433d-aeeb-79e09af3320c.jpg" width="700" height="467" /><br /><br />Wie jemand von Euch treffend bemerkte: wir fallen immer. Und wir fliegen auch immer. <br />Die derzeitige Lage, sie wird uns bis weit ins Jahr 2021 hinein begleiten, zeigt auch deutlich eine elementare Praxiserfahrung: wir sind untrennbar verbunden. Die einzige Art, in dem allen zu sein, ist gemeinsam. Das war nie anders, jetzt ist es offensichtlicher.<br />Heilung, wach werden, ein erf&uuml;lltes Leben f&uuml;hren, funktioniert niemals nur in eine Richtung.<br />In dem wir uns &ouml;ffnen gegen&uuml;ber all den obigen Emotionen, den Bildern, der famili&auml;ren, nachbarschaftlichen, regionalen, nationalen und globalen Verbundenheit untereinander, haben wir bereits einen Impfstoff gefunden. <br />Ihn anzuwenden, wird schwerer sein als einen f&uuml;r Covid 19 zu designen, der zudem j&auml;hrlich aufgefrischt werden muss. Unserer jedoch ben&ouml;tigt nur eine einmalige Applikation: immer. <br />Wir m&uuml;ssen nicht darauf warten. Nur lauschen und danach handeln.<br />Gute Medizin mag bitter schmecken, aber die selbstgew&auml;hlte Disziplin, sich ihrer auf allt&auml;glicher Basis zu stellen, birgt ein schier unendliches Heilungspotential &ndash; f&uuml;r uns alle.<br /><br />Meister Unmon sagte zu seinen Sch&uuml;lern: &bdquo;Die Welt ist unermesslich weit. Warum legen wir beim Klang der Glocke unsere siebenstreifige Robe an?&ldquo;<br /><em>Mumonkan, Fall 16<br /></em><em><br /></em>Gassho,<br />Juen & Nanzan<br /><br /><img class="imageStyle" alt="p1050174" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050174.jpg" width="700" height="467" /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Lingzhao hilft</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-05-23T19:45:24+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/28e9b82f142a6af1b874b6cb0c77e4dd-26.html#unique-entry-id-26</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/28e9b82f142a6af1b874b6cb0c77e4dd-26.html#unique-entry-id-26</guid><content:encoded><![CDATA[<strong><em>Lingzhao hilft</em></strong><em><br />China, 8. Jhdt.<br /><br />Eines Tages waren der Laie Pang und seine Tochter Lingzhao unterwegs, um&nbsp;Bambusk&ouml;rbe zu verkaufen. Als er von einer Br&uuml;cke stieg, stolperte Pang und fiel&nbsp;hin. Lingzhao, die das sah, lief zu ihrem Vater und warf sich auf den Boden.&nbsp;<br />&raquo;Was machst du da?&laquo;, rief Pang.<br />&raquo;Ich sah dich fallen, also helfe ich&laquo;, erwiderte Lingzhao.&nbsp;<br />&raquo;Zum Gl&uuml;ck hat es niemand gesehen&laquo;, bemerkte Pang.</em><br /><br />Der Laie Pang und seine kleine Familie lebten im China des 8. Jahrhunderts und praktizierten mit gro&szlig;er Hingabe den Weg. Etliche ihrer Dialoge fanden Eingang in die Koan-Literatur, die oft auf humorvolle, auch exzentrische oder poetische Weise ihrer tiefen Einsicht Ausdruck geben, wobei es bemerkenswert ist, dass seine Tochter eine so prominente Erw&auml;hnung findet. Sie ist die am meisten zitierte und bietet oft die &uuml;berraschendsten Antworten.<br /><br />So auch dieses Koan, &bdquo;Lingzhao hilft&ldquo;, das sich z.B. in der sch&ouml;nen Sammlung &bdquo;Das verborgende Licht&ldquo; (SteinRich Verlag, Berlin) wiederfindet.<br /><br />Was k&ouml;nnen wir von dieser Geschichte lernen?<br />Es geht offensichtlich um Menschen, die st&uuml;rzen, die hinfallen, die fallen.<br /><br />Zun&auml;chst st&uuml;rzt Vater Pang, dann seine Tochter Lingzhao. Der alternde Vater, der beim Hinabsteigen der Br&uuml;cke stolpert und f&auml;llt: dies k&ouml;nnen wir uns gut vorstellen. <br /><br />Es ist leicht, dies als Missgeschick zu verstehen:  geflochtene Bambusk&ouml;rbe, die in alle Richtungen fliegen, der Schreck, der harte Aufprall. <br />Wir alle kennen diese Erfahrung. Sie ist etwas, das uns nicht gef&auml;llt: &bdquo;hoffentlich ist mir nichts passiert!&ldquo; Aber auch: &bdquo;hoffentlich hat mich niemand gesehen!&ldquo;<br /><br />Vater Pangs Sturz kann nichts Gutes bedeuten: &uuml;berraschend &auml;ndert sich die Situation, uns wird der Boden unter den F&uuml;&szlig;en weggezogen, wir verlieren Halt, Orientierung. Wir verlieren vielleicht f&uuml;r einen Moment nur die Kontrolle und finden uns pl&ouml;tzlich am Boden wieder: unser allzu sorgsam sortiertes Leben wird durcheinander gewirbelt, &bdquo;Bambusk&ouml;rbe&ldquo; in alle Richtungen.<br /><br />Kommt Euch dies bekannt vor?<br />Wir fallen immer.<br /><br />Als Lingzhao neben ihrem Vater hinf&auml;llt, versucht sie nicht, ihm auf herk&ouml;mmliche Weise zu &bdquo;helfen&ldquo;. Sie wirft sich neben ihrem Vater auf den Boden. Sie reicht ihm nicht ihre Hand. Sie richtet ihn nicht auf. Sie versucht nicht, das Geschehene zu &bdquo;verbessern&ldquo;. Sie f&auml;llt ebenso und begibt sich damit in seine Situation, sprichw&ouml;rtlich auf Augenh&ouml;he. Sie sagt, sie helfe ihm.<br /><br />Und wie sie ihm hilft! <br />Sie hilft ihm fallen: genau neben ihn. Ihrer beider Fall ist innig verbunden. Es ist ein Sturz in das Erwachen: hinein in den Fluss des Lebens<br /><br />Hier befinden wir uns gerade alle, am Rand der &bdquo;Gro&szlig;en Unsicherheit&ldquo;. <br />Wir k&ouml;nnten in jedem Moment fallen. Wir versuchen es zu vermeiden, um jeden Preis, und dann: st&uuml;rzen wir pl&ouml;tzlich! Sodann stolpern wir: in das, was wir nicht wissen und nicht vorhersehen k&ouml;nnen.<br /><br />Fallen kann uns etwas lehren: dass unser Leben existentiell unsicher ist, unkontrollierbar und unvorhersehbar. <br /><br />Wir fallen und unser Leben kommt uns entgegen. Wir rauschen ineinander:  &uuml;berraschend, unverbl&uuml;mt. Erwartungen, Illusionen, Fantasien, wie die Dinge eigentlich sein sollten, fallen pl&ouml;tzlich (kurz) ab.<br /><br />Diese r&uuml;hrende, wenn auch vielleicht skurril anmutende Geschichte von Vater und Tochter kann Euch auf ganz verschiedene Weise ber&uuml;hren, es gibt hier kein richtig oder falsch. <br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="4747bca8-f3ee-4c99-a92f-b40b81b31ce0_1_105_c" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/4747bca8-f3ee-4c99-a92f-b40b81b31ce0_1_105_c.jpg" width="700" height="468" /><br /><br /><br />Auch in unserer &Uuml;bung k&ouml;nnen wir uns dem Fallen als menschlicher Grunderfahrung widmen. Fallen in das Unbekannte, Ungewisse und unsere erste Reaktion darauf: <em>Angst.<br /></em><br />Nat&uuml;rlich betrifft uns dies in diesen Tagen aus aktuellem Anlass ganz besonders: Angst begegnet uns in uns selbst, in Menschen, die wir treffen und in den Medien in verschiedenen Schattierungen: diffuse Angst, Furcht, dass dies oder das passieren k&ouml;nnte. &Auml;ngstlichkeit, Verunsicherung, Haltlosigkeit, Panik. <br /><br />Jemand sagte einmal, die allererste Angst des Menschen sei nicht die vor Schmerz oder Hunger, sondern die Angst vor dem Fallen. Wir k&ouml;nnen uns das gut vorstellen, ein tief verankerter Instinkt aus unserer Vorgeschichte, der uns das &Uuml;berleben sicherte. Alle anderen &Auml;ngste lie&szlig;en sich auf die Angst vor dem Fallen zur&uuml;ckf&uuml;hren. <br /><br />Wie k&ouml;nnen wir mit ihr &uuml;ben?<br />Der Buddha sagte, Furchtlosigkeit sei die Frucht der &Uuml;bung. Dies klingt sch&ouml;n, ist aber schwer vorzustellen, vor allem: wie kommen wir zu ihr?<br /><br />Die alten Lehren sagen uns nun etwas, was wir nicht so gern h&ouml;ren m&ouml;gen:<br />Furchtlosigkeit l&auml;sst sich nur erfahren, wenn wir die Natur unserer Angst gut kennenlernen.<br />Mit anderen Worten: wir werden unsere Angst nicht einfach los, wir k&ouml;nnen sie nicht &uuml;ber Bord werfen, sondern: wir wenden uns ihr zu, werden ganz intim mit unserer Angst.<br /><br />Dies ist viel verlangt: Angst zu sp&uuml;ren ist bereits herausfordernd genug, und dann sollen wir uns ihr auch noch zuwenden?<br />Unsere spontane Reaktion ist eben nicht: &bdquo;Oh, ich kann es kaum erwarten, Angst zu haben!&ldquo;<br /><br />Wie k&ouml;nnen wir dies tun? <br />Das Wort Angst kommt von lat. &bdquo;angustus&ldquo;, eng, die Enge.<br /><br />Wir k&ouml;nnen uns der ersten k&ouml;rperlichen Reaktion zuwenden, wenn wir Angst versp&uuml;ren, sie wahrnehmen, sie beobachten.<br />Vielleicht sp&uuml;ren wir ein Unwohlsein, eine Enge der Kehle, des Magens. Vielleicht ein Schwitzen, Herzklopfen.<br /><br />Meist setzt dann eine Sequenz ein, die von unserer pers&ouml;nlichen Gewohnheitsenergie diktiert wird:<br />Eine emotionale Reaktion: &Auml;rger, Wut, Starre, Verzweiflung, Depression.<br />Vielleicht Gedankenspiralen: wir versuchen zu verstehen, analysieren. Wir versuchen, die Situation zu kontrollieren.<br />Danach folgt oft eine Handlung, um das Gef&uuml;hl der Angst zu lindern: vielleicht Ablenkung, Essen, ein bisschen Alkohol, etc.<br /><br />Unsere Aufgabe ist, dass wir wahrnehmen, was passiert, wenn wir Angst empfinden: es studieren, ohne zu werten. Wir bleiben dabei freundlich zu uns selbst. <br /><br />Wichtig ist, dass wir den allerersten Anfang erkennen, den Moment, wenn Angst sich zeigt, und dann dabei bleiben, bevor unsere eigene, pers&ouml;nliche Gedanken- und Handlungsreaktion folgt. <br />Daher ist die Aufmerksamkeit, die aus unserer Meditationspraxis erw&auml;chst, hierbei so hilfreich.<br />Mit etwas &Uuml;bung werden wir zutiefst vertraut mit unserer eigenen Verletzlichkeit &ndash; und k&ouml;nnen sie auch in anderen erkennen.<br /><br />Denn immer fallen wir. Und immer fallen wir auch alle gemeinsam. <br />Weil wir Menschen sind.<br /><br /><em>&bdquo;Lege Deine Angst in die Krippe der liebenden G&uuml;te.&ldquo; (Pema Ch&ouml;dr&ouml;n)<br /><br />&bdquo;L&auml;chle Deine Angst an.&ldquo; (Thich Nath Hanh)</em><br /><br />Gassho, Juen & Nanzan<br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="0e430929-396f-497e-b8c2-2608809e4c84" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0e430929-396f-497e-b8c2-2608809e4c84.jpg" width="700" height="469" /><br /><br /><em><br /></em>]]></content:encoded></item><item><title>Pause in Musanji</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-03-15T21:43:15+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a6c1163b9c6f774ce59b1c3535704bda-25.html#unique-entry-id-25</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a6c1163b9c6f774ce59b1c3535704bda-25.html#unique-entry-id-25</guid><content:encoded><![CDATA[<br /><br />Liebe Sangha,<br /><br />Schweren Herzens m&ouml;chten wir aus gegebenem Anlass unsere Zusammenk&uuml;nfte pausieren, unser Zazen in Musanji f&auml;llt somit vorerst aus. <br /><br />Wir folgen mit diesem Schritt vielen anderen &Uuml;bungsgemeinschaften und versuchen somit, Schritte zu ergreifen, um die Ausbreitung der aktuellen Viruserkrankung zumindest ein wenig  zu verlangsamen, um die fragilsten Menschen in unseren Gemeinden zu sch&uuml;tzen, z.B. &Auml;ltere und Menschen mit Vorerkrankungen. <br /><br />Wir treffen daher diese Entscheidung zum Wohle aller: f&uuml;r unsere eigene Gesundheit und die derer, die mit uns sind und letztendlich nat&uuml;rlich auch daf&uuml;r, um unsere geliebte Praxis hoffentlich noch etwas l&auml;nger aus&uuml;ben zu d&uuml;rfen.<br /><br />Wir werden in den n&auml;chsten Wochen gemeinsam &uuml;berlegen, wie wir auf andere kreative Weise miteinander praktizieren k&ouml;nnen, zum Beispiel mit einer Email-Klasse.<br /><br />Gerade jetzt ist unsere &Uuml;bung wichtig. <br /><br />Wir haben mit ihr ein einzigartiges Werkzeug, um gerade in schweren Zeiten wie jetzt Liebe und Dankbarkeit zu &uuml;ben und uns zu orientieren. Das Dharma erinnert uns daran, dass dieses Leben kostbar ist, die derzeitige Situation erinnert uns daran, dass Verg&auml;nglichkeit sehr real ist.<br /><br />Indem wir mit beiden &uuml;ben, inmitten unseres Haras bleiben in einer von be&auml;ngstigenden Nachrichten gepr&auml;gten Welt, k&ouml;nnen wir beide Erfahrungen miteinander harmonisieren und uns selbst wie auch anderen ein Pol der Ruhe und der Unaufgeregtheit sein.<br /><br />Bitte haltet Eure Herzen offen und bleibt best&auml;ndig in Eurer &Uuml;bung.<br /><br />Das ist genau das, was unsere Welt jetzt gerade braucht.<br /><br />In Verbundenheit,<br /><br />Eure Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="000103710008" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/000103710008.jpeg" width="700" height="700" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Die Wand aus Feuer</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-02-02T22:56:45+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/987b2c85997783378bbd520ee0da8644-24.html#unique-entry-id-24</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/987b2c85997783378bbd520ee0da8644-24.html#unique-entry-id-24</guid><content:encoded><![CDATA[<em>Aus dem Juwelenspiegel-Samadhi: &bdquo;...Wie vor einer Wand aus Feuer: abwenden oder ber&uuml;hren ist beides verkehrt.&ldquo;</em><br /><br />Jede und jeder von uns hat so eine Wand: sich abwenden und weglaufen hilft nicht (oder nur kurz), beim Ber&uuml;hren und sich darin Verlieren werden wir weder heilen, uns oder anderen helfen, noch selber gl&uuml;cklich werden.<br /><br />Eines der essentiellen Heilmittel, die wir uns zudem auch noch selbst verordnen k&ouml;nnen, stellt unser Meditationsplatz dar: hier k&ouml;nnen wir, mit sehr geringem Aufwand, auf dem Kissen mit unserer Wand proben: wir laufen nicht weg, wir bleiben pr&auml;sent, wir halten aus. <br />Wir lernen, Atemzug f&uuml;r Atemzug, dass wir eine weitaus gr&ouml;&szlig;ere Person, belastbarer und gro&szlig;herziger, sein k&ouml;nnen, als wir gemeinhin von uns selbst glauben. <br />Wir dehnen uns. Wir werden gedehnt. <br /><br />Ganz langsam ist es auf diese Weise m&ouml;glich, dass uns diese Wand nicht mehr vollkommen einnimmt oder die Mehrheit unserer Handlungen und Reaktionsketten beherrscht. Unser Raum ist durch unsere Praxis erweitert worden &ndash; wir verweilen darin mit allen unseren Landschaften und merken, wie wir diese langsam ausf&uuml;llen. Das ist eine &auml;u&szlig;erst kreative Arbeit, zwar &uuml;berlebensnotwendig, doch dennoch keine Pflichtaufgabe, die wir mit zusammengebissenen Z&auml;hnen bew&auml;ltigen m&uuml;ssen.<br /><br />Unangenehme Empfindungen wie Angst, Schmerz, Trauer, Abschied, stellen die grundlegendsten Erfahrungen dar, die wir in der Meditation erleben k&ouml;nnen.<br />Es geschieht einfach. Wir haben eine Panikattacke, wir verlieren, wir werden verlassen, wir sterben. Geschieht dies zum wiederholten Mal, sind uns die Gef&uuml;hlsketten und K&ouml;perreaktionen dabei schon ein wenig vertrauter. Wir atmen wieder ein und stellen fest: wir sind noch da, etwas derangiert, aber irgendwie auch erleichtert. Beim 1000. Mal sitzt der Griff des bedrohlich Unbekannten schon nicht mehr ganz so fest: wir &uuml;ben. Mit diesem und mit jenem. Mit kleinen Angelegenheiten und mit den ganz gro&szlig;en. <br /><br />Wir machen uns vertraut mit dem Geisteszustand und dem k&ouml;rperlichen Empfinden dessen, wie es ist, wenn wir die Dinge betrachten, wie sie eben sind. Und dabei bleiben. Mittendrin. So lange wir noch hier sind und weit dar&uuml;ber hinaus.<br /><br /><em>Der Buddha-Weg reicht seinem Wesen nach weit jenseits von Kargheit und F&uuml;lle: daher gibt es Leben und Sterben, Verblendung und Erwachen f&uuml;hlende Wesen und Buddhas.<br />Auch wenn dies so ist, fallen Bl&uuml;ten, obgleich wir dies bedauern, und w&auml;chst Unkraut, obschon es uns nicht gef&auml;llt.<br /><br /></em><p style="text-align:right;"><em>Aus dem Genjokoan; Dogen Zenji<br /><br /></em></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Pro400-9939-07" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/pro400-9939-07.jpeg" width="650" height="650" /><br /></p><p style="text-align:justify;"><span style="font:16px Calibri; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>M&#xf6;gen alle immer gleich mutig sein&#x21;</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2020-01-19T22:06:24+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/13e896a6cc85c8ba5629b8bf40e8cdb1-23.html#unique-entry-id-23</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/13e896a6cc85c8ba5629b8bf40e8cdb1-23.html#unique-entry-id-23</guid><content:encoded><![CDATA[Die einzelnen Elemente der Brahmaviharas stehen, wie so viele der einzelnen Aspekte, die vom Buddha unter den verschiedenen &Uuml;berschriften zusammengefasst wurden, in wechselseitigem Austausch miteinander.<br />So enth&auml;lt auch innerhalb der Brahmaviharas jedes einzelne Steinchen das jeweils andere und ist auf sie angewiesen.<br />Liebende G&uuml;te/metta und Mitgef&uuml;hl/karuna k&ouml;nnen nur lebendig gehalten werden, wenn wir ein gewisses Ma&szlig; an Gleichmut aufbringen.<br />Gleichmut wiederum ben&ouml;tigt die Qualit&auml;t des Mitempfindens, sonst ist es kein Gleichmut, sondern Gleichg&uuml;ltigkeit.<br /><br />Gleichmut/upekkha bedeutet w&ouml;rtlich &bdquo;&uuml;ber&ldquo; und &bdquo;schauen&ldquo;. Man steht auf einem Berg, um sich eine Gesamt&uuml;bersicht zu verschaffen, ohne dass man sich der einen oder der anderen Seite dauerhaft zuneigt. Diese Weite kann entstehen, wenn wir einen gr&ouml;&szlig;eren Blickwinkel wagen, als den, der sich uns h&auml;ufig in der jeweiligen Situation darbietet. Gleichmut entspringt aus der F&auml;higkeit, zu sehen oder zu beobachten: ohne, dass wir sofort reagieren m&uuml;ssen oder l&auml;ngerfristig in unseren Gewohnheitsreaktionen verhaftet bleiben. Gleichmut auf Pali bedeutet ferner w&ouml;rtlich: &bdquo;in der Mitte von all diesem stehen.&ldquo;<br />Die erste Bedeutung impliziert etwas Distanz, die f&uuml;r einen &Uuml;berblick immer notwendig ist, die zweite jedoch beinhaltet bestm&ouml;gliche N&auml;he, Verantwortung, Beteiligung: wir stehen mittendrin.<br />Gleich einem Segelschiff, dessen Mast sich zwar zur einen oder anderen Seite neigen kann, das aber durch seinen Kielballast dennoch niemals die Balance verlieren wird.<br /><br />Im Deutschen verstehen wir unter Gleichmut auch Gelassenheit und Ausgeglichenheit, was wiederum die Balance anspricht oder unsere F&auml;higkeit, nicht zu lange in bestimmten Stimmungslagen zu verbleiben. <br />Die deutschen Mystiker verstanden hierunter jemanden, der &bdquo;sich und die Welt gelassen hat&ldquo;. Heinrich Seuse, ein Sch&uuml;ler Meister Eckeharts, beschrieb den gelassenen Menschen als jemanden, den kein &bdquo;Vorher oder Nachher zerstreuen kann&ldquo; &ndash; er lebt in einem Augenblick: jetzt.<br />F&uuml;r dieses &bdquo;jetzt&ldquo; m&uuml;ssen wir zentriert sein und sollten uns daher nicht in eine der anderen Tempi verlieren.<br /><br />In der buddhistischen Lehre werden bei der Beschreibung von Tugenden h&auml;ufig die &bdquo;nahen&ldquo; und die &bdquo;fernen&ldquo; Feinde beschreiben. Ein ferner Feind von upekkha w&auml;re daher: Hass, Groll, Gier oder &bdquo;Haben wollen&ldquo;.<br />Als nahen Feind kann man Desinteresse, Gleichg&uuml;ltigkeit oder unsere Abgestumpftheit bezeichnen. Hinter einer abgehobenen Attit&uuml;de kann man sich, gerade im h&auml;ufig wortlosen Zen, auch verstecken. Genauso kann man sich inmitten einer Reaktion durch diesen nahen Feind zur&uuml;ckziehen, als vermeintlichen Schutz. So lange wir dies erkennen, ist das nicht sch&auml;dlich, wenn es aber zu einer chronischen Haltung wird, dann haben wir ein Problem.<br />Denn upekkha bedeutet eines nie: R&uuml;ckzug oder Trennung von der jeweiligen Situation oder unserem Leben insgesamt. Es bedeutet hingegen fortw&auml;hrende Offenheit unserem Leben gegen&uuml;ber und maximale Anstrengung, diesem so unmittelbar wie m&ouml;glich zu begegnen. Es stellt eine Haltung dar, die es uns erlaubt, diesen Moment vollkommen zu erleben: das Sch&ouml;ne und das H&auml;ssliche; das Geliebte und das Ungeliebte; das, womit wir einverstanden und jenes, womit wir nicht einverstanden sind.<br /><br />Gleichmut kann nicht erzwungen oder herbeibeordert werden. Wir k&ouml;nnen aber durch unsere Praxis dazu beitragen, dass diese in uns entstehen und wachsen kann: die Zeit, die wir auf dem Kissen investieren, ist hierf&uuml;r eine gute Voraussetzung, denn unser K&ouml;rper dient hierbei auch als Kiel und unsere Atmung als unser Lotse. Auf diese Weise k&ouml;nnen wir selbst in den gr&ouml;&szlig;ten St&uuml;rmen unseren Kurs halten, auch jenseits des Zendos.<br />Und nun: gute Fahrt in das noch junge Jahrzehnt!<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoeckS40212128-37" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecks40212128-37.jpeg" width="700" height="469" /><span style="font-size:14px; "><br /></span></p><p style="text-align:justify;"><span style="font-size:14px; "><br /><br /><br /></span><span style="font-size:14px; font-weight:bold; "><br /></span><span style="font-size:14px; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Alles ist geschenkt&#x2c; alles wird Geschenk</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-12-27T06:26:20+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/7f0092c1b805924155cc156d001c5ce7-21.html#unique-entry-id-21</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/7f0092c1b805924155cc156d001c5ce7-21.html#unique-entry-id-21</guid><content:encoded><![CDATA[Passend zur Jahreszeit f&uuml;hrte uns neulich ein Dharma-Gespr&auml;ch &uuml;ber Mitempfinden zum Thema Dankbarkeit: &bdquo;Dankbarkeit ist eine Grundlage f&uuml;r Mitgef&uuml;hl.&ldquo;<br /><br />Interessanterweise sprechen wir in unserer Praxis recht selten explizit &uuml;ber Dankbarkeit. Sie erscheint dennoch an vielen Stellen, zum Beispiel in den Essensversen, als Aufforderung und auch als Mahnung, uns daran zu erinnern, wie und woher wir diese Speisen empfangen.<br /><br />Vielleicht liegt das etwas versteckte Auftreten von Dankbarkeit auch daran, dass in der Zen-Tradition Gro&szlig;z&uuml;gigkeit und Dankbarkeit immer gemeinsam hervortreten: im dana paramita, der Tugend des Gebens. Die Praxis des dana erkennt, dass keine Trennung besteht zwischen Geschenk, dem Empf&auml;nger und meiner Rolle als Gebender.<br /><br />Kaiser Wu: &bdquo;Was ist mein Verdienst?&ldquo;<br />Bodhidharma: &bdquo;Nichts.&ldquo;<br /><br />Die &bdquo;drei R&auml;der&ldquo;, Gebender, Empf&auml;nger und Gabe sind immer &bdquo;leer&ldquo;:  das dana paramita handelt vom freien Geben und freien Empfangen.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-35-36A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-35-36a.jpeg" width="700" height="468" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Die Praxis des dana kann uns helfen, unsere rauen Ecken weicher werden zu lassen, unserer Kleinlichkeit, Enge und Furcht umzuwenden: im Vertrauen, dass wir schon immer reich beschenkt sind und verbunden sind mit allem und allen.<br /><br />F&uuml;r Dogen Zenji bedeutete dana zuallererst: nicht anhaften, nicht stehen bleiben, mitschwingen: &bdquo;&hellip;selbst ein Grashalm ist ein Schatz, den wir geben sollen &ndash; so lassen wir die Wurzeln des Guten wachsen.&ldquo; <br />&bdquo;Im t&auml;glichen Leben, in Arbeit und Gesch&auml;ft gibt es nichts, was kein Akt des Gebens ist.&ldquo;<br />&bdquo;&hellip;das Empfangen des K&ouml;rpers und das Loslassen des K&ouml;rpers sind Akte des Gebens.&ldquo;<br />(aus Bodaisatta Shishoho)<br /><br />Geben und Empfangen auf diese Weise zu verstehen, ist gewaltig und l&auml;sst nichts in unserem Leben aus: alles ist geschenkt, alles wird Geschenk.<br /><br />In der Praxis von dana geht es daher weniger um die Inhalte an sich (die &bdquo;Gaben&ldquo;), sondern um unser Inneres, unsere Haltung , unser Herz und die Art und Weise, wie wir die An-Fragen dieser Welt beantworten.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-22-23A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-22-23a.jpeg" width="700" height="468" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Wir befinden uns hierbei immer irgendwo auf dem Kontinuum zwischen eng/engherzig und weit, eingeschlossen/dunkel und offen/hell, starr/erstarrt und nachgiebig/verzeihend, besitzbar/unver&auml;nderlich und frei/flexibel antwortend. <br />Auf diesem Kontinuum, dem Strom unseres Lebens folgend, befindet sich jeweils der Ort sowie der Raum, an dem unsere &Uuml;bung gerade ihren Platz hat, hier findet sie momentan statt. Wir k&ouml;nnen diesem Ruf einfach folgen.<br />Wir m&uuml;ssen hierzu nicht perfekt sein. Es gen&uuml;gt, unserem Gel&uuml;bde immer wieder aufs Neue zu folgen: zum Wohle aller zu &uuml;ben. <br />Das ist alles.<br /><br />Ein M&ouml;nch fragte Baizhang: <br />&bdquo;Warum ist das Geben das Eintrittstor zum Bodhisattva-Weg?&ldquo;<br />Baizhang antwortete: <br />&bdquo;Dies ist so, weil die &Uuml;bung des Gebens eine &Uuml;bung des Loslassens ist.&ldquo;<br />Der M&ouml;nch fragte daraufhin: <br />&bdquo;Was wird denn losgelassen?&ldquo;<br />Baizhang sagte: <br />&bdquo;Du l&auml;sst enge Sichtweisen los. Du l&auml;sst die Vorstellung los, dass die Dinge klein sind und fest, begreifbar und besitzbar.&ldquo;<br /><em>(Baizhang Huaihai - jap. : Hyakujō Ekai - Zen-Meister zur Zeit der Tang-Dynastie, 8. Jhdt.)</em><br /><br />Gassho,<br />Juen & Nanzan<br /><span style="font:12px Times-Roman; "><br /></span></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-34-35A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-34-35a.jpeg" width="700" height="468" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kanzeon: eins mit dem Herzen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-12-26T13:28:36+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8498e80003262462aeabf988df000c47-20.html#unique-entry-id-20</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8498e80003262462aeabf988df000c47-20.html#unique-entry-id-20</guid><content:encoded><![CDATA[In der bis heute durch ihr wohlbehaltenes, mittelalterliches Flair gepr&auml;gten fr&auml;nkischen Stadt Bamberg ragen beim Blick auf die Firste zahllose Heilige in den winterlichen Abendhimmel. Selbst aus der Distanz heraus sind die ziselierten Details der Figuren gut sichtbar. Was haben diejenigen, die sie so hoch oben errichteten, sich damals gedacht, was haben sie empfunden, vor mehr als einem halben Jahrtausend? <br />Sie k&ouml;nnen nur eines im Sinn gehabt haben: ein Angebot anzubieten, um zu h&ouml;ren, aufzunehmen, zu tr&ouml;sten und ein Zeugnis zu geben von jenem Einen, an das sie glaubten.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-28-29A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-28-29a.jpeg" width="800" height="533" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">In dieser Tradition, wenngleich ein paar Tausend Kilometer weiter &ouml;stlich, ist auch das &bdquo;Enmei Kannon Gyo&ldquo; zu verstehen: Bodhisattva Kanzeon h&ouml;rt die Rufe und Klagen der Welt. <br /><br />&bdquo;Yo butsu u in&ldquo; <span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">與佛有因</span> spricht hierbei all das an, was uns (und allen mit uns) hilft, um wach zu werden und klar zu sehen: die Energie, die wir selbst in unsere Praxis geben. Unser Wille, das Heilsame und Gewaltlose zu w&auml;hlen, immer wieder neu. Stille. Unser Innehalten und das Besinnen auf das, was z&auml;hlt. Unser Herzensdenken. Zazen. Das Bodhisattva-Gel&uuml;bde.<br /><br />&bdquo;Yo butsu u en&ldquo; <span style="font:12px PingFangSC-Regular; ">與佛有縁</span> beschreibt alle &auml;u&szlig;eren f&ouml;rderlichen Umst&auml;nde, die uns auf diesem Weg ununterbrochen helfen: unsere Gemeinschaft, Lehrende, ein Ort, um zu &uuml;ben. Freunde, Familie. Jede Begegnung. Unsere Wirklichkeit, &bdquo;die 10.000 Dinge&ldquo;. Genau dieser Tag. Avalokiteshvaras tausend H&auml;nde.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-26-27A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-26-27a.jpeg" width="800" height="535" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Von alleine jedoch wird die Statur nicht auf den First gelangen. <br />Wir sind gefragt und was hierbei vor allem z&auml;hlt, ist unsere Absicht, unsere Intention, unsere allererste Ausrichtung: wie es der Achtfache Pfad f&uuml;r uns beschrieben hat. <br />Alles entsteht von hier, einschlie&szlig;lich jenem allumfassenden Einen, in uns selbst wie &bdquo;au&szlig;erhalb&ldquo; davon und das, wir Buddha nennen. <br />Nen nen fu ri shin ...<br /><br />Gassho,<br />Juen & Nanzan<br /><br /><br />KANZEON    
<br />NA MU BUTSU 
<br />YO BUTSU U IN 
<br />YO BUTSU U EN
<br />BUP PO SO EN
<br />JO RAKU GA JO   
<br />CHO NEN KANZEON   
<br />BO NEN KANZEON  
<br />NEN NEN JU SHIN KI
<br />NEN NEN FU RI SHIN<br /><br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="A050404-R1-30-31A" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a050404-r1-30-31a.jpeg" width="800" height="535" /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Eiscreme und die 10.000 Schritte</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-12-03T18:57:34+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/55b5d41e7d59e4a07e1c1249c81fe647-19.html#unique-entry-id-19</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/55b5d41e7d59e4a07e1c1249c81fe647-19.html#unique-entry-id-19</guid><content:encoded><![CDATA[Zazen ist eine Haltung des Mitgef&uuml;hls und des Mitempfindens. Aufrecht sitzend, mit flie&szlig;endem Atem begegnen wir den Dingen, erkennen und respektieren wir einander. Klar und unmissverst&auml;ndlich ruft uns unser Leben, klar und deutlich geben wir ihm eine Antwort aus der Tiefe unseres Atems heraus. Diese erscheint pl&ouml;tzlich, wenn wir still genug geworden sind, um die Dinge beim Namen zu nennen. Alles steht mit allem in Verbindung und f&uuml;gt sich ein in den uralten Rhythmus von Raum, Zeit und Klang.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="8PERF-REGULAR_01771" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8perf-regular_01771.jpg" width="650" height="433" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Mitgef&uuml;hl wiederum ben&ouml;tigt eine Haltung, einen Rahmen, in dem es sich aufhalten und in dem es wachsen kann. Sonst wird es nicht nachhaltig sein und rasch vergehen, eine schwebende Emotion ohne eine feste Basis. Zazen kann einen derartigen Rahmen anbieten: solide und uralt vermag es das Zazen, unseren K&ouml;rper, unseren Atem und unseren Kopf miteinander in schwingenden Einklang zu bringen.<br /><br />Hierdurch tritt eine oftmals ungewohnte N&auml;he hervor, die manche anfangs als intime Zumutung erfahren m&ouml;gen. Gleichzeitig entsteht Distanz und Disidentifikation, was in guter Zen-Tradition scheinbar paradox notwendig ist f&uuml;r eine solide Haltung des Mitgef&uuml;hls. Um &bdquo;mit allen&ldquo; f&uuml;hlen zu k&ouml;nnen, muss ich mich auf einen gewissen Abstand zu mir selbst einlassen, zumindest so viel an Abstand, dass ich mich selbst ein wenig betrachten kann. Riesiges Gef&uuml;hl, weite Distanz. Eiscreme f&uuml;r alle und 10.000 Schritte pro Tag. Das ist das Leben eines Bodhisattvas.<br /><br />Gassho, <br />Juen und Nanzan <br /><br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="8PERF-REGULAR_01767" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/8perf-regular_01767.jpg" width="500" height="750" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Tu was Du kannst</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-11-10T21:41:54+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0ece26bf84ee30769a4acc36c4307f39-18.html#unique-entry-id-18</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0ece26bf84ee30769a4acc36c4307f39-18.html#unique-entry-id-18</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer herbstlichen Praxiszeit besch&auml;ftigen wir uns mit den &bdquo;Vier grenzenlosen Geisteshaltungen&ldquo; (Brahmavihara).<br />Die &Uuml;bung der liebenden G&uuml;te (skr. metta) beginnt bei uns selbst: &bdquo;M&ouml;ge ich gl&uuml;cklich sein&ldquo;.<br />Das mag sich zun&auml;chst ungewohnt anf&uuml;hlen und in Folge auch der &uuml;berbordenden Literatur an Selbstf&uuml;rsorge zur Annahme verleiten, es werde in erster Linie ein gutes Stimmungsbild angestrebt. Wir leben in einer Zeit, welche das eigene (Wohl-)Befinden, die autonome Entscheidungsbefugnis des Individuums bis hin zu den letzten Dingen, die betonte Unterscheidung von anderen, als erstrebenswertes Ziel des Menschen der Moderne offeriert.<br />Kann ich alleine gl&uuml;cklich sein? Gibt es &bdquo;mich&ldquo; alleine &uuml;berhaupt?<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790471-35" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790471-35.jpg" width="600" height="391" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Wenn ich hinaussehe in die Welt und sie bestimmen lasse, wer oder was ich bin, welche Gef&uuml;hle ich &bdquo;brauche&ldquo;, um mich &bdquo;gut, sicher und wohlig&ldquo; zu wissen, dann ist das vielleicht m&ouml;glich. Es wird jedoch nicht lange dauern und dann werden sich externe Hinweise auf Gefahr meines Befindens zeigen. Dieses getrennte Ich wird nicht lange gl&uuml;cklich sein k&ouml;nnen, wie ein kurz leuchtendes Blatt in der Novembersonne. Das ist nicht die Praxis der liebenden G&uuml;te.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790472-10" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790472-10.jpg" width="600" height="391" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Der Buddha, lange vor unserer Zeitrechnung und somit weit vor den Erkenntnissen der modernen Psychologie, war darin sehr klar: &bdquo;... auf mich selbst achtend, achte ich auf den anderen. Auf den anderen achtend, achte ich auf mich selbst.&ldquo;<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790472-09" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790472-09.jpg" width="600" height="391" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Im 21. Jahrhundert jedoch haben wir verlernt, unsere Empfindungen anzuerkennen und zur&uuml;ckzuverfolgen, sie zum Beispiel in Form von k&ouml;rperlichen Spannungen bei uns selbst wahrzunehmen. <br />Andererseits besteht auch eine gewisse Scheu davor, uns, wie in der Metta-&Uuml;bung, an erster Stelle zu beachten, da wir denken, dass geh&ouml;re sich nicht, es sei selbsts&uuml;chtig.<br />Gleichzeitig gibt es eine ganze Bewegung, die zu einer gewissen Nabelschau neigt, in der es prim&auml;r um ein wohliges Gef&uuml;hl geht, das dem Impuls des &bdquo;jetzt muss ich aber einmal nur an mich denken&ldquo; folgt. Es geht in der Metta-Praxis nicht darum, uns selbst jedes Bed&uuml;rfnis zu stillen, jeden Wunsch zu erf&uuml;llen. Das sind meistens auch relativ kurzweilige Amplituden.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790472-13" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790472-13.jpg" width="600" height="391" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Vielmehr streben wir danach, auch zu diesem einen Wesen freundlich zu sein, dass wir am besten kennen und das im &Uuml;brigen auch das einzige Wesen ist, dass diese Freundlichkeit ohne Reibungsverluste umwandeln kann in etwas noch Besseres:<br />Anstatt mich auf meiner Couch auszuruhen und unterhalten zu lassen, ziehe ich meine Schuhe an und fahre hinaus durch die k&uuml;hle Herbstnacht zum Donnerstagszazen. Weil es zwar momentan unbequem ist, doch mittelfristig das Freundlichste, was ich mit mir selbst vereinbaren kann.<br />Diese Art der Freundlichkeit, die eher der eines weisen Mentors &auml;hnelt und keinesfalls auch nur in die N&auml;he der Rolle der Richterin oder des Richters gerutscht werden sollte, die ebenfalls in uns wohnt, ist von solider Nachhaltigkeit. Das Netz, dass durch sie gesponnen wird, l&auml;sst sich nicht spannen ohne das Einbeziehen der oder des anderen. Hiermit sind nicht nur andere Menschen, sondern alle f&uuml;hlenden und nicht f&uuml;hlenden Wesen gemeint: auch B&auml;ume, Gr&auml;ser, Steine und das Licht im Vorgarten. Sie st&uuml;tzen uns und wir st&uuml;tzen sie. Sie halten uns in der &Uuml;bung, sie schenken uns Energie und Weitblick. Wir danken ihnen, wir pflegen und erhalten sie. Mein Gegen&uuml;ber und ich, wir verschwinden in dieser uralten, einen, endlosen Bewegung, welche Dogen Zenji in seinem Shobogenzo &bdquo;Gyoji&ldquo; nannte: <br />&bdquo;...die Tugend einer solchen &Uuml;bung erh&auml;lt und bewahrt euch selbst, sie erh&auml;lt und bewahrt die Welt. Das Wesentliche ist, dass im Augenblick dieser Praxis die ganze Erde und der gesamte Himmel in alle zehn Richtungen vollkommen mit der Tugend (meines Tuns) in Einklang stehen&ldquo;. <span style="font-size:9px; ">Band 2 Kristkreitz Verlag, S. 161<br /></span><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckl40790472-29" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckl40790472-29.jpg" width="600" height="600" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Vom Gro&#xdf;en Mitgef&#xfc;hl - absolut&#x2c; relativ und vor allem: angewandt</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-10-26T23:31:45+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1cd79013f76f232e9cc842f490c1caf9-17.html#unique-entry-id-17</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/1cd79013f76f232e9cc842f490c1caf9-17.html#unique-entry-id-17</guid><content:encoded><![CDATA[Betritt man ein Zendo das erste Mal und l&auml;sst sich die &bdquo;Hausordnung&ldquo; erl&auml;utern, erf&auml;hrt man zun&auml;chst, was alles nicht &uuml;blich ist: Gespr&auml;che im Zendo, lautes Schneuzen, Schimpfen, andere beobachten. Danach folgt ein betr&auml;chtlicher Reigen der Anweisungen zur K&ouml;rperhaltung: die H&auml;nde so halten, aber beim Gehen anders, im Zendo kein Blickkontakt, sp&auml;ter schon. Ganz viel Schweigen und wenn es einmal piekst bei der Meditation, dann bitte auf eine bestimmte Art und Weise bewegen, so dass es die anderen nicht st&ouml;rt. Verbeugen halb, verbeugen ganz. Aber nicht immer!<br />Niemand steht mit einem Tablett mit warmen Pl&auml;tzchen l&auml;chelnd im Eingang, benannte es einmal der Soto Zen-Lehrer Brad Warner.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="SchoecklP8164145-11" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecklp8164145-11.jpg" width="700" height="461" /><br /><br />Tats&auml;chlich aber sind Mitgef&uuml;hl und liebende G&uuml;te tief in die Zen Praxis eingewoben. <br />Prajna, (Weisheit) eine der drei S&auml;ulen des Zen, wirkt beim H&ouml;ren zun&auml;chst intellektuell, ehrfurchtgebietend und anstrengend.<br />Prajna jedoch, die &bdquo;gro&szlig;e Weisheit&ldquo; ist l&auml;ngst nicht nur kontinuierliche Retro- und Introspektion, wachsame Erfahrung und tiefe Praxis. Prajna bedeutet auch: mitf&uuml;hlende Handlung. Sie erst macht den relativen Aspekt der Prajna sichtbar, ohne den auch der absolute Anteil nicht zum Tragen kommen wird.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="SchoecklP8164145-36" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecklp8164145-36.jpg" width="700" height="461" /><br /><br />Im Zen wird hier h&auml;ufig der Begriff Jihi verwendet, welcher &bdquo;metta&ldquo; und &bdquo;karuna&ldquo; miteinander verbindet. &bdquo;Ji&ldquo; steht f&uuml;r liebevolle Handlung und &bdquo;hi&ldquo; f&uuml;r Trauer oder einen seelischen Schmerz. Somit verbindet das Schriftzeichen zwei scheinbare Gegens&auml;tze. <br />Wir schulen uns in liebevoller Handlung und wir &uuml;ben die Bereitschaft zu einer &Ouml;ffnung gegen&uuml;ber dem Schmerz der anderen. Wir sind bereit, ihn und unseren eigenen Schmerz zu sp&uuml;ren. Diesen wie unseren eigenen zu empfinden. Das ist auch eine Aufforderung dazu, uns ber&uuml;hren und verwandeln zu lassen.<br /><br />Thich Nath Hanh sagte dazu, dass Mitgef&uuml;hl zuallererst eine Bewegung unseres Herzens bedeutet. Er bezeichnet Mitgef&uuml;hl als Verb. Somit besteht die Praxis des Mitgef&uuml;hls nicht nur in der Linderung von Leid, wie unsere Bodhisattva-Gel&uuml;bde veranschaulichen, sondern sie stellt auch eine gute Medizin gegen jegliches Polarisieren dar. Sie vermag es, dualistisches Denken und Hindernisse abzubauen, die wir durch Vorurteile, Ignoranz und Furchtsamkeit errichtet haben.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="SchoecklP8164145-27" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecklp8164145-27.jpg" width="700" height="461" /><br /><br />Im Zen sprechen wir von absolutem und relativem Mitgef&uuml;hl. Das absolute Mitgef&uuml;hl findet sich im Herzsutra veranschaulicht: Leiden ist an sich leer, ebenso ein Freisein davon. Das jedoch ist nur die eine Seite. <br />Die andere besteht darin, auf die unz&auml;hligen Begebenheiten eines jeden Tages m&ouml;glichst weise und mitf&uuml;hlend eine Antwort zu versuchen. Hier befinden wir uns am anderen Ende des Kontinuums von Leere: menschliche W&auml;rme, offene Begegnungen und auch eine gewisse strenge Milde gegen&uuml;ber unseren eigenen Fehlern machen dieses Mitgef&uuml;hl erst vollst&auml;ndig. Es ist der lebendige und in jedem Moment neu hervorzubringende Tanz zwischen dem, was die Zen-Pioniere Shunryu Suzuki und Dainin Katagiri mit &bdquo;returning to silence&ldquo; sowie &bdquo;you have to say something&ldquo; bezeichneten. <br /><br />Cookies und no-Cookies, sozusagen. Alles klar?<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<span style="font:12px Calibri; "><br /><br /></span><img class="imageStyle" alt="SchoecklP8164145-35-3" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecklp8164145-35-3.jpg" width="700" height="461" /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Das neue tibetische Stadtzentrum</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-10-26T22:18:22+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/319647b6f6db341fcdd3a6dab9a4d794-16.html#unique-entry-id-16</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/319647b6f6db341fcdd3a6dab9a4d794-16.html#unique-entry-id-16</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende reisten Wind und Wolken nach Hamburg, wo im neuen Stadtzentrum des Tibetischen Zentrums Hamburg ein abendlicher Vortrag sowie ein Tagesseminar mit Juen stattfanden. W&auml;hrend der abendliche Vortrag im Rahmen der Hospizwoche diese Arbeit insbesondere unter dem Aspekt der Wahrnehmung seitens der Sorgeempf&auml;nger und der sie Umsorgenden beleuchtete, bot das Tagesseminar den Rahmen f&uuml;r eine etwas intensivere Besch&auml;ftigung mit Elementen beider Traditionen im Hinblick auf Wandel und Verg&auml;nglichkeit. Zudem gab es gen&uuml;gend Raum f&uuml;r einen gegenseitigen Austausch, der erfreulich rege wahrgenommen wurde.<br /><br />Das Anwesen, mitten in einem Wohngebiet und in direkter U-Bahn-N&auml;he gelegen, wurde erst vor Kurzem er&ouml;ffnet. Es liegt sehr zentral und doch ruhig und ist mit 400 Quadratmetern und einem kleinen Wintergarten sowie einem kleinen Vorgarten ausgestattet. Das Haus bietet auf drei Ebenen &uuml;ppigen Raum f&uuml;r Seminare, regelm&auml;&szlig;ige Meditation und vieles mehr.<br /><br />Wir freuen uns mit dem Tibetischen Zentrum, dass sie nun, nach dem seit vielen Jahrzehnten bestehendem Haus in Berne und ihrem Meditationshaus in Niedersachsen (Semkye Ling) ein so sch&ouml;nes Stadtzentrum gefunden haben und danken ganz herzlich f&uuml;r die Einladung!<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1050791" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050791.jpg" width="750" height="500" /><br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Kalligraphie im Norden</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-10-13T21:38:42+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bf41881b8cdd65df5158c2c8969b19c6-15.html#unique-entry-id-15</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bf41881b8cdd65df5158c2c8969b19c6-15.html#unique-entry-id-15</guid><content:encoded><![CDATA[Nach mehr als einem Jahrzehnt&hellip;<br /><br />&hellip; endete an diesem Wochenende der traditionell bisher j&auml;hrlich stattfindende Kalligraphiekurs mit Kazuaki Tanahashi.&nbsp;<br />Es ist sein letzter Kurs in der Europ&auml;ischen Akademie gewesen und so schwang etwas Wehmut sowie viele Erinnerungen mit dem Herbstlaub und den tanzenden Regentropfen in unser Papier.&nbsp;<br /><br />Es war ein ausgesprochen runder, wie immer sehr gut besuchter Kurs mit Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus ganz Deutschland, ausgew&auml;hlten Lesungen zu Dogen und einer erstmalig in dieser Form stattfindenden Korrekturm&ouml;glichkeit f&uuml;r die entstandenen Arbeiten.&nbsp;<br /><br />Das lange Wochenende nahm wie immer seinen fulminanten Abschluss mit beindruckenden Arbeiten auf Gro&szlig;format.<br /><br />Herzlichen Dank an den Meister f&uuml;r all die sch&ouml;nen Striche, T&ouml;ne, Ausblicke und alles, alles Gute!<br /><br />Gassho,<br />Juen<span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#191919;"><br /></span><span style="font:10px Arial, Verdana, Helvetica, sans-serif; color:#191919;"><br /><br /></span><span style="font-size:10px; color:#191919;"><br /></span><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050689" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050689.jpg" width="600" height="450" /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1050700" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050700.jpg" width="600" height="450" /><br /><br /><br /><img class="imageStyle" alt="P1050698" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050698.jpg" width="450" height="600" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Gro&#xdf;es Herz - weiter Horizont</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-10-13T21:36:53+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5b541e7b0e4ed8cc4a51182aa888c364-14.html#unique-entry-id-14</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5b541e7b0e4ed8cc4a51182aa888c364-14.html#unique-entry-id-14</guid><content:encoded><![CDATA[Juens drittes Buch ist erschienen!<br />Gro&szlig;es Herz - weiter Horizont<br />eine Einf&uuml;hrung in die Zen-Meditation<br />244 Seiten, 19,90 &euro;<br />ISBN/ISSN: 9783942085700<br /><br /><br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Großes Herz weiter Horizont 1019" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/gro00dfes-herz-weiter-horizont-1019.jpg" width="300" height="424" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Der zinnoberrote Faden</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-10-01T22:45:33+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ee3ee59d0d7be85d9d74ac58624c4857-13.html#unique-entry-id-13</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/ee3ee59d0d7be85d9d74ac58624c4857-13.html#unique-entry-id-13</guid><content:encoded><![CDATA[Meister Songyuan Chongyue (12. Jhdt.) sprach zur Versammlung:<br />&bdquo;Um den Weg in vollkommener Klarheit zu verwirklichen, m&uuml;sst ihr einen wesentlichen Punkt durchdringen, ohne ihm auszuweichen: <br />Der zinnoberrote Faden kann nicht durchtrennt werden. <br />Nur wenige nehmen sich dieser Aufgabe an, sie ist nicht leicht zu l&ouml;sen.<br />Stellt euch ihr, ohne zu z&ouml;gern. Wie sonst soll die Befreiung kommen?&ldquo;<br /><br />Eine der traditionellen Auslegungen l&auml;dt dazu ein, diesen roten Faden, der auch als blutroter Faden bezeichnet wird, in einer vertikalen Dimension zu verstehen: unsere Verbindung zu unseren spirituellen Vorfahren, wie sie auch im Rahmen der Jukai-Zeremonie anhand der Blutlinie der Ahnen deutlich wird. Dieser Faden, das sind alle, die vor uns diesen Weg gegangen sind, aber auch unsere biologische Familie. Und alle, die nach uns kommen werden! Eine untrennbare Verbindung vertikal durch alle zeitlichen Ebenen.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="000001 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/000001-2.jpg" width="600" height="400" /><br /><br />Auch in einer horizontalen Dimension gibt es eine Verbindung, einen Fluss, der untrennbar ist: unsere Verbindung mit anderen Menschen, mit allen f&uuml;hlenden Wesen! Auch mit den Dingen, die unserere Wirklichkeit f&uuml;llen und lebendig machen: ob Dogens &bdquo;Gr&auml;ser und Steine&ldquo;, Reisk&ouml;rner in Dogens &bdquo;Anweisungen f&uuml;r den Koch&ldquo; oder Ryokans Schale. Im Bild von Indras Netz sind alle miteinander verbunden, ist alles verbunden. Wir bewegen uns mit anderen, sie mit uns. Indem wir mit anderen Menschen in eine Begegnung eintreten, lassen wir auch zu, dass wir selbst ver&auml;ndert werden. Dogen nannte dies &bdquo;eine Dharmablume dreht eine Dharmablume&ldquo;. Es ist ein Weg, die vielbeschworene Soheit sichtbar zu machen. Er ist heute so bedeutend wie damals. Die untrennbare Verbundenheit mit anderen immer in Erinnerung zu halten, ist wichtig in einer Tradition, die bisweilen etwas einseitig ein Idealbild des einsam in Abgeschiedenheit Praktizierenden pflegt. Das Leben Ryokans kann uns hierbei ein gutes Beispiel sein.<br /><br />Der zinnoberrote Faden meint aber auch unser (noch) treu pumpendes Herz, die Verbindung zu unser eigenen Humanit&auml;t, mit allem, das dazu geh&ouml;rt: Schmerz und Trauer wie Lachen und Freude, alle Verletzbarkeit, Leidenschaft, Verr&uuml;cktheit, Sentimentalit&auml;t - wie auch Leichtigkeit und Klarheit. Ohne diese, durch unsere Praxis immer dichter werdende Begegnung mit uns selbst, kann auch eine Verbindung nach &bdquo;au&szlig;en&ldquo; nicht tiefer werden. Wir bleiben, allen Errungenschaften auf diesem Weg zum Trotz, Menschen mit genau dieser Eigenschaft: wir bleiben Subjekt und Objekt von Ursache und Wirkung. So lange wir hier sind. Wir k&ouml;nnen dem nicht entrinnen.<br /><br /><img class="imageStyle" alt="Schoeck796592-03" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeck796592-03.jpg" width="600" height="400" /><br /><br />In der &Uuml;bertragung des Zen wird die Hinwendung zum Absoluten, zur Leere, nachdr&uuml;cklich betont. Das ist richtig und wird im besten Fall einen vollkommen neuen, frischen Blick auf unser gesamtes Leben er&ouml;ffnen. Jedoch ist diese Leere nur weit genug und damit tragf&auml;hig, wenn in ihr Platz ist f&uuml;r &bdquo;Form&ldquo;, f&uuml;r alles &bdquo;Relative&ldquo;, f&uuml;r die zehntausend Dinge, f&uuml;r Empfindung, Gef&uuml;hl, f&uuml;r das uralte Wirken des Karma. <br />Daher ist es so wichtig, dass wir nie vergessen m&ouml;gen, dass wir durch den zinnoberroten Faden auf vielf&auml;ltige Wiese verbunden bleiben. Wir sind eingeladen, diese rote, pulsierende Lebensader in unsere Praxis miteinzubeziehen, uns an ihr zu freuen und uns auch durch sie leiten zu lassen.<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><img class="imageStyle" alt="Schoeck796592-02" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeck796592-02.jpg" width="600" height="399" /><br /><br /><br />]]></content:encoded></item><item><title>Jiashan trifft den F&#xe4;hrmann</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-09-10T20:15:23+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bdb612287a51d72161ea18ef0e75a285-12.html#unique-entry-id-12</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/bdb612287a51d72161ea18ef0e75a285-12.html#unique-entry-id-12</guid><content:encoded><![CDATA[I<br /><br />In dem alten Koan &bdquo;Jiashan trifft den F&auml;hrmann&ldquo; wird folgende Begebenheit beschrieben:<br /><br />Chuanzi Decheng &uuml;bte gemeinsam mit Daowu und Yunyan in Yaoshans Gemeinschaft. Nachdem Chuanzi Yaoshan verlie&szlig;, lebte er auf einem kleinen Boot auf einem Fluss in der Provinz Huating. Bevor er ging, sagte er zu Daowu:  "Wenn du einen vielversprechenden &Uuml;benden triffst, schicke ihn bitte zu mir."<br /><br />Zenmeister Jiashan war der Abt des Zhulin-Klosters. Daowu besuchte nun dieses Kloster und wohnte einer von Jiashans Vortr&auml;gen bei.<br /><br />Einer der M&ouml;nche fragte: &bdquo;Was ist der Dharma-K&ouml;rper?&ldquo; <br />Jiashan gab zur Antwort: &bdquo;Der Dharma-K&ouml;rper hat keine Form&ldquo;. <br />Der M&ouml;nch fragte erneut: &bdquo;Was ist das Dharma-Auge?&ldquo; <br />Jiashan: &bdquo;Das Dharma-Auge hat keinen Kratzer&ldquo;.<br /><br />Daowu konnte ein leises Lachen nicht verbergen. <br />Jiashan bemerkte dies. Er stieg von seinem Lehrersitz herunter, lud Daowu ein, machte eine formelle Verbeugung und sagte: <br />&bdquo;Lachtet Ihr, weil ich dem M&ouml;nch eine falsche Antwort gab? Bitte seid so g&uuml;tig, mir dies zu erkl&auml;ren.&ldquo;<br />Daowu sagte: &bdquo;Obgleich Ihr der Abt dieses feinen Klosters seid, habt Ihr einen wahren Lehrer noch nicht getroffen&ldquo;. <br />Jiashan sagte: &bdquo;Bitte sagt mir doch, wo mein Fehler liegt&ldquo;. <br />Daowu sagte: &bdquo;Ich kann es Euch nicht erkl&auml;ren, aber ich habe einen Gef&auml;hrten, der auf einem Boot in Huating lehrt. Lasst mich vorschlagen, dass Ihr dorthin geht und ihn trefft. Ich bin mir sicher, dass Ihr etwas gewinnen werdet&ldquo;. <br />Jiashan sagte: &bdquo;Wer ist diese Person?&ldquo;<br />Daowu sagte: &bdquo;&Uuml;ber ihm ist nicht einmal ein halber Dachziegel. Unter ihm ist nicht einmal ein Zoll Erde. Doch falls Ihr zu ihm geht, tragt besser nicht Eure Abt-Robe&ldquo;. <br /><br />An diesem Treffen zweier erfahrener Zen-Lehrer ist mehreres bemerkenswert:<br />1. das Wesen des Zen zeigt sich in Begegnungen: innerhalb unserer selbst als auch im Austausch mit anderen oder darin, wie ich auf die sich mir darstellende Wirklichkeit reagiere.<br />2. ein Mensch begegnet einem Ding, zwei Menschen treffen aufeinander und etwas Neues kommt hervor, etwas, das vorher verborgen schien. Unsere Aufgabe besteht darin, m&ouml;glichst frisch und wach zu sein f&uuml;r derartige Momente, so dass wir diese pr&auml;genden Gelegenheiten nicht verpassen.<br />3. die obige Begegnung findet statt zwischen zwei langj&auml;hrig &Uuml;benden, die bereits die Dharma-&Uuml;bertragung erhalten haben. Dennoch setzen sie ihre Suche fort. Kein Wort von dem &bdquo;Ruhm&ldquo; des Erlangten, von &bdquo;Status&ldquo; oder Seniorit&auml;t. <br />Der (j&uuml;ngere) M&ouml;nch stellt tiefe Fragen, sein Lehrer antwortet mit dem, wie wir auch heute den &bdquo;Dharmakaya&ldquo; beschreiben: der erwachte Geist ist unsichtbar, unteilbar und allgegenw&auml;rtig. Wir k&ouml;nnten sagen, er gibt seinem Sch&uuml;ler eine &bdquo;gute&ldquo; Zen-Antwort.<br />Dennoch kann sein Besucher, ebenfalls Lehrer, ein Schmunzeln nicht verbergen. Daraufhin verl&auml;sst sein Kollege den Lehrersitz, stellt sich auf Augenh&ouml;he zu ihm und bittet um Erkl&auml;rung. Kein Beharren auf seinen &bdquo;Zen-Worten&ldquo; oder seinem angestammten Hochsitz, &bdquo;seinem&ldquo; Kloster, vor seinen M&ouml;nchen. Nichts davon ist wichtig in dem Moment, in dem es jemanden zu geben scheint, der vielleicht noch tiefer schauen kann. <br />Wahrer Anf&auml;nger-Geist.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="00009896-07" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00009896-07.jpg" width="700" height="700" /><br /><br /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">II<br /><br />Daraufhin l&ouml;ste Jiashan bald seine Klostergemeinschaft auf, wechselte die Kleider und ging geradewegs nach Huating.<br /><br />Als Chuanzi Jiashan nahen sah, sagte er zu ihm: &bdquo;Und von welchem Kloster bist Du der Abt?&ldquo;<br />Jiashan antwortete: &bdquo;Ich bin nicht Abt eines Klosters, sonst w&uuml;rde ich ja nicht so aussehen&ldquo;. Chuanzi sagte: &bdquo;Was meinst Du mit &sbquo;nicht so aussehen&rsquo;?"<br />Jiashan sagte: &bdquo;Es ist nicht wie etwas, das klar vor Augen liegt&ldquo;.<br />Chuanzi: &bdquo;Wo hast du gelernt?&ldquo;<br />Jiashan: &bdquo;An keinem Ort, den Ohren oder Augen erreichen k&ouml;nnen&ldquo;.<br />Chuanzi: &bdquo;So wie du diesen Satz verstehst, kann er den Esel immer noch f&uuml;r unendliche Zeit anbinden&ldquo;.<br />Dann sagte er: &bdquo;Ich lasse meine Angelschnur eintausend Fu&szlig; hinab, doch das Herz ist immer noch drei Zoll vom Haken entfernt. Warum sagst du nichts?&ldquo;<br />Jiashan war gerade dabei, seinen Mund zu &ouml;ffnen, da stie&szlig; ihn Chuanzi mit dem Ruder ins Wasser. Jiashan tauchte auf und kletterte ins Boot. <br />Chuanzi sagte: &bdquo;Sag etwas! Sag etwas!&ldquo;<br />Jiashan wollte seinen Mund erneut &ouml;ffnen, als Chuanzi ihn erneut anstie&szlig;.<br />Da kam Jiashan pl&ouml;tzlich zum Erwachen und verbeugte sich drei Mal.<br /><br />Chuanzi erkennt Jiashan trotz seiner Verkleidung. <br />Auch wir sollten uns durch die Kleider unserer Mitmenschen weder beeindrucken noch abhalten lassen, ihnen (dennoch) zu begegnen.<br />Chuanzi, wie ein guter Arzt, sp&uuml;rt, dass es noch Symptome einer Krankheit gibt, die Jiashan in sich bisher nicht angesprochen hat. Es fehlt noch etwas, bis sein Herz ganz zu Wasser gelassen und zum Freischwimmer werden kann. Chuanzi wendet die beste Medizin an, die ein Arzt, eine Mutter, zu bieten hat: er vertraut ihm vollkommen. Und dem Wasser, das ihn tragen wird. Und den Wellen dazwischen. <br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="00009896-06" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00009896-06.jpeg" width="700" height="700" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /><br />III<br /><br />Chuanzi sagte: &bdquo;Nun kannst Du die Angelrute &uuml;bernehmen. Die Bedeutung des Ausspruches &sbquo;das stille Wasser wird nicht bewegt&rsquo; ist nat&uuml;rlich und tiefgr&uuml;ndig&ldquo;.<br />Jiashan sagte: &bdquo;Warum gibst du die Angelrute fort?&ldquo;<br />Chuanzi: &bdquo;Um zu sehen, ob der Fisch goldene Schuppen hat oder nicht. Wenn du es erkannt hast, sprich schnell! Worte sind wunderbar und unaussprechlich&ldquo;.<br />W&auml;hrend Chuanzi sprach, bedeckte Jiashan seine Ohren und begann, sich zu entfernen. Chuanzi sagte: &bdquo;Genauso, genauso&ldquo;.<br />Dann belehrte der Meister Jiashan und sagte: &bdquo;Von nun an, l&ouml;sche alle Spuren, aber verbirg nicht deinen K&ouml;rper. Ich war 30 Jahre lang in Yaoshans Kloster und habe genau dies gekl&auml;rt.  Nun hast du es. Lebe nicht in einer Stadt oder einem Dorf. Bleibe tief in den Bergen oder auf einem Bauernhof und leite eine oder eine halbe Person an. F&uuml;hre meine Lehre fort und lass nicht zu, dass sie abgeschnitten wird.&ldquo;<br /><br />Der &Uuml;berlieferung nach blieben die beiden die ganze Nacht &uuml;ber auf dem Boot auf dem Fluss und sprachen miteinander.<br /><br /><em>L&ouml;sche alle Spuren ...</em><br />Ein Aspekt davon k&ouml;nnte sein, so zu leben, dass wir m&ouml;glichst wenig Unheilsames hinterlassen. Das mag in Zeiten der Klimadiskussion gerade besonders publik sein, beginnen jedoch tut es in uns: unserer Kost, reell, medial, sozial, unseren Gesten, unserer Anschauung zum Beispiel.<br />Ein weiterer Aspekt k&ouml;nnte darin bestehen, der Erfahrung von Shunyata, der Leere, in unserem Tun und Handeln Ausdruck zu verleihen.<br /><br /><span style="color:#333399;">&bdquo;Wenn Ih</span><span style="color:#000066;">r etwas tut, solltet Ihr Euch vollst&auml;ndig verbrennen, wie ein gutes Feuer, das keine Spuren hinterl&auml;sst.&ldquo; <br />Shunryu Suzuki</span><br /><br /><em>Verbirg nicht deinen K&ouml;rper ...</em><br />Wir sind als Bodhisattvas dazu aufgerufen, unseren Platz einzunehmen und die Fragen, die das Leben an uns stellt, ehrlich und direkt zu beantworten. Mit allem, was wir &bdquo;sind und haben&ldquo;.<br /><br />&bdquo;<span style="color:#000066;">Ja, es gibt verschiedene Stufen des Erwachens. Es gibt gro&szlig;e und kleine Einblicke. Manche davon halten nur kurz, manche ein Leben lang. Letztendlich aber gibt es nur eine Form des Erwachens: erwachte Handlung&ldquo;.<br />Sojun Mel Weitsman<br /><br /></span></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="00009896-08" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/00009896-08.jpg" width="700" height="700" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /><br />IV<br /><br />Jiashan nahm Chuanzis &Uuml;bertragung an und sagte ihm Lebewohl.<br />Er ging an Land, begann wegzugehen und drehte sich immer wieder um.<br />Chuanzi rief ihm hinterher: &bdquo;Verehrter, Verehrter!&ldquo;<br />Jiashan drehte sich um.<br />Chuanzi hielt das Ruder hoch und sagte: &bdquo;Da ist noch etwas.&ldquo;<br />Nach diesen Worten sprang er aus dem Boot und verschwand im Dunst und in den Wellen.<br /><br />Nat&uuml;rlich gibt es immer noch dieses oder jenes. <br />Diese &Uuml;bung hat kein Ende. Was heute eine &bdquo;rechte&ldquo; Antwort ist, mag in einer anderen Situation &bdquo;drei Zoll vom Haken entfernt&ldquo; sein. Wo es Strukturen gibt, neigen wir dazu, Dinge festschreiben zu wollen. Das ist insbesondere auf dem Gebiet der Spiritualit&auml;t heikel. Dem Wesen des Zen ist es v&ouml;llig fremd.<br /><br />Nat&uuml;rlich gibt es im Grunde genommen weder dieses noch jenes.<br />In dieser &Uuml;bung ist Anfang wie Ende. Die &bdquo;rechte Antwort&ldquo; stets die gleiche. Laterne, Bambus und Kiesel sind unsere Strukturen. Das Wesen dieser Praxis wird von Dunst und Wellen geschrieben. Zusammen mit allen, die darin seit mehr als zwei Jahrtausenden beheimatet sind.<br /><br />Gassho, <br />Juen und Nanzan<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoeckelm279102-09" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoeckelm279102-09.jpg" width="700" height="700" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /><span style="color:#666666;">Als Quellen wurden verwendet: The True Dharma Eye, transl. Kazuaki Takahashi, John Daido Loori, Shambala Publ., 2005; Zen's Chinese Heritage, Andy Ferguson, Wisdom Publ., 2000.<br /><br /></span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span><span style="font:12px Times, Georgia, Courier, serif; "><br /></span></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ein Strauch&#x2c; ein Traum und gro&#xdf;e Weite</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-07-02T22:01:38+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5ed04094902912dd067a395e8dee20d7-11.html#unique-entry-id-11</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/5ed04094902912dd067a395e8dee20d7-11.html#unique-entry-id-11</guid><content:encoded><![CDATA[I<br /><br />Am Ende eines Dialoges mit seinem Sch&uuml;ler und F&ouml;rderer zeigte Meister Nansen auf einen Blumenstrauch und sagte: &bdquo;Heutzutage sehen die Menschen solche Blumen wie im Traum.&ldquo; (Hekiganroku, Fall 40)<br /><br />Zuvor hatte sich sein Sch&uuml;ler Rikuko erfreut &uuml;ber einen von ihm gelesenen Satz gezeigt, der die Einheit allen Seins beschrieb. Fast z&auml;rtlich beantwortet sein Lehrer diese Bemerkung, indem er ihn nicht barsch ob seiner angelesenen Weisheit zurechtweist, sondern, fast beil&auml;ufig und verallgemeinernd, in den Garten abschweift, wo ein bl&uuml;hender Strauch zu sehen war. Ein Strauch, der nur mit unseren Sinnen erfahrbar ist, nicht mit unserem Intellekt. Ein Strauch, der uns sanft, aber unmissverst&auml;ndlich dazu auffordert, den Sprung zu wagen weg von unseren B&uuml;chern und Kalenderspr&uuml;chen mitten hinein in all das, was uns t&auml;glich vor Augen kommt: f&uuml;r uns hervorgebracht, um zu sehen, riechen, f&uuml;hlen, schmecken und zu h&ouml;ren.<br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="_1030412-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/_1030412-2.jpg" width="600" height="449" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">Was hei&szlig;t es, in einem Traum zu leben?<br />Was h&auml;lt uns darin?<br />Was braucht es, um daraus aufzuwachen?<br /><br />Nicht selten sind es eher unangenehme Dinge, die uns daraus aufschrecken lassen. Wir alle haben Situationen durchlebt, in denen sich unser Leben roh und nackt anf&uuml;hlt. So schmerzhaft und k&uuml;hl sich dies auch anf&uuml;hlen mag - nat&uuml;rlich gibt es auch den erfreulicheren, meist jedoch nur kurz w&auml;hrenden Gegenpart - wir stehen in dichtem Austausch mit uns und allen anderen.  Wir halten dann meistens die Luft an, bis wir nach einer Weile wieder zur&uuml;ckgleiten in unseren Traum.<br /><br />Wie k&ouml;nnen wir auf allt&auml;glicher Ebene die Momente, in denen wir meist nur kurz daraus aufschrecken, zu einem Normalzustand werden lassen, der uns weit mehr zur&uuml;ckgeben wird als unser eigenes Leben? Der Traum besteht aus wenig mehr als einer Illusionswelt, die unsere Identit&auml;t f&uuml;r ihren Erhalt permanent ben&ouml;tigt und somit der Erfahrung des gegenseitigen Verbundenseins, der Einheit entgegensteht.<br /><br />Gleichzeitig steht die Metapher des Traumes f&uuml;r Fl&uuml;chtigkeit, Ver&auml;nderung, f&uuml;r Bewegung. Der Traum als Chance. Als Gelegenheit zum Nicht-Sehen, Riechen, F&uuml;hlen, Schmecken und H&ouml;ren. Als Br&uuml;cke zwischen dem Gestern und dem &Uuml;bermorgen, den stetig changierenden Aspekten unserer Welt, unserem Ich und seinen Schatten, unserem Sein und Nicht-Sein.<br /><br /><em>Stern am Morgen, Kr&auml;useln im Fluss<br />Zuckender Blitz in einem Sommersturm<br />Flackerndes Licht<br />Schatten im Traum<br />So ist diese fl&uuml;chtige Welt</em><br /></p><p style="text-align:right;">- aus dem Diamantsutra -<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoecklFP655761-15" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecklfp655761-15.jpg" width="600" height="402" /><br /><br /></p><p style="text-align:left;">II<br /><br />Der Fall 1 des Hekiganroku beschreibt die Begegnung zwischen dem legend&auml;ren M&ouml;nch Bodhidharma dem Kaiser Wu, einem belesenen und praktizierenden Buddhisten. <br /><br />Kaiser Wu fragt Meister Bodhidharma nach dem tiefsten Sinn der heiligen Wahrheit. Bodhidharma antwortete ihm: &bdquo;Unendlich weit und leer. Nichts von heilig.&ldquo;<br />Da fragte der Kaiser: &bdquo;Und wer bist Du - mir gegen&uuml;ber?&ldquo; Bodhidharma erwiderte: &bdquo;Ich wei&szlig; es nicht.&ldquo; Der Kaiser verstand nichts. Sp&auml;ter &uuml;berquerte Bodhidharma den Yangtse-Flu&szlig; und gelangte ins K&ouml;nigreich Gi.<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoec1197621989-32" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoec1197621989-32.jpg" width="600" height="402" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Der Kaiser, ein gebildeter Mann, wollte schlichtweg wissen: &bdquo;Was ist das Geheimnis des Buddhismus?&ldquo; Worum geht es, was ist der Kern, die Essenz dieser Lehre aus dem fernen Indien? Oder, in der Formulierung zahlreicher anderer Koans: Warum kam Bodhidharma aus dem Westen? Worum geht es im Zen?<br /><br />Wenn wir versuchen, diese Frage vom Kopf aus zu beantworten, wird die Glocke, die uns im Koantraining bedeutet, dass wir noch einmal antreten m&uuml;ssen, rasch l&auml;uten. <br />Vielmehr geht es darum sich jenem &bdquo;weit und leer&ldquo; unmittelbar zu &ouml;ffnen und sich hierdurch verwandeln zu lassen. <br /><br />Dies ist keine intellektuelle Handlung, sondern vielmehr eine k&ouml;rperliche. Sie entspringt aus dem hara, nicht aus unserem Kopf. Sie ist relational: sie kann sich im Rahmen einer Begegnung erschlie&szlig;en. Mit mir selbst, mit anderen, mit der Welt, den 10 000 Dingen. Als horizontale Bewegung. Und obgleich sie eine Form der horizontalen Transzendenz annehmen kann, ist sie nichts Abgehobenes. Im Gegenteil. Sie ist so konkret wie ein Bl&uuml;tenstrauch im Garten nur sein kann. Sie ist so handfest wie unser Leben: konkret, einzigartig und edel.<br />Und genauso heilig wie &bdquo;weit und leer&ldquo;, das &bdquo;kein Auge, kein Ohr...&ldquo; des Herzsutra. Alles ist heilig. Alles ist &bdquo;ich&ldquo;. Wer also bin ich?<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="Schoec1197621989-31" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoec1197621989-31.jpg" width="600" height="402" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />III<br /><br />Setchos Vers zum Fall 40 des Hekiganroku spricht vom Sehen, H&ouml;ren, Empfinden, Erkennen als &bdquo;nicht eins und eins&ldquo;. <br /><br />Er f&auml;hrt fort:<br /><em>Wie in einem Spiegel erscheinen Berge und Fl&uuml;sse und werden nicht gesehen. <br />Der Himmel frostkalt, der Mond untergegangen. <br />Es ist Mitternacht. <br />Wer kann dies bezeugen?<br />Lichtreflexe huschen &uuml;ber das Wasser. <br />Es ist kalt.<br /><br /></em></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="SchoecP400616555-07" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/schoecp400616555-07.jpeg" width="600" height="391" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br />Da ist es wieder: vom Spiegel aus betrachtet, gibt es weder Berge noch Fl&uuml;sse. Ein Spiegeltraum: reine Reflexion. <br />Von Bergen und Fl&uuml;ssen aus betrachtet, lassen sich diese nicht durch einen Spiegel erfahren.<br />Im Dunkeln, nach Mitternacht, kann ich weder den &bdquo;Fu&szlig; voran noch den Fu&szlig; hintan&ldquo; erkennen. Gleichwohl werde ich von ihnen getragen. Ein Traum? Wer kann dies bezeugen?<br />Aus der &bdquo;Wolke des Nichtwissens&ldquo; auftauchend, nehmen wir die Welt wahr. Nicht eins und eins. Denn sie existiert, weil wir sie wahrnehmen, weil wir ihre Zeugen sind, weil wir sie lieben.<br /><br />Gassho,<br />Juen, Nanzan<br /><br /></p><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050042" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050042.jpg" width="500" height="749" /><br /></p><p style="text-align:left;"><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>In die Helle des Tages tretend</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-06-11T14:54:55+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fc47b746c779b4119d5f9ac847cc8815-10.html#unique-entry-id-10</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/fc47b746c779b4119d5f9ac847cc8815-10.html#unique-entry-id-10</guid><content:encoded><![CDATA[Im Hekiganroku, Fall Nr. 41 fragt Joshu, wie man nach dem gro&szlig;en Tod weiterleben soll. Tosu, ebenfalls ein Zen-Lehrer und um einige Jahrzehnte j&uuml;nger als der bereits hochbetagte Joshu, gibt hierauf zur Antwort: &bdquo;Ich erlaube nicht, bei Nacht zu reisen. In die Helle des Tages muss man ankommen&ldquo;.<br /><br />Als &bdquo;gro&szlig;er Tod&ldquo;, als &bdquo;restloses Sterben&ldquo; wurde damals ein Verschwinden unseres Ichs, unserer Identit&auml;t im Rahmen der Meditationserfahrung bezeichnet. Wir treten zur Seite, hinaus aus unserem unterscheidenden, urteilenden Denken und machen Platz f&uuml;r alles andere: die gesamte ph&auml;nomenale Welt. Wir <em>sind</em>. Mit allen. Egalit&auml;r wie radikal. Abwesend einerseits und vollkommen pr&auml;sent andererseits. Ohne Form und doch in allen Formen. Vollkommen tot, total lebendig.<br /><br />Doch hiermit nicht genug: als Zen-&Uuml;bende stellt das n&auml;chtliche Reisen nur einen Teil unserer Lebensaufgabe dar. Der andere Teil, nicht minder herausfordernd, besteht im &bdquo;Aufstehen und Tanzen&ldquo; (Juwelenspiegel-Samadhi), im sich zeigen und bezeugen, wozu unsere gesamte Gegenwart in glei&szlig;endem Tageslicht gefragt ist.<br /><br />Und sie besteht letztendlich darin, dem immerw&auml;hrenden Wechselspiel zwischen Form und Leere, Endlichem und Unendlichem, Unterscheidung und Verbindung so ger&auml;uschlos wie m&ouml;glich zu folgen. Das ist Leben, das ist lebendig und hierzu ist es zun&auml;chst nebens&auml;chlich, in welcher Lebensphase wir selbst uns gerade befinden. Tod oder lebendig?<br /><br />Gassho, Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050174" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050174.jpg" width="800" height="591" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Bittere Pillen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-05-28T12:43:46+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/99ada1a9c4717edbdca03a0a51ca6f5a-9.html#unique-entry-id-9</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/99ada1a9c4717edbdca03a0a51ca6f5a-9.html#unique-entry-id-9</guid><content:encoded><![CDATA[Worum geht es bei Kanzeons H&auml;nden und Augen?<br />Und was bedeutet es, dass wir selbst diese H&auml;nde und Augen sind?<br />Was hei&szlig;t es, Regentropfen da drau&szlig;en zu h&ouml;ren?<br />Und was bedeutet es, eins zu werden und dieses Einswerden immer wieder loszulassen?<br /><br /><em>Eine alte Frau fragte Meister Joshu: &bdquo;Ich habe einen K&ouml;rper, der die f&uuml;nf Hindernisse enth&auml;lt. Wie kann ich dennoch frei werden?&ldquo;<br />Joshu antwortete: &bdquo;Bete darum, dass alle im Himmel geboren werden und Du in einem Ozean der Widrigkeiten verweilen wirst&ldquo;.</em><br /><br />Es kann nicht genug betont werden, dass alle Koans eine ganz bestimmte Situation wiederspiegeln, in einer bestimmten Zeit. Dieses Koan stellt hierin keine Ausnahme dar.<br /><br />Bezogen auf uns und das eigene Leben k&ouml;nnte es bedeuten: was kann ich tun, um mit oder trotz meiner eigenen Hindernisse frei zu werden, egal ob diese geistiger (z.B. Talente, Bildung) oder k&ouml;rperlicher Natur sind (z.B. Krankheit, &Auml;lterwerden) oder ob sie unsere Lebensplanung (Pl&auml;ne, W&uuml;nsche, Hoffnungen) betreffen?<br /><br />Joshus Antwort mag harsch erscheinen. Wir wissen nicht, <em>wie</em> er ihr dies gesagt hat. Wir k&ouml;nnen aber davon ausgehen, dass er die Verzweiflung und das Bem&uuml;hen der alten Frau erkannte und ihr helfen wollte.<br /><br />Das Radikale an des alten Meister Joshus Antwort ist seine direkte Art, in der er sie dazu auffordert, unmittelbar &uuml;ber die eigene Person hinauszuschauen auf andere Menschen und deren Wohl. Hierbei ist kein moralischer Appell gemeint, keine Wertigkeit zwischen der alten Frau als schlechter und der Gemeinschaft als besser und auch kein Gehorsam gegen&uuml;ber dem Aufruf einer &auml;u&szlig;eren Autorit&auml;t.<br /><br />Denn in Bezug auf unser eigenes Leiden helfen Strategien wie &bdquo;Wegerkl&auml;ren&ldquo;, &bdquo;Aufbauschen&ldquo; oder &bdquo;Negieren&ldquo; nur wenig. Das einzige, was hilft, ist die gesamte Medizin zu schlucken, so bitter sie auch schmecken mag. <br /><br />Es gibt nur den Weg hinein: in ein Leiden, dass letztlich nicht &bdquo;mein&ldquo; Leiden, sondern das Leiden aller ist. Das entspricht nicht unserem ersten Impuls. Dennoch ist dieses Aufweichen von Grenzen, dieses Ersp&uuml;ren von Gemeinsamkeiten das, was ich aufbringen muss, um selbst frei zu werden. <br /><br />Es ist ein Weg, der weit genug ist, um die Widrigkeiten anderer zu sehen und zu f&uuml;hlen, als w&auml;ren sie meine eigenen. Was sie auch, vor langer Zeit und heute mehr denn je, immer schon sind und waren.<br /><br />Gassho, Juen, Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P400-3452-09 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p400-3452-09-2.jpg" width="600" height="600" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Regentropfen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-05-23T07:42:18+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/513055aaab88c1466e3433ceff23e15a-8.html#unique-entry-id-8</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/513055aaab88c1466e3433ceff23e15a-8.html#unique-entry-id-8</guid><content:encoded><![CDATA[In der Koansammlung Hekiganroku (Aufzeichnungen von der blauen Felswand) handelt der Fall 46 von "Kyoshos Regentropfen". In dieser &uuml;berlieferten Begegnung zwischen einem Zenlehrer und seinem augenscheinlich neugierigen Sch&uuml;ler geht es um das Wechselspiel von Leere und Form, Einheit und Vielfalt, Absolutem und Relativem.<br /><br />Kyosho fragte einen M&ouml;nch nach den Ger&auml;uschen da drau&szlig;en, vor dem Eingang. Der M&ouml;nch gab zur Antwort: "Regentropfen". Daraufhin sagte Kyosho, dass die Lebewesen sich t&auml;uschen w&uuml;rden und nach &auml;u&szlig;eren Dingen jagten.<br /><br />Vielleicht sprach Kyosho hier von unserer Alltagswahrnehmung, Dinge und Ereignisse als etwas wahrzunehmen, das sich au&szlig;erhalb von uns selbst abspielt, also als etwas, das vollkommen getrennt von uns ist.<br /><br />Dies stellt aber nur einen Teil unserer Wirklichkeit dar, die eben auch die M&ouml;glichkeit birgt, eine unver&auml;u&szlig;erliche Verbundenheit mit allem, mit allen f&uuml;hlenden Wesen zu erfahren. Mit anderen Worten: <em>wo</em> plitschern die Regentropfen?<br /><br />Im weiteren Verlauf dieses Dialoges spricht Kyosho auch davon, dass es nicht ganz so schwer sei, das Einssein zu verinnerlichen, es aber deutlich schwerer sei, dieses wieder loszulassen. Dieser scheinbare Widerspruch zum obigen stellt unser gesamtes menschliches Dilemma dar: wir sind aufgefordert, uns den vielf&auml;ltigen Fragen zuzuwenden, die das Leben an uns stellt und gleichzeitig sind wir dazu aufgerufen, diese hintanzustellen, sie zu vergessen. <br /><br />Daher lautet der Beginn von Setchos abschlie&szlig;enden Vers: "Die leere Halle - Ger&auml;usch von Regentropfen".<br /><br />Einheit zu erfahren und zu verinnerlichen, gerade im Zen sehr betont, ist ohne Zweifel die Voraussetzung zur Befreiung. Und doch h&ouml;rt unser Weg hier nicht auf: dieses Einssein m&ouml;chte Ausdruck finden in den tausend Eindr&uuml;cken, Situationen, Begegnungen unseres Lebens, so unspektakul&auml;r und allt&auml;glich diese auch erscheinen m&ouml;gen. Einheit erfahren und in Vielfalt leben: beides zu halten, das ist es, wie wir am weitesten und auch am gl&uuml;cklichsten zu schwingen verm&ouml;gen.<br /><br />Wir treten hinaus in die Regentropfen und wir treten hinein in die Regentropfen. <br /><br />Gassho, Juen, Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="6292-P400-07 2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/6292-p400-07-2.jpg" width="600" height="600" /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Ungans H&#xe4;nde und Augen</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-05-17T21:56:46+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f8fd190cb09b5ee528895b8523d624ca-7.html#unique-entry-id-7</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/f8fd190cb09b5ee528895b8523d624ca-7.html#unique-entry-id-7</guid><content:encoded><![CDATA[Ungans H&auml;nde und Augen<br />(Hekiganroku, Fall 89)<em><br /></em><em><br />Ungan fragte Dogo: "Was macht die gro&szlig;e Bodhisattva des Mitgef&uuml;hls mit all ihren H&auml;nden und Augen?"<br />Darauf antwortete Dogo: "Das ist wie bei einem Menschen, der mitten in der Nacht nach seinem Kissen tastet." <br />Ungan: "Ich verstehe."<br />Dogo: "Und wie verstehst Du es?"<br />Ungan: "Am ganzen K&ouml;rper sind H&auml;nde und Augen."<br />Dogo: "Das ist gut! Doch hast Du nur acht Zehntel erfasst."<br />Ungan: "Und wie siehst Du dies?"<br />Dogo: "Der gesamte K&ouml;rper ist H&auml;nde und Augen."</em><br /><br />Avalokiteshvara (jap. Kannon oder Kanzeon), welche "die Kl&auml;nge der Welt h&ouml;rt", wird oft mit "1000" Augen und H&auml;nden dargestellt und beschreibt einen buddhistischen Archetypus. Doch geht es nicht nur um die Hinwendung zur Bodhisattva des gro&szlig;en Mitgef&uuml;hls: wir &uuml;ben, um eben solches auch in uns selbst hervorzubringen. Der Anruf an uns &Uuml;bende geht dann noch dar&uuml;ber hinaus und wird durch die allabendlich in Zen-Kl&ouml;stern rezitierten "Vier Gel&ouml;bnisse" veranschaulicht:<br /><br /><em>Zahllose f&uuml;hlende Wesen:<br />ich gelobe, mit allen gemeinsam zu erwachen.<br /><br />T&auml;uschungen sind unersch&ouml;pflich:<br />ich gelobe, sie alle zu lassen.<br /><br />Unz&auml;hlbare Dharma-Tore:<br />ich gelobe, sie alle zu durchschreiten.<br /><br />Un&uuml;bertroffen ist Buddhas Weg:<br />ich gelobe, ihn zu verwirklichen.</em><br /><br />Das, so mag man einwenden, ist nicht m&ouml;glich. Stimmt!<br /><br />Es ist schlichtweg unm&ouml;glich, allen zu helfen, alle Rufe zu h&ouml;ren.<br /><br />Ferner k&ouml;nnen wir, rein anatomisch begrenzt durch Auge, Ohr, Nase und Form, niemals alle f&uuml;hlenden Wesen retten.<br /><br />Womit deutlich wird: hier geht es um ein Ideal. Um eine Ausrichtung, eine Absicht. Und darum, sowohl Ausrichtung als auch Bodenorientierung zu halten: gemeinsam.<br /><br />Denn beide haben denselben Stellenwert f&uuml;r unsere Leben. Sie bestimmen gemeinsam, wie wir auf die Fragen antworten, die es an uns stellt. Sie geh&ouml;ren zusammen, sie sind aus einem Guss und tragen nur verschiedene T&ouml;nungen und Gewichtungen.<br /><br />Warum ben&ouml;tigen wir Ideale? Sind sie nicht naive Romantik? Und das im "k&uuml;hlen" Zen?<br /><br />Die Antwort des Zen-&Uuml;benden ist einfach, denn jede/r, der oder die sich auf ein Kissen setzt, hat es bereits erlebt: das Herz, das Ideal schlechthin. Es m&ouml;chte immer sitzen. Unser Herz liebt die Stille.<br /><br />Und genau deswegen wird es in Form von Poesie, Literatur und Musik als auch in allen Weltreligionen angesprochen, unser tapferes Herzchen, das sich so h&auml;ufig verstecken muss hinter all den Gedankenstr&ouml;men, Informationsschauern und inneren oder &auml;u&szlig;eren Konditionierungen.<br /><br />Es wird angerufen, weil es wachsen m&ouml;chte und ans Licht treten, weil es im Angesicht der gesamten irdischen Katastrophe auch kaum einen anderen Appell geben kann als den an unser Herz, an unser Streben nach Verbundenheit, an unser Mitgef&uuml;hl.<br /><br />Es kann, im Angesicht des Unm&ouml;glichen, keine linear-logische Antwort auf unsere Probleme geben. Es kann, in n&uuml;chterner Betrachtung der &ouml;kologischen, politischen und sozialen Krise unserer Tage hierf&uuml;r keinen rational-deduktiven Ansatz der Befreiung geben.<br /><br />Dieser gesamte K&ouml;rper ist H&auml;nde und Augen bedeutet: mein gesamter K&ouml;rper ist H&auml;nde und Augen.<br /><br />Eine spirituelle Praxis wie Zen ruft uns hierzu auf und hilft uns somit, unser menschliches Potential zu erkennen und wachsen zu lassen.<br /><br />Das, was wir an Verbindendem verm&ouml;gen, ist unendlich gr&ouml;&szlig;er als wir (er)-denken k&ouml;nnen.<br /><br />Ausrichtungen, Absichten und Ideale stellen kein Sch&ouml;nreden dar, sondern verleihen unserer manchmal allzu konkret-begrenzten, medial nivellierten Wahrnehmung die T&ouml;ne, welche unsere Herzen ben&ouml;tigen, um in Schwingung zu geraten, um summen zu k&ouml;nnen: um geh&ouml;rt zu werden.<br /><br />Unsere Augen und H&auml;nde sind auch da, um zu bezeugen, was schmerzt und was betrachtet, was geheilt und befriedet werden m&ouml;chte: in uns und in anderen. Mit jenem K&ouml;rper der eintausend H&auml;nde und Augen. F&uuml;r jenen K&ouml;rper der eintausend H&auml;nde und Augen.<br /><br />Gassho, Juen und Nanzan<br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="P1050378" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1050378-2.jpg" width="800" height="533" /><br /><br /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Roseburg 2019</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-03-12T18:22:46+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/dabc8da072ddf16824a63f2cc335fe15-6.html#unique-entry-id-6</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/dabc8da072ddf16824a63f2cc335fe15-6.html#unique-entry-id-6</guid><content:encoded><![CDATA[Anfang M&auml;rz fand im &bdquo;Haus der Stille&ldquo; in Roseburg ein von Juen geleiteter Workshop zum Thema &bdquo;Verg&auml;nglichkeit&ldquo; statt. Es gab, nat&uuml;rlich, Zazen, aber auch Zeiten des Austausches und des k&uuml;nstlerischen Ausdrucks, Vortr&auml;ge, Arbeit, gef&uuml;hrte Meditation und Rezitation sowie gen&uuml;gend Zeit f&uuml;r den weitl&auml;ufigen Garten, in dem sich die ersten Knospen in Stellung brachten. Es war, wie bereits 2018, sehr ermutigend, auf so viele Menschen von fern und nah zu treffen, die sich spirituell interessieren, die schon lange praktizieren oder die schon l&auml;nger erw&auml;gen, den ersten Schritt zu tun und nun ihren ersten Kurs besucht haben. Ferner wurden wir durch die Anwesenheit einer neunzigj&auml;hrigen Zen-Priesterin geehrt, die vor vierzig Jahren erstmalig in Roseburg zu Gast gewesen war!<br /><br />Wir konnten eine stille, ernst-heitere Abfolge von Tagen erleben, aus der alle, Vortragende, wie Fragende, gest&auml;rkt hervorgingen.<br /><br />Und so schien am letzten Morgen die Sonne ganz z&auml;rtlich durch das alte Fenster in dieses ehrw&uuml;rdige Zendo, das nun schon bereits seit vielen Jahrzehnten &Uuml;bende aller Traditionen beherbergt.<br /><br />Das Haus der Stille in Roseburg, dieser Ort, der seit &uuml;ber 55 Jahren besteht, ist nur zu w&uuml;nschen, dass es nach dem Generationswechsel in der Hausleitung auch den in den n&auml;chsten Jahren anstehenden Wechsel in der Generation der Lehrenden gut &uuml;bersteht und immer wieder fr&uuml;hlingsfrische Triebe hervorbringen m&ouml;ge, die unsere Leben erheitern und diese Welt zu einem etwas besseren Ort machen!<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="img_0253-2" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/img_0253-2.jpg" width="608" height="466" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Neujahresfeier</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2019-01-20T18:19:18+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c151a7118243df55cb0aa3c9e5f1fe8f-5.html#unique-entry-id-5</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/c151a7118243df55cb0aa3c9e5f1fe8f-5.html#unique-entry-id-5</guid><content:encoded><![CDATA[Es war das, was man einen sch&ouml;nen Abend nennen kann: harmonischer Austausch, anregende Gedanken zu einem weiteren gemeinsamen Sanghajahr, liebevolle Speisen und zum Schluss ein wundersch&ouml;nes Lied von Ingeborg und ein ebenso beeindruckender Origami-Kranich von Jisan. Nun k&ouml;nnen wir gut schwingen, sicher fliegen und vor allem: heil ankommen.<br />Herzlich willkommen in Musanji 2019!<br />&nbsp;<br />Gassho,<br />Juen<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br />&nbsp;<br /><strong>Neujahrsmorgen</strong><br />&nbsp;<br />Niedrigwasser, Sturmwind aus S&uuml;dwest,<br />wolkend&uuml;strer Himmel.<br />&nbsp;<br />Am Wassersaum im Schlamm -<br />Vergessenes aus Jahrhunderten:<br />viele Scherben, rundgewaschene Ziegel,<br />ein Knopf, ein Rest vom Netz, Verrostetes...<br />&nbsp;<br />Da bringt ein Sonnenstrahl<br />die Spuren der Zeit<br />kurz zum Leuchten -<br />&nbsp;<br />Stille und Frieden mitten im Sturm,<br />das w&uuml;nsche ich uns f&uuml;r 2019<br />&nbsp;<br />von Verena<br /><br /><br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="unnamed" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/unnamed.jpg" width="608" height="306" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Die sieben Faktoren des Erwachens</title><category>Dharma</category><dc:date>2018-12-08T18:04:00+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e5dca16ac2bb0006ae2e18715f093f07-4.html#unique-entry-id-4</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/e5dca16ac2bb0006ae2e18715f093f07-4.html#unique-entry-id-4</guid><content:encoded><![CDATA[Im Rahmen unserer Herbst-Ango, der &bdquo;Zeit des friedlichen Verweilens&ldquo;, besch&auml;ftigten wir uns mit den &bdquo;Sieben Faktoren des Erwachens&ldquo;. Hiermit sind Geistesqualit&auml;ten gemeint, die uns dabei unterst&uuml;tzen k&ouml;nnen, ein waches und zufriedenes Leben zu f&uuml;hren. Es geht darum, diese uns bereits innewohnenden Eigenschaften zu st&auml;rken, sie neu zu sortieren. Wir m&uuml;ssen also nichts &bdquo;Neues&ldquo; tun, nur ein bisschen putzen und r&auml;umen, passend zur Jahreszeit.<br /><br />Die Faktoren bestehen aus:<br />1. Achtsamkeit<br />2. Erforschen des Dharmas<br />3. Bem&uuml;hen / Energie<br />4. Freude<br />5. Ruhe, Gestilltheit des Geistes<br />6. Sammlung / Samadhi<br />7. Gleichmut<br /><br />Wie sich unschwer erkennen l&auml;sst, und wie wir aus dem Studium des Achtfachen Pfades im Fr&uuml;hjahr bereits wissen, lassen sich die Faktoren in Unterbereiche einteilen:<br />Die Praxis der Achtsamkeit stellt den Ausgangs- und Mittelpunkt unserer spirituellen Praxis dar. Sie ist die Grundlage f&uuml;r die Entwicklung der anderen Geistesqualit&auml;ten. Die n&auml;chsten drei beschreiben energievolle Qualit&auml;ten, die letzten drei eher meditative Geisteszust&auml;nde. Da wir durch unsere bisherigen buddhistischen Studien auch wissen, dass diese Reihenfolgen nie zuf&auml;llig gew&auml;hlt wurden, k&ouml;nnen wir ablesen, dass es den altehrw&uuml;rdigen Autoren auch um einen ganz wichtigen weiteren Aspekt ging: Balance, Gleichgewicht.<br />Nur wenn es uns zunehmend gelingt, alle Facetten unseres Lebens zu beleuchten, wird unsere &Uuml;bung ausgeglichen sein.<br /><br />Wir beginnen mit der Achtsamkeit: wir beobachten die Bewegungen unseres Geistes: was geschieht? In K&ouml;rper, Geist, Geistesformationen, den Objekten unseres Geistes.<br />Dann sehen wir genau hin: wie geschieht etwas? Hierzu m&uuml;ssen wir genau hinsehen, geduldig sein und: eine gewisse Energie aufwenden. Wir versuchen, Gutes zu f&ouml;rdern und Unheilsames zu vermeiden.<br />Hierdurch entsteht: Erkenntnis und Freude. Ohne Freude gibt es kein Vorankommen auf dem Weg, schon allein deswegen, weil es vor allem die Freude ist, die uns dabei h&auml;lt, nicht die schwarz-asketische Versenkung, als die das Zen gelegentlich erscheinen mag. Es ist eine stille Freude der Gewissheit, etwas grundlegend Richtiges und Gesundes zu tun sowie die Freude des Entdeckens des eigenen Lebens, ohne dass wir &auml;u&szlig;erlich etwas ver&auml;ndern m&uuml;ssen. Eine tiefe Freude von unsagbarer Anziehungskraft f&uuml;hrt geradewegs in, ist ein Aspekt von: Samadhi, Sammlung, Konzentration.<br /><br />Dies alles zusammen m&uuml;ndet in die oben angesprochene Balance und Ausgeglichenheit. Hiermit ist kein farbloser Gleichmut gegen&uuml;ber allem und jenem gemeint, sondern ein vibrierendes, oszillierendes und spektrales Weben auf einem Boden, der weder kommt noch geht, weder sichtbar ist noch unsichtbar: Substanz einer Welle, Grund unseres Seins,&nbsp;<em>Buddha</em>.<br /><br />Gassho,<br />Juen<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1040781.jpg" width="608" height="433" /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Meditation und Wissenschaft</title><dc:subject>Blog</dc:subject><dc:date>2018-12-06T18:02:03+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/13d17de8026fbdefa2eb1854ef92140f-3.html#unique-entry-id-3</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/13d17de8026fbdefa2eb1854ef92140f-3.html#unique-entry-id-3</guid><content:encoded><![CDATA[Am vergangenen Wochenende fand in Berlin der f&uuml;nfte <a href="https://www.meditation-wissenschaft.org/dokumentation-kongress-2018.html" target="_blank">Kongress &bdquo;Meditation und Wissenschaft&ldquo;</a> statt, der sich als interdisziplin&auml;rer Kongress zur Meditations - und Bewusstseinsforschung versteht. An zwei dicht gepackten Tagen trafen 450 bis 500 Teilnehmende auf Referentinnen und Referenten, die sich mit ihnen zu den Themenbereichen Achtsamkeit im Arbeitsleben, den neuesten neuro-biologischen Erkenntnissen im Hinblick auf Meditation und geistiger Schulung sowie &bdquo;Meditation und Medizin&ldquo; als auch &bdquo;Meditation mitten im Leben&ldquo; austauschen konnten.<br />Es war sehr ermutigend, so viele Menschen, die &uuml;berwiegend aus dem Gesundheitsbereich stammten, zusammen zu sehen und sich um ein bewussteres Miteinander und F&uuml;reinander einsetzen!<br /><br />Gassho,<br />Juen]]></content:encoded></item><item><title>Shuso Hossen</title><category>Sangha-Leben</category><dc:date>2018-11-18T14:24:53+01:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a6a2f6567d0f2b643627d72810c51b33-1.html#unique-entry-id-1</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/a6a2f6567d0f2b643627d72810c51b33-1.html#unique-entry-id-1</guid><content:encoded><![CDATA[In der vergangenen Woche besuchte uns Alan Hozan Senauke, Vize-Abt des Berkeley Zen Centers.<br />Er kam vor allem, um am Donnerstag und am Samstag eine Shuso Hossen Zeremonie f&uuml;r Juen und Nanzan abzuhalten. Diese beinhaltet einen &bdquo;Dharmaschlagabtausch&ldquo; - die Sangha stellt dem Shuso, der zuvor die &Uuml;bungszeit geleitet hat, Dharma-Fragen.&nbsp;<br />Wir durften uns &uuml;ber eine eifrige Sangha freuen, samt Gudrun und Korei, die extra angereist waren. Und &uuml;ber sehr sch&ouml;ne, direkte Fragen im Rahmen von zwei kleinen, intimen Zeremonien.&nbsp;<br />Im Rahmen dieser wurde auch unser langer gemeinsamer Weg nochmals betrachtet und die vielen Ver&auml;nderungen, welche die meisten aus unserer Sangha gemeinsam mit uns erlebt haben, bevor wir hier in Musanji ankommen durften.<br /><br />Danke an diese wunderbare Sangha f&uuml;r all die sch&ouml;nen Erlebnisse, Herausforderungen, Transformationen, Visionen und vor allem: f&uuml;r Euer Kommen und Euer Zazen.<br /><br />Der Tradition nach werden w&auml;hrend der Zeremonie zwei Gedichte vorgelesen:<br />&nbsp;<br /><u>Benji Gedicht Juen</u><br /><br />dunkle Erde in Musanji<br />helle Erde in Murphys<br />sandiger Boden in Washington<br />steile Gipfel in Aschau<br />betonfarbiges Flachland in Clatskanie<br />gepinselte Wolken in Berkeley<br />&nbsp;<br />Wo bist Du gewesen all die Jahre<br />Was hast Du vollbracht<br />Tagein tagaus in den Beeten<br />Der oberen G&auml;rten<br />&nbsp;<br />Das Siechenhaus war nie krank<br />Worte Worte<br />Wie heilst Du dann<br />Sag es uns!<br />&nbsp;<br />Du kommst einen langen Weg<br />Himmel des Nordens<br />Lass h&ouml;ren<br />Wohin gehst Du mit Stab und Tuch?<br />Und vor allem: bist Du endlich aufgestanden?<br /><br />&nbsp;<br /><u>Benji Gedicht Nanzan</u><br />&nbsp;<br />Dunkel hell<br />Drinnen drau&szlig;en<br />Nord S&uuml;d<br />Damals bereits<br />Schon immer vergangen<br />Heute heute<br />&nbsp;<br />Das ewige Licht beim Torbogen<br />Die Flamme am Ofen<br />Gleich und gleich<br />Doch zugleich nicht dasselbe<br />Nanzansan!<br />&nbsp;<br />Pffft...<br />Nanzan Shunki<br />Berg des S&uuml;dens<br />Zeig es uns!<br />&nbsp;<br />Lasst uns nun den Shuso h&ouml;ren!<br /><br />Gassho,<br />Juen und Nanzan<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1040820-2.jpg" width="608" height="408" /><br /><br /><br /><span style="font:18px Optima-Regular; color:#3B3B3B;"><br /></span><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1040868-3.jpg" width="608" height="408" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item><item><title>Bem&#xfc;hen</title><category>Dharma</category><dc:date>2018-09-08T22:18:12+02:00</dc:date><link>http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0f340ea7da140ce569e6e6119cb51b4a-2.html#unique-entry-id-2</link><guid isPermaLink="true">http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/0f340ea7da140ce569e6e6119cb51b4a-2.html#unique-entry-id-2</guid><content:encoded><![CDATA[&bdquo;Rechtes Bem&uuml;hen&ldquo; geh&ouml;rt im Achtfachen Pfad in die Gruppe &bdquo;Samadhi/Meditation&ldquo;. Traditionell wurden damit unter anderem die &bdquo;Vier Anstrengungen&ldquo; gemeint: Unheilsames vermeiden oder gar nicht erst hervorkommen lassen, Heilsames erwecken oder erhalten. Hierbei ist vor allem ein Kriterium entscheidend: ist dies der Befreiung f&ouml;rderlich oder nicht?<br />Daraus wird deutlich, dass rechtes Bem&uuml;hen nicht notwendigerweise mit hartem Bem&uuml;hen einhergehen muss. Der Buddha verwendete hierf&uuml;r das Bild einer gespannten Saite, die, um einen guten Klang zu erzeugen, nicht zu stark, aber auch nicht zu schwach gespannt sein sollte.<br />&nbsp;<br />Untrennbar verwoben ist dies mit &bdquo;rechter Absicht&ldquo;, denn &bdquo;warum&ldquo; wir &uuml;ben, kann nicht separiert werden von : &bdquo;wie&ldquo; wir &uuml;ben.<br />&nbsp;<br />Wie k&ouml;nnen wir uns anstrengen, auf unserem Weg, in unserer Praxis, ohne dabei zu eng oder verkrampft zu werden?<br />Gerade das Zen mit seinen zahlreichen Formen, dem Edlen Schweigen und der visuellen Reduktion unseres Meditationsraumes, kann zu der Annahme verleiten, hier w&uuml;rde insbesondere auf Strenge und Disziplin wert gelegt. Verst&auml;rkt wird dies durch Zen-Geschichten, die von hohen k&ouml;rperlichen (und geistigen) Anstrengungen berichten, beginnend mit dem Buddha selbst.<br />Wie also kann es gelingen, dieses schier unm&ouml;gliche Unterfangen, ein Buddha zu werden: den &nbsp;Ziegel immerfort polieren, um einen Spiegel hervorzubringen?<br />&nbsp;<br />Das Bem&uuml;hen, um das es hier geht, erwartet vor allem die Bereitschaft, meinen geistigen Blick ein wenig lockern zu k&ouml;nnen:<br />Ich mag (oft vorab) diese Meinung haben, jenes Urteil f&auml;llen, diese bestimmten Bed&uuml;rfnisse versp&uuml;ren, diverse Ideen hegen &ndash; aber kann ich sie auch &bdquo;lassen&ldquo; im Anblick der Wirklichkeit, die nicht selten so anders&nbsp; an uns herantritt, als erwartet? Kann ich die Form, die ich mir bereits f&uuml;r sie zurechtgelegt habe, noch einen Spalt offen lassen und warten, ob sie sich dem Augenblick anpassen m&ouml;chte &ndash; und nicht umgekehrt?<br />M&ouml;chte ich in meinem Sud dahink&ouml;cheln, das Leben als mal mehr, mal weniger st&ouml;render Faktor daneben? M&ouml;chte ich meine ganze Kraft darauf verwenden, alles m&ouml;glichst h&uuml;bsch mundfein und &bdquo;ruhig&ldquo; zu halten, under major control, auch wenn ich mir bewusst bin, dass es sich um eine narkotisierende Illusion auf Zeit handelt?<br />Oder kann ich mittendrin sein: &bdquo;... kein Auge, Nase, Zunge, K&ouml;rper, Geist, Farbe, Klang...&ldquo; und mich von meiner Wirklichkeit stets aufs Neue beunruhigen lassen?<br />&nbsp;<br />Shunryu Suzuki, dieser sanfte Lehrer des letzten Jahrhunderts, beschrieb &bdquo;rechtes Bem&uuml;hen&ldquo; unter anderem als die F&auml;higkeit, keine Spur zu hinterlassen: nirvana.<br />Das ist ein radikales Bild: unsere gesamte Energie aufzuwenden, quasi sorglos sich vollkommen (meinem Leben und Sterben) &uuml;berantworten.<br />&nbsp;<br /><em>... Keine Spur des Erwachens verbleibt, und dieses "Ohne-Spur" besteht f&uuml;r immer fort.<br />Dogen Zenji, Genjokoan</em><br />&nbsp;<br />Um hierhin zu gelangen, oder mich aufrichtig darum zu bem&uuml;hen, eine jeweils angemessene Antwort zu finden auf die Fragen, die mir mein Leben stellt, ben&ouml;tige ich vor allem Folgendes: eine gute Portion Hartn&auml;ckigkeit und ein aufmerksames Ohr ob meiner jeweiligen Balance.<br />Das ist der Mittlere Weg.<br />Auf ihm steht der T&uuml;r zu unserer Verbundenheit und Freiheit nicht mehr viel im Wege.<br />&nbsp;<br />Gassho, Juen&nbsp;<br /><br /><br /><p style="text-align:center;"><img class="imageStyle" alt="" src="http://www.wind-wolken-sangha.de/blog/files/p1060510.jpg" width="608" height="458" /><br /><br /><br /></p>]]></content:encoded></item></channel>
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