Spiegelungen
15.01.2026
Das Neue Jahr ist noch nicht alt, unsere guten Vorsätze haben vielleicht dennoch bereits Mühe, den Stürmen dieser Tage entgegenzuhalten. Global zeigt sich unser Menschsein in vieler Hinsicht auf unheilsame Weise. Es scheint, als ob nach kurzem festtäglichen Innehalten vom „Vergessen des Selbst mit dem Ergebnis des Hervorkommens der 10 000 Dinge“ keine Rede sein kann.
Der vietnamesische Zen Meister Thich Nhat Hanh lehrte unter seinen zahlreichen Übungen der Praxis im Alltag auch eine Spiegelmeditation.
Spiegel sind gute Lehrer, sie können tiefere psychologische Muster an die Oberfläche befördern. Unsere Wahrnehmung könnte sein: negativ, positiv oder neutral. Minderwertigkeit, Arroganz, augenscheinlicher Gleichmut. Verachtung, Übersteigerung, Ignoranz meines Ich. Alle drei führen direkt zu mehr Leiden.
Kann es mir gelingen, beim Blick in den Spiegel zu lesen, wie es mir gerade geht, um meine Handlungen und Auswirkungen dementsprechend auszurichten? So, wie ich an einem Kalligrafiestrich oder dem Klang meiner Schritte erkenne, in welcher körperlichen oder seelischen Verfassung ich mich gerade befinde?
Es wäre doch eine praktische Alltagshilfe. Wir handeln so oft in Unkenntnis unseres aktuellen Zustandes einfach darauf los und teilen reflexartig aus. Zudem: Spiegel gibt es überall. Was lehne ich beim Blick in den Spiegel ab? Was möchte ich gerne sehen und was glaube ich, nicht zu sehen? Was ist so hässlich an meiner Neurose, meiner Biografie? Kenne ich mich? Erkenne ich mich in diesem Bild wieder und was sehe ich? Wieso kann ich mich nicht spontan freuen, wenn ich in einen Spiegel schaue? Schließlich bedeutet das: ich bin noch hier! Was muss beständig gepudert oder retuschiert werden? Warum?
Nun werden die Shunyata-Strebenden bestimmt fragen, wieso wir im Zen, heute bildlich, natürlich auch im übertragenen Sinn, unser Spiegelbild ansehen sollen, wenn es darum geht, mein Selbst zu vergessen.
Weil wir ohne unsere Bereitschaft, eine verwandtschaftliche Verbindung zu jenem Gesicht einzugehen, das uns morgens entgegenblickt, es niemals schaffen werden, es zu vergessen.
„Gatha für den Blick in den Spiegel: Achtsamkeit ist ein Spiegel, der die vier Elemente reflektiert. Schönheit ist ein Herz, das Liebe schenkt, und ein Geist, der weit offen ist.“
Thich Nhat Hanh
Der vietnamesische Zen Meister Thich Nhat Hanh lehrte unter seinen zahlreichen Übungen der Praxis im Alltag auch eine Spiegelmeditation.
Spiegel sind gute Lehrer, sie können tiefere psychologische Muster an die Oberfläche befördern. Unsere Wahrnehmung könnte sein: negativ, positiv oder neutral. Minderwertigkeit, Arroganz, augenscheinlicher Gleichmut. Verachtung, Übersteigerung, Ignoranz meines Ich. Alle drei führen direkt zu mehr Leiden.
Kann es mir gelingen, beim Blick in den Spiegel zu lesen, wie es mir gerade geht, um meine Handlungen und Auswirkungen dementsprechend auszurichten? So, wie ich an einem Kalligrafiestrich oder dem Klang meiner Schritte erkenne, in welcher körperlichen oder seelischen Verfassung ich mich gerade befinde?
Es wäre doch eine praktische Alltagshilfe. Wir handeln so oft in Unkenntnis unseres aktuellen Zustandes einfach darauf los und teilen reflexartig aus. Zudem: Spiegel gibt es überall. Was lehne ich beim Blick in den Spiegel ab? Was möchte ich gerne sehen und was glaube ich, nicht zu sehen? Was ist so hässlich an meiner Neurose, meiner Biografie? Kenne ich mich? Erkenne ich mich in diesem Bild wieder und was sehe ich? Wieso kann ich mich nicht spontan freuen, wenn ich in einen Spiegel schaue? Schließlich bedeutet das: ich bin noch hier! Was muss beständig gepudert oder retuschiert werden? Warum?
Nun werden die Shunyata-Strebenden bestimmt fragen, wieso wir im Zen, heute bildlich, natürlich auch im übertragenen Sinn, unser Spiegelbild ansehen sollen, wenn es darum geht, mein Selbst zu vergessen.
Weil wir ohne unsere Bereitschaft, eine verwandtschaftliche Verbindung zu jenem Gesicht einzugehen, das uns morgens entgegenblickt, es niemals schaffen werden, es zu vergessen.
„Gatha für den Blick in den Spiegel: Achtsamkeit ist ein Spiegel, der die vier Elemente reflektiert. Schönheit ist ein Herz, das Liebe schenkt, und ein Geist, der weit offen ist.“
Thich Nhat Hanh

